Ein Schweifkomet erscheint
Sabine Rückert, Johanna Haberer, Erzähler
Die Episode taucht in die Geschichte der Heiligen Drei Könige ein — oder besser: der Magoi, der Sterndeuter aus dem Osten, die laut Matthäusevangelium einem Stern folgend nach Jerusalem kamen. Dabei entfaltet sich das politische Chaos jener Zeit: Rom zerrissen von rivalisierenden Triumviraten, in Israel der Marionettenkönig Herodes der Große, und mittendrin die Geburt eines Kindes in Bethlehem, das schlicht und ohne Krippe, Stall oder Ochse zur Welt kommt.
„Die weisen Leute, die klugen Leute, die beherrschten die Sprache des Himmels. Man hat Zeichen gedeutet, die im Himmel da vor sich gingen.“
Erwähnte Medien (13)
Buch Micha
Micha (Prophet)
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:06:27 „Es ist der Prophet Micha, wo der Lobpreis auf die Stadt Bethlehem gesungen wird.“
Johanna Haberer identifiziert die alttestamentliche Prophezeiung, dass aus Bethlehem ein Fürst hervorgehen werde, als Stelle aus dem Buch des Propheten Micha. Diese Prophezeiung wird im Matthäusevangelium zitiert, um Jesu Geburt in Bethlehem zu legitimieren.
Das Buch Ruth
Jürgen Ebach
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:06:44 „Und du erinnerst dich an Bethlehem im Buch Ruth. Bethlehem heißt das Haus des Brotes. Und da geht Ruth mit ihrer Schwiegermutter kehrt nach Bethlehem zurück.“
Das Buch Ruth wird als alttestamentlicher Bezug herangezogen, um die Bedeutung Bethlehems in der biblischen Überlieferung zu erklären.
Der Wolf und die sieben Geißlein
Brüder Grimm
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:08:24 „Das ist so wie der Wolf und den sieben Geißlein, leg doch mal deine Pfote ans Fenster. Ich bin eure liebe Mutter, sagt der Wolf, lasst mich herein.“
Das Grimm-Märchen wird als Vergleich herangezogen, um die List des Herodes zu illustrieren, der vorgibt, dem Jesuskind huldigen zu wollen.
Artikel über schmerzlindernde Wirkung von Myrrhe
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:11:15 „Ich habe in einem Artikel kürzlich gelesen, dass Pharmakologen haben die Mürre untersucht und haben festgestellt, dass die Mürre stark schmerzlindernd ist.“
Sabine Rückert erwähnt einen Fachartikel über pharmakologische Studien zur Myrrhe. Pharmakologen haben demnach in Tierversuchen nachgewiesen, dass Myrrhe dank Sesquiterpenen ähnlich wie Morphium schmerzlindernd wirkt, wenn auch in zehnfach höherer Dosierung. Dies ordnet sie in die biblische Symbolik der Geschenke an das Jesuskind ein.
Genesis
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:14:22 „Stimmt, und du redest jetzt nicht von Josef, dem Vater von Jesus, sondern du redest von Josef aus dem Alten Testament. Du hast recht. Da muss man auch mehr dazu sagen. Die Josefs Geschichte ist zu finden ganz am Anfang unseres Podcasts. Im Genesis. In der Genesis.“
Im Gespräch über die Traumdeutung im Matthäusevangelium verweisen die Schwestern auf die Parallele zur Josefsgeschichte im Buch Genesis, wo Träume ebenfalls eine zentrale Rolle spielen. Matthäus greift dieses Motiv der göttlichen Traumstimme bewusst auf.
Buch Hosea
Hosea
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:16:04 „Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen. Steht bei Hosea. Und in meinen Fußnoten steht auch, dass Jesus eben fliehen muss, damit er auch so wie Mose das Land verlassen musste, fluchtartig. Also es ist alles ein Zitat.“
Sabine Rückert verweist auf das Buch Hosea als Quelle für die Prophezeiung, die durch die Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten erfüllt werden soll. Die Matthäus-Erzählung konstruiert Parallelen zu Mose, um Jesus als den erwarteten Messias zu legitimieren.
Buch Jeremia
Jeremia (Prophet)
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:17:58 „Und damals erfüllte sich, was durch den Propheten Jeremia gesagt worden ist, ein Geschrei war in Rama zu hören, lautes Weinen und Klagen. Rahel weinte um ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, denn sie waren dahin.“
Sabine Rückert zitiert den Propheten Jeremia im Zusammenhang mit dem von Herodes angeordneten Kindermord in Bethlehem. Das Matthäusevangelium stellt dieses Ereignis als Erfüllung der alttestamentlichen Prophezeiung dar.
Die Zauberflöte
Wolfgang Amadeus Mozart
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:21:04 „Und da gab es eine Millionenreligion, von der wir eigentlich nur noch aus der Zauberflöte wissen heute. Diese Zoroastrische Religion. Wir kennen das, wie gesagt, aus der Zauberflöte der Zarrastro. In diesen heiligen Hallen kennt man die Sünde nicht.“
Johanna Haberer erwähnt Mozarts Zauberflöte als kulturellen Spiegel der zoroastrischen Religion. Die Figur des Sarastro in der Oper geht auf Zarathustra zurück. Haberer nutzt die Oper als Beispiel dafür, wie die einst große zoroastrische Religion heute nur noch in kulturellen Werken weiterlebt.
Also sprach Zarathustra
Friedrich Nietzsche
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:22:01 „Und von Friedrich Nietzsche kennen wir das auch, also sprach Zaratustra. Auch das ist eine Erinnerung an diese Religion der Millionen Angehörten, die heute nur noch vielleicht 120.000 Anhänger hat.“
Johanna Haberer nennt Nietzsches Werk als zweites prominentes Beispiel neben der Zauberflöte, in dem die zoroastrische Religion kulturell weiterlebt. Im Kontext der Diskussion über die Herkunft der Weisen aus dem Morgenland verweist sie darauf, dass diese möglicherweise Vertreter der zoroastrischen Priesterkaste waren.
Die Legende vom vierten König
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:26:46 „die Legende vom vierten König. Die Legende sagt, es waren nicht drei Könige, die zum Jesuskind kamen, es waren vier. ... Also ich kenne Sie nur in der Aufzeichnung von Edzard Scharper, ein deutscher Schriftsteller.“
Die Legende wird ausführlich nacherzählt – ein vierter König bricht aus Russland auf, verpasst die anderen drei Könige und gibt auf dem Weg alles Hab und Gut an Bedürftige.
Quo Vadis
🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:26:46 „Das ist ein bisschen wie bei Quo Vadis, bei diesem alten Film Hollywood Schinken, wo der auch rudern muss.“
Der Film wird als Vergleich herangezogen, um die Galeerenszene in der Legende vom vierten König zu veranschaulichen.
Die Legende vom vierten König
🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:29:25 „Ich wollte dir eine Geschichte erzählen, eine berühmte Legende, die du natürlich auch schon kennst, aber vielleicht unsere Hörerinnen und Hörer nicht. Und zwar die Legende vom vierten König. Die Legende sagt, es waren nicht drei Könige, die zum Jesuskind kamen, es waren vier.“
Am Ende der Folge kündigt Sabine Rückert eine russische Legende an, in der ein vierter König aus Russland aufbricht, um das Jesuskind zu besuchen — mit Geschenken wie Linnen, Pelzen, Goldkörnern und Honig. Es handelt sich um eine bekannte Weihnachtslegende, die offenbar im zweiten Teil der Folge ausführlich erzählt wird.
Der vierte König
Edzard Schaper
🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:30:06 „Also ich kenne Sie nur in der Aufzeichnung von Edzard Scharper, ein deutscher Schriftsteller. Ich habe gehört, der hat Sie auch erfunden, oder? Also meine Information ist, dass er sie nur aufgeschrieben hat.“
Sabine Rückert erzählt ausführlich die Legende vom vierten König nach dem Büchlein von Edzard Schaper. Die Geschichte handelt von einem kleinen russischen König, der dem Stern folgt, aber unterwegs all seinen Besitz an Bedürftige verschenkt und erst nach über 30 Jahren bei der Kreuzigung Jesu ankommt. Rückert liest mehrfach wörtlich aus dem Buch vor und bezeichnet die Geschichte als berühmt, wenn auch "sehr schmalzig zu lesen".