Unter Pfarrerstöchtern – Der brennende Dornbusch
#027

Der brennende Dornbusch

Unter Pfarrerstöchtern / 04. Dezember 2020 / 11 Medien

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Mose ist auf der Flucht: Nachdem er einen Ägypter erschlagen hat, jagt ihn der Pharao — sein eigener Adoptivvater — als politische Bedrohung. Er flieht auf die Sinai-Halbinsel zu den Midianitern, einem nomadischen Volk in gesetzlosem Land. Dabei zieht sich das große Motiv der jüdischen Geschichte durch: Mose ist erneut ein Fremder, diesmal unter arabischen Nomaden, und die spannende Frage taucht auf, ob die Midianiter vielleicht denselben Gott verehren wie die Hebräer — einen geheimnisvollen Wüsten- und Berggott, der noch keinen Namen trägt.

„Schon wieder ist er fremd. Er ist fremd in Ägypten, ist ein geduldeter Fremder und er geht jetzt nach Midian und auch hier ist er ein Fremder.“
🗣 Johanna Haberer

Erwähnte Medien (11)

Gott. Eine Biografie
Buch

Gott. Eine Biografie

Jack Miles

🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:09:04 „Bevor Gott sich zu erkennen gibt, wollte ich jetzt nochmal schnell was vorlesen. Und zwar aus dem schönen Buch von Jack Smiles, Gott, eine Biografie. Und da schreibt er, macht er sich sehr, sehr viele Gedanken über Gott und seine verschiedenen Erscheinungsformen und seine verschiedenen Arten aufzutreten.“

Sabine Rückert liest ausführlich aus Jack Miles' Buch vor, um die Besonderheit des biblischen Gottes zu illustrieren: Er existiert nur in Bezug auf die Menschen, hat kein Privatleben und keine Abenteuer jenseits der Menschheit. Sie zitiert Miles' Vergleich, Gott sei wie ein Romanschriftsteller, der seine Geschichte nur durch seine Gestalten erzählen kann.

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Felicity Astons Antarktis-Durchquerung
Artikel

Felicity Astons Antarktis-Durchquerung

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:19:33 „Wir haben vor einiger Zeit, das ist noch gar nicht lange her, eine Geschichte gehabt von Felicity Aston, eine britische Physikerin, Mitte 30, die vor einigen Jahren als allererste die Antarktis alleine durchquert hat, als Erste.“

Sabine Rückert erzählt von einem ZEIT-Artikel über die Polarforscherin Felicity Aston, die 2011/2012 als erste Frau allein die Antarktis durchquerte. Sie zieht eine Parallele zu Moses' Wüstenerfahrung: In völliger Einsamkeit und Reizarmut begann Aston, mit der Sonne zu sprechen — und die Sonne antwortete, ähnlich wie Gott aus dem Dornbusch zu Mose sprach.

Zum Artikel bei ZEIT Online
Buch Jona
Buch

Buch Jona

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:24:00 „Jonah ist ja der berühmte Prophet Jonah, der sogar flüchtet vor dem Ruf Gottes.“

Sabine Rückert vergleicht die Berufung des Mose mit anderen biblischen Figuren, die sich dem Ruf Gottes widersetzten. Das Buch Jona wird als Paradebeispiel für einen Propheten genannt, der vor seiner göttlichen Aufgabe davonläuft.

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Der Hobbit
Buch

Der Hobbit

J. R. R. Tolkien

🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:26:13 „Der Hobbit will ja auch nicht nach Mordor ziehen und dort den Ring in den Vulkan werfen, hat auch keinen Bock drauf, gut verständlich.“

Im Gespräch über das biblische Motiv der widerwilligen Berufung — Propheten, die dem Ruf Gottes nicht folgen wollen — bringt Sabine Rückert den Hobbit als populärkulturelles Beispiel für denselben Erzählarchetyp: Der unwillige Held, der gegen seinen Willen eine gefährliche Mission übernehmen muss.

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Ich will nicht Präsidentin werden
Artikel

Ich will nicht Präsidentin werden

Elisabeth Räther, Michael Thumann

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:28:24 „Und sie hat uns ein Interview gegeben und die Überschrift ist, ich will nicht Präsidentin werden. Die belarussische Oppositionelle Svetlana Tichanowska erhofft im Exil auf eine bessere Zukunft für ihr Land. Nur ihre Macht würde sie gern wieder abgeben können. Da musste ich an den Propheten Mose denken und an alle anderen Propheten, die man auch alle erst wieder aus ihrer Hütte zerren musste.“

Sabine Rückert zieht eine Parallele zwischen der biblischen Berufung des Mose und dem ZEIT-Interview mit Svetlana Tichanowskaja vom 8. Oktober 2020. Wie Mose wollte auch Tichanowskaja keine Führungsrolle übernehmen, wurde aber von den Umständen dazu gedrängt — ein Muster, das sich durch die gesamte Bibel zieht.

Zum Artikel bei ZEIT Online
Rumpelstilzchen
Buch

Rumpelstilzchen

Brüder Grimm

🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:33:10 „Also er sagt nicht Rumpelstilzchen. Ach, wie gut, dass niemand weiß. Es gibt den Namen nicht preis und damit ja auch Macht, ihn anzurufen und ihn heraufzubeschwören.“

Sabine Rückert zieht die Parallele zwischen dem Märchen Rumpelstilzchen und der biblischen Szene, in der Gott seinen Namen nicht preisgibt. In beiden Fällen geht es um die Macht, die ein Name verleiht – wer den Namen kennt, hat Zugriff auf den Benannten.

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Die Schrift (Bibelübersetzung)
Buch

Die Schrift (Bibelübersetzung)

Martin Buber

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:33:31 „Ich bin, der ich bin oder ich bin, der ich sein werde. Oder es gibt ja sehr viele Übersetzungen. Ich werde sein, der ich sein werde, ich werde da sein, wenn ich da sein werde, übersetzt Buber.“

Im Gespräch über die Selbstoffenbarung Gottes am brennenden Dornbusch diskutiert Sabine Rückert die verschiedenen Übersetzungsmöglichkeiten des Gottesnamens. Sie zitiert dabei Martin Bubers berühmte Übertragung, die das hebräische Original als Zukunftsversprechen deutet – im Kontrast zu anderen, eher statischen Übersetzungen.

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Theologische Schriften (Zitat über Gott)
Buch

Theologische Schriften (Zitat über Gott)

Dietrich Bonhoeffer

🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:34:58 „Es gibt ein ganz tolles Zitat des Beschreibtes von Dietrich Bonhoeffer, der sagt, einen Gott, den es gibt, den gibt es nicht. Also wenn du von Gott als dem großen Mächtigen sprichst und wenn du ihn wirklich als den Schöpfer von allem anguckst, und du kannst ihn mit deinen eigenen Händen machen, oder du kannst in deinem Kopf eine Definition von ihm machen, dann ist es schon der Falsche.“

Im Zusammenhang mit der Unbenennbarkeit Gottes und dem Gottesnamen Jahwe zitiert Johanna Haberer den Theologen Dietrich Bonhoeffer. Das Zitat unterstreicht die These, dass sich der biblische Gott jeder menschlichen Definition entzieht – passend zur Szene am brennenden Dornbusch.

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Artikel über Namen in Papua-Neuguinea
Artikel

Artikel über Namen in Papua-Neuguinea

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:40:07 „Und dann habe ich was ganz Interessantes gefunden in einem Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Da hat jemand vor, schon ein bisschen her, schon 20 Jahre her, hat einer über Namen in Papua-Neuguinea geschrieben.“

Sabine Rückert zitiert ausführlich aus einem etwa 20 Jahre alten FAZ-Artikel über die komplexe Namensgebung in Papua-Neuguinea, wo jede Person Geburtsnamen, Rufnamen, Spitznamen, Freundschaftsnamen und Nekronyme trägt. Der Artikel dient ihr als ethnologische Parallele zur biblischen Szene, in der Gott seinen Namen verweigert – die Privatheit des Namens als universelles kulturelles Phänomen.

Zum Artikel bei FAZ
Lederstrumpf (The Leatherstocking Tales)
Buch

Lederstrumpf (The Leatherstocking Tales)

James Fenimore Cooper

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:40:51 „Der hieß J.F. Cooper und lebte 1798 bis 1851 und war ein Fronscher-Siedler. Also das war tatsächlich jemand, der auf dem Gebiet zwischen dem besiedelten amerikanischen Kontinent und dem wilden amerikanischen Kontinent lebte. Und wenn du Lederstrumpf liest, was ich kürzlich mal versucht habe, dann wirst du verrückt, weil die ständig ihren Namen ändern.“

Sabine Rückert greift zum Lederstrumpf-Roman als Illustration für die verwirrende Namensvielfalt bei indigenen Völkern. Sie hat das Buch kürzlich selbst zu lesen versucht und beschreibt ihre Frustration: Stämme und Personen wechseln ständig ihre Namen, das Buch ist ihrer Meinung nach schlecht geschrieben und mit wissenschaftlichen Fußnoten überfrachtet – sie hat aufgegeben.

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Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?
Buch

Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?

Richard David Precht

🗣 Johanna Haberer erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:42:29 „Dass die Einsicht, dass sich ein Leben, ein menschliches Leben oder eine menschliche Biografie nicht mit einem Namen abbilden lässt, sondern dass wir alle viele sind eigentlich. Wer bin ich und wenn ja, wie viele?“

Johanna Haberer spricht über die Vielschichtigkeit menschlicher Identität und die Praxis indigener Kulturen, Personen mehrere Namen zu geben. Die Formulierung entspricht exakt dem Titel von Prechts populärphilosophischem Bestseller und wird hier als geflügeltes Wort eingesetzt, um die These zu verdichten.

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