ZEIT Verbrechen – Das Kind im dunklen Zimmer
#019

Das Kind im dunklen Zimmer

ZEIT Verbrechen / 01. Januar 2019 / 1 Medien

Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste

Im März 2005 stirbt die siebenjährige Jessica in einer Hamburger Hochhaussiedlung in Jenfeld — verhungert im eigenen Kinderzimmer, das mit verklebten Scheiben verdunkelt war. Das Mädchen wog bei seinem Tod nur neuneinhalb Kilo, war zwanzig Zentimeter zu klein und hatte versteinerten Kot im Bauch, weil es über Jahre systematisch von seiner Mutter ausgehungert wurde. Der Fall zeigt nicht nur das Versagen der Eltern, sondern auch einer ganzen Gesellschaft, die wegschaute: Hätte nur eine einzige Person aufgepasst, hätte Jessicas Martyrium verhindert werden können.

„Das Kind ist über Jahre in seinem eigenen Zimmer verhungert. Man ließ es dort verhungern, ganz absichtlich.“
🗣 Sabine Rückert

Erwähnte Medien (1)

Privatio boni (Das Böse als Mangel des Guten)
Buch

Privatio boni (Das Böse als Mangel des Guten)

Augustinus von Hippo

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:35:16 „Und ich musste da auch an den Kirchenvater Augustinus denken, der gesagt hat, das Böse ist ein Mangel an Gutem. Da, wo das Gute keinen Raum bekommt, füllt sich der Raum mit Schlechtem und mit Bösartigem an.“

Sabine Rückert zieht eine philosophische Parallele zwischen der Kindheit von Marlies S. und dem theologischen Konzept des Augustinus. Sie nutzt seine Lehre, um zu erklären, warum Menschen, die nichts Gutes erfahren haben, auch nichts Gutes weitergeben können. Zusätzlich zitiert sie Augustinus mit 'Was hast du, das du nicht empfangen hast'.

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