Unter Pfarrerstöchtern – Der Prophet Jesaja und die Rollen von Qumran
#091

Der Prophet Jesaja und die Rollen von Qumran

Unter Pfarrerstöchtern / 10. März 2023 / 11 Medien

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Die Folge taucht ein in die Welt des Propheten Jesaja, der um 730 v. Chr. in Jerusalem als eine Art antiker Performancekünstler wirkte — drei Jahre nackt auf der Straße, um die kommende Versklavung zu symbolisieren. Johanna Haberer entschlüsselt seine theologischen Schlüsselideen (der heilige Rest, Zionstheologie, Gottvertrauen, Friedensreich), die bis ins Christentum nachwirken, während Sabine Rückert von ihrer Recherche 1992 am Toten Meer erzählt: wie die Qumran-Rollen jahrzehntelang unter Verschluss gehalten wurden, Wissenschaftler darüber zerbrachen und die Verschwörungstheorie aus dem Bestseller „Verschlusssache Jesus

„Man muss sich diese ursprünglichen Propheten als Performanzkünstler vorstellen — die treten nicht nur auf, indem sie sprechen, sondern die tanzen und die zerschmeißen Töpfe.“
🗣 Johanna Haberer

Erwähnte Medien (11)

Einheitsübersetzung der Bibel
Buch

Einheitsübersetzung der Bibel

Deutsche Bischofskonferenz

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:01:16 „Wir befinden uns jetzt auf der Seite 518 meiner Einheitsübersetzung. Jetzt würde es weitergehen, wenn wir der Bibel folgten, mit den Büchern Esra und Nehemiah.“

Sabine Rückert nennt mehrfach die Einheitsübersetzung als ihre Arbeits-Bibel, aus der sie die besprochenen Textstellen vorliest und deren Fußnoten sie zur historischen Einordnung des Propheten Jesaja heranzieht.

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Unbenanntes wissenschaftliches Buch über Jesaja
Buch

Unbenanntes wissenschaftliches Buch über Jesaja

🗣 Johanna Haberer erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:03:41 „Ich habe sogar in einem wissenschaftlichen Buch in der Vorbereitung auf diese Folge hier, da hat ein Wissenschaftler geschrieben, ich kann Ihnen jetzt die ersten elf Kapitel des Jesaja, wo eigentlich alles drin steht, was er zu sagen hat, nicht im Einzelnen referieren. Am besten lesen Sie es sich mehrfach selbst durch.“

Johanna Haberer erwähnt ein wissenschaftliches Buch, das sie zur Vorbereitung auf die Folge über die Propheten gelesen hat. Sie zitiert daraus eine Passage, in der selbst der Wissenschaftler zugibt, die ersten elf Kapitel des Jesaja nicht im Einzelnen referieren zu können und stattdessen zur Selbstlektüre rät. Titel und Autor werden nicht genannt.

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Neujahrspredigt 2010 ('Nichts ist gut in Afghanistan')
Rede

Neujahrspredigt 2010 ('Nichts ist gut in Afghanistan')

Margot Käßmann

🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:07:06 „Und nichts ist gut, sagt er dagegen. Nichts ist gut in Afghanistan. Ja, so ungefähr. Also eine prophetische Rede, die auch die Schönredner bloßstellt.“

Johanna Haberer vergleicht die Unheilspropheten des Alten Testaments, die gegen die Schönrednerei der Hofpropheten ankämpften, mit modernen Beispielen. Der Satz 'Nichts ist gut in Afghanistan' ist ein Zitat aus der berühmten Neujahrspredigt 2010 von Margot Käßmann, das hier als geflügeltes Wort für unbequeme prophetische Wahrheit verwendet wird.

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Die Grenzen des Wachstums
Studie

Die Grenzen des Wachstums

Club of Rome / Dennis Meadows

🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:31:29 „Ich habe daran an dieses Greta Thunberg Phänomen gedacht. Oder an den, wie hieß der Weltbericht 1973, die… Club of Rome. Ja, Club of Rome Bericht oder so. Also das kann man vielleicht vergleichen mit Propheten, die in ihrer Zeit versucht haben den Untergang zumindest der jetzigen Zivilisation vorherzusagen und mit einem wahnsinnigen Widerstand rechnen müssen.“

Johanna Haberer zieht eine Parallele zwischen dem Propheten Jesaja und modernen Warnern. So wie Jesaja den Untergang Israels vorhersagte und niemand ihm glaubte, hätten auch die Autoren des Club-of-Rome-Berichts den Niedergang der Zivilisation prognostiziert und seien auf massiven Widerstand gestoßen. Die Erwähnung dient als modernes Vergleichsbeispiel für prophetisches Reden gegen verfettete Herzen und verklebte Augen.

🎓 Google Scholar 📄 Original
Großer Gott, wir loben dich (Te Deum)
Musik

Großer Gott, wir loben dich (Te Deum)

Ignaz Franz

🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:32:53 „Das hat sich durchgesetzt bis in das große Gedicht des Tedeum, das wir dann in der katholischen Kirche vor allem immer gesungen wurden mit großer Gott, wir loben dich. Herr, wir preisen deine Stärke. Vor dir neigt die Erde sich und bewundert deine Werke.“

Johanna Haberer erklärt, wie die Vision des Jesaja mit den Seraphim und dem Thronsaal Gottes die christliche Liturgie bis heute prägt. Sie zitiert den Kirchenhymnus als direktes Erbe dieser biblischen Szene, in der die Engel 'heilig, heilig, heilig' rufen.

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Ans Licht der Welt
Artikel

Ans Licht der Welt

Sabine Rückert

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:34:15 „Der Vorspann war damals 2000 Jahre lagen sie in den Höhlen am Toten Meer verborgen. 40 Jahre wurden sie von den Gelehrten unter Verschluss gehalten. Erschüttern die Rollen von Qumran den christlichen Glauben. Die Überschrift war damals ans Licht der Welt. Es war eines meiner ersten Artikel, die ich geschrieben habe für die Zeit.“

Sabine Rückert erzählt von einem ihrer ersten großen Artikel für die ZEIT, den sie 1992 über die Qumran-Rollen geschrieben hat. Der Artikel war für sie ein Karriere-Meilenstein und führte sie nach Jerusalem zum Shrine of the Book.

Zum Artikel bei ZEIT Online
The Sacred Mushroom and the Cross
Buch

The Sacred Mushroom and the Cross

John Allegro

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:51:04 „Oder John Allegro, das war der Atheist, der verfiel auch dem Alkohol und den Drogen. Und verfasste vor seinem Tode wirre Aufsätze, in denen er den Ursprung des Christentums auf Halluzinationen infolge von Pilzvergiftung zurückgeführt hat.“

Im Kontext der Qumran-Forschung erzählt Sabine Rückert vom Schicksal der Wissenschaftler, die an den Schriftrollen arbeiteten. John Allegro war der Atheist in der Forschergruppe im Rockefeller Museum und verfiel dem Alkohol. Seine berüchtigte These über Pilzhalluzinationen als Ursprung des Christentums stammt aus seinem Buch 'The Sacred Mushroom and the Cross' (1970), das hier ohne Titel referiert wird.

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Damaskusschrift (Damascus Document)
Buch

Damaskusschrift (Damascus Document)

Essener von Qumran

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:58:55 „Dann hatten sie die Damaskusschrift voller Prophezeiungen über das Schicksal Israels.“

Im Rahmen der Aufzählung der in den Qumran-Höhlen gefundenen Schriften nennt Sabine Rückert die Damaskusschrift als ein Dokument mit Prophezeiungen über das Schicksal Israels.

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Kriegsrolle (War Scroll, 1QM)
Buch

Kriegsrolle (War Scroll, 1QM)

Essener von Qumran

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:59:04 „Eine Kriegsrolle, in der die Essener die letzte große Schlacht des Lichts gegen die Finsternis heraufbeschwören.“

Sabine Rückert beschreibt die verschiedenen Textgattungen, die in den Qumran-Höhlen gefunden wurden. Die Kriegsrolle ist eines der bedeutendsten nichtbiblischen Dokumente und schildert den eschatologischen Endkampf zwischen den 'Söhnen des Lichts' und den 'Söhnen der Finsternis'.

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Interview mit John Stracknell in Haaretz
Artikel

Interview mit John Stracknell in Haaretz

John Stracknell

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 01:01:50 „Als sie dann an der Entzifferung der Texte mitgemacht haben, da hat er dann in der Tel Aviver Zeitung Haares ein Interview gemacht, das war so voller Unverschämtheiten und Verachtung für das Judentum, dass er aus der Gruppe ausgeschlossen worden ist.“

Sabine Rückert erzählt von der Zerreißprobe zwischen christlichen und jüdischen Wissenschaftlern bei der Entzifferung der Qumran-Rollen. Der Qumran-Forscher John Stracknell gab der israelischen Zeitung Haaretz ein Interview, das so judenfeindlich war, dass er aus der Forschergruppe ausgeschlossen wurde. Das Interview dient als Beleg für die antisemitischen Spannungen innerhalb der Qumran-Forschung.

Zum Artikel bei Google.com
Buch Jesaja
Buch

Buch Jesaja

Jesaja

🗣 Johanna Haberer zitiert daraus bei ⏱ 01:03:51 „Der Jesaja ist natürlich die Autorität in der Voransage des Jesus, zumindest so haben es die Christen dann gelesen, die den Jesus als den Messias identifiziert haben. Die haben die Texte, die der Jesaja geschrieben hat, wo er angekündigt hat, dass ein Friedensreich entsteht und ein Friedenskönig kommt, der Immanuel.“

Johanna Haberer ordnet das Buch Jesaja als zentralen Zeugen für die christliche Deutung Jesu als Messias ein. Sie bezeichnet die Ankündigung des Friedensreichs aus Jesaja 9 als 'poetischen Welttext für alle Kriegssituationen' und bittet, ihn als Abschluss der Folge vorzulesen. Der Sprecher trägt daraufhin Jesaja 9,1–6 vor.

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