ZEIT Verbrechen – Brüderchen und Schwesterchen
#042

Brüderchen und Schwesterchen

ZEIT Verbrechen / 19. November 2019 / 3 Medien

Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste

Bei einer Live-Veranstaltung in Berlin stellen die Hosts ihr viertes Magazin vor, dessen Titelgeschichte sich um Giftmorde dreht — besonders tückisch, weil der Täter nicht einmal anwesend sein muss. Außerdem berichten sie von einer neuen Rubrik: Podcast-Hörerinnen, die selbst Begegnungen mit Mördern überlebt haben, melden sich regelmäßig mit ihren Geschichten — nun gibt es dafür erstmals eine eigene Mailadresse.

„Der Giftmord ist ja besonders praktisch, weil man muss nicht dabei sein, man kann was reintun und weggehen und muss das Elend nicht mit ansehen.“
🗣 Sabine Rückert

Erwähnte Medien (3)

Neujahr
Buch

Neujahr

Juli Zeh

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:29:40 „Ich weiß nicht, ob du das Buch kennst von Juli C. Neujahr. Da handelt es sich um zwei Eltern, die im Urlaub, auf irgendwelchen Gründen, die ich jetzt nicht näher ausführen will, verloren gehen. Und die beiden Kinder, die etwa in dem Alter unserer beiden Protagonisten sind, bleiben allein in einem Ferienhaus zurück.“

Sabine Rückert zieht eine Parallele zwischen dem Roman und der realen Kindheitsgeschichte von Peter J. und seiner Schwester Sophie, die als Kleinkinder allein in einer verwahrlosten Wohnung aufgefunden wurden. Sie nutzt die Romanhandlung – zwei Kinder, die in einem Ferienhaus auf sich gestellt sind – um dem Publikum die Angst und Hilflosigkeit der realen Kinder greifbar zu machen.

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Dossier über den Fall Peter J.
Artikel

Dossier über den Fall Peter J.

Sabine Rückert

🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 01:09:01 „Ich zitiere nochmal aus deinem Text, weil ich nehme das gerade mal mit Sophie das Bild auf. Die Familie will heute nichts mehr wissen von Peters Schwester, schreibst du. Die hat sich nämlich für die falsche Seite entschieden.“

Andreas Sentker zitiert mehrfach aus Sabine Rückerts Dossier, das in der ZEIT erschienen ist und den Fall Peter J. ausführlich aufgearbeitet hat. Das Dossier wird auch bei der Erwähnung eines Polizeifotos referenziert, das damals den Artikel begleitete. Sentker liest daraus ein Fazit vor, das beschreibt, wie das Attentat die Familienverhältnisse endgültig geklärt hat.

Zum Artikel bei ZEIT Online
Joker
Film

Joker

Todd Phillips

🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:10:53 „Ich war kürzlich in einem Film, der mich wahnsinnig beeindruckt hat und der mich auch an den Peter erinnert hat. Das war der Film Joker. Wenn man diese Jugendamtsakten liest und wenn man das alles mitbekommt, was da für ein Kind ist, das immer einstecken muss, das unter katastrophalen Verhältnissen aufwächst, das aber nicht mehr weiß, es vergessen hat, und dann einstecken muss und einstecken muss und auch vom Staat im Stich gelassen wird.“

Sabine Rückert zieht eine Parallele zwischen dem besprochenen Fall von Peter J. und dem Film Joker. Sie beschreibt, wie die Figur des Jokers sich im Film in einen Kühlschrank setzt und als ein anderer, als ein Rächer wieder herauskommt — genau wie Peter, der nach einer Kindheit voller Vernachlässigung und Misshandlung schließlich zum Bombenleger wurde. Der Film hat sie stark an den Fall erinnert, weil er zeigt, wie Menschen, die immer übersehen werden, irgendwann ins Licht treten und sich rächen.

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