Unter Pfarrerstöchtern – Eine sehr, sehr finstere Hochzeit
#137

Eine sehr, sehr finstere Hochzeit

Unter Pfarrerstöchtern / 15. November 2024 / 9 Medien

Sabine Rückert, Johanna Haberer, Erzähler

In dieser Folge geht es um das Gleichnis von den zehn Jungfrauen aus dem Matthäus-Evangelium — eingebettet in die apokalyptische Endzeitrede Jesu, in der Kriege, Erdbeben und Hungersnöte als Vorboten des Gottesreichs gedeutet werden. Zehn Brautjungfern warten mit ihren Lampen auf den Bräutigam, doch fünf von ihnen haben kein Öl mitgebracht — eine sehr finstere Hochzeitsgesellschaft, die zur Parabel über Wachsamkeit und Vorbereitung auf das Ende wird.

„Je schlimmer die Katastrophe, desto näher die Erlösung. Denn Gott schreitet ein, wenn es am schlimmsten wird.“
🗣 Sabine Rückert

Erwähnte Medien (9)

Das Tagebuch der Menschheit – Was die Bibel über unsere Evolution verrät
Buch

Das Tagebuch der Menschheit – Was die Bibel über unsere Evolution verrät

Kai Michel, Carel van Schaik

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:00:52 „Bevor es losgeht, wollte ich gerne eine kleine Stelle vorlesen aus unserem Begleitbuch »Das Tagebuch der Menschheit«. Und Bibelkundige werden natürlich dann gleich wissen, um welches Gleichnis es heute geht.“

Sabine Rückert liest zu Beginn der Episode aus dem Buch vor, das als Begleitwerk zur Bibel-Reihe dient. Die zitierte Passage handelt von der Apokalyptik und davon, dass Katastrophen als Wehen verstanden werden, unter denen das Reich Gottes geboren wird — als Einleitung zum Gleichnis von den zehn Jungfrauen.

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Titelgeschichte über den Weltuntergang
Artikel

Titelgeschichte über den Weltuntergang

Malte Henk

🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:15:03 „Ich habe auch einen Text dabei, und zwar einen wunderbaren Text von Malte Henck. Malte Henck ist ein wunderbarer Kollege aus der Zeit und er hat auch eine Titelgeschichte geschrieben. Über den Weltuntergang. Die Idee kam von mir, die ich an ihn herangetragen habe.“

Sabine Rückert liest ausführlich aus einer ZEIT-Titelgeschichte ihres Kollegen Malte Henk über den Weltuntergang vor. Der Artikel verbindet die Frage, wie Menschen mit dem Wissen um das Ende umgehen, mit Isaac Newtons Bibelforschung und dem Historiker Johannes Fried — und mündet in die These, dass das apokalyptische Bewusstsein jeden Moment unendlich wertvoll macht. Rückert nutzt den Text als moderne Auslegung des Gleichnisses von den zehn Jungfrauen.

Zum Artikel bei ZEIT Online
Bücher über Apokalypse und Wissenschaftsgeschichte
Buch

Bücher über Apokalypse und Wissenschaftsgeschichte

Johannes Fried

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:15:56 „In mehreren faszinierenden Büchern erzählt der Historiker Johannes Fried, wie sich Europas wissenschaftliche Stärke aus der Obsession mit dem Weltuntergang heraus entwickelt hat.“

Mehrere Bücher des Historikers Johannes Fried werden erwähnt, die beschreiben, wie apokalyptisches Denken die europäische Wissenschaft vorangetrieben hat

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Death and the Afterlife
Buch

Death and the Afterlife

Samuel Scheffler

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:17:20 „Ein unausweichlicher Weltuntergang, glaubt der Professor Samuel Scheffler, ein amerikanischer Professor ist das, ich glaube ein Soziologe, ist das wahre Grauen für den Menschen, viel größer als die eigene Sterblichkeit, so groß, dass er mich auch dann noch zerschmettern würde, wenn ich ihn gar nicht mehr erleben müsste.“

Sabine Rückert liest aus dem Artikel von Malte Henk vor, in dem dieser das Gedankenexperiment des Philosophen Samuel Scheffler referiert: Was wäre, wenn kurz nach dem eigenen Tod ein Asteroid alles menschliche Leben vernichten würde? Schefflers These, dass der Weltuntergang schlimmer wiegt als die eigene Sterblichkeit, wird als philosophische Grundlage für die Diskussion über Apokalypse und Lebenssinn herangezogen.

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Bücher über Europas wissenschaftliche Stärke und die Obsession mit dem Weltuntergang
Buch

Bücher über Europas wissenschaftliche Stärke und die Obsession mit dem Weltuntergang

Johannes Fried

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:19:31 „In mehreren faszinierenden Büchern erzählt der Historiker Johannes Fried, wie sich Europas wissenschaftliche Stärke aus der Obsession mit dem Weltuntergang heraus entwickelt hat. Das apokalyptische Denken, wie Fried es beschreibt, war eben nicht nur Sache der Irren und Verborten, sondern der optimistischen Eliten.“

Im Rahmen der Verlesung des ZEIT-Artikels von Malte Henk wird der Historiker Johannes Fried zitiert, der in mehreren Büchern die These vertritt, dass die europäische Wissenschafts- und Zivilisationsentwicklung aus der apokalyptischen Erwartung heraus entstanden sei. Die Erwartung des Weltuntergangs habe zu Universitäts-, Krankenhaus- und Armenstiftungsgründungen geführt.

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Titanic
Film

Titanic

James Cameron

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:24:37 „Aber ich habe kürzlich einen Film gesehen, den kennst du auch, der ist ganz berühmt. Der heißt Titanic, also Titanic mit diesen wunderbaren Schauspielern Leonardo DiCaprio und sie heißt Kate Winslet.“

Wird als Parabel auf Menschen herangezogen, die nicht wahrhaben wollen, dass das Unvorstellbare geschieht – passend zum Gleichnis-Thema der Apokalypse

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The War of the Worlds (Radiosendung)
Podcast

The War of the Worlds (Radiosendung)

Orson Welles

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:27:56 „Es gab doch mal so eine Radiosendung, wo Orson Welles behauptet hat, Außerirdische seien gelandet und hat damit in den 30er oder 40er Jahren eine Panik ausgelöst. Und so ähnlich kam mir das auch vor. Ich hatte den Eindruck, da erzählt einer eine Geschichte, das kann nicht sein.“

Sabine Rückert erinnert sich an die Tschernobyl-Katastrophe 1986 und vergleicht ihr ungläubiges Gefühl beim Hören der Radionachrichten mit der berühmten Orson-Welles-Radiosendung von 1938, die eine Massenpanik auslöste. Das Beispiel unterstreicht das Thema des Nicht-Wahrhaben-Wollens von Katastrophen.

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Der Morgenstern
Buch

Der Morgenstern

Karl Ove Knausgård

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:31:36 „Damit beschäftigt sich ja Knausgat in seinem Buch Der Morgenstern und in seiner Fortsetzung Das Dritte Königreich, was ich hier auch noch ans Herz legen will, dass eben die Apokalypse so langsam kommt, dass sie erst gar nicht wahrgenommen wird und dann eben doch wahrgenommen wird.“

Im Gespräch über die Apokalypse und wie Menschen drohende Katastrophen zunächst ignorieren, empfiehlt Sabine Rückert Knausgårds Roman. Das Buch behandle genau dieses Phänomen: eine schleichend herannahende Apokalypse, die erst nicht wahrgenommen wird. Sie kündigt an, daraus vorzulesen, wenn der Podcast bei der biblischen Offenbarung des Johannes angelangt ist.

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Das Dritte Königreich
Buch

Das Dritte Königreich

Karl Ove Knausgård

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:31:36 „Damit beschäftigt sich ja Knausgat in seinem Buch Der Morgenstern und in seiner Fortsetzung Das Dritte Königreich, was ich hier auch noch ans Herz legen will, dass eben die Apokalypse so langsam kommt, dass sie erst gar nicht wahrgenommen wird und dann eben doch wahrgenommen wird.“

Sabine Rückert empfiehlt die Fortsetzung von Knausgårds Morgenstern-Reihe im selben Atemzug. Beide Bücher werden als literarische Verarbeitung des Themas empfohlen, wie die Menschheit eine schleichende Apokalypse zunächst verdrängt. Johanna Haberer ergänzt, dass die Menschen bei Knausgård nicht besser und nicht einfallsreicher werden.

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