ZEIT Verbrechen – Tödliche Mutterliebe
#008

Tödliche Mutterliebe

ZEIT Verbrechen / 31. Juli 2018 / 2 Medien

Sabine Rückert, Andreas Sentker

Josefine S. ist Ende zwanzig, hat einen florierenden Buchladen in Mainz zwischen zwei Gymnasien aufgebaut und arbeitet 14-Stunden-Tage — bis sie schwanger wird und alles hinwirft, um Mutter zu sein. Doch die Schwangerschaft endet im Notfall: eine Gestose zwingt die Ärzte zum Kaiserschnitt, das Baby kommt mit schlechten Apgar-Werten zur Welt, und aus dem größten Glück droht eine Katastrophe zu werden.

„Ein Kind ist sowieso das größte Geschenk, das man haben kann.“
🗣 Sabine Rückert

Erwähnte Medien (2)

Geschlossene Gesellschaft (Huis clos)

Geschlossene Gesellschaft (Huis clos)

Jean-Paul Sartre

In Sartres existentialistischem Meisterstück sitzen drei Verstorbene in einem geschmacklosen Hotelzimmer fest, aus dem es kein Entkommen gibt. Ohne physische Qualen werden sie durch ein psychologisches Machtspiel gequält, in dem ihre Lebenslügen und Charakterfehler gnadenlos offengelegt werden. Sartre reimagiert die Hölle nicht als Ort der äußeren Bestrafung, sondern als innere Gefangenschaft durch die Unmöglichkeit, dem anderen zu entfliehen. Die neue deutsche Übersetzung von Hinrich Schmidt-Henkel bewahrt die existenzialistische Tiefe des Textes, während sie ihn behutsam in die Gegenwart transportiert.

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:14:46 „Ich habe mich an das Theaterstück von Jean-Paul Sartre erinnert gefühlt, der ja ein Stück über die Hölle geschrieben hat. Das heißt »Geschlossene Gesellschaft«. Drei Personen werden in einen Raum gesperrt, ein Mann, zwei Frauen. Sie sind alle drei tot.“

Rückert verweist auf Sartres Theaterstück und den berühmten Satz 'Die Hölle, das sind die anderen', um dann zu argumentieren, dass jemand mit einer psychiatrischen Erkrankung weiß, dass die größte Hölle man selbst sein kann – wie bei Josefine S.

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Die Teufelsmutter mit dem Engelsgesicht

Die Teufelsmutter mit dem Engelsgesicht

Bericht über den Kriminalfall Amanda Knox in Perugia und die Rolle der reißerischen Medienberichterstattung. Der Artikel zeigt, wie tabloidjournalistische Schlagzeilen der Bild-Zeitung wie „Teufelsmutter" zur öffentlichen Vorverurteilung von Verdächtigen führten. Die sensationsheischende Berichterstattung verstärkte die soziale Ausgrenzung und den Reputationsschaden für die betroffenen Familien erheblich.

🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 00:40:52 „Zumal die Tochter und die Familie auch öffentlich am Pranger standen. Die Bild-Zeitung hatte getitelt, die Teufelsmutter mit dem Engelsgespräch.“

Im Zusammenhang mit der öffentlichen Vorverurteilung von Josefine S. erwähnt Andreas Sentker eine Schlagzeile der Bild-Zeitung, die die Angeklagte als 'Teufelsmutter' diffamierte. Die reißerische Berichterstattung verschärfte die Situation für die gesamte Familie, die daraufhin sozial gemieden wurde.

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