Unter Pfarrerstöchtern – Die Erde tut sich auf
#039

Die Erde tut sich auf

Unter Pfarrerstöchtern / 23. April 2021 / 6 Medien

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Die Israeliten wagen den Angriff auf Kanaan ohne göttlichen Beistand — und werden von den Amalekitern und Kanaanitern in einem einzigen Satz der Bibel vernichtend geschlagen. Während das Volk nun festsitzt vor dem verheißenen Land, gehen die Schwestern der Frage nach, was Milch und Honig eigentlich bedeuten: Überfluss ohne eigenes Zutun, Süße als Geschenk der Natur. Eine archäologische Ausgrabung in Tel Rehov mit über 30 antiken Bienenstöcken zeigt, dass das biblische Bild realer gewesen sein könnte als lange angenommen.

„Ohne Gott ist irgendwie kein Saft drin.“
🗣 Sabine Rückert

Erwähnte Medien (6)

Archäologischer Artikel über Bienenzucht im antiken Israel
Artikel

Archäologischer Artikel über Bienenzucht im antiken Israel

Amihai Massar / Hebräische Universität Jerusalem

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:03:09 „Also ich habe hier einen Artikel vor mir liegen, der behandelt ein archäologisches Thema und das Interessante ist, dass offenbar die Imkerei damals auch schon gegeben hat. Das in der Bibel überlieferte Bild von Israel als dem Land, in dem Milch und Honig fließen, könnte der Wahrheit entsprechen, steht hier oben drüber.“

Sabine Rückert liest aus einem archäologischen Artikel vor, der die biblische Metapher vom 'Land, in dem Milch und Honig fließen' mit realen Funden untermauert. An der historischen Stadt Tel Rehov im Nordreich Israels wurde ein Bienenhaus mit über 30 Bienenstöcken ausgegraben, was belegt, dass Imkerei im großen Stil früher existierte als bisher angenommen. Der Artikel stützt damit die Historizität der biblischen Beschreibung.

Zum Artikel bei NZZ
Geschichte vom Schlaraffenland
Buch

Geschichte vom Schlaraffenland

🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:04:44 „Und es ist dann später übernommen worden, sozusagen von uns, in der Geschichte vom Schlaraffenland. Genau. Oder? Wo man nichts tun muss. Man stellt sich ja auch so Flüsse vor, wie da der Honig drin fließt.“

Im Gespräch über die biblische Metapher vom 'Land, in dem Milch und Honig fließen' zieht Sabine Rückert eine kulturgeschichtliche Verbindung zur Erzähltradition vom Schlaraffenland. Sie sieht darin eine Fortführung der gleichen Utopie: ein Ort, an dem man nichts tun muss und alles im Überfluss vorhanden ist.

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Die schon wieder
Artikel

Die schon wieder

Anita Blasberg

🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:27:19 „Und das führte mich zu einem Artikel meiner Kollegin Anita Blasberg, der schon 2013 erschienen ist, im Dossier der Zeit, mit der schönen Überschrift, die schon wieder. Und es geht um die Babyboomer.“

Sabine Rückert zieht eine Parallele zwischen dem biblischen Generationenkonflikt der Rotte Korach und dem heutigen Konflikt zwischen Babyboomern und jüngeren Generationen. Sie zitiert ausführlich aus dem Zeit-Dossier ihrer Kollegin, das beschreibt, wie die Babyboomer alle Schaltstellen besetzen und die Jüngeren auf ihren Abtritt warten. Der Artikel wird als brillante Analyse gewürdigt, die sogar Johannas Tochter dazu brachte, die Zeit zu abonnieren.

Zum Artikel bei ZEIT Online
Die Biografie Gottes
Buch

Die Biografie Gottes

Jack Miles · 1995

🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:36:17 „Ein wunderbarer kleiner Beitrag, der sich wieder mit dem Verhältnis zwischen Gott und Israel beschäftigt. Das ist von Jack Miles, Biografie Gottes, der ja mit einer großen Einfühlsamkeit auf Gott eingeht. Er bedankt sich auch übrigens im Anhang unter G bei Gott.“

Sabine Rückert liest eine längere Passage aus Jack Miles' Buch vor, in der das wechselseitige Klagen zwischen Gott und Israel im Buch Numeri analysiert wird. Miles beschreibt Gott als jemanden, den man nicht zufriedenstellen kann, und Israel als sein Ebenbild – beide gleichermaßen halsstarrig. Rückert findet den Zugang des Autors großartig und zitiert ihn als Kommentar zur gerade besprochenen Bibelstelle.

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Quo Vadis
Film

Quo Vadis

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:40:12 „Kennst du den Film Quo Vadis? Diesen alten Schinken, diesen alten Hollywood-Schinken? Da macht doch am Schluss Petrus das Gleiche. Der steckt doch seinen Stab in die Erde und dann fängt das Blühen an, obwohl es ein totes, altes Holz ist.“

Als die Bibelstelle beschreibt, wie Aarons Stab in der Erde Blätter treibt und Mandeln trägt, erinnert Sabine Rückert an die Schlussszene des Hollywood-Klassikers, in der Petrus ebenfalls einen toten Stab in die Erde steckt, der dann zu blühen beginnt. Sie nutzt den Film als anschauliche Parallele zur biblischen Erzählung.

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Musik

Freunde, dass der Mandelzweig

Schalom Ben-Chorin

🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:41:00 „Also diese Mandelzweige, die kannst du ja bis heute in den Frühlingsliedern in Israel besungen sehen. Dieses Freunde, dass der Mandelzweig immer wieder blüht. Dieses israelische Lied über das Überleben. Aus dem toten Holz.“

Als Aarons Stab Mandeln trägt, verweist Johanna Haberer auf das bekannte israelische Lied, das den blühenden Mandelzweig als Symbol für Überleben und Hoffnung besingt. Sie schlägt damit eine Brücke von der alttestamentlichen Erzählung zur lebendigen jüdischen Erinnerungskultur.

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