König Salomo baut den Tempel von Jerusalem
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Salomo baut seinen Staat auf — mit Ministern, Frohnarbeitern und einem Freund des Königs als offiziellem Amt — und gibt den Bau des Jerusalemer Tempels an König Hiram von Tyros in Auftrag, weil die Libanesen die besseren Handwerker sind. Der Tempel wird in Fertigbauweise errichtet, damit im Allerheiligsten kein Hammerschlag zu hören ist, und mit so viel Gold überzogen, dass kein Stein mehr sichtbar bleibt — dabei ist das Gebäude selbst nur so groß wie eine bayerische Kapelle.
„Alle kommen und nehmen Anteil an seiner Weisheit, aber man erfährt nichts von dieser Weisheit. Diese Weisheit dient nur offenbar der Vermehrung seines Eigentums.“
Erwähnte Medien (8)
Der kaukasische Kreidekreis
Bertolt Brecht
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:01:41 „Und du hast letztens behauptet, dass auch Berthold Brecht dieses Thema aufgegriffen habe in seinem Theaterstück Der kaukasische Kreidekreis. Stimmt das jetzt? Du wolltest ja nachschauen.“
Im Gespräch über das salomonische Urteil – zwei Frauen streiten um ein Kind – zieht Sabine Rückert die Parallele zu Brechts Theaterstück. Dort entscheidet ein Richter ebenfalls über die wahre Mutterschaft, kommt aber zum umgekehrten Schluss: Die Magd, die das Kind aufgezogen hat, erhält es zugesprochen, weil sie im Sinne des Kindes handelt. Die Schwestern diskutieren, dass die soziale Mutter die bessere sein kann.
Der König David Bericht
Stefan Heym
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:04:01 „Dann gibt es Josaphat, der Sohn des Ahilut, den haben wir schon letztes Mal mitgekriegt aus dem Buch »Der König David«-Bericht von Stefan Heim. Da erweckt er den ja auch zum Leben und lässt ihn da reden.“
Bei der Aufzählung der Ämter unter König Salomo erkennt Sabine Rückert die Figur Josaphat wieder, die auch in Stefan Heyms historischem Roman vorkommt. Das Buch wurde offenbar in einer früheren Folge ausführlicher besprochen und dient hier als wiederkehrende Referenz für die literarische Verarbeitung der biblischen Königsgeschichten.
Hohelied Salomos
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:17:31 „Deswegen wird auch zum Beispiel das hohe Lied des Salomo auf ihn, das Liebeslied auf ihn gemünzt. Auch als großer Liebhaber wird er auch dargestellt.“
Im Kontext der Diskussion über Salomos Verhältnis zu Frauen – 700 Ehefrauen und 300 Konkubinen – erwähnt Johanna Haberer das Hohelied als biblisches Buch, das Salomo als großem Liebhaber zugeschrieben wird. Es dient als Beleg dafür, dass spätere Autoren verschiedene Aspekte von Salomos Persönlichkeit in eigenen Büchern ausgestaltet haben.
Buch der Sprüche (Proverbien)
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:22:00 „Wer es lesen möchte, kann es im Buch der Sprüche tun. Da sammelt sich also das gesammelte orientalische Lebenstum in 30 oder 40 Kapiteln.“
Nach dem Vorlesen mehrerer salomonischer Weisheitssprüche verweist Sabine Rückert explizit auf das biblische Buch der Sprüche als Quelle. Johanna Haberer hatte zuvor erklärt, dass die Leerstelle im Königsbericht – Salomo wird als weise gepriesen, aber kaum konkrete Beispiele gegeben – durch spätere Weisheitsbücher wie die Proverbien aufgefüllt wurde.
Buch der Sprüche
🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:22:13 „Wer es lesen möchte, kann es im Buch der Sprüche tun. Da sammelt sich also das gesammelte orientalische Lebenstum in 30 oder 40 Kapiteln.“
Wird als Quelle der salomonischen Weisheitssprüche empfohlen, die im Podcast vorgelesen werden
Jerusalem: Die Biografie
Simon Sebag Montefiore
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:28:27 „Ich wollte aber dir jetzt was vorlesen aus dem Buch von Simon Sebag Montefiore, Jerusalem, die Biografie. Ein neues Buch gesellt sich jetzt hier zu uns. Das ist ein sehr hochgelobtes Buch, deswegen habe ich es mir auch gekauft.“
Sabine Rückert führt das Sachbuch als neue Quelle für die Salomo-Besprechung ein und liest daraus ausführlich vor – über den Tempelbau, die phönizischen Handwerker, die Ausmaße von Salomos Hofstaat und die Fertigbauweise des Tempels. Das Buch wird als sehr kompetent gelobt und liefert den historischen Rahmen für die weitere Diskussion über Jerusalem und den Tempelberg.
Erstes Buch der Könige
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:36:17 „Jetzt kommen wir zum Palast, an dem 13 Jahre gebaut wurde. Das gibt es ein Libanon-Waldhaus in diesem Palast. Das ist die Halle, in der er dann später auftritt, der Salomon. Und die ist 100 Ellen lang, 50 Ellen breit und 30 Ellen hoch mit drei Reihen von Zedernsäulen.“
Das Erste Buch der Könige (Kapitel 5–8) ist der zentrale Bibeltext dieser Folge. Die Sprecherinnen lesen und kommentieren die Beschreibung des salomonischen Tempelbaus, seiner Innenausstattung aus Gold und Zedernholz, der Cherubim im Allerheiligsten, des Bronzemeeres sowie Salomos Tempelweihgebet mit den sieben Situationen, in denen Menschen zu Gott kommen sollen.
Die Nacht ist vorgedrungen
Jochen Klepper
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:47:37 „Nein, das ist dann Jochen Klepper. Er will im Dunkeln wohnen. Die Nacht ist vorgedrungen. Das ist dieses Lied.“
Als Salomo bei der Tempelweihe sagt, Gott wolle im Dunkeln wohnen, stellt eine Sprecherin die Verbindung zu Jochen Kleppers Adventslied her. Das Motiv des Gottes, der in die Dunkelheit einzieht, wird als theologische Linie von Salomo über Klepper bis zur Weihnachtsbotschaft gezogen.