Die sogenannte Gegenwart – Werden wir jetzt wieder Freunde
#086

Werden wir jetzt wieder Freunde

Die sogenannte Gegenwart / 08. April 2024 / 21 Medien

Nina Pauer, Ijoma Mangold, Lars Weisbrod

Anlass der Folge ist ein Feuilleton-Text von Lars über das Ende von Social Media — ein schleichendes Vorbeigefühl, das die beiden Millennials zum Anlass nehmen, ihre eigene Social-Media-Biografie abzuschreiten: von der Freundschaftsanfrage über die Follower-Ära bis zur heutigen Ernüchterung. Die zentrale Frage dabei: Was kommt nach Social Media, und wie lässt sich verhindern, dass es noch schlimmer wird als das, was war?

„Viele Leute, ich auch, sind nicht so glücklich in Hindsight damit, was Social Media aus uns gemacht hat. Also wie können wir dafür sorgen, dass was auch immer danach kommt, zumindest nicht noch schlimmer wird?“
🗣 Lars Weisbrod

Erwähnte Medien (21)

Das Ende von Social Media
Artikel

Das Ende von Social Media

Lars Weisbrod

🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:01:35 „Du hast nämlich Mitte Februar im Feuilleton der Zeit einen Text geschrieben über das Ende von Social Media. Und genau darüber wollen wir heute nachdenken.“

Nina Pauer stellt Lars Weisbrods Feuilleton-Text in der ZEIT als Ausgangspunkt der gesamten Episode vor. Es ist das erste Mal, dass der Podcast explizit über einen eigenen Text eines der Hosts spricht. Der Text handelt vom schleichenden Ende der sozialen Medien und einem diffusen 'Vorbeigefühl'.

Zum Artikel bei ZEIT Online
Der Ernährungskompass
Buch

Der Ernährungskompass

Bas Kast

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:13:12 „Wahrscheinlich das schlechteste, wahrscheinlich Ernährungskompass Rot F-. Aber es sind so schöne Kindheitserinnerungen.“

Lars Weisbrod erwähnt den Ernährungskompass beiläufig als humorvolle Referenz, um zu verdeutlichen, wie ungesund Knack-und-Back-Produkte sind – sie wären laut Ernährungskompass die schlechteste Kategorie, aber die Kindheitserinnerungen überwiegen.

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Artikel

The End of the Social Network

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:23:44 „Der Economist hatte sogar eine Titelgeschichte mit, titelte mit, The End of the Social Network. Und die hatten dann tatsächlich auch, also die hatten wahnsinnig viele Zahlen in ihrem Text, aber eine zahlte dann direkt auf die These ein, dass soziale Netzwerke an sich vorbei sind.“

Lars Weisbrod zitiert die Titelgeschichte des Economist als Beleg für seine These vom Ende der sozialen Medien. Er hebt eine konkrete Zahl hervor: 2020 sagten noch 40 Prozent der Amerikaner, sie dokumentieren gern ihr Leben online, 2024 nur noch 28 Prozent.

Zum Artikel bei Informedi.org
Atlantic-Artikel über Social Media
Artikel

Atlantic-Artikel über Social Media

Ian Bogost

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:24:13 „Im Atlantic gab es einen Beitrag dazu und auch anderswo, wir verlinken das ja unten alles“

Lars verweist auf einen Atlantic-Artikel des Medienwissenschaftlers Ian Bogost über das Ende der sozialen Medien

Zum Artikel bei Theatlantic.com
Beitrag über das Ende der sozialen Medien
Artikel

Beitrag über das Ende der sozialen Medien

🗣 Lars Weisbrod erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:25:01 „Im Atlantic gab es einen Beitrag dazu und auch anders so, wir verlinken das ja unten alles.“

Lars Weisbrod verweist neben dem Economist-Artikel auch auf einen Beitrag im Atlantic, der sich ebenfalls mit dem Ende der sozialen Medien beschäftigt. Der genaue Titel wird nicht genannt, aber er wird als Teil einer breiteren Debatte eingeordnet.

Zum Artikel bei Theatlantic.com
HDGDL
Podcast

HDGDL

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:27:59 „Es gibt einen Podcast, der heißt HDGDL und der ist so ein bisschen so eine Art, ja, Allgemeinbiografie von Millennials, die rückblickend auf ihre Phänomene gucken, die haben eine Folge über ICQ gemacht, weil das glaube ich schon alle von uns, dieses Logo, diese Blume und die Geräusche davon, da werden sofort Erinnerungen wach.“

Im Gespräch über die frühe Social-Media-Geschichte und Messenger-Dienste wie ICQ empfiehlt Lars Weisbrod diesen Podcast als Vertiefung. HDGDL wird als eine Art kollektive Millennial-Biografie beschrieben, die nostalgisch auf digitale Phänomene der Jugend zurückblickt. Er kündigt an, die Folge über ICQ in den Shownotes zu verlinken.

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Friends
Serie

Friends

David Crane, Marta Kauffman

🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:31:41 „Die Kopie, also der Social-Aspekt an Social Media, der einstige, ist ja von begeisterten Friends, also der Serie Friends, dass das zusammentrifft, dass man das damals geguckt hat und sich dann mit den eigenen Freunden und sich dann noch bei Facebook als Freunde befreundet hat, obwohl man natürlich eh Freunde war.“

Nina Pauer stellt eine kulturelle Verbindung her zwischen der TV-Serie Friends und dem Freundschaftsbegriff bei Facebook. Sie argumentiert, dass die kuschelige Freunde-Welt der Serie und das frühe Facebook-Erlebnis, sich mit realen Freunden auch digital zu befreunden, zeitlich und emotional zusammenfielen.

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The Age of Social Media Is Ending
Artikel

The Age of Social Media Is Ending

Ian Bogost

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:33:54 „In diesem Atlantic-Artikel, den wir verlinken, schreibt der Medienwissenschaftler Ian Bogost, denke ich, spricht er sich aus, den schönen Satz, plötzlich hielten sich mehrere Milliarden Menschen für Prominente, für Experten, für Trendsetter.“

Lars Weisbrod zitiert einen Artikel des Medienwissenschaftlers Ian Bogost im Atlantic, der analysiert, wie Social Media Menschen dazu verführte, sich als Prominente und Trendsetter zu sehen. Der Artikel wird als zentrale Referenz für die These des Gesprächs herangezogen, dass Social Media in seine Bestandteile zerfällt. Bogost wird auch mit der These zitiert, dass wir eigentlich nicht dafür gemacht sind, so viel miteinander zu kommunizieren.

Zum Artikel bei Theatlantic.com
Perhaps millennials have simply aged out of the Internet
Artikel

Perhaps millennials have simply aged out of the Internet

Max Read

🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:41:23 „New York Times hat auch einer geschrieben hier, Max Red, geschrieben, perhaps millennials have simply aged out of the Internet. Also man kann auch sagen, und natürlich bin ich da jetzt ja auch nicht die 19-jährige TikTok-Userin.“

Nina Pauer zitiert einen New-York-Times-Text von Max Read, der die Gegenthese formuliert: Vielleicht sind Millennials schlicht aus dem Internet herausgewachsen. Sie nutzt das Zitat, um den naheliegenden Einwand zu adressieren, dass ihre Social-Media-Müdigkeit nur eine Altersfrage sein könnte, bevor sie argumentiert, dass die Übersättigung objektiv existiert.

Zum Artikel bei New York Times
TikTok-Trendbaiting
Artikel

TikTok-Trendbaiting

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:43:36 „Und da gab es einen schönen Text bei, ich glaube Vox, verlinken wir auch unten, also dieser amerikanischen Plattform Vox, über TikTok-Trendbaiting. Und das beschrieb auch sozusagen ein analoges Gefühl, dass man das Gefühl hat, auf TikTok versuchen dauernd Leute so Begriffe, das ist ja dein Lieblingsthema, heute versucht jeder für alles einen Begriff zu erfinden.“

Lars Weisbrod verweist auf einen Vox-Artikel über das Phänomen des TikTok-Trendbaitings, bei dem Nutzer ständig neue Begriffe für alltägliche Gefühle erfinden. Der Text unterstützt seine These, dass die kulturelle Bedeutung von TikTok abnimmt, weil die ständig neuen Trends eine kurze Halbwertszeit haben und sich schal anfühlen.

Zum Artikel bei Vox.com
Seinfeld
Serie

Seinfeld

Larry David, Jerry Seinfeld

🗣 Lars Weisbrod zitiert daraus bei ⏱ 00:47:36 „Gleichzeitig muss man auch dazu sagen, ich weiß aber, da gilt der alte Jerry Seinfeld Satz Breaking up is like knocking over a Coke machine. You can't do it in one push. You have to go back and forth a bit.“

Lars Weisbrod zitiert einen bekannten Seinfeld-Witz über Trennungen – man kann einen Cola-Automaten nicht mit einem Stoß umwerfen, man muss ihn zum Wackeln bringen – als Metapher für den langen Prozess der Ablösung von Social Media. Das Zitat dient als humorvolle Millennial-Referenz in einem ansonsten analytischen Gespräch.

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Capital Is Dead: Is This Something Worse?
Buch

Capital Is Dead: Is This Something Worse?

McKenzie Wark

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:48:27 „Dann aber denke ich an diesen tollen Buchtitel von der marxistischen Intellektuellen Mackenzie Walk, die hat mal dieses Buch geschrieben, Capital is dead, is this something worse? Also die These war, der Kapitalismus ist eigentlich vorbei, darauf haben wir uns als Marxisten immer gefreut, aber ist es eigentlich was Schlimmeres, was jetzt an seine Stelle getreten ist?“

Lars Weisbrod nutzt McKenzie Warks Buchtitel als Analogie für seine Social-Media-These: So wie Wark fragte, ob nach dem Kapitalismus etwas Schlimmeres kam (Technofeudalismus), fragt er, ob nach Social Media etwas Schlimmeres kommt – etwa TikTok als reines Konsummedium ohne sozialen Austausch. Der Buchtitel dient als intellektuelle Rahmung für seine ambivalente Haltung zwischen Hoffnung und Sorge.

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Minima Moralia
Buch

Minima Moralia

Theodor W. Adorno

🗣 Lars Weisbrod zitiert daraus bei ⏱ 00:52:57 „Es gibt kein richtiges Leben im Falschen, alter ausgenudelter Adorno-Satz. Und genauso würde man doch sagen, es gibt keinen richtigen Content in der falschen Form. Also wenn am Ende alles Bits and Pieces and snackable kleine Häppchen sein sollen, dann komme ich ja auch nur so und so weit damit.“

Lars Weisbrod adaptiert Adornos berühmten Aphorismus aus den Minima Moralia, um seine Skepsis gegenüber Microlearning auszudrücken. Seine These: Wenn das Format grundsätzlich falsch ist – kleine Häppchen statt vertiefter Auseinandersetzung –, kann auch der Inhalt nicht richtig sein. Der Adorno-Verweis verleiht seiner Kritik an der Snackification von Wissen philosophisches Gewicht.

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Radical Attention
Buch

Radical Attention

Julia Bell

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:56:06 „Eins heißt Radical Attention von Julia Bell. Habe ich irgendwie mal so als Spontankauf auf der Documenta in Kassel. Sie hatten so einen riesen Documenta-Buchladen, da lag das irgendwo. Schlechtes Buch, bitte nicht lesen, es sind nur langweilige Sachen drin. Aber der Titel ist geil.“

Lars Weisbrod nennt den Buchtitel als programmatisch für sein Argument gegen Micro-Learning. Er empfiehlt das Buch ausdrücklich nicht zum Lesen, findet aber den Titel treffend: Der politisch radikale Akt heute sei es, die eigene Aufmerksamkeit zurückzugewinnen, statt sie in snackable Content zu investieren.

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Stolen Focus
Buch

Stolen Focus

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:56:31 „Und ein anderer Buchtel, der das auf den Punkt bringt, da habe ich gerade den Autor vergessen, der heißt Stolen Focus. Also was uns passiert ist, dass unser Fokus, unsere Aufmerksamkeit uns gestohlen wurde von mit viel Kapital versorgten Psychologie-Ingenieuren im Silicon Valley, die alles dafür getan haben, dass es dann nochmal blinkt, damit ich dann nochmal drei Sekunden in diese App investiere.“

Lars Weisbrod nennt den zweiten Buchtitel als Ergänzung zu 'Radical Attention'. Er kann sich nicht an den Autor erinnern, fasst aber die These zusammen: Unsere Aufmerksamkeit wurde uns systematisch von Tech-Konzernen im Silicon Valley gestohlen. Das sei das eigentliche Problem, nicht mangelndes Micro-Learning.

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Inside
Film

Inside

Bo Burnham

🗣 Lars Weisbrod empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:57:31 „Vor ein paar Jahren ist ein Film erschienen, der heißt Inside von einem amerikanischen Komiker Bo Burnham. Für mich ist es einer der großartigsten Filme der letzten Jahre. Es ist schwierig zu beschreiben, was er da macht. Bo Burnham ist Komiker, aber er macht so eine Art Musikkomödie.“

Lars Weisbrod feiert den Netflix-Film als einen der großartigsten der letzten Jahre und bedauert, nie eine eigene Folge dazu gemacht zu haben. Bo Burnham drehte den Film allein während des Lockdowns in seiner Wohnung. Für Weisbrod steht der Film symbolisch für den Ausbruch aus der digitalen Snack-Kultur: Burnham hat nichts vorab veröffentlicht, sondern auf Delayed Gratification gesetzt und ein abgeschlossenes Werk geschaffen.

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Ich hasse dieses Internet
Buch

Ich hasse dieses Internet

Jarett Kobek · 2016

🗣 Lars Weisbrod empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:02:48 „Jared Kobach, den ich sehr schätze, der hat ein Buch geschrieben, ich hasse dieses Internet, was wahnsinnig vorausblickend und interessant ist. Auch das kann ich jedem nochmal empfehlen.“

Lars empfiehlt das Buch als vorausschauende Kritik am Internet und erinnert sich an eine Aussage des Autors auf der Buchmesse

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Fabian Hinrichs Interview im Zeitfilter
Artikel

Fabian Hinrichs Interview im Zeitfilter

Fabian Hinrichs

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 01:04:39 „Dieser Schauspieler Fabian Hinrichs war in einem sehr interessanten Interview vor ein paar Wochen bei uns im Zeitfilter. Der hat das da auch so schön gesagt. Er wäre gern ein Mensch, der einfach dazu stehen könnte, dass er einsam ist.“

Lars zitiert den Schauspieler Fabian Hinrichs, der in einem Interview über Einsamkeit als bewusstes Projekt gesprochen hat

Zum Artikel bei Quotenmeter.de
Die drei Sonnen (Trisolaris-Trilogie)
Buch

Die drei Sonnen (Trisolaris-Trilogie)

Liu Cixin

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 01:05:16 „Bei Liu Xixin, dem Science-Fiction-Schriftsteller, über den wir hier gelegentlich gesprochen haben und eine Folge gemacht haben, gibt es die Wandschauer“

Lars verweist auf das Konzept der Wandschauer aus Liu Cixins Werk als Metapher für kontemplatives Abschalten vom Bildschirm

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Die drei Sonnen
Buch

Die drei Sonnen

Liu Cixin

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 01:06:38 „Bei Liu Xixin, dem Science-Fiction-Schriftsteller, über den wir hier gelegentlich gesprochen haben und eine Folge gemacht haben, gibt es die Wandschauer. Das ist so ein alter, glaube ich, aus dem Buddhismus so ein Begriff von der Meditation, der sozusagen nur an die Wand guckt, nicht an den Screen.“

Lars Weisbrod greift auf Liu Cixins Science-Fiction zurück, um das Konzept der 'Wandschauer' einzuführen – jemand, der meditativ an die Wand statt auf den Bildschirm schaut. In Liu Cixins Zukunftsvision sind alle Wände Screens, aber hier geht es um eine Wand ohne Augen, die nicht zurückblickt. Nina Pauer greift die Metapher auf als positives Gegenbild zur permanenten digitalen Beobachtung.

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Everybody Hurts
Musik

Everybody Hurts

R.E.M.

🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 01:09:06 „Dieses REM-Video. Everybody Hurts ist das, glaube ich, von ganz früher, wo so gelangweilte Menschen und Kinder im Stau, die alle so rausgucken und dann irgendwann aus ihren Autos steigen und auf diese Blechkisten und sich so befreien, wenn das Lied so losdonnert.“

Nina Pauer erinnert sich im Kontext der Prognosefrage über autofreie Innenstädte an das Musikvideo von R.E.M. als Millennial-Nostalgie. Die Szene mit gelangweilten Menschen im Stau, die sich aus ihren Autos befreien, dient ihr als Metapher dafür, dass Autos in Innenstädten anachronistisch und dysfunktional wirken.

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