Unter Pfarrerstöchtern – Elischa kann die bösen Gedanken der Menschen lesen
#083

Elischa kann die bösen Gedanken der Menschen lesen

Unter Pfarrerstöchtern / 02. Dezember 2022 / 7 Medien

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Die Wundergeschichten des Propheten Elischa gehen weiter: Ein Prophetenschüler verliert beim Bau eines neuen Versammlungshauses am Jordan den geliehenen Axtkopf im Fluss — ein Verlust, der damals so schwer wog wie heute ein verlorener Kran. Elischa bringt das Eisen mit einem Stück Holz zum Schwimmen, doch das eigentliche Thema der Episode ist seine unheimlichste Gabe: Er kann die feindlichen Gedanken der Menschen lesen und durchkreuzt damit die geheimen Kriegspläne des Königs von Aram.

„Wenn du Besitzer einer Axt bist, dann ist es wie heute, wenn du einen Kran besitzt.“
🗣 Johanna Haberer

Erwähnte Medien (7)

2. Buch der Könige (Bibel)
Buch

2. Buch der Könige (Bibel)

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:00:25 „Wir befinden uns mittendrin in der Geschichte des Propheten Elisha oder Elisa, wie er genannt wird, des Nachfolgers von Elia, des Propheten der Propheten. Wir sind in den Legenden und Wundergeschichten, die der Prophet Elisha bewirkt und begeht.“

Das 2. Buch der Könige ist das zentrale Textfundament der gesamten Episode. Sabine Rückert und Johanna Haberer lesen und analysieren fortlaufend die Elisha-Erzählungen: das Axtwunder am Jordan, die Blendung der aramäischen Truppen, die Belagerung Samarias mit Hungersnot und Kannibalismus sowie Elishas Prophezeiung an Hasael in Damaskus. Sie diskutieren dabei die widersprüchliche Quellenlage und die redaktionellen Brüche im Text.

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2. Buch der Könige (Könige 2)
Buch

2. Buch der Könige (Könige 2)

🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:00:46 „Wir befinden uns mittendrin in der Geschichte des Propheten Elisha oder Elisa, wie er genannt wird, des Nachfolgers von Elia, des Propheten der Propheten.“

Das 2. Buch der Könige aus der Bibel ist der Haupttext der Episode. Die Geschichten um den Propheten Elisha (Kapitel 6–8) werden abschnittsweise vorgelesen und theologisch besprochen.

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Die Bremer Stadtmusikanten
Buch

Die Bremer Stadtmusikanten

Brüder Grimm

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:21:04 „Kommt, wir gehen hinüber ins Lager der Aramea. Wenn sie uns dort am Leben lassen, bleiben wir am Leben. Wenn sie uns töten, dann sterben wir auch. Also ein bisschen so wie bei den Bremer Stadtmusikanten.“

Als vier Aussätzige vor den Toren Samarias beschließen, ins feindliche Lager zu gehen, weil sie ohnehin nichts zu verlieren haben, zieht Sabine Rückert den Vergleich zu den Bremer Stadtmusikanten. Johanna Haberer ergänzt sofort das passende Zitat: 'Etwas Besseres als den Tod finden wir alle mal.' Beide erkennen dasselbe Erzählmotiv – Ausgestoßene, die aus Verzweiflung aufbrechen und dabei unverhofftes Glück finden.

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Die Bremer Stadtmusikanten
Buch

Die Bremer Stadtmusikanten

Brüder Grimm

🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:21:21 „Also ein bisschen so wie bei den Bremer Stadtmusikanten. Etwas Besseres als den Tod finden wir alle mal.“

Johanna Haberer vergleicht die vier Aussätzigen, die nichts zu verlieren haben und ins feindliche Lager gehen, mit den Bremer Stadtmusikanten und deren bekanntem Motto.

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Worauf freuen Sie sich nach dem Tod?
Artikel

Worauf freuen Sie sich nach dem Tod?

Martin Walser

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:34:54 „Es ist ein wunderbarer Artikel, geschrieben von einem uralten Mann, der mit dem Tod ringt und der ein berühmter Schriftsteller ist, Martin Walser. Allerdings schreibt Martin Walser gar nicht so sehr darüber, worauf er sich nach dem Tod freut, sondern wie es mit dem Sterben ist und wie man dem Tod entgegen geht.“

Als Ergänzung zur biblischen Mordgeschichte an König Ben-Hadad wird ein Text von Martin Walser aus dem Feuilleton der ZEIT vorgelesen, in dem der damals 95-jährige Schriftsteller über das Altwerden, das Sterben und den Tod reflektiert. Der Text ist poetisch und schonungslos zugleich – Walser schreibt über Einsamkeit, Verfall und die Unmöglichkeit, ehrlich übers Altsein zu sprechen. Johanna Haberer reagiert mit 'Gänsehaut' und nennt ihn einen 'grandiosen Text'.

Zum Artikel bei ZEIT Online
Worauf freuen Sie sich nach dem Tod?
Artikel

Worauf freuen Sie sich nach dem Tod?

Martin Walser

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:35:26 „Ich habe an dieser Stelle zu Ehren von Ben Haddad, dem armen Toten, der hier einen fürchterlichen Tod sterben muss, habe ich eine Geschichte da mitgebracht aus dem Feuilleton der Zeit. Das ist ein wunderbarer Artikel, geschrieben von einem uralten Mann, der mit dem Tod ringt und der ein berühmter Schriftsteller ist, Martin Walser.“

Sabine Rückert liest auszugsweise einen Text von Martin Walser vor, den die ZEIT dem damals 95-Jährigen mit der Frage entlockt hat, worauf er sich nach dem Tod freue. Der poetische Text handelt vom Altern, Sterben und der Auseinandersetzung mit dem Tod.

Zum Artikel bei ZEIT Online
Eine Duplik
Essay

Eine Duplik

Gotthold Ephraim Lessing

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:35:44 „Immer Lessing im Mund. Der hat gesagt, wenn Gott ihm etwas zuteilen könne, dann nicht die Wahrheit, sondern das Suchen danach.“

Innerhalb des vorgelesenen Martin-Walser-Textes wird Lessings berühmtes Diktum aus der 'Duplik' (1778) paraphrasiert: Nicht die Wahrheit selbst, sondern das unermüdliche Streben danach sei das eigentlich Erstrebenswerte. Walser integriert Lessing als Stichwortgeber in seinen eigenen Alters- und Todestext. Die Zuordnung zum konkreten Werk ist eine Erschließung – im Transkript wird nur Lessing namentlich genannt.

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