13 bei Tisch
Sabine Rückert, Johanna Haberer, Erzähler
Diese Folge widmet sich dem letzten Abendmahl Jesu — jener berühmten Tischszene kurz vor seiner Gefangennahme, die auch Leonardo da Vinci hundertfach verewigt hat. Nach Jesu Einzug in Jerusalem und zahlreichen Streitereien mit Pharisäern und Sadduzäern versammelt er seine Apostel zum Passamahl, bricht das Brot, teilt den Wein und kündigt seinen Verrat an. Besonders faszinierend: Die Jünger fragen sich gegenseitig — und Jesus selbst — ‚Herr, bin ich's?', weil keiner von ihnen sicher ist, wer der Verräter sein wird.
„Er nervt, er stört, und es gibt jede Menge Leute, die ihm ans Leben wollen.“
Erwähnte Medien (6)
Das Abendmahl
Leonardo da Vinci
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:01:52 „Ganz besonders von Leonardo da Vinci, der werde ich mir nachher noch einen kleinen Text vorlesen, den ich selbst verfasst habe über dieses Bild. Es handelt sich um das Abendmahl.“
Sabine Rückert kündigt an, später über Leonardo da Vincis berühmtes Gemälde des Abendmahls zu sprechen. Das Bild dient als kultureller Bezugspunkt zur biblischen Abendmahlsszene, die das Hauptthema der Episode ist.
1. Korintherbrief
Paulus
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:11:51 „Und wir haben eigentlich, haben wir ja auch Spuren, wie die Urchristen das zunächst gemacht haben, weil der Paulus schreibt ja im 11. Kapitel, im 1. Korintherbrief, da beschwert er sich, der Paulus muss ja immer alles richtig stellen und so.“
Johanna Haberer zitiert den 1. Korintherbrief des Paulus (Kapitel 11), um zu zeigen, wie die urchristliche Abendmahlspraxis entartete: Reiche begannen vor den Armen zu essen und zu trinken, woraufhin Paulus den Gemeinschaftsgedanken einforderte.
Heimlich zur Kommunion
Annette Zoch
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:19:24 „Ich habe mehrere Texte dabei. Einige lustige, einige traurige. Ich fange mal mit einem traurigen an. Aus der Süddeutschen, heimlich zur Kommunion. Katrin Hassel ist evangelisch, ihr Mann Peter ist katholisch. Sie sind seit 43 Jahren verheiratet und praktizieren schon lange, was Theologen als Recht für alle Christen fordern, die wechselseitige Teilnahme in Eucharistie und Abendmahl.“
Sabine Rückert liest ausführlich aus einem Artikel der Süddeutschen Zeitung vor, in dem das Ehepaar Hassel – sie evangelisch, er katholisch – über ihre Erfahrungen mit der konfessionsverbindenden Ehe berichtet. Der Artikel illustriert die schmerzhafte Ausgrenzung beim Abendmahl zwischen den Konfessionen.
Gemeinsam am Tisch des Herrn
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:19:47 „Gemeinsam am Tisch des Herrn, so heißt eine Studie des ökumenischen Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen. Die Autoren begründeten schon 2019, warum für evangelische und katholische Christen die wechselseitige Teilnahme an der Eucharistie beziehungsweise am Abendmahl möglich ist.“
Im Zusammenhang mit dem Artikel über das Ehepaar Hassel wird diese ökumenische Studie von 2019 erwähnt, die theologisch begründet, warum eine wechselseitige Teilnahme an Eucharistie und Abendmahl möglich sein sollte. Der Vatikan verbot jedoch einen solchen Alleingang.
Die Vision des Papstes
Edmund Schlink
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:26:57 „Also der Vater von Bernhard Schlink ist ein eigentlich ziemlich bekannter und prominenter Neutestamentler in Heidelberg gewesen. Er erzählt die Geschichte von dem Papst, der überraschend gewählt wird, ein Bauersbub aus Italien. Das ist die Story, das ist seine Fiktion, ein Roman, der heißt die Vision des Papstes und die hat er unter einem Pseudonym geschrieben.“
Johanna Haberer erzählt begeistert von diesem Roman, in dem ein neu gewählter Papst nach einer Fiebervision den Vatikan verlässt, in Jerusalem bei allen Konfessionen zum Abendmahl geht und erkennt, dass es überall das Gleiche ist. Die Geschichte passt perfekt zum Thema der ökumenischen Abendmahlsgemeinschaft und stammt vom Vater des Bestsellerautors Bernhard Schlink, einem überzeugten Ökumeniker.
Das letzte Abendmahl und seine Portionen
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:29:37 „Jetzt lese ich dir mal was aus dem Hamburger Abendblatt vor, das letzte Abendmahl und seine Portionen. Gründonnerstag ist der Tag des letzten Abendmahls. Die Christen erinnern an diesem Abend an das in der Bibel überlieferte Ereignis.“
Sabine Rückert liest einen Artikel aus dem Hamburger Abendblatt vor, der über eine wissenschaftliche Analyse von 52 Abendmahl-Gemälden aus 1000 Jahren berichtet. Der Artikel beschreibt, wie die dargestellten Portionen und Tellergrößen über die Jahrhunderte immer größer wurden.