Was ist ein gerechter Mensch
Sabine Rückert, Johanna Haberer, Erzähler
Nach der Osterpause kehren die Schwestern zur Bergpredigt zurück und nehmen sich Jesu provokanten Satz vor: Eure Gerechtigkeit muss größer sein als die der Pharisäer. Dabei räumen sie mit dem christlichen Klischee der heuchlerischen Pharisäer auf — historisch waren sie ehrwürdige Gelehrte, die das Judentum durch das babylonische Exil trugen und jüdische Identität durch Beschneidung, Sabbat und Speisegebote bewahrten.
„Pharisäer sind eigentlich ehrwürdige Leute gewesen. Die Pharisäer haben eigentlich, lass es mich so sagen, das Judentum über das Exil gebracht.“
Erwähnte Medien (9)
Die Bergpredigt Jesu
Leonhard Ragaz
🗣 Johanna Haberer empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:06:29 „Mein Lieblingsautor über die Bergpredigt, der schreibt zu dieser Frage. Wer ist denn der Lieblingsautor? Ja, das ist der Herr Ragatz. Herr Ragatz hat über die Bergpredigt ein Buch geschrieben, 1945.“
Johanna nennt Ragaz ihren Lieblingsautor zur Bergpredigt und zitiert seine These, die Bergpredigt sei ein politisches Programm, das aus den Trümmern von 1945 herausführen könne
Die Bergpredigt
Leonhard Ragaz
🗣 Johanna Haberer empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:07:14 „Herr Ragatz hat über die Bergpredigt ein Buch geschrieben, 1945. Ein Theologe aus der Schweiz. Die Welt lag in Trümmern. Und er hat gesagt, die Bergpredigt ist die einzige Vision, die uns aus diesem Dreck und aus diesen Trümmern herausholt. Er ist ein religiöser Sozialist und er hat gesagt, die Bergpredigt ist ein politisches Programm, darunter kann man es nicht machen.“
Johanna Haberer stellt ihr Lieblingsbuch zur Bergpredigt vor: Leonhard Ragaz' Werk von 1945. Sie hebt hervor, dass Ragaz als religiöser Sozialist die Bergpredigt als politisches Programm verstand – als einzige Vision, die aus den Trümmern des Zweiten Weltkriegs herausführen könne. Das Buch ist in dialogischer Form geschrieben, als Frage und Antwort.
Die 36 Gerechten – Religiöse Begriffe aus der Welt des Judentums
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:09:57 „Und ich habe mal in der jüdischen Allgemeinen nachgeguckt und dort gibt es einen wunderbaren Artikel über die 36 Gerechten, religiöse Begriffe aus der Welt des Judentums. Eine jüdische Legende sagt, das Schicksal der Welt ruhe auf 36 Gerechten, hebräisch Lamed, Vav, Satikim.“
Sabine Rückert zitiert ausführlich aus einem Artikel der Jüdischen Allgemeinen über die 36 verborgenen Gerechten (Lamed Wavniks), um das biblische Konzept der Gerechtigkeit aus der Bergpredigt mit jüdischer Tradition zu verknüpfen. Sie findet die Idee, dass die Welt auf wenigen unbekannten Gerechten ruht, faszinierend.
Die Unsichtbaren
Matthias Freyer
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:28:43 „Ich war kürzlich in einem Film, in einem Dokumentarfilm von einem Herrn, der heißt Matthias Freyer und der hat einen Film, einen Dokumentarfilm gedreht, der heißt Die Unsichtbaren. Und da war ich vorgestern drin abends, der hat mich eingeladen, weil ich selbst in diesem Film nur einen Satz oder zwei sage, ganz klein.“
Sabine Rückert erzählt von einem Dokumentarfilm, in dem sie selbst kurz vorkommt. Der Film handelt von der Kriminalbeamtin Marianne Azaroth-Freier, die im Alleingang einem Serienmörder auf die Spur kam – gegen den Widerstand der männlich dominierten Hamburger Polizei. Rückert nutzt die Geschichte als Beispiel für eine 'Gerechte' im Sinne der Bergpredigt.
Das Tagebuch der Menschheit – Was die Bibel über unsere Evolution verrät
Kai Michel, Carel van Schaik
🗣 Sabine Rückert zitiert daraus bei ⏱ 00:32:55 „Aus dem Tagebuch der Menschheit habe ich nämlich was gefunden, und zwar über die drei Naturen des Menschen. Die gehen davon aus, unsere Freunde hier, Karel Fanschalk und Kai Michel“
Sabine zitiert aus dem Buch die Theorie der drei Naturen des Menschen und argumentiert, dass Gerechtigkeit zur ersten, angeborenen Natur gehöre
Confessiones (Bekenntnisse)
Augustinus von Hippo
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:34:55 „Ich meine, der Augustinus hat ja das Böse am Menschen zu erblicken geglaubt, als er Zwillinge beobachtete, wie der eine Zwilling an der Brust der Mutter hing und der andere zuschauen musste. Und dieser böse Blick, den dieses Baby hatte, da sagt er, das muss irgend so was Böses an Eifersucht und Neid, das muss in uns wohnen.“
Johanna Haberer greift Augustinus' berühmte Beobachtung aus den Bekenntnissen auf, in der er die Erbsünde an der Eifersucht eines Säuglings festmacht. Sie nutzt die Stelle als Gegenfolie zur These der 'ersten Natur' aus dem Tagebuch der Menschheit: Was Augustinus als Beweis für das Böse im Menschen deutet, lässt sich auch positiv als angeborener Gerechtigkeitssinn lesen.
Bergpredigt (Matthäus-Evangelium, Kapitel 5–7)
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:37:25 „Fahren wir fort mit unserem Matthäus, da geht es nämlich noch weiter. Und das hören wir uns jetzt an, wie er fortfährt.“
Die Bergpredigt aus dem Matthäus-Evangelium ist der fortlaufende Gegenstand dieser Podcast-Reihe. In diesem Abschnitt werden die Antithesen behandelt – die Verschärfung der Gebote durch Jesus ('Ihr habt gehört… ich aber sage euch'). Beide Sprecherinnen lesen Passagen vor und diskutieren ihre Aktualität für Alltagskonflikte und die Justiz.
Mensch
Herbert Grönemeyer · 2002
🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:44:53 „Es könnte alles so einfach sein, ist es aber nicht. Da gibt es ein wunderbares Lied von Grönemeyer.“
Nach einer längeren Passage über Nachbarschaftsstreitigkeiten und die Frage, wie viel einfacher das Zusammenleben wäre, wenn sich Menschen außergerichtlich einigen würden, zitiert Sabine Rückert beiläufig die Grönemeyer-Zeile als pointierte Zusammenfassung der menschlichen Schwäche.
The Curse (Der Fluch)
Nathan Fielder
🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:45:19 „Die Serie heißt Der Fluch, The Curse und spielt in Amerika, ist von einem Juden erfunden, der heißt Nathan Fiedler, der spielt auch die Hauptrolle, als Vollidiot, also ein fürchterlicher Typ. Seine Frau wird dargestellt von Emma Stone.“
Sabine Rückert empfiehlt die Serie als bildliche Umsetzung der Bergpredigt-Themen Scheinheiligkeit und äußerliche Frömmigkeit. Sie schildert die komplette Handlung: Ein Paar will vor laufender Kamera Gutes tun, ist aber in Wahrheit auf den eigenen Vorteil aus – bis ein Fluch den Mann buchstäblich von der Erde katapultiert. Sabine deutet das Finale als moderne Variante von 'Gewogen und zu leicht befunden'.