ZEIT Verbrechen – Wie ein Hochstapler die feinen Hamburger narrte
#012

Wie ein Hochstapler die feinen Hamburger narrte

ZEIT Verbrechen / 25. September 2018 / 3 Medien

Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste

Ein Sonderschüler mit schwerer Legasthenie, schielendem Blick und zerrüttetem Elternhaus steigt zum vermeintlichen Finanzgenie auf, das die feine Hamburger Gesellschaft jahrelang narrt: Die Geschichte von Jürgen Harksen zeigt, wie Hochstapelei funktioniert — und warum es dafür immer auch ein williges Publikum braucht. Ab 1983 beginnt der hochintelligente, aber schwer benachteiligte junge Mann sein betrügerisches Wirken, das erst 2003 vor Gericht endet.

„Ob nicht der Lügner eben dadurch erst zum Lügner wird, dass er ein Publikum vorfindet, das belogen werden will.“
🗣 Sabine Rückert

Erwähnte Medien (3)

Buch von Jürgen Harxen
Buch

Buch von Jürgen Harxen

Jürgen Harxen

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:22:38 „Das beschreibt er dann auch selbst, er hat ja auch ein Buch geschrieben später, da hat er dann das auch drin beschrieben, wie er eben sich mit denen über Düt und Dat unterhält und dann geht... Und überhaupt nicht auf die Investition zu sprechen kommt, sodass die dann ihrerseits unruhig werden.“

Sabine Rückert erwähnt beiläufig, dass der Hochstapler Jürgen Harxen später ein Buch geschrieben hat, in dem er seine Manipulationstechniken selbst beschreibt — etwa wie er potenzielle Anleger bewusst zappeln ließ, um deren Investitionswillen zu steigern. Der genaue Titel des Buches wird nicht genannt.

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Catch Me If You Can
Film

Catch Me If You Can

Steven Spielberg

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:33:13 „Ja, du kennst ja vielleicht die Geschichte Catch Me If You Can. Das ist ein ganz berühmter und oft gesehener Film mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle und Tom Hanks, glaube ich, oder? Da geht es ja auch um einen berühmten Hochstapler, der gibt sich als Pilot aus und sonst was.“

Sabine Rückert zieht eine Parallele zwischen dem Hochstapler Jürgen Harksen und dem berühmten Film-Hochstapler Frank Abagnale Jr. Beide nutzen äußere Statussymbole — bei Abagnale die Pilotenuniform, bei Harksen große Autos — um Autorität und Vertrauen vorzutäuschen. Der Film dient als populärkultureller Referenzpunkt, um das Phänomen des Hochstaplers greifbar zu machen.

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Ein kurzweiliges Buch von Till Eulenspiegel
Buch

Ein kurzweiliges Buch von Till Eulenspiegel

Hermann Bote

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:34:35 „Ich habe damals mir diese ganzen Schwenke von Eulenspiegel, die 96 Schwenke durchgelesen. Wir kennen ja heute alle die Kinderversion, die berühmten Geschichten, die auch an Haxen erinnern. Er bezahlt nicht mit Geld, sondern er klimpert mit der Münze und bezahlt mit dem Klimpern der Münze.“

Sabine Rückert hat ihren damaligen Artikel über Harksen auf der Eulenspiegelfigur aufgebaut und dafür alle 96 Schwänke des Originals gelesen. Sie zeigt, dass die harmlose Kinderversion den wahren Eulenspiegel — einen Fabulanten und Verbrecher, der sich als Arzt ausgab und Menschen körperlich schädigte — stark verharmlost. Die Parallele zu Harksen liegt im Spiegelvorhalten: Beide entlarven die Gier und Eitelkeit ihrer Opfer.

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