ZEIT Verbrechen – Düsteres Erbe
#035

Düsteres Erbe

ZEIT Verbrechen / 13. August 2019 / 7 Medien

Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste

Lilli Heinemann erzählt die lange verschwiegene Geschichte ihres Großvaters, der ein entsetzliches Verbrechen überlebte und darüber ein schmales Buch mit dem Titel Vergeben statt Vergelten verfasste. Als Kind kannte sie das Heft nur als geheimnisvolles Objekt in einem verschlossenen Stahlschrank — erst als Erwachsene begann sie, die Familiengeschichte aufzuarbeiten und für das ZEIT-Magazin aufzuschreiben. Ihr Großvater, ein engagierter Christ in der Bremer Wilhardi-Gemeinde, fand im Glauben einen Weg, das Trauma zu überleben.

„Ich wusste, dass es diese Geschichte gibt, aber es wurde einfach nie darüber gesprochen.“
🗣 Lilli Heinemann

Erwähnte Medien (7)

Geschichte des Blocklandmordes
Artikel

Geschichte des Blocklandmordes

Lilli Heinemann

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:01:49 „Bei uns ist Lili Heinemann. Lili Heinemann ist eine Autorin, die kürzlich bei uns im Magazin eine große Geschichte geschrieben hat und zwar die Geschichte ihres Großvaters.“

Sabine Rückert stellt Lilli Heinemann als Autorin vor, die im ZEIT-Magazin eine umfangreiche Reportage über ihren Großvater veröffentlicht hat. Darin rekonstruiert Heinemann den Blocklandmord von 1945 und die spätere Vergebung ihres Großvaters gegenüber den Tätern – eine Familiengeschichte, über die jahrzehntelang geschwiegen wurde.

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Vergeben statt Vergelten
Buch

Vergeben statt Vergelten

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:03:22 „Das Buch heißt Vergeben statt Vergelten, das ist jetzt nun auch etwas, das klingt sehr fromm. Aber dein Großvater war kein Pfarrer?“

Es handelt sich um ein schmales, selbst verfasstes Buch von Lilli Heinemanns Großvater, das in einem kleinen christlichen Verlag erschien. Darin schildert er die Nacht des Blocklandmordes vom 20. November 1945 und seinen Weg zur Vergebung. Das Buch ist eine zentrale Quelle für Lillis spätere Recherche, da sie ihren Großvater nicht mehr persönlich kennenlernen konnte.

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Kaltblütig
Buch

Kaltblütig

Truman Capote

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:11:07 „Es ist ein interessanter Fall, denn so ein ähnlicher Fall hat sich auch in der Literatur schon ereignet, ein ganz berühmter Fall, Kaltblütig von Truman Capote. Da musste ich sofort dran denken, weil es auch die gleiche, ganz, ganz ähnliche Situation ist.“

Sabine Rückert zieht eine direkte Parallele zwischen dem Blocklandmord und Capotes True-Crime-Klassiker: In beiden Fällen dringen Bewaffnete in einen abgelegenen Hof ein und töten eine schutzlose Familie. Sie erwähnt auch, dass die beiden Täter bei Capote hingerichtet wurden und Capote selbst eine eigenartige Rolle bei der Hinrichtung spielte.

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Artikel

Zeitungsartikel über inhaftierte Täter im März 1967

🗣 Lilli Heinemann referenziert bei ⏱ 00:38:49 „Und da gab es einen Artikel im März 67, wo eine Journalistin scheinbar aufmerksam wurde auf das Schicksal dieser drei Männer. Und mein Großvater wiederum wurde auf den Zeitungsartikel aufmerksam.“

Lilli Heinemann schildert, wie ein Zeitungsartikel von März 1967 die entscheidende Wende in der Geschichte auslöste. Eine Journalistin berichtete über drei noch inhaftierte Täter in der JVA Fuhlsbüttel, die trotz bewilligter Gnadengesuche seit zehn Jahren nicht freigelassen werden konnten. Dieser Artikel wurde zum Auslöser für den Großvater, die Männer im Gefängnis zu besuchen und sich für ihre Begnadigung einzusetzen.

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Buch von Großvater Hamelmann
Buch

Buch von Großvater Hamelmann

🗣 Lilli Heinemann erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:45:39 „Da hat mein Großvater scheinbar laut seinem Buch herausgefunden, wo der Anführer ist, der ja geflohen war und nie gefasst wurde. Und mein Großvater schreibt, er wüsste, wo er sei, aber er würde dem nicht nachgehen.“

Lilli Heinemann erwähnt beiläufig, dass ihr Großvater ein Buch geschrieben hat, in dem er unter anderem festhielt, dass er den geflohenen Anführer der Täter aufgespürt hatte, ihm aber aus seiner Haltung der Vergebung heraus nicht nachging. Der genaue Titel des Buches wird nicht genannt.

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Artikel über transgenerationale Traumata in ZEIT Wissen
Artikel

Artikel über transgenerationale Traumata in ZEIT Wissen

🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:51:15 „Da hatten wir auch schon große Artikel in deinem Ressort dazu im Wissen, zu dieser genetischen Veränderung durch Traumata.“

Als Lilli Heinemann über die wissenschaftliche Forschung zu transgenerationalen Traumata und epigenetischen Veränderungen spricht, wirft Sabine Rückert ein, dass es in der ZEIT-Wissen-Rubrik bereits umfangreiche Artikel zu diesem Thema gegeben habe. Die Bemerkung richtet sich an Andreas Sentker, der das Wissensressort leitet.

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Gefühlserbschaft (Konzept)
Buch

Gefühlserbschaft (Konzept)

Sigmund Freud

🗣 Lilli Heinemann referenziert bei ⏱ 00:51:40 „Selbst Sigmund Freud hat ja mal den Begriff der Gefühlserbschaft aufgebracht. Und das ist im Prinzip das, was wir jetzt ein transgenerationales Trauma oder einen transgenerationalen Übertragungsprozess nennen.“

Lilli Heinemann spricht über ihre Recherche zu transgenerationalen Traumata und ordnet Freuds Konzept der Gefühlserbschaft als theoretischen Vorläufer der modernen Forschung zu transgenerationaler Weitergabe von Traumata ein. Der Begriff stammt aus Freuds psychoanalytischem Werk.

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