Die Rettung des Kindes
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Die Weihnachtsepisode widmet sich der Geburtsgeschichte Jesu aus dem Lukasevangelium — vorgelesen, eingeordnet und als kulturelles Fundament gewürdigt. Die Schwestern sprechen über die radikale Bescheidenheit der Krippen-Szene vor dem Hintergrund römischer Machtpolitik: Ein Kind kommt inmitten von Chaos und Volkszählung zur Welt, nicht im Palast, sondern im Stall, während Kaiser Augustus sein Imperium durchzählen lässt.
„Also in meinem Kopf wenigstens ist es ein musikalisches Ereignis, es ist ein Gesprächsraum, es ist eine Erinnerung an Familienfeste, wo dieser Text immer gelesen wurde. Also es ist einer der zentralen Texte der Weltgeschichte.“
Erwähnte Medien (12)
Ich steh an deiner Krippen hier
Paul Gerhardt
🗣 Johanna Haberer erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:03:45 „Das alles umgrenzt sich in unserem kulturellen Bewusstsein dann mit einer Reihe von Liedern, wie »Ich stehe an deiner Krippe hier« oder »Maria durch den Dornwald ging« oder »Die Herbergssuche, wer klopft an«.“
Johanna Haberer beschreibt, wie die Weihnachtsgeschichte in unserem kulturellen Bewusstsein untrennbar mit bestimmten Weihnachtsliedern verknüpft ist. Sie nennt das Lied als eines der Beispiele für die musikalische Dimension des Weihnachtstextes.
Maria durch ein Dornwald ging
🗣 Johanna Haberer erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:03:45 „Das alles umgrenzt sich in unserem kulturellen Bewusstsein dann mit einer Reihe von Liedern, wie »Ich stehe an deiner Krippe hier« oder »Maria durch den Dornwald ging« oder »Die Herbergssuche, wer klopft an«.“
Als Teil der Aufzählung von Weihnachtsliedern, die für Johanna Haberer untrennbar mit der Weihnachtsgeschichte verbunden sind. Sie illustriert damit, dass die biblische Erzählung in unserem Kopf ein musikalisches Ereignis ist.
Wer klopfet an
🗣 Johanna Haberer erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:03:45 „Das alles umgrenzt sich in unserem kulturellen Bewusstsein dann mit einer Reihe von Liedern, wie »Ich stehe an deiner Krippe hier« oder »Maria durch den Dornwald ging« oder »Die Herbergssuche, wer klopft an«.“
Das traditionelle Herbergssuch-Lied wird als drittes Beispiel für Weihnachtslieder genannt, die in unserem kulturellen Gedächtnis fest mit der Weihnachtsgeschichte verbunden sind.
Buch Jesaja
Jesaja
🗣 Johanna Haberer zitiert daraus bei ⏱ 00:07:56 „Also da gibt es zum Beispiel in Jesaja 7, da sprach Jesaja wohl an, so hört ihr vom Hause David, ist es euch zu wenig, dass ihr Menschen müde macht, also langweilt? Darum wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben. Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und sie wird einen Sohn gebären, den wird sie nennen Immanuel.“
Johanna Haberer zitiert die Prophezeiung aus Jesaja 7 als eine der alttestamentlichen Vorhersagen, die das Neue Testament aufgreift, um Jesus als den verheißenen Messias auszuweisen. Die berühmte Immanuel-Stelle wird als Quelle für die Jungfrauengeburt identifiziert.
Buch Micha
Micha (Prophet)
🗣 Johanna Haberer zitiert daraus bei ⏱ 00:08:27 „Oder wir sind beim Propheten Micha. Da heißt es, ein kleines Lied an die kleine Stadt Bethlehem. Und du Bethlehem, Ephata, die du klein bist unter den Tausenden in Judah, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei.“
Johanna Haberer zitiert die Micha-Prophezeiung als weiteren alttestamentlichen Beleg, dass Bethlehem als Geburtsort des Messias vorherbestimmt war. Das erklärt, warum die Weihnachtsgeschichte Jesus unbedingt in Bethlehem geboren werden lässt.
Buch Hosea
Hosea
🗣 Johanna Haberer zitiert daraus bei ⏱ 00:18:20 „Da findet man wieder die Parallele im Alten Testament, wo es bei dem Propheten Hosea heißt, im Hinblick auf den Messias, von Ägypten aus habe ich meine Söhne gerufen.“
Die Hosea-Stelle wird als weitere alttestamentliche Prophezeiung herangezogen, die die Flucht nach Ägypten in der Matthäus-Erzählung motiviert. Die Evangelisten sammelten laut Haberer alles, was im Alten Testament über den Messias gesagt wird, und bauten es in die Weihnachtsgeschichte ein.
Reportage über Schwester Giovanna Calabria im Südsudan
Andrea Böhm
🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:21:22 „Ich habe mich eines wunderbaren Stückes entsonnen, das meine Kollegin Andrea Böhm geschrieben hat im Zeitmagazin 2013 im Januar. Und zwar hat sie dort eine Ordensschwester porträtiert, Giovanna Calabria, die im Südsudan Kindersoldaten beschützt.“
Sabine Rückert erzählt ausführlich und emotional von dieser Reportage, die sie als besondere Weihnachtsgeschichte empfindet. Der Artikel porträtiert eine Ordensschwester, die im Südsudan traumatisierte Kindersoldaten der Lord's Resistance Army betreut. Rückert liest lange Passagen vor und zieht eine Parallele zum biblischen Motiv der Rettung des Kindes.
Die Straße
Cormac McCarthy
🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:31:34 „Sie steht in meinem Lieblingsbuch. Also ich habe mehrere Lieblingsbücher, aber mein absolutes Lieblingsbuch ist Cormac McCarthy, Die Straße. Es ist eine Finsternis, die geschaffen worden ist von dem Autor, um das Licht zu zeigen.“
Sabine Rückert nennt 'Die Straße' ihr absolutes Lieblingsbuch und stellt es als Weihnachtsgeschichte vor – obwohl es das finsterste Buch des Autors ist. Sie beginnt die Handlung zu erzählen: Ein namenloser Vater zieht mit seinem Sohn durch eine postapokalyptische, zerstörte Welt. Für Rückert zeigt sich gerade in dieser Finsternis das Licht.
No Country for Old Men
Cormac McCarthy
🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:31:50 „Ein amerikanischer Schriftsteller, meines Erachtens vollkommen unterschätzt in der Öffentlichkeit, obwohl er sehr bekannt ist und viele seiner Romane auch verfilmt worden sind. Zum Beispiel No Country for Old Men kennen viele Leute.“
Sabine Rückert erwähnt die Verfilmung von 'No Country for Old Men' als Beleg dafür, dass Cormac McCarthy zwar bekannt ist, aber ihrer Meinung nach trotzdem unterschätzt wird. Sie nutzt den Titel als Referenzpunkt, um dann zu erklären, dass 'Die Straße' sein bestes Werk sei.
Johannesevangelium
unbekannt (traditionell Johannes zugeschrieben)
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:40:43 „Und sie erinnert mich an den Anfang des Johannesevangeliums. Jetzt fangen wir das dritte Evangelium an in diesem Podcast.“
Sabine Rückert zieht eine Parallele zwischen Cormac McCarthys 'Die Straße' und dem Prolog des Johannesevangeliums. Der berühmte Anfang 'Im Anfang war das Wort' wird vorgelesen und als Licht-Finsternis-Metapher besprochen.
Maria und Josef im Ghetto des Geldes
Henning Susebach
🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:46:35 „Henning Susebach hat sich zusammen mit einer Schauspielerin in der Adventszeit verkleidet und sie sind als Maria und Josef zu den Reichen gegangen. Das Stück hieß dann Maria und Josef im Ghetto des Geldes.“
Sabine Rückert liest ausführlich aus einer ZEIT-Dossier-Reportage ihres ehemaligen Kollegen Henning Susebach vor. Für das Experiment verkleideten sich Susebach und die Schauspielerin Viola Hees als obdachloses schwangeres Paar und zogen durch wohlhabende Taunusgemeinden, um zu testen, ob ihnen jemand Herberge gewährt – eine moderne Neuinszenierung der Weihnachtsgeschichte, die auf verschlossene Türen stieß.
Ihr Kinderlein kommet
🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:51:15 „An jedem Weihnachtsfest laufen wir in die Kirche und singen, wer klopft an? Oder ihr Kinderlein kommt und seufzt vor Selbstzufriedenheit.“
Im Kontext der Susebach-Reportage werden die Weihnachtslieder als Kontrast zur Realität erwähnt: Die Menschen singen von Herbergssuche und Nächstenliebe, lassen aber echte Hilfesuchende vor der Tür stehen.