Der Krankenhausmörder
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Daniel Müller, frisch abgeworbener Kriminalreporter für das neue ZEIT-Kriminalmagazin, bringt den größten Mordfall der bundesrepublikanischen Geschichte mit: die Geschichte von Nils H., aufgewachsen in einer Familie aus Krankenpflegern und Krankenschwestern in Wilhelmshaven. Was als vorbildliche Pflegekarriere im St. Willehardt-Hospital begann — gefördert vom guten Ruf seines Vaters —, führte über Stationen in Oldenburg und Delmenhorst zu einer beispiellosen Mordserie an Krankenhauspatienten.
„Eine sehr besondere Familie, als sie im Prinzip nur aus Helfenden bestand eigentlich. Sein Vater war Krankenpfleger, seine Großmutter war Krankenschwester, Onkels und Tanten auch Krankenpfleger, seine eigene Schwester Zahnarzthelferin. Also eine durch und durch helfende Familie im Grunde genommen.“
Erwähnte Medien (3)
Standardwerk über Patiententötungen im Krankenhaus
Karl Beine
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:13:36 „Ihr habt im Wissen einen Autor vorgestellt, der ein Buch geschrieben hat über Patiententötungen. Und der hat gesagt, dass das sehr, sehr oft vorkommt und dass man das in den allermeisten Fällen nicht merkt. Kannst du dazu was sagen, um die Dimensionen dieses Falls ein bisschen einzuordnen?“
Sabine Rückert fragt Andreas Sentker nach einem Autor, der im ZEIT-Wissensressort vorgestellt wurde und ein Buch über Patiententötungen in Krankenhäusern geschrieben hat. Karl Beine wird als Experte eingeführt, der sich intensiv mit Todesfällen und Tötungen in Krankenhäusern beschäftigt hat – auch im Nachgang des Falls Nils H. Daniel Müller ergänzt später, dass Beine bereits vor dem Fall Nils H. ein Standardwerk zu dem Thema verfasst hatte.
Artikel über Nils H. in der Zeit (Februar 2015)
Daniel Müller
🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 00:33:41 „Du hast ja mehrfach über Nils H. in der Zeit geschrieben und es gibt diesen großen Text aus dem Februar 2015 und der beginnt mit dem Satz, da sitzt er und kichert wie ein Schulmädchen. Also das ist plötzlich der Moment der Erleichterung.“
Sentker verweist auf einen ausführlichen Artikel, den Daniel Müller im Februar 2015 in der ZEIT über den Serienmörder Nils H. veröffentlicht hat. Er zitiert den Eröffnungssatz des Textes, der den Moment einfängt, in dem Nils H. nach seinem Geständnis sichtbar gelöst und erleichtert wirkte — ein Schlüsselmoment im Prozess.
Tatort Krankenhaus
Karl Beine
🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 00:46:24 „Wir haben ja gerade schon darüber gesprochen, ganz am Anfang des Gesprächs auch, dass das Krankenhaus ein Ort ist, in dem das Sterben normal ist. Ich frage jetzt nochmal ganz allgemein, wir haben das Buch von Karl Beine hier auf dem Tisch liegen, Tatort Krankenhaus. Gibt es denn Forderungen von Experten, die sich mit diesem Phänomen Tötung im Krankenhaus beschäftigt haben?“
Im Gespräch über den Serienmörder Nils H. und die systemischen Versäumnisse in Krankenhäusern verweist Sentker auf Karl Beines Buch als Referenzwerk. Er nutzt es als Ausgangspunkt für die Frage, welche konkreten Forderungen Experten an das Krankenhauswesen stellen, um Tötungsdelikte auf Intensivstationen zu verhindern.