Unter Pfarrerstöchtern – Jakob, Mutters Liebling
#014

Jakob, Mutters Liebling

Unter Pfarrerstöchtern / 08. Juni 2020 / 8 Medien

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Bevor es um Jakob geht, wird zunächst Ismaels Schicksal aufgerollt: Der Halbbruder Isaaks zeugt zwölf Söhne, die allesamt Fürsten werden und als unbändige Beduinenvölker Nordarabien durchstreifen — frech, stark und niemandem untertan. Die rätselhafte Bibelformulierung, Ismael habe sich allen seinen Brüdern vors Gesicht gesetzt, entpuppt sich als Bild für nomadische Stämme, die sich vor den sesshaften Siedlungen breitmachten und ihnen auf der Nase herumtanzten.

„Allen seinen Brüdern setzte er sich vors Gesicht — und wenn man jetzt die Namen anguckt, weiß man, dass es freche, starke, ungebärdige und nicht zu bändigende Beduinenvölker waren.“
🗣 Johanna Haberer

Erwähnte Medien (8)

Buch Hosea
Buch

Buch Hosea

Hosea

🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:12:46 „Und dann wird er aber, das ist dann im Prophetenbuch Hosea nochmal aufgenommen, dann steckt in diesem Wort Jakob gleichzeitig auch der Betrüger drin. Also dieses Fersenhalter und Betrüger, das gehört ein bisschen zusammen.“

Johanna Haberer verweist auf das Prophetenbuch Hosea, in dem die Namensdeutung Jakobs als 'Betrüger' nochmals aufgegriffen wird. Sie zeigt damit, wie innerbiblische Querverweise die Charakterisierung Jakobs als listigen Fersenhalter und Betrüger verstärken.

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Geo (Artikel über Geschwisterbeziehungen)
Artikel

Geo (Artikel über Geschwisterbeziehungen)

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:22:08 „Und da steht zum Beispiel, in repräsentativen Umfragen erklärt jeder fünfte Deutsche seine Geschwister selten oder nie zu sehen. Diese Geschichte, dieser Text ist von Geo, von der Zeitschrift Geo.“

Sabine Rückert zitiert einen Artikel aus der Zeitschrift Geo über Geschwisterbeziehungen, um die biblische Rivalität zwischen Jakob und Esau in einen modernen Kontext zu setzen. Der Artikel liefert Statistiken darüber, wie häufig Geschwister den Kontakt zueinander pflegen.

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Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lukasevangelium, Kapitel 15)
Buch

Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lukasevangelium, Kapitel 15)

🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:23:14 „Wir haben diese Geschwisterpaare von Kain und Abel bis zu dem jüngeren und älteren Bruder in der Geschichte vom verlorenen Sohn, haben wir immer wieder das Motiv der Brüder und diese Frage, wer liebt eigentlich wen mehr?“

Johanna Haberer zieht eine Linie von den alttestamentlichen Geschwisterpaaren bis zum neutestamentlichen Gleichnis vom verlorenen Sohn, um das wiederkehrende biblische Motiv der rivalisierenden Brüder und der ungleichen Elternliebe zu illustrieren.

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Zitat über das Eroberergefühl des Erstgeborenen
Essay

Zitat über das Eroberergefühl des Erstgeborenen

Sigmund Freud

🗣 Sabine Rückert zitiert daraus bei ⏱ 00:25:12 „Wenn man der unbestrittene Liebling der Mutter gewesen ist, so behält man fürs Leben jenes Eroberergefühl und jene Zuversicht des Erfolgs, welche nicht selten den Erfolg nach sich zieht. Das schrieb Sigmund Freud, der große Psychoanalytiker.“

Sabine Rückert zitiert Sigmund Freud, um die biblische Bevorzugung Jakobs durch seine Mutter Rebekka psychologisch einzuordnen. Freuds These der self-fulfilling prophecy — wer als Kind bedingungslos geliebt wird, entwickelt eine unerschütterliche Erfolgsgewissheit — wird als Erklärung herangezogen, warum Jakob trotz seiner moralisch fragwürdigen Methoden zum Erfolg kommt.

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Harry Potter
Buch

Harry Potter

J.K. Rowling

🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:25:41 „Dieses wunderbare Motiv, das ist ja bei Harry Potter zum Beispiel. Harry Potter, der immer so diese Aura der Liebe seiner Mutter um sich hat. Und er kann gar nicht verlieren, weil im Augenblick, wo es am dunkelsten wird, erscheint ihm plötzlich die Kraft.“

Johanna Haberer vergleicht Freuds These über die Kraft mütterlicher Liebe mit dem Motiv in Harry Potter: So wie Jakob durch Rebekkas bedingungslose Liebe geschützt ist, trägt Harry Potter die schützende Aura der Liebe seiner Mutter, die ihn in den dunkelsten Momenten rettet. Der Vergleich illustriert, wie das biblische Motiv in der modernen Literatur weiterlebt.

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Fokus-Interview mit Salloway über Geschwisterfolgen
Artikel

Fokus-Interview mit Salloway über Geschwisterfolgen

🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:26:18 „Jetzt wollte ich noch ein ganz kurzes kleines Interview vorlesen, das im Fokus erschienen ist, allerdings schon ein paar Jährchen her. Aber dort hat man einen Herrn Salloway gefragt, der sich sein Leben lang über Geschwisterfolgen Gedanken gemacht hat.“

Sabine Rückert liest ein älteres Interview aus dem Fokus-Magazin mit dem Psychologen Salloway vor, der die Dynamik von Geschwisterrivalitäten erforscht hat. Sie nutzt seine Thesen — Erstgeborene als verantwortungsbewusste Ersatzeltern, Jüngere als risikobereitere Nischenfinder — um die biblische Konstellation von Esau und Jakob psychologisch zu deuten.

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Born to Rebel: Birth Order, Family Dynamics, and Creative Lives
Buch

Born to Rebel: Birth Order, Family Dynamics, and Creative Lives

Frank Sulloway

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:26:40 „Salloway taucht also in den Archiven immer wieder auf und der wurde interviewt, was er von der Geschwisterfolge hält. Und der sagt dann Folgendes. Erstgeborene nehmen die Rolle von Ersatzeltern ein, kümmern sich um jüngere Geschwister, deshalb sind sie gewissenhafter, verantwortungsbewusster und disziplinierter.“

Sabine Rückert zitiert ausführlich aus einem Fokus-Interview mit Sulloway über Geschwisterfolgen. Die dort referierten Thesen – Erstgeborene als Ersatzeltern, Jüngere als risikobereitere Nischensucher – stammen aus Sulloways bekanntem Buch über Geburtenreihenfolge und Persönlichkeitsentwicklung, das implizit die Grundlage des gesamten Interviewabschnitts bildet.

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Jesus Sirach (Buch Sirach)
Buch

Jesus Sirach (Buch Sirach)

🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:36:23 „Sei nicht unersättlich, dass du keinen Anstoß erregst. Ein wohlerzogener Mensch ist mit wenig zufrieden und muss in seinem Bett nicht stöhnen. Aber wer zu viel isst, schläft unruhig und krümmt sich vor Schmerzen.“

Johanna Haberer hat als 'gutes Wort zum Schluss' einen Vers ausgesucht, der zum verfressenen Esau passt. Es handelt sich um eine Passage aus dem Buch Jesus Sirach (Kapitel 31) über Mäßigkeit beim Essen, die als Schlusswort der Episode vorgelesen wird.

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