Der schlagfertige Blinde
Sabine Rückert, Johanna Haberer, Erzähler
Die Heilung eines Blindgeborenen aus dem Johannesevangelium wirft eine provokante Frage auf: Ist Behinderung eine Strafe für Sünde? Die Jünger wollen wissen, wer schuld ist — der Blinde selbst oder seine Eltern. Jesus weist den Zusammenhang von Schuld und Leid zurück, und der Geheilte entpuppt sich als ungewöhnlich schlagfertiger Gesprächspartner, der seinen Kritikern Paroli bietet.
„Wie soll er denn gesündigt haben, wenn er blind geboren worden ist? Wann soll er denn die Sünde begangen haben, für die er da gestraft wird?“
Erwähnte Medien (8)
Johannesevangelium (Kapitel 9)
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:02:18 „Das ist eben auch beim Johannes. Und der Johannes, der lebt ja davon, dass er immer diese Debatten, diese Lehrgespräche hat.“
Das Johannesevangelium, Kapitel 9 (Heilung des Blindgeborenen), wird als Haupttext der Episode ausführlich besprochen und vorgelesen
Messiah
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:21:14 „wir haben ja in der letzten Folge über den Betrug geredet und über Jesus, der so eine Zwischenform ist in diesem Film. Messiah. Dass man nie genau weiß, ist er ein Betrüger oder ist er der Heiland?“
Die Netflix-Serie wird als Vergleich herangezogen, in der ebenfalls unklar bleibt, ob die Hauptfigur ein Betrüger oder tatsächlich der Messias ist
Das Tagebuch der Menschheit – Was die Bibel über unsere Evolution verrät
Kai Michel, Carel van Schaik
🗣 Sabine Rückert zitiert daraus bei ⏱ 00:25:50 „Ich habe einmal dabei von unseren Freunden Karel van Schaik und Kai Michel. Die haben sich natürlich auch dieser jesuanischen Figur in mehreren Kapiteln gewidmet und es gibt da eine ganz interessante Beobachtung, die wollte ich dir mitteilen.“
Es wird eine längere Passage aus dem Buch vorgelesen, in der die Autoren die These aufstellen, dass in den Evangelien zwei verschiedene Jesus-Figuren zu finden sind – ein apokalyptischer und ein intuitiver Jesus
Das späte Leben
Bernhard Schlink
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:31:52 „Ich habe kürzlich auf Reisen eine CD angehört, die eine Geschichte, einen Roman gespeichert hatte. Den habe ich mir mit meinem Mann zusammen auf einer Reise angehört von Bernhard Schlink. Der Roman heißt »Das späte Leben« und daraufhin habe ich mir das Buch auch noch gekauft.“
Sabine Rückert empfiehlt den Roman von Bernhard Schlink, in dem ein todkranker älterer Mann seinem kleinen Sohn einen Brief hinterlässt. Sie liest eine lange Passage vor, in der der Protagonist über sein Verhältnis zu Gott reflektiert – passend zum Thema der Episode über biblische Geschichten und Glauben. Besonders bewegt sie die Passage über die Ungerechtigkeit göttlicher Liebe.
h-Moll-Messe
Johann Sebastian Bach
🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:36:27 „Eine gotische Kathedrale berührt mich tiefer als ein buddhistischer Tempel und die Hamol-Messe tiefer als ein Shia-Konzert.“
In der vorgelesenen Passage aus Schlinks Roman vergleicht der Protagonist die h-Moll-Messe (im Transkript als 'Hamol-Messe' verschriftet) mit einem Shia-Konzert und drückt damit aus, dass er die Ästhetik der christlichen Tradition, in die er hineingeboren wurde, tiefer empfindet als andere religiöse Ausdrucksformen.
Weihnachtsoratorium
Johann Sebastian Bach
🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:36:37 „Ich würde gerne mit dir vor Weihnachten ins Weihnachtsoratorium und vor Ostern in die Johannispassion gehen.“
Im Rahmen der vorgelesenen Passage aus Bernhard Schlinks Roman äußert der sterbende Protagonist den Wunsch, mit seinem Sohn das Weihnachtsoratorium zu besuchen. Das Werk wird als Beispiel für die Schönheit und Poesie der christlichen Religion genannt, die der Protagonist trotz seiner Gotteszweifel schätzt.
Johannespassion
Johann Sebastian Bach
🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:36:37 „Ich würde gerne mit dir vor Weihnachten ins Weihnachtsoratorium und vor Ostern in die Johannispassion gehen.“
Ebenfalls aus der vorgelesenen Romanpassage: Der sterbende Vater wünscht sich, mit seinem Sohn vor Ostern die Johannespassion zu besuchen. Zusammen mit dem Weihnachtsoratorium steht das Werk für die kulturelle Kraft der christlichen Tradition, die der Protagonist als Schönheit empfindet, auch ohne an Gott zu glauben.
Die Vision des Papstes
Edmund Schlink
🗣 Johanna Haberer empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:38:58 „Sein Vater hat einen hinreißenden, für mich tränenrührenden Roman über die Vision des Papstes geschrieben. Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Der war Beobachter beim Zweiten Vatikanischen Konzil, wo die katholische Kirche plötzlich so einen Aufbruch gemacht hat.“
Johanna Haberer erwähnt den Roman von Bernhard Schlinks Vater Edmund Schlink, einem Heidelberger Theologen. Der Roman handelt von einem Papst, der in einem Fiebertraum den zerfetzten Christus am Kreuz sieht und daraufhin verkleidet verschiedene Konfessionen besucht, um die Einheit der Christen voranzutreiben. Haberer verbindet das Buch emotional mit der ökumenischen Hoffnung nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil.