Die Auferstehung des toten Lazarus
Sabine Rückert, Johanna Haberer, Erzähler
Die Episode verknüpft drei Erzählstränge rund um die Geschwister Martha, Maria und Lazarus aus Bethanien: von Marthas Küchenfrust im Lukas-Evangelium über Jesu provokante Hirtenrede bis zur Auferweckung des Lazarus im Johannes-Evangelium. Besonders spannend: Martha, zuvor als fleißiges Hausmütterchen gezeichnet, wird bei Johannes zur eigentlichen Apostelin — sie ist die Erste, die ein vollständiges Bekenntnis zu Jesus als Messias ablegt, noch vor den männlichen Jüngern. Dazwischen liest Sabine eine brillante Passage von Jack Miles vor, die erklärt, warum auf Jesu Terminkalender nur ein einziger Termin steht: seine Hinrichtung.
„Hier spielt jetzt die Martha nicht die Rolle des Heimchens am Herd, sondern umgekehrt. Sie geht raus, sie fährt den an, sie lässt ihn auch holen und jetzt wird sie zum Hauptapostel dieser Geschichte, weil die ist die erste, die ein vollständiges apostolisches Bekenntnis abgibt.“
Erwähnte Medien (9)
Evangelium nach Lukas
Lukas (zugeschrieben)
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:01:17 „Und dazu muss man ins Lukas-Evangelium wechseln.“
Das Lukas-Evangelium wird als Quelle für die Geschichte von Martha und Maria herangezogen, um die Figuren vorzustellen, bevor die Lazarus-Geschichte im Johannes-Evangelium behandelt wird.
Johannesevangelium
unbekannt (traditionell Johannes zugeschrieben)
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:01:23 „Aber die Geschichte von Martha und Maria, die steht woanders. Die steht nicht im Johannesevangelium. Und um zu erfahren, wer Lazarus ist, muss man erst mal wissen, wer Martha und Maria sind.“
Das Johannesevangelium ist neben dem bereits erfassten Lukas-Evangelium die zweite zentrale Quellenschrift dieser Folge. Die Hauptgeschichte um Lazarus, Martha und Maria wird aus dem Johannesevangelium erzählt, während die Vorgeschichte im Lukas-Evangelium steht.
Evangelium nach Johannes
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:02:06 „damit wir die Leute kennenlernen, mit denen wir es dann im Johannes-Evangelium zu tun bekommen“
Das Johannes-Evangelium ist der Haupttext der Episode, aus dem die Geschichte von Lazarus, Martha und Maria sowie die Ich-bin-Worte Jesu besprochen werden.
Yentl
Barbra Streisand
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:08:07 „Wie heißt denn mit der Barbara Streisand dieser Film, wo sie sich in einen Mann verkleidet? Jentl. Ja, genau. Also ihr braucht nicht Jentl machen, sondern ihr könnt als Frauen an meiner Lehre teilnehmen.“
Johanna Haberer zieht eine Parallele zwischen der biblischen Geschichte von Martha und Maria und dem Film Yentl, in dem sich Barbra Streisand als Mann verkleidet, um studieren zu dürfen. Ihre Pointe: Jesus sagt den Frauen, dass sie sich nicht verkleiden müssen – sie dürfen als Frauen an seiner Lehre teilnehmen.
Messiah
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:08:17 „Es gibt übrigens in dem Film, den ich vor einigen Folgen empfohlen habe, Messiah. Da gibt es eine wunderbare Szene. Da sitzt er mit Männern im Kreis und lehrt und ist relativ unfreundlich.“
Sabine Rückert greift auf die Serie Messiah zurück, die sie bereits in einer früheren Folge empfohlen hat. Sie beschreibt eine Szene, in der der Messias-Charakter einen Mann aus seinem Lehrkreis wirft, weil dieser sich darüber lustig macht, dass eine Frau daran teilnehmen soll – eine direkte Parallele zur Rolle Marias als rabbinische Schülerin.
Christus. Eine Krise im Leben Gottes
Jack Miles
🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:17:06 „Aus meinem wunderbaren Jack Miles, Jesus-Biografie, da steht etwas Herrliches. Eine ganz wunderbare Passage, die wollte ich jetzt mal vorlesen.“
Sabine liest eine ausführliche Passage aus der Jesus-Biografie von Jack Miles vor, die erklärt, warum Jesus wie ein alter Mann wirkt, warum er nie Smalltalk betreibt und wie die Bibel als literarisches Werk die gesamte abendländische Literatur beeinflusst hat.
Jesus. Die Biografie
Jack Miles
🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:19:08 „Ich wollte nochmal etwas vorlesen. Das passt hier so wahnsinnig gut. Aus meinem wunderbaren Jack Miles, Jesus-Biografie, da steht etwas Herrliches. Eine ganz wunderbare Passage, die wollte ich jetzt mal vorlesen.“
Sabine Rückert liest eine ausführliche Passage aus Jack Miles' Jesus-Biografie vor, in der Miles beschreibt, wie Jesus als jemand wirkt, der alt geboren wurde und nie gewöhnliche Neugier zeigt. Die Passage mündet in eine These über die Bibel als Ursprung abendländischer Textexegese – dass alle fiktionale Literatur in gewissem Sinne 'verbiblicht' worden sei. Rückert ist sichtlich begeistert von der Beobachtung.
Vor dem Gesetz
Franz Kafka
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:38:59 „Und es wird auch vorbereitet und er geht erstmal nicht hin und damit, so wird es also auch begründet. Das ist das größte Zeichen. Also es ist auch nochmal, um nochmal auf deinen wunderbaren Kafka-Text zurückzukommen, damit die Leute die Herrlichkeit sehen, steht da, ja?“
Johanna Haberer verweist auf einen Kafka-Text, den Sabine Rückert offenbar im ersten Teil der Episode vorgelesen hat. Sie zieht eine Parallele zwischen Kafkas Parabel und der Lazarus-Erzählung – in beiden geht es um das Sichtbarmachen einer verborgenen Herrlichkeit. Der genaue Kafka-Text wird in diesem Abschnitt nicht namentlich genannt.
Komm, o Tod, du Schlafes Bruder
Johann Sebastian Bach
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:42:04 „Ja, es gibt vor allem eine … Komm, oh tote Schlafesbruder. Das ist Bach. Das ist Bach, genau. Bachchoral.“
Als Johanna Haberer den Film "Schlafesbruder" erwähnt, ergänzt Sabine Rückert sofort die musikalische Quelle: den Bach-Choral "Komm, o Tod, du Schlafes Bruder", der das gleiche Motiv der Verwandtschaft von Schlaf und Tod aufgreift und dem Roman wie Film den Titel gab.