Die Völkermission beginnt
Sabine Rückert, Johanna Haberer, Erzähler
Die frühen Christen zogen wie Sisyphus von Stadt zu Stadt, wurden aus Synagogen gejagt, gesteinigt und verfolgt — und kehrten trotzdem zurück. Johanna Haberer erklärt, warum diese wandernde jüdische Sekte für Rom erst dann gefährlich wurde, als sie interrömisch vernetzt war und Statthalter zu bekehren begann. Den Abschluss bildet eine theologische Präzisierung, die es in sich hat: Das Neue Testament ist nicht antisemitisch, sondern anti-jüdisch — ein fundamentaler Unterschied, denn alle, die es geschrieben haben, waren selbst Juden.
„Sie ist nicht antisemitisch, weil das würde ja bedeuten, dass sie in irgendeiner Weise rassistisch ist. Sie ist anti-jüdisch, weil die waren ja alles Juden.“
Erwähnte Medien (2)
Barnabas-Akten
· 2018
This study investigates traces of early Christianity in the mountains of Cilicia and Isauria. In this approach, the literary, epigraphic, and archeological evidence today is taken into account to illuminate on the Christianization process in the region of the Kalykadnos Valley. Local and regional martyr cults are particularly brought into focus.
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:38:32 „Also es ist ja eine Lücke. Ich will dir erzählen, dass es dann entstanden sind, zum Beispiel die Barnabas-Akten. Die sind dann im vierten, fünften Jahrhundert entstanden. Das ist ein eigenes Material, das versucht, diese Lücken zu schließen.“
Johanna Haberer stellt die Barnabas-Akten als apokryphe Schrift vor, die im 4./5. Jahrhundert entstand, um die Lücken der Apostelgeschichte zu füllen. Sie erzählt daraus Details über Johannes Markus, der Pergamentrollen behalten und sich ins Abendland absetzen wollte, und über Paulus, der stocksauer und bettlägerig gewesen sein soll.
Barnabasbrief
· 1999
Der Barnabasbrief (Barnabae epistula), abgekürzt Barn, ist eine Schrift des frühen Christentums. Barn wird zu den so genannten Apostolischen Vätern gerechnet, und entstand vermutlich um 130 n. Chr. (die Vermutungen der Historiker zeigen aber eine große Bandbreite: von 70 bis 132 n. Chr.). Die Bezeichnung als „Brief“ trifft nicht ganz zu, eher ist es eine theologische Abhandlung, die an die Form eines Briefes angelehnt ist.
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:41:52 „Und dann gibt es noch einen Barnabas-Brief aus dem zweiten Jahrhundert. Hat aber lang gelebt. Das ist eine Abhandlung, also so gelehrsame Abhandlung. Aber auch das wurde auch nicht aufgenommen in die Reihe der kanonischen Schriften.“
Johanna Haberer erläutert die verschiedenen Schriften, die sich um die Figur des Barnabas ranken. Neben den Barnabas-Akten und dem Barnabas-Evangelium erwähnt sie den Barnabasbrief als gelehrte Abhandlung aus dem 2. Jahrhundert, die nicht in den biblischen Kanon aufgenommen wurde.