Die verschleppten Juden kehren heim nach Israel
Sabine Rückert & Johanna Haberer
In dieser Folge beginnt die Reise zurück aus dem Exil: Nach den Geschichten von Daniel, Tobit und Esther wenden sich die Schwestern nun den Büchern Nehemia und Esra zu, die von der Rückkehr der Israeliten nach Israel erzählen. Mit einem augenzwinkernden Star-Wars-Vergleich erklären sie, warum sie die Bibel nicht nach Seitenzahlen, sondern nach erzählter Chronologie lesen — und warum Nehemia vor Esra kommt, obwohl die Bibel es andersherum anordnet.
„Es ist ein bisschen wie bei Star Wars. Also es gab einen Star Wars Film und dann gab es noch einen und dann gab es noch einen, die aufeinander aufgebaut haben. Dann kam aber der nächste Regisseur und sagte, ach, wie hat eigentlich alles angefangen?“
Erwähnte Medien (8)
Buch Daniel
unbekannt (traditionell Daniel zugeschrieben)
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:00:39 „Und wir haben jetzt das Buch Daniel hinter uns gelassen, die Visionen, die Propheten. Wir haben alles durchgenommen, was durchzunehmen ist und wenden uns jetzt jenen Geschichten zu, die von der Rückkehr der Israeliten nach Israel handeln.“
Sabine Rückert leitet die neue Folge ein und verweist auf das Buch Daniel als das zuletzt besprochene biblische Buch, von dem sie sich nun abwenden, um die Rückkehrergeschichten zu behandeln.
Buch Tobit
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:00:50 „Rein literarisch gesehen haben wir sehr viele junge Bücher besprochen, also Tobit und Esther. Und Daniel, das sind lauter Exilbücher. Die aber erst viel später geschrieben wurden.“
Johanna Haberer ordnet die zuletzt besprochenen biblischen Bücher literaturgeschichtlich ein und nennt Tobit als eines der jüngeren Exilbücher, die nach dem Exil entstanden sind.
Buch Esther
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:00:50 „Rein literarisch gesehen haben wir sehr viele junge Bücher besprochen, also Tobit und Esther. Und Daniel, das sind lauter Exilbücher. Die aber erst viel später geschrieben wurden.“
Johanna Haberer nennt das Buch Esther zusammen mit Tobit und Daniel als kürzlich besprochene Exilbücher, die chronologisch nach dem Babylonischen Exil verfasst wurden.
Star Wars
George Lucas
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:01:42 „Ich muss vielleicht noch sagen, es ist ein bisschen wie bei Star Wars. Also es gab einen Star Wars Film und dann gab es noch einen und dann gab es noch einen, die aufeinander aufgebaut haben. Dann kam aber der nächste Regisseur und sagte, ach, wie hat eigentlich alles angefangen? Wir gehen jetzt mal zurück in der Star Wars-Oktologie und fangen ganz vorne an.“
Sabine Rückert nutzt die Star-Wars-Filmreihe als Analogie, um den Hörerinnen und Hörern zu erklären, wie die Erzählstruktur der Bibel funktioniert: Ähnlich wie bei Star Wars, wo später Prequels zur Vorgeschichte gedreht wurden, haben auch die biblischen Autoren ihre Entstehungsgeschichten rückblickend verfasst, obwohl sie chronologisch früher spielen.
Buch Jesaja
Jesaja
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:02:29 „Wir haben im Buch Daniel gewildert, wir waren im Jesaja, wir springen jetzt in der Bibel hin und her, weil wir uns nicht mehr an die Kleiderordnung der Bibel und die Seitenzahlen der Bibel halten, sondern nur noch der Geschichte und ihrer Chronologie folgen.“
Sabine Rückert erklärt den erzählerischen Ansatz des Podcasts und erwähnt das Buch Jesaja als eines der biblischen Bücher, in denen sie bereits thematisch unterwegs waren.
Buch Nehemia
🗣 Johanna Haberer empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:31:01 „Aber nicht, um das nochmal darauf hinzuweisen, in diesem Buch Nehemiah ist vom Tempel nicht die Rede. Es ist vom Kult nicht die Rede.“
Das Buch Nehemia ist das zentrale Thema dieser Episode. Sabine Rückert und Johanna Haberer besprechen den biblischen Text Kapitel für Kapitel: den Mauerbau Jerusalems, die sozialen Konflikte zwischen Arm und Reich, Nehemias diplomatisches Geschick gegenüber seinen Feinden Sanballat und Tobija, sowie seine Reformen zu Sabbatruhe und Mischehen. Haberer betont, dass Nehemia als säkularer Politiker dargestellt wird, nicht als Priester.
Buch Esra
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:36:04 „Nein, das kommt im nächsten Buch Esra. [...] Du hast recht, hier gibt es schon einen Tempel, den baut aber erst der Esra auf. Während in meiner Bibel heißt es, zuerst wurde die Mauer gebaut und dann der Tempel. Also hier passt was nicht.“
Das Buch Esra wird mehrfach als Gegenpart zum Buch Nehemia erwähnt und als Thema der nächsten Folge angekündigt. Haberer erklärt, dass Esra im Unterschied zu Nehemia der priesterliche und kultische Restaurator ist. Rückert weist auf Widersprüche in der Chronologie beider Bücher hin — im Nehemia-Buch wird ein Tempel vorausgesetzt, den erst Esra aufbaut.
Artikel über von Stalin verschleppte Völker im Nordkaukasus
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:45:00 „Aber ich habe hier in der Neuen Züricher Zeitung einen Artikel gefunden von 2014. Da geht es um die von Stalin verschleppten Völker, die dann aus dem Nordkaukasus, die dann wieder zurückkamen.“
Sabine Rückert zieht eine historische Parallele zwischen der Rückkehr der Juden aus dem babylonischen Exil und der Rückkehr deportierter Völker im Nordkaukasus nach Stalins Tod. Der NZZ-Artikel von 2014 beschreibt, wie zwischen 1943 und 1944 rund 700.000 Personen aus Südrussland vertrieben wurden und in den späten 50er Jahren zurückkehren durften — nur um festzustellen, dass ihre Häuser und Felder inzwischen von anderen besetzt waren. Die Parallele verdeutlicht die zeitlosen Konflikte bei Rückkehr aus dem Exil.