Unter Pfarrerstöchtern – Wer kann übers Wasser gehen
#131

Wer kann übers Wasser gehen

Unter Pfarrerstöchtern / 23. August 2024 / 5 Medien

Sabine Rückert, Johanna Haberer, Erzähler

Der See Genezareth steht im Mittelpunkt: 21 Kilometer lang, 212 Meter tief und berüchtigt für plötzliche Sturmwirbel, die entstehen, wenn kalte Luft von den Golanhöhen auf das 32 Grad warme Wasser trifft. Beide erinnern sich an ihren eigenen Besuch am See — und an den Kulturschock, dort Motorboote und quietschgrüne Tretboote statt biblischer Junken vorzufinden.

„Da habe ich mir gedacht, also ungeheuerlich, die fahren da mit dem Motorboot über den See Genezareth. Wo sind wir denn? Das ist ja wie wenn man Rollstuhl läuft in der Kirche.“
🗣 Sabine Rückert

Erwähnte Medien (5)

Der Reiter über den Bodensee
Buch

Der Reiter über den Bodensee

Gustav Schwab

🗣 Sabine Rückert zitiert daraus bei ⏱ 00:20:07 „Und der Gustav Schwab hat ein Gedicht geschrieben über den Reiter, über den Bodensee“

Das Gedicht wird vollständig vorgelesen und als Parallele zur biblischen Geschichte interpretiert – es geht um die Angst, die erst entsteht, wenn man die überstandene Gefahr begreift

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📖
Buch

Der Reiter und der Bodensee

Gustav Schwab

🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:20:41 „Und der Gustav Schwab hat ein Gedicht geschrieben über den Reiter, über den Bodensee. Und das geht so, es hat mich tief beeindruckt und ich finde, das hat denselben… Nee, reden wir gleich drüber. Ich lese es erst mal vor.“

Sabine Rückert trägt Gustav Schwabs Ballade vollständig vor, um eine Parallele zur biblischen Petrus-Geschichte zu ziehen: Ein Reiter überquert unwissentlich den zugefrorenen Bodensee – als er am Zielufer erfährt, welche Gefahr er überstanden hat, stirbt er vor Schreck. Die Pointe verbindet beide Geschichten: Wer in Gefahr nicht nach unten schaut und nicht nachdenkt, überlebt – wer zu zweifeln beginnt, geht unter. Das Gedicht wird zum Schlüssel für die psychotherapeutische Deutung der Bibelstelle.

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Being There
Film

Being There

Hal Ashby

🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:32:34 „Das andere, woran es mich erinnert hat, ist Welcome, Mr. Chance. Da geht es um einen Mann, der sein Leben lang einem uralten Opa gedient hat als Gärtner. Und hat da die Pflanzen zusammengeschnitten bei dem im Garten und so. Und kam aber aus diesem Haus niemals raus.“

Sabine Rückert empfiehlt den Film als erste von zwei Medienempfehlungen zur biblischen Geschichte des Wasserwandelns. Sie beschreibt ausführlich die Handlung: Ein Gärtner, der die Welt nur durch Fernsehen kennt, wird durch seine botanischen Plattitüden für einen Weisen gehalten — bis hin zum Präsidenten. Die Schlussszene, in der er über einen See geht, verbindet den Film direkt mit der besprochenen Bibelstelle. Sie empfiehlt ihn zum Streaming bei Amazon.

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Messiah
Serie

Messiah

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:35:58 „Das andere, woran es mich erinnert hat, ist die Geschichte, das müssen wir uns nochmal zusammen angucken, das heißt Messiah, kennst du den? Diese Serie auf Netflix. Also eine tolle Serie, eine unglaublich, leider nur eine Staffel, weil sich die ganzen Heiligen in Amerika, die ganzen Frommen haben sich dagegen aufgeregt, weil das eine unglaublich tolle Serie ist.“

Sabine Rückert empfiehlt diese Netflix-Serie als zweite Medienempfehlung im Kontext der Wundergeschichten Jesu. Sie beschreibt die Serie sehr ausführlich: Ein mysteriöser junger Mann taucht in Damaskus auf, wird als Messias verehrt, wandert durch verschiedene Länder und Religionen und changiert ständig zwischen Hochstapler und Sohn Gottes. Rückert lobt die Serie als 'richtig schlaues Ding' und bedauert, dass nach einer Staffel (2020) nicht weitergedreht wurde — teils wegen Corona, teils wegen Verboten in muslimischen Ländern.

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Rezension zu Messiah
Artikel

Rezension zu Messiah

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:44:01 „Aber jetzt wollte ich noch sagen, was die jüdische Allgemeine, da habe ich natürlich mit besonderer Freude gelesen, was die dazu sagen. Ich dachte, die verdammen das. Also zu Messias. Zu dem Film, ja, zu der Serie Messias. Und da habe ich gedacht, die verdammen das bestimmt. Aber das Gegenteil ist der Fall. Die finden es auch toll.“

Sabine Rückert zitiert eine Rezension der Jüdischen Allgemeinen zur Netflix-Serie Messiah. Sie hatte erwartet, dass die Zeitung die Serie verurteilen würde, war aber positiv überrascht. Sie zitiert den Schluss des Artikels wörtlich, in dem die Frage nach der Reaktion der Welt auf eine religiöse Instanz als 'faszinierend' beschrieben wird.

Zum Artikel bei Juedische-allgemeine.de