ZEIT Verbrechen – Das Mädchen mit dem Stein im Bauch
#036

Das Mädchen mit dem Stein im Bauch

ZEIT Verbrechen / 27. August 2019 / 4 Medien

Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste

Der Fall führt nach Chandigarh, Indiens modernistische Vorzeigestadt, die einst von Le Corbusier am Reißbrett entworfen wurde — und in der sich hinter der geordneten Fassade ein entsetzliches Verbrechen ereignete: die Vergewaltigung eines zehnjährigen Mädchens, das anschließend sein Kind austragen musste. Gast Jan Roß, der fünf Jahre als ZEIT-Korrespondent in Indien lebte, ordnet den Fall ein und beschreibt eine Stadt, die durch Zuwanderung vom Land längst eine andere geworden ist als die, die ihre Gründer sich erträumt hatten.

„Die hat sich sehr verändert durch Einwanderung, durch Leute, die vom Land dorthin gezogen sind. Es ist alles ein bisschen, sagen wir mal, indischer und bunter und auch an manchen Stellen elender geworden, als es am Anfang war.“
🗣 Jan Roß

Erwähnte Medien (4)

Downton Abbey
Serie

Downton Abbey

Julian Fellowes

🗣 Jan Roß referenziert bei ⏱ 00:08:38 „Ich wusste das ja, ich hatte ja zu dem Zeitpunkt schon einige Jahre in Indien gelebt, aber diese zwei Welten kennenzulernen, es gibt eben eine Welt der Herrschaft, wir kennen das nur aus Downton Abbey, Upstairs und Downstairs, es gibt eine Welt der Herrschaft und es gibt eine Welt der Diener und gegenseitig weiß man oft nicht viel voneinander.“

Jan Roß beschreibt das Nebeneinander von Herrschaft und Dienerschaft in den Bungalow-Vierteln von Chandigarh. Um das System der Servants Quarters für ein deutsches Publikum greifbar zu machen, zieht er den Vergleich zu Downton Abbey, wo die räumliche und soziale Trennung zwischen Oben und Unten ein zentrales Motiv ist.

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Upstairs, Downstairs
Serie

Upstairs, Downstairs

Jean Marsh / Eileen Atkins

🗣 Jan Roß referenziert bei ⏱ 00:08:38 „Ich wusste das ja, ich hatte ja zu dem Zeitpunkt schon einige Jahre in Indien gelebt, aber diese zwei Welten kennenzulernen, es gibt eben eine Welt der Herrschaft, wir kennen das nur aus Downton Abbey, Upstairs und Downstairs, es gibt eine Welt der Herrschaft und es gibt eine Welt der Diener.“

Jan Roß beschreibt die strikte Trennung zwischen Herrschaft und Dienerschaft in indischen Haushalten. Er vergleicht diese Zweiklassengesellschaft mit bekannten britischen Serien, die das Verhältnis zwischen Herrschaft und Dienstpersonal thematisieren.

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Romane von Charles Dickens
Buch

Romane von Charles Dickens

Charles Dickens

🗣 Jan Roß erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:21:04 „Wenn man ein indisches Gericht mal besucht, dann sieht man Akten, die aus einem Dickens-Roman stammen könnten. So ein Stapel vergilbter Papiere, das sind teilweise auch unerledigte Fälle.“

Jan Roß beschreibt die überlastete indische Justiz und den schleppenden Fortgang von Gerichtsverfahren. Um das Bild der verstaubten, meterhoch gestapelten Akten zu veranschaulichen, vergleicht er die Szene mit einem Dickens-Roman – eine Anspielung auf die bürokratischen Zustände im viktorianischen England, wie sie etwa in 'Bleak House' geschildert werden.

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Die Unsichtbaren Indiens
Artikel

Die Unsichtbaren Indiens

Jan Roß

🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 00:24:09 „Du nennst sie, das ist auch die Überschrift deines Artikels damals gewesen, die unsichtbaren Indiens.“

Andreas Sentker verweist auf Jan Roß' damaligen Artikel in der Zeit über den Vergewaltigungsfall in Chandigarh. Der Titel fasst die zentrale These des Gesprächs zusammen: Die indische Unterschicht ist physisch omnipräsent, wird aber von der bürgerlichen Gesellschaft nicht wahrgenommen – und genau diese Unsichtbarkeit ermöglicht Verbrechen wie das besprochene.

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