Löwe und Esel bewachen eine Leiche
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Nach Salomos Tod soll sein Sohn Rehabeam König werden — doch schon der Ort der Krönung, das alte Sichem statt Jerusalem, zeigt: Die Macht wandert zurück in den Norden. Der aus Ägypten zurückgekehrte Jerobeam und das Volk fordern Erleichterung vom harten Joch, das Salomo ihnen auferlegt hat. Nebenbei rätseln die Schwestern, warum ausgerechnet die knappe Saba-Episode weltberühmt wurde — und landen bei Gina Lollobrigida in der Badewanne im Film von 1959.
„Diese Königin von Saba ist keine brave Bibelverfilmung. Sie greift biblische Personen auf, denen sich mühelos Sexualität anhängen lässt.“
Erwähnte Medien (11)
Salomo
Andreas Kunz-Lübcke
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:01:10 „der Andreas Kunz-Lübcke, der schreibt ein sehr anregendes Buch über den Salomo“
Johanna zitiert aus einem Buch von Andreas Kunz-Lübcke über Salomo, in dem der Autor den Film mit Gina Lollobrigida analysiert
Solomon and Sheba
King Vidor
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:01:34 „Das wurde ja 1959, habe ich gelesen, verfilmt. Ich habe den Film nicht gesehen, wo Salomo die Königin von Saba trifft mit Gina Lollobricida und Jules Brunner.“
Johanna Haberer erwähnt den Hollywood-Film von 1959 über Salomo und die Königin von Saba mit Gina Lollobrigida und Yul Brynner als Beispiel für die enorme Wirkungsgeschichte der biblischen Saba-Episode. Sie zitiert dazu auch einen Autor, der den Film als weniger brave Bibelverfilmung beschreibt, die vor allem auf Sexualität und Erotik setzte.
Salomo: Von der Weisheit eines Frauenliebhabers
Andreas Kunz-Lübcke
🗣 Johanna Haberer empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:02:00 „Der Andreas Kunz-Lübcke, der schreibt ein sehr anregendes Buch über den Salomo. Er schreibt... Zu diesem Film? Zu diesem Film. Diese Königin von Saba ist keine brave Bibelverfilmung. Sie greift biblische Personen auf, denen sich mühelos Sexualität anhängen lässt.“
Johanna Haberer zitiert aus einem Buch von Andreas Kunz-Lübcke über Salomo, in dem dieser den Film von 1959 analysiert. Das Buch wird als 'sehr anregend' beschrieben und dient als wissenschaftliche Quelle für die Diskussion über die Wirkungsgeschichte der Königin von Saba.
Westworld
Jonathan Nolan
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:14:59 „Also langer Rede, es ist ja interessant, dass die, ich weiß nicht, ob du die Serie Westworld kennst. Die kenne ich gar nicht. Die läuft auf Sky, soweit ich mich entsinne. Ich habe da ein paar Folgen gesehen, also ein paar Staffeln. Und da gibt es ein Überwachungssystem, das heißt Rehabiam.“
Sabine Rückert stellt eine überraschende Verbindung zwischen der biblischen Figur Rehabeam und der Science-Fiction-Serie Westworld her. In der Serie gibt es ein Überwachungs- und Unterdrückungssystem namens 'Rehoboam' – erst durch die Bibel-Lektüre erschließt sich ihr, warum dieses System so benannt wurde: wegen Rehabeams Ankündigung, das Volk mit 'Skorpionen' zu züchtigen.
Das Tagebuch der Menschheit – Was die Bibel über unsere Evolution verrät
Kai Michel, Carel van Schaik
🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:40:39 „Ja, dazu habe ich einen kleinen Beitrag aus unserem Begleitbuch geschrieben. Das Tagebuch der Menschheit von Karel van Schaik und Kai Michel, was die Bibel uns über unsere Evolution verrät. Und da geht es um diese Frage, warum ist Gott so grausam, wo er doch ein lieber Gott ist, auf Seite 301.“
Sabine Rückert führt das Buch als 'Begleitbuch' zum Podcast ein, um die Frage zu vertiefen, warum der biblische Gott so grausam erscheint. Sie liest eine längere Passage vor (ab Seite 301, Überschrift 'Gott ist auch nur ein Mensch'), in der die Autoren evolutionspsychologisch erklären, warum Menschen Gott zwangsläufig als Person denken und seine Widersprüche nicht tolerieren können. Die Passage mündet in die These, dass Moral älter ist als Religion.
Religion Explained
Pascal Boyer
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:41:14 „Pascal Boyer hat gezeigt, dass wir mittels ontologischer Kategorien wie Mensch, Tier oder Werkzeug die Welt begreifen, unsere Erkenntnisse über sie und ihre Inhalte organisieren und Erwartungen formulieren.“
In der vorgelesenen Passage aus dem 'Tagebuch der Menschheit' wird Pascal Boyers kognitionswissenschaftliche Erklärung herangezogen, warum Menschen sich Gott zwangsläufig als Person vorstellen. Boyer argumentiert, dass wir die Welt über ontologische Kategorien begreifen und auf übernatürliche Wesen automatisch die Schablone 'Person' anwenden.
Talmud
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:43:37 „In den letzten Jahrtausenden wurde die Bibel deshalb schön geredet, zur Allegorie erklärt und durch weniger gewalttätige Texte, wie bei den Juden der Talmud und bei den Christen das Neue Testament, verdrängt und diskret ignoriert.“
Sabine Rückert liest aus dem Begleitbuch 'Das Tagebuch der Menschheit' vor. In dem Abschnitt geht es darum, wie Gläubige mit den gewalttätigen Seiten Gottes umgehen. Der Talmud wird als Beispiel dafür genannt, dass spätere Texte die brutalen biblischen Passagen relativiert und verdrängt haben.
Katechismus der Katholischen Kirche
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:44:16 „Das sagt auch der offizielle Katechismus der katholischen Kirche. Wir dürfen nicht den unsagbaren, unbegreiflichen, unsichtbaren und unfassbaren Gott mit unseren menschlichen Vorstellungen verwechseln.“
In der vorgelesenen Passage wird der Katechismus als Gegenposition zitiert: Während die Evolutionspsychologie erklärt, warum wir Gott als Person denken müssen, mahnt der Katechismus, genau das nicht zu tun – Gott sei ein Mysterium jenseits menschlicher Kategorien. Die Autoren nutzen diesen Widerspruch, um zu zeigen, dass selbst die Kirche das Problem der menschlichen Gottesvorstellung anerkennt.
Der gute Affe – Der Ursprung von Recht und Unrecht bei Menschen und anderen Tieren
Frans de Waal
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:45:38 „Der berühmte Primatologe Franz de Waal hat gezeigt, dass sogar Affen, Menschenaffen, gerecht, kooperativ und empathisch handeln. Unsere Moral ist also viel, viel älter als die Religion.“
Innerhalb der vorgelesenen Passage aus dem 'Tagebuch der Menschheit' wird Frans de Waals Forschung als Beleg dafür angeführt, dass moralisches Verhalten evolutionär viel älter ist als Religion. Die Autoren argumentieren, dass bereits Menschenaffen Fairness und Empathie zeigen, womit die Vorstellung widerlegt sei, Religion habe die Moral gebracht.
The God Delusion
Richard Dawkins
🗣 Sabine Rückert zitiert daraus bei ⏱ 00:45:54 „Richard Dawkins bringt es auf den Punkt. Wir brauchen Gott nicht, um gut zu sein und auch nicht, um böse zu sein.“
Im Rahmen der Vorlesung aus dem 'Tagebuch der Menschheit' wird Richard Dawkins mit seiner bekannten These zitiert, dass Moral unabhängig von Religion existiert. Johanna Haberer widerspricht dem anschließend energisch und nennt Dawkins' Reduktion von Religion auf Moral 'vollkommen behämmert' – Menschen bräuchten Religion nicht für Moral, sondern zur Verarbeitung von Sinnfragen.
Die Bibel (Markusevangelium, Kapitel 13)
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:49:26 „Ich könnte natürlich jetzt, nachdem wir dieses etwas herbe Gespräch geführt haben, würde ich gerne und deine Zeugen aus dem, wie heißt das, Entstehung der Menschheit, ja, gesagt haben, dass die Christen und die Juden die bösen Stellen auch im Neuen Testament ausgetilgt haben. Dem würde ich gerne jetzt was entgegensetzen und zwar im Markus-Evangelium im 13. Kapitel, da geht es um das Ende des Tempels.“
Johanna Haberer zitiert Markus 13 als Gegenargument zur These aus dem 'Tagebuch der Menschheit', wonach das Neue Testament die gewalttätigen Stellen verdrängt habe. Sie liest die apokalyptische Rede Jesu über die Zerstörung des Tempels und kommende Kriege vor und zieht eine direkte Parallele zur aktuellen Kriegssituation in der Ukraine. Damit will sie zeigen, dass auch das Neue Testament drastische Gewalt- und Untergangsszenarien enthält.