Unter Pfarrerstöchtern – Was ist ein Menschenfischer
#117

Was ist ein Menschenfischer

Unter Pfarrerstöchtern / 23. Februar 2024 / 12 Medien

Sabine Rückert, Johanna Haberer, Erzähler

Die Episode widmet sich der Berufung der ersten Jünger Jesu — jener rätselhaften Szene, in der einfache Fischer alles stehen und liegen lassen, um einem Fremden zu folgen. Dabei klären die beiden den Unterschied zwischen Jüngern (Schülern) und Aposteln (Gesandten) und stellen fest, dass Jesus wohl weit mehr als zwölf Anhänger hatte, darunter auch Frauen und ganze Familien. Besonders verblüfft die Frage, wie jemand ohne Koffer, ohne Plan, einfach ins Nichts mitlaufen kann — nur weil einer sagt: Komm mit.

„Hier kommt einer vorbei und sagt, Johanna, komm mal mit, dann würdest du hier das Haus aufgeben, den Podcast liegen lassen und dann ins Nichts laufen, ohne Koffer, ohne Essen, von der Hand in den Mund lebend.“
🗣 Sabine Rückert

Erwähnte Medien (12)

Evangelium nach Markus
Buch

Evangelium nach Markus

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:02:12 „Wir beginnen wie immer mit unserem ersten Evangelisten, dem dürsten und ältesten Evangelisten. Du meinst das schlankste Evangelisten? Der schlankste? Ja, genau. In diesem Fall kann man fast sagen, die Taufe kam ja auch mit zehn Zeilen aus.“

Sabine Rückert leitet die Besprechung der Jüngerberufung mit dem Markus-Evangelium ein, das sie als das älteste und knappste der Evangelien charakterisiert. Die Berufungsgeschichte bei Markus wird als voraussetzungslos beschrieben – Jesus kommt vorbei und die Fischer folgen ihm ohne Begründung.

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The Chosen
Serie

The Chosen

Dallas Jenkins

🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:07:19 „Es gibt eine ganz schöne Serie, die hast du mir, glaube ich, geschenkt. The Chosen, über die Jesusgeschichte seriell erzählt. Sehr schön. Und da werden allerdings Vorgeschichten und Nebengeschichten entworfen, in was für Situationen die waren.“

Im Gespräch über die Berufung der Jünger und die Frage, warum diese einfach alles stehen und liegen ließen, verweist Johanna Haberer auf die Serie 'The Chosen'. Die Serie liefere erzählerische Hintergrundgeschichten zu den biblischen Figuren – etwa dass Petrus ständig Schulden hatte – und mache so nachvollziehbar, warum die Jünger Jesus folgten.

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Evangelium nach Matthäus
Buch

Evangelium nach Matthäus

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:09:59 „Wir kommen jetzt zu Matthäus, da wird die gleiche Geschichte beschrieben. Und auch hier geht es los, als Jesus hörte, dass man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, zog er nach Galiläa zurück.“

Sabine Rückert liest ausführlich aus dem Matthäus-Evangelium vor und bespricht mit Johanna Haberer die Berufung der Jünger, die Jesaja-Zitate und die Rolle Galiläas als ‚Heidenland'. Es ist neben Markus das zweite Evangelium, das in dieser Folge Vers für Vers behandelt wird.

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Alles hat seine Zeit
Buch

Alles hat seine Zeit

Karl Ove Knausgård

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:19:50 „Ich habe zu diesem Gedanken, was ist das System Mensch und wie verletzlich und angreifbar ist das System Mensch, habe ich einen kleinen Auszug von Karl-Obe Knausgart, Alles hat seine Zeit. Schon wieder Knausgart. Ja, ich liebe Knausgart. Und ich muss wirklich sagen, der passt ja zu unserem Podcast ganz wunderbar, weil er sich einfach immer für Religion interessiert und für das Dahinter.“

Sabine Rückert liest eine lange Passage aus Knausgårds Roman vor, die das menschliche Körpersystem als etwas Unkontrollierbares beschreibt – Blut, Herz, Lunge als autonome Systeme. Sie nutzt das Zitat, um den Gedanken zu illustrieren, wie verletzlich der Mensch ist und wie wenig Kontrolle er über sich selbst hat, was direkt an die Heilungsgeschichten im Matthäus-Evangelium anknüpft. Johanna Haberer greift den theologischen Punkt auf: Wir gehören uns nicht selbst.

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Evangelium nach Lukas
Buch

Evangelium nach Lukas

Lukas (zugeschrieben)

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:23:53 „Das ist unser Freund Lukas, der große Dichter. Und bei Lukas nimmt die ganze Sache einen ganz anderen Verlauf. Da ist es also nicht so, dass Jesus da auf einer Wolke durch Galiläa schwebt und die Leute schließen sich ihm blind an, sondern da kriegt er richtig Ärger.“

Das Lukas-Evangelium wird als dritte Quelle herangezogen. Besprochen werden die Szene in der Synagoge von Nazareth, der wundersame Fischzug, die Berufung des Zöllners Levi und die Wahl der Zwölf Apostel. Sabine Rückert betont den erzählerischen Reichtum des Lukas.

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Buch Jesaja
Buch

Buch Jesaja

Jesaja

🗣 Sabine Rückert zitiert daraus bei ⏱ 00:30:04 „Der Geist des Herrn ruht auf mir, denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe, damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht, damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.“

Im Lukas-Evangelium liest Jesus in der Synagoge von Nazareth aus dem Propheten Jesaja vor und beansprucht, die darin angekündigte Figur zu sein. Johanna Haberer ordnet die Stelle als Jesaja 9 ein, einen der großen Weihnachtstexte. Das Jesaja-Zitat wird im Gespräch mehrfach als Schlüsseltext für das Selbstverständnis Jesu herangezogen.

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Evangelium nach Johannes
Buch

Evangelium nach Johannes

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:43:21 „Und Johannes erzählt die Geschichte auch wieder anders. Da ist jetzt von Fischern nichts mehr die Rede. Am Tag darauf stand Johannes wieder dort, also beim Taufen, und zwei seiner Jünger standen bei ihm.“

Als viertes Evangelium wird Johannes besprochen. Hier werden die Jünger nicht als Fischer berufen, sondern als Sinnsucher, die dem Täufer folgen und dann zu Jesus wechseln. Die Nathanael-Episode mit der ironischen Bemerkung ‚ein echter Israelit ohne Falschheit' wird ausführlich diskutiert.

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Oppenheimer
Film

Oppenheimer

Christopher Nolan

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:46:23 „haben Sie den Film Oppenheimer gesehen? Witten sagt, ja, er hat mich nicht beeindruckt. Es wäre doch viel interessanter gewesen, wenn der Film sich auf die Frage nach der Verantwortung der Wissenschaftler, die die Atombombe gebaut haben, konzentriert hätte.“

Sabine Rückert liest aus einem ZEIT-Interview mit Physiker Ed Witten vor, der den Film als inhaltlich unzureichend kritisiert

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Der Spiegel – Porträt Ed Witten (1999)
Artikel

Der Spiegel – Porträt Ed Witten (1999)

🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:46:23 „Der Spiegel stellte 1999 fest, er redet, als wollte er keine Sekunde seines Lebens an Unwesentliches verschwenden.“

Kurzes Zitat aus einem Spiegel-Artikel von 1999 über Ed Witten, eingebettet in die Vorstellung des Physikers im ZEIT-Interview

Zum Artikel bei Spiegel
1. Buch Mose (Genesis)
Buch

1. Buch Mose (Genesis)

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:49:04 „Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über den Menschensohn. Das ist doch die Geschichte des Traums von Jakob, nachdem er alle beschissen hat und flüchten muss, weil alle hinter ihm her sind.“

Sabine Rückert erkennt in Jesu Worten an Nathanael eine Anspielung auf Jakobs Traum von der Himmelsleiter aus Genesis 28. Sie deutet die Bemerkung ‚ein echter Israelit ohne Falschheit' als ironischen Verweis auf Jakob, den großen Betrüger, der später in Israel umbenannt wird.

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Profil über Ed Witten
Artikel

Profil über Ed Witten

🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:52:09 „Der Spiegel stellte 1999 fest, er redet, als wollte er keine Sekunde seines Lebens an Unwesentliches verschwenden.“

Im Vorspann zum Witten-Interview wird ein Spiegel-Artikel von 1999 zitiert, der Wittens extrem knappe und fokussierte Gesprächsweise beschreibt. Die Erwähnung dient dazu, Wittens Ruf als schwieriger Interviewpartner zu illustrieren.

Zum Artikel bei Spiegel
Spiegel-Porträt über Ed Witten
Artikel

Spiegel-Porträt über Ed Witten

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:52:09 „Der Spiegel stellte 1999 fest, er redet, als wollte er keine Sekunde seines Lebens an Unwesentliches verschwenden.“

Neben dem ausführlich vorgelesenen ZEIT-Interview wird ein Spiegel-Artikel von 1999 über Ed Witten kurz zitiert, um dessen knappe, weltfremde Gesprächsart zu illustrieren. Das Zitat dient als Ergänzung zum Bild des ‚Marsianers'.

Zum Artikel bei Spiegel