Das salomonische Urteil
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Nach Davids Tod erbt Salomo nicht nur den Thron, sondern auch blutige Mordaufträge seines Vaters — eine vergiftete Hinterlassenschaft, die er abarbeiten muss, bevor er überhaupt regieren kann. Derweil versucht der übergangene Thronfolger Adonia über Batseba an Davids letzte Bettgenossin Abischag heranzukommen, ein politisch brisantes Manöver, das Salomo als Machtanspruch deuten wird.
„Also er macht sich erst mal die Hände dreckig, bevor er überhaupt zum Zepter greift. Und eine schöne Hinterlassenschaft ist das nicht von einem Vater, finde ich.“
Erwähnte Medien (8)
Samuelbuch (Bücher Samuel)
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:09:27 „Ja, aber der Priester, der ist aus dem Geschlecht des Eli, falls du dich noch erinnerst. Wenn wir uns erinnern, der Samuel ist ja bei einem Priestergeschlecht aufgewachsen, im Tempel.“
Johanna Haberer schlägt den Bogen zurück zum Samuelbuch und erinnert an die Geschichte des Priesters Eli und seiner Söhne, um die Absetzung des Priesters Abjatar durch Salomo als Erfüllung einer alten Prophezeiung einzuordnen.
König David (Gedicht aus Romanzero)
Heinrich Heine
🗣 Johanna Haberer zitiert daraus bei ⏱ 00:13:20 „Ich hätte dazu ein kleines Gedicht, darf ich dir ein kleines Gedicht vorlesen? Das hat der Heinrich Heine gedichtet und der sieht die Sache so ähnlich wie du. Lächelnd scheidet der Despot, denn er weiß, nach seinem Tod wechselt Willkür nur die Hände und die Knechtschaft hat kein Ende“
Johanna liest ein Gedicht von Heinrich Heine vor, das die Machtübergabe von David zu Salomo und den Mordauftrag an Joab satirisch kommentiert
Der König David Bericht
Stefan Heym
🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:15:29 „Ich habe auch einen kleinen Beitrag von einem jüdischen Autor, der heißt Stefan Haim. Über den haben wir ja schon gesprochen. Und ich habe auch schon ein bisschen was aus dessen Roman, der König-David-Bericht, vorgelesen. Das ist ein wunderbares Buch“
Sabine empfiehlt den Roman ausdrücklich und liest eine lange Passage daraus vor, in der ein Historiker unter Salomo die offizielle Geschichtsschreibung über David verfassen soll – eine Parabel auf die DDR
Sprüche Salomos (Buch der Sprichwörter)
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:21:30 „Es werden ihm die Sprüche zugeschrieben“
Johanna nennt die Sprüche als eines der drei Salomo zugeschriebenen biblischen Bücher
Hohelied Salomos
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:22:10 „Dem Salomo wird der Kohelet, der Prediger Salomo, zugeschrieben als Autor. Es werden ihm die Sprüche zugeschrieben und es wird ihm als Autor das Hohelied zugeschrieben.“
Johanna Haberer nennt das Hohelied als drittes biblisches Buch, das Salomo zugeschrieben wird, um seine Bedeutung als literarische Figur des Alten Testaments zu unterstreichen.
Bücher der Chronik
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:22:51 „Es wird die ganze Geschichte der Könige ja später noch in den Büchern der Chroniken erzählt. Wobei wir da die ganz andere Version haben. Da haben wir die absolute Version, wir erzählen Lügen. Die politisch korrekte Version. In den Chroniken wird alles das, was irgendwie als Schatten auf die Könige fallen könnte, weggelassen.“
Johanna Haberer vergleicht die unterschiedlichen Erzählstile der biblischen Bücher: Während die Königsbücher die Geschichten Davids und Salomos mit Brutalität und Lücken erzählen, bieten die Chroniken eine geschönte, politisch korrekte Version, in der jeder Schatten auf die Könige getilgt wurde.
Exodus (2. Buch Mose)
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:29:10 „Naja, das habe ich ja schon gesagt, in Exodus 21, da wo die Gebote sind. Da ist eben die eine Ausnahme vom Asylrecht benannt, dass ein heimtückischer Mörder und so wird der Joab dann auch verabschiedet aus der Geschichte.“
Johanna Haberer erklärt, warum Joab trotz seiner Flucht an die Hörner des Altars getötet werden durfte. Sie verweist auf eine Ausnahme im mosaischen Gesetz (Exodus 21), die das Asylrecht bei heimtückischem Mord aufhebt.
Der kaukasische Kreidekreis
Bertolt Brecht
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:50:16 „Ist auch ganz oft gemalt worden von großen Künstlern. Oder von Bert Brecht auch. Der Kreidekreis. Geht es da auch nicht um die beiden Frauen, die sich um das Kind streiten?“
Am Ende der Episode wird das Motiv des salomonischen Urteils – zwei Frauen streiten um ein Kind – mit Brechts Kreidekreis in Verbindung gebracht. Johanna Haberer identifiziert das Stück namentlich, die Sprecherinnen sind sich aber nicht ganz sicher über die genaue Handlung und nehmen sich vor, es bis zur nächsten Folge nachzuschlagen.