Eine Vergewaltigung und ihre Folgen
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Diese Folge taucht ein in eines der blutigsten Kapitel der Jakobssaga: die Geschichte von Dina, Jakobs einziger Tochter, die vom Fürstensohn Sichem entehrt wird — ob durch Vergewaltigung oder einvernehmlichen vorehelichen Sex, darüber entspinnt sich eine lebhafte Debatte zwischen den Schwestern. Während Sichem Dina heiraten will und sein Vater Hamor bei Jakob vorspricht, brodelt unter den elf Brüdern bereits ein Zorn, der in einer blutigen Vergeltung münden wird.
„Also es ist auf einmal so ein Gouvernantensatz, auch gegenüber einer Vergewaltigung, sowas darf man nicht tun, was für ein Irrersatz.“
Erwähnte Medien (4)
Richterbuch (Richter 19)
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:10:19 „Es gibt die Geschichte, die steht im Richterbuch 19 von einem Mann. Er hat gesagt, es war kein König in Israel, das heißt, es war wahrscheinlich rechtlose Zeit. Und da wohnt ein Levit, also ein Mann aus Lewy und er hat eine wunderschöne Nebenfrau und die kommt aus Bethlehem.“
Johanna Haberer erzählt als Parallelgeschichte zur Dina-Erzählung die Geschichte aus Richter 19, in der ein Levit seine Nebenfrau einer Gruppe von Männern überlässt, die sie die ganze Nacht vergewaltigen. Sie nutzt diese Geschichte, um zu zeigen, wie eine echte Vergewaltigung im Alten Testament gehandhabt wird – im Kontrast zur Dina-Geschichte, bei der sie eher von einvernehmlichem vorehelichem Geschlechtsverkehr ausgeht.
Buch Richter
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:27:12 „Ja, die Benjamin-Nitwit, das sind ja die, von denen du gerade erzählt hast aus dem Buch Richter, die die Nebenfrau des Levi vergewaltigen.“
Sabine Rückert verweist auf das biblische Buch Richter, um die Nachkommen Benjamins einzuordnen. Die Stelle wird als Hintergrund für die Gewaltgeschichte der Nebenfrau des Levi herangezogen, die im vorherigen Abschnitt besprochen wurde.
Das Sterben der Mütter
Wolfgang Bauer
🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:27:23 „Jetzt wollte ich nochmal einmal eine Geschichte vorlesen, die nicht bei der Zeit gestanden hat, aber in der Zeitung Nido. Und zwar von einem Autor, der inzwischen bei uns ist, der heißt Wolfgang Bauer und ist unser Kriegsreporter. Der fährt immer nach Afghanistan und an die gefährlichsten Orte der Welt.“
Sabine Rückert liest ausführlich aus einem Reportage-Text von Wolfgang Bauer vor, der 2010 in der Zeitschrift Nido erschien. Bauer beschreibt darin die katastrophale Müttersterblichkeit in Sierra Leone, wo eine von acht Frauen die Geburt nicht überlebt. Rückert nutzt den Text, um zu verdeutlichen, was hinter den fünf biblischen Worten 'denn es war eine schwere Geburt' beim Tod der Rahel wirklich steckt.
1. Buch Mose (Genesis)
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:32:03 „Wir haben es ja im ersten Buch Mose ganz am Anfang gelesen, wo der Fluch der Menschheit zunächst mal so formuliert wird, dass der Mann im Schweiße seines Angesichts arbeiten muss und die Frau die Unterschmerzenkinder bekommen muss.“
Johanna Haberer verweist auf die Schöpfungserzählung im ersten Buch Mose, um den Zusammenhang zwischen dem biblischen Fluch und der bis heute andauernden Realität schmerzhafter Geburten herzustellen. Sie knüpft damit an Sabine Rückerts Lesung über die Müttersterblichkeit in Sierra Leone an.