Unter Pfarrerstöchtern – Die zehn Gebote
#034

Die zehn Gebote

Unter Pfarrerstöchtern / 26. Februar 2021 / 8 Medien

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Die Israeliten erreichen den Berg Sinai, und die Episode taucht tief in die Entstehungsgeschichte der Zehn Gebote ein — vom möglichen realen Schauplatz, dem Jabal al-Lafs mit seiner verkohlten Spitze in Saudi-Arabien, bis zur entscheidenden Frage, wann diese Texte tatsächlich geschrieben wurden. Johanna Haberer erklärt, wie der Gott Abrahams erst im babylonischen Exil zum Schöpfergott der ganzen Erde aufsteigt und Israel dabei zu einer Art Privatbesitz Gottes wird — ein theologischer Quantensprung, verpackt in eine uralte Erzählung.

„Alle anderen sind auch gut, aber das ist jetzt mein, so wie ein König sehr viele öffentliche Besitztümer hat und dann hat er noch einen Privatbesitz und so ungefähr unterscheidet sich Israel von den anderen Völkern.“
🗣 Johanna Haberer

Erwähnte Medien (8)

Gott. Eine Biografie
Buch

Gott. Eine Biografie

Jack Miles

🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:15:38 „Ich habe hier bei Jack Miles in seinem wunderbaren Buch Gott eine Biografie, in der er Gottes Wandlungen verfolgt als literarische Figur. Auch der äußert sich zu Gottes neuem Gesicht und zu dem Schock, der dadurch ausgelöst wird bei seinem Volk.“

Sabine Rückert zitiert ausführlich aus Jack Miles' Buch, um die Wandlung Gottes von einem persönlichen, nahbaren Gott der Erzväter zu einer furchteinflößenden, vulkanischen Machtfigur am Sinai zu erklären. Miles vergleicht diese Verwandlung mit einem Kriegsveteranen, der durch seine Erfahrungen eine neue Identität annimmt. Das Buch wird als Interpretationsrahmen für die biblische Erzählung herangezogen.

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Artikel über die Auserwähltheit des Volkes Israel
Artikel

Artikel über die Auserwähltheit des Volkes Israel

Jonathan Rosenblum

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:18:38 „Ich habe in der jüdischen Allgemeinen nochmal was gefunden zu der Auserwähltheit des Volkes Israel. Ein hübscher Text, da schreibt Jonathan Rosenblum. Einst führte die Idee, die Juden seien ein von Gott besonders auserwähltes Volk dazu, dass wir uns von den anderen absonderten.“

Sabine Rückert liest aus einem Artikel von Jonathan Rosenblum in der Jüdischen Allgemeinen vor, der die Spannung zwischen dem biblischen Konzept der Auserwähltheit und dem modernen jüdischen Selbstverständnis beleuchtet. Der Artikel wird im Kontext der Bibelstelle diskutiert, in der Gott Israel als sein 'besonderes Eigentum' bezeichnet.

Zum Artikel bei Juedische-allgemeine.de
Symposium über jüdische Auserwähltheit
Artikel

Symposium über jüdische Auserwähltheit

Commentary Magazine

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:19:03 „Vor etwa 15 Jahren veranstaltete das Commentary Magazine ein Symposium jüdischer Religionslehrer, die alle drei sogenannten Strömungen des Judentums vertraten. Von den nicht-orthodoxen Teilnehmern war kaum einer bereit, die Vorstellung einer jüdischen Auserwähltheit im Brustton der Überzeugung zu bejahen.“

Sabine Rückert zitiert aus einem Artikel der Jüdischen Allgemeinen von Jonathan Rosenblum, der wiederum auf ein Symposium des Commentary Magazine verweist. Es geht um die innerjüdische Debatte über den Begriff der Auserwähltheit und wie dieser in modernen, liberalen Gesellschaften zunehmend problematisch empfunden wird.

Zum Artikel bei Juedische-allgemeine.de
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Artikel

Artikel über die Kosten des Auserwähltseins

Amos Asael

🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:19:26 „Mein Kollege Amos Asael sprach vielen Menschen aus dem Herzen, als er vor einigen Jahren schrieb, die Kosten des Auserwähltseins waren immer viel höher als der Nutzen.“

Im Rahmen des Artikels von Rosenblum wird auch ein Text von Amos Asael zitiert, der argumentiert, dass die Kosten der jüdischen Auserwähltheit den Nutzen übersteigen. Sabine Rückert referiert dies im Zusammenhang mit der biblischen Bundesschluss-Szene am Sinai.

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Exodus (2. Buch Mose)
Buch

Exodus (2. Buch Mose)

🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:30:42 „Also du kannst zu diesen zehn Geboten, die in verschiedenen Varianten in diesem Buch Exodus und dann noch einmal in dem vierten Buch Mose im Deuteronomium stehen.“

Das Buch Exodus ist das zentrale Thema dieser Folge. Johanna Haberer bespricht die Kapitel 15 bis 35, in denen die Zehn Gebote, die Bundesgesetze und die Vorschriften für den Sakralbau enthalten sind. Die Sprecherinnen unterscheiden dabei zwischen den universellen Geboten (4–10), die sich in allen Kulturen finden, und den spezifisch israelitischen ersten drei Geboten.

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Deuteronomium (5. Buch Mose)
Buch

Deuteronomium (5. Buch Mose)

🗣 Johanna Haberer erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:30:42 „Also du kannst zu diesen zehn Geboten, die in verschiedenen Varianten in diesem Buch Exodus und dann noch einmal in dem vierten Buch Mose im Deuteronomium stehen.“

Johanna Haberer erwähnt das Deuteronomium als zweite biblische Quelle der Zehn Gebote neben dem Buch Exodus. Es wird kurz als Parallelüberlieferung genannt, ohne weiter darauf einzugehen.

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Das Tagebuch der Menschheit – Was die Bibel über unsere Evolution verrät
Buch

Das Tagebuch der Menschheit – Was die Bibel über unsere Evolution verrät

Kai Michel, Carel van Schaik

🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:34:44 „Ich wollte noch was vorlesen aus meinem anderen Werk, das ich hier begleitend lese von Kai Michel, das Tagebuch der Menschheit, was die Bibel uns über unsere Evolution verrät. Da sind sie natürlich ganz nüchtern, da wird das auseinandergenommen, was die Bibel hier erzählt.“

Sabine Rückert liest begleitend zur Bibel-Besprechung aus diesem Sachbuch und zitiert daraus ausführlich. Das Buch erklärt die Einzigartigkeit des biblischen Gottes als Gesetzgeber: Im Orient waren Götter zwar Hüter des Rechts, aber nie dessen Quelle – ein gesetzgebender Gott war eine Erfindung der Bibel. Sie liest auch eine zweite Passage vor, in der die Autoren die Entstehung der Zehn Gebote als pädagogische Verdichtung eines umfangreichen Regelwerks beschreiben.

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Johannesevangelium
Buch

Johannesevangelium

unbekannt (traditionell Johannes zugeschrieben)

🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:36:07 „Wie wir im Neuen Testament werden wir dann sehen und das Wort war Fleisch. Also diese Fixierung auf Recht. Das Geschriebene oder das Gehörte, auf jeden Fall das Gesagte und nicht das Anfassbare.“

Johanna Haberer zieht eine Verbindung zwischen dem alttestamentlichen Bilderverbot und der Offenbarung Gottes durch Worte statt Bilder. Sie verweist auf den Prolog des Johannesevangeliums (Joh 1,14), um zu zeigen, wie sich diese Tradition im Neuen Testament fortsetzt.

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