Die sogenannte Gegenwart – Social-Media-Verbot für Kinder Ist das noch Liberalismus
#132

Social-Media-Verbot für Kinder Ist das noch Liberalismus

Die sogenannte Gegenwart / 09. März 2026 / 17 Medien

Nina Pauer, Ijoma Mangold, Lars Weisbrod

In dieser Folge nehmen sich die Hosts ein Mainstream-Thema vor: das vieldiskutierte Verbot von Social Media für Jugendliche und die Frage, ob sich das mit liberalen Grundsätzen vereinbaren lässt. Ijoma Mangold rahmt das Thema augenzwinkernd als Sorge besorgter Eltern, die fürchten, ihr Nachwuchs könnte in den manipulativen Algorithmen Schiffbruch erleiden — und nutzt dabei ironisch die Sprecherposition des 'alten weißen Mannes', die er über einen transracialen Umweg für sich reklamiert.

„Alte weiße Männer und alte weiße Frauen haben Sorgen, dass nämlich ihr Nachwuchs Schiffbruch erleiden könnte in den manipulativen Algorithmen von Social Media.“
🗣 Ijoma Mangold

Erwähnte Medien (17)

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Artikel

Artikel über den Anfang des Privatfernsehens

🗣 Lars Weisbrod erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:02:15 „Neulich Was war das? Es war ein Artikel in der SZ oder war das bei uns? Ich bringe gerade alles durcheinander. Über den Anfang des Privatfernsehens oder die ersten Nachrichtensendungen auf Sat.1.“

Vager Verweis auf einen Artikel über die Anfänge des Privatfernsehens und die Inszenierung von Nachrichtensendungen bei Sat.1

Zum Artikel bei Deutschlandfunkkultur.de
Wohlstand für alle
Podcast

Wohlstand für alle

🗣 Lars Weisbrod erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:09:01 „Da gab es dann bei Wohlstand für Alle eine Folge zu China-Maxing und irgendwie dieser Frage, sind wir jetzt auch kulturell alle Chinesen?“

Verweis auf eine Podcast-Folge über kulturelle Hegemonie Chinas im Kontext der Diskussion über chinesische Tierkreiszeichen

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China-Maxing (Folge)
Podcast

China-Maxing (Folge)

🗣 Lars Weisbrod erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:09:56 „Da gab es dann bei Wohlstand für Alle eine Folge zu China-Maxing und irgendwie dieser Frage, sind wir jetzt auch kulturell alle Chinesen?“

Lars Weisbrod erwähnt eine Folge des Podcasts 'Wohlstand für Alle', die sich mit dem Phänomen 'China-Maxing' beschäftigt – also der Frage, ob China inzwischen auch kulturell eine Hegemonie erlangt hat. Er nutzt die Referenz als Kontext für seinen eigenen Gegenwartscheck über das chinesische Horoskop und Lego.

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The Anxious Generation
Buch

The Anxious Generation

Jonathan Haidt

🗣 Ijoma Mangold empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:15:36 „Und der hat ein wichtiges Buch, das auch in Deutschland erschien und da durchaus auch schon Wellen geschlagen hat, aber noch mehr in Amerika geschrieben, wo er die Sozialdaten von Jugendlichen auswertet und sagt, das Jahr 2014 ist einfach eine radikale Zäsur.“

Jonathan Haidts Buch über die negativen Auswirkungen von Social Media auf Jugendliche wird als Ausgangspunkt der Debatte über Social-Media-Verbote diskutiert

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Phaidros
Buch

Phaidros

Platon

🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:39:19 „Und zwar je immer schon, seit der Erfindung der Schrift, als Platon in einem berühmten Dialog beklagt hat, dass die Erfindung der Schrift leider einen Angriff auf die Gedächtnisfähigkeit des Menschen darstellt und insofern von Übel sei.“

Ijoma Mangold argumentiert, dass Kulturpessimismus gegenüber neuen Medien so alt sei wie die Medien selbst. Als ältestes Beispiel führt er Platons berühmten Dialog an, in dem die Erfindung der Schrift als Bedrohung für das menschliche Gedächtnis beklagt wird – eine Parallele zur heutigen Social-Media-Kritik, die Mangold damit relativieren möchte.

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The Rationale of Reward
Buch

The Rationale of Reward

Jeremy Bentham

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:52:48 „Wie heißt es bei Bantham, Pushpin und Poetry ist doch beides eigentlich gleich gut, kommt drauf an, wem es gefällt.“

Lars Weisbrod zitiert Benthams berühmtes Diktum, dass Pushpin (ein Kinderspiel) und Poesie gleich viel wert seien, solange sie gleich viel Vergnügen bereiten. Er nutzt dies als Analogie für die liberale Position, dass der Staat nicht entscheiden solle, ob Social Media gut oder schlecht ist.

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The Child's Right to an Open Future
Essay

The Child's Right to an Open Future

Joel Feinberg

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:53:58 „Und es kam ein wirklich ganz toller Aufsatz, ich verlinke ihn unten mal, kann man glaube ich als Laie auch sehr gut lesen, ich bin ja auch nur Laie, von einem Joel Feinberg aus den 80ern, der, so sagt mir das Chet G.P.T. und das stimmt glaube ich, auch so eine Debatte begründet hat. Denn dieser Joel Feinberg schlägt ein Recht vor, was nur Kinder haben. Also er ist Rechtsphilosoph und dieses Recht ist a right to an open future.“

Lars Weisbrod berichtet, dass er nach der letzten Folge ChatGPT nach philosophischer Literatur zur Frage gefragt hat, ob der Staat Social Media für Kinder verbieten darf. Der Aufsatz von Joel Feinberg über das 'Recht auf eine offene Zukunft' wurde ihm empfohlen und hat ihn begeistert. Feinberg argumentiert, dass Kinder noch nicht autonom sind und der Staat ihre zukünftigen Möglichkeiten schützen muss – etwa indem Amish-Kinder bis 16 zur Schule gehen müssen, damit sie später frei wählen können.

Zum Artikel bei Pmc.ncbi.nlm.nih.gov
Artikel über Netzwerkeffekte und Social Media
Artikel

Artikel über Netzwerkeffekte und Social Media

Oliver Weber

🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 01:00:20 „Und es gibt einen interessanten Artikel von unserem Kollegen, von unserem sehr klugen Kollegen Oliver Weber zur Frage der Netzwerkeffekte.“

Artikel über Netzwerkeffekte bei Social Media, der zeigt, dass viele Nutzer auf Social Media verzichten würden, wenn alle anderen es auch täten

Zum Artikel bei Link.springer.com
Netzwerkeffekte und Social-Media-Verbot
Artikel

Netzwerkeffekte und Social-Media-Verbot

Oliver Weber

🗣 Ijoma Mangold empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:02:03 „Und es gibt einen interessanten Artikel von unserem Kollegen, von unserem sehr klugen Kollegen Oliver Weber zur Frage der Netzwerkeffekte. Er führt eine Untersuchung aus den USA an, wonach die meisten Menschen, Studenten wurden da, glaube ich, befragt, sehr viel Geld zahlen würden, um sicherzustellen, dass sie ihren Social-Media-Zugang garantiert bekommen. Aber dieselben wären durchaus bereit, ganz darauf zu verzichten, wenn alle anderen auch darauf verzichten würden.“

Ijoma Mangold bringt einen Artikel des ZEIT-Kollegen Oliver Weber ins Gespräch, der das Phänomen der Netzwerkeffekte bei Social Media analysiert. Die zentrale Erkenntnis: Menschen wollen Social Media eigentlich nicht, nutzen es aber nur, weil alle anderen es auch tun. Lars Weisbrod greift den Text später begeistert auf und sagt, er habe ihm ein neues Paradigma eröffnet – Gesetze könnten nicht nur Verbote sein, sondern Koordinierungsprobleme lösen.

Zum Artikel bei ZEIT Online
Wir amüsieren uns zu Tode
Buch

Wir amüsieren uns zu Tode

Neil Postman

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 01:03:31 „Wir amüsieren uns noch alle zu Tode, heißt glaube ich sein berühmtester.“

Neil Postmans bekanntestes Werk wird im Kontext der Medienkritik und der Debatte um Social-Media-Verbote erwähnt

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Kommentar zu Social Media und Neil Postman
Artikel

Kommentar zu Social Media und Neil Postman

Marie-Luise Goldmann

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 01:03:31 „Erwähnen wir noch einen interessanten, kurzen Kommentar der Kollegin Marie-Luise Goldmann in der Welt.“

Kommentar in der Welt, der die Debatte um Social-Media-Verbote mit Neil Postmans Theorie über den Verlust der Kindheit verbindet

Zum Artikel bei Welt
Die Erfindung der Kindheit
Buch

Die Erfindung der Kindheit

Philippe Ariès

🗣 Lars Weisbrod erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:03:31 „Wir wissen alle, es gibt dieses berühmte Buch über die Erfindung der Kindheit, dass dieses Konzept ja auch nicht zeitlos ist.“

Verweis auf das historische Standardwerk über die Entstehung des Kindheitsbegriffs im Kontext der Diskussion über Kindheit und Medien

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Leviathan
Buch

Leviathan

Thomas Hobbes

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 01:05:31 „Denn wenn man jetzt so Kontraktualist ist und Hobbes macht oder so, dann ist es ja am Ende oder bei Hobbes auch nur ein Koordinierungsproblem, was die Menschen lösen, wenn sie den Leviathan einberufen. Irgendwie keiner mag den Krieg aller gegen aller so richtig gerne.“

Lars Weisbrod verbindet Oliver Webers Netzwerkeffekt-These mit klassischer politischer Philosophie. Er erkennt, dass sein neues Paradigma – Gesetze als Lösung von Koordinierungsproblemen statt als Verbote – direkt an Hobbes' Leviathan anschließt: Auch der Gesellschaftsvertrag löst ein Koordinierungsproblem, nämlich den Krieg aller gegen alle.

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Kommentar zum Social-Media-Verbot und Neil Postman
Artikel

Kommentar zum Social-Media-Verbot und Neil Postman

Marie-Luise Goldmann

🗣 Lars Weisbrod empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:06:48 „Erwähnen wir noch einen interessanten, kurzen Kommentar der Kollegin Marie-Luise Goldmann in der Welt. Dort hat Frau Goldman geschrieben, dass man die Debatte um Social Media Verbot nochmal in Verbindung bringen müsste mit Neil Postman.“

Lars Weisbrod empfiehlt einen Kommentar von Marie-Luise Goldmann in der Welt, der die Debatte um ein Social-Media-Verbot für Kinder mit den Thesen von Neil Postman verknüpft. Goldmann greift Postmans Idee auf, dass moderne Medien die Kindheit bedrohen, weil sie Geheimnisse zerstören, und nutzt das als Argument für ein Verbot. Der Artikel regt beide Sprecher zu weiterführenden Gedanken an.

Zum Artikel bei Welt
Das Verschwinden der Kindheit
Buch

Das Verschwinden der Kindheit

Neil Postman

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 01:07:13 „Wir amüsieren uns zu Tode und es gibt eben auch ein Buch und darum geht es Frau Goldmann im Text. Das heißt so ungefähr der Verlust der Kindheit. Und da schreibt Neil Postman, das fasst die Autorin zusammen, dass durch die modernen Medien und er meinte natürlich damals das Fernsehen, die Kindheit bedroht ist.“

Lars Weisbrod beschreibt das zweite zentrale Postman-Buch, das im Goldmann-Kommentar besprochen wird. Postmans These: Kindheit braucht Geheimnis, und moderne Medien zerstören dieses Geheimnis, indem sie die ganze Welt transparent in jedes Zimmer bringen. Weisbrod entwickelt daraus den eigenen Gedanken, dass die Erfindung der Kindheit in der Moderne eine Reaktion auf die Entzauberung der Welt war.

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Geschichte der Kindheit
Buch

Geschichte der Kindheit

Philippe Ariès

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 01:07:33 „Die Kindheit, soweit war er sozusagen auf dem Stand der Geisteswissenschaft, war für ihn natürlich eine Erfindung. Ja, wir wissen alle, es gibt dieses berühmte Buch über die Erfindung der Kindheit, dass dieses Konzept ja auch nicht zeitlos ist.“

Im Kontext von Neil Postmans These über den Verlust der Kindheit durch moderne Medien verweist Lars Weisbrod auf das berühmte Werk von Philippe Ariès, das die Kindheit als historische Erfindung beschreibt. Er nutzt es als Hintergrund für die Argumentation, dass Kindheit als Schutzraum vor medialer Entzauberung dient.

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Dschungelkind
Buch

Dschungelkind

Sabine Kuegler

🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 01:10:53 „Da gab es eine junge Frau, die einen Bestseller geschrieben hatte, die mit ihren Eltern, wenn ich das richtig erinnere, das ist lange her, ich glaube mindestens zehn Jahre her, im Urwald aufgewachsen ist.“

Ijoma Mangold erinnert sich an eine Talkshow-Sendung, in der eine junge Frau auftrat, die im Urwald aufgewachsen war und einen Bestseller darüber geschrieben hatte. Er nutzt das Beispiel, um zu illustrieren, wie Medienabstinenz eine unverwüstliche Individualität bewahren kann – als Argument für den Schutz von Kindern vor medialer Vergesellschaftung.

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