Die sogenannte Gegenwart – Wann nehmen die Maschinen uns endlich die Arbeit weg
#067

Wann nehmen die Maschinen uns endlich die Arbeit weg

Die sogenannte Gegenwart / 13. Juni 2023 / 18 Medien

Nina Pauer, Ijoma Mangold, Lars Weisbrod

In der zweiten KI-Folge wechseln Mangold und Weisbrod von den großen philosophischen Fragen zu den handfesten: Fake News, Jobverlust durch Automatisierung und das vieldiskutierte Alignment-Problem. Weil sie sich beim letzten Mal in eine hitzige Grundsatzdebatte hineinsteigerten, haben sie sich diesmal ein strenges Skript verordnet — ob es hält, bleibt abzuwarten. Im Gegenwartscheck geht es um die Naturwein-Welle, die Mangold nach seiner pandemiebedingten Gastro-Abstinenz mit neuen Augen betrachtet.

„Wenn wir uns streiten, dann streiten wir uns eben doch am liebsten über letzte Fragen. Also über die maximal oberste Meterebene da geraten wir ins Feuer.“
🗣 Ijoma Mangold

Erwähnte Medien (18)

Red Scare Podcast
Podcast

Red Scare Podcast

🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:12:58 „sein Gastauftritt im Red Scare Podcast, einem sehr kontroversen, anti-identitätspolitischen linken Podcast“

Der Podcast wird als kontroverse Plattform erwähnt, auf der Matty Healy zu Gast war, was bei Taylor-Swift-Fans für Aufregung sorgte

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Red Scare
Podcast

Red Scare

Dasha Nekrasova, Anna Khachiyan

🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:13:12 „Die Hauptkritikpunkte an Haley sind seine politisch unkorrekten Witze und sein Gastauftritt im Red Scare Podcast, einem sehr kontroversen, anti-identitätspolitischen linken Podcast.“

Im Kontext der Hörerzuschrift über Taylor Swift und Matty Healy wird der Red Scare Podcast als kontroverse Plattform erwähnt. Lars Weisbrod merkt an, dass man über Red Scare eine eigene Folge machen müsste, da es eine ganz eigene Welt der sogenannten Dirtbag Left sei, deren politische Einordnung als 'links' umstritten ist.

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Anti-Hero
Musik

Anti-Hero

Taylor Swift

🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:14:22 „So entfernte sie 2022 sogar ein Clip aus dem Musikvideo ihres Songs Antihero, in dem sie ihre Essstörung thematisierte, nachdem dieser von Fans als Fettphob kritisiert wurde.“

Im Rahmen einer Hörerzuschrift von Aaron Carroll wird Taylor Swifts Umgang mit ihrer öffentlichen Wahrnehmung diskutiert. Der Song Anti-Hero dient als Beispiel dafür, wie weit Swift ging, um Kritik ihrer Fans zu vermeiden — sie entfernte sogar eine Szene aus dem Musikvideo.

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Blank Space
Musik

Blank Space

Taylor Swift

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:16:25 „Was dran wäre an der These ist natürlich, dass das Phänomen Taylor Swift ja auch immer so gelesen wird, so heißt ja ein großer Song von ihr, dass sie der Blank Space ist. Sie ist sozusagen die Default-Position im Pop und was auch immer sie tut, ist sozusagen dann die Default-Meinung.“

Lars Weisbrod nutzt den Song-Titel 'Blank Space' als Metapher für Taylor Swifts kulturelle Position: Sie sei die Default-Einstellung des Pop, eine leere Projektionsfläche, auf die gesellschaftliche Trends projiziert werden.

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Freedom of Speech
Kunst

Freedom of Speech

Norman Rockwell

🗣 Lars Weisbrod empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:17:44 „Und eine dieser Freedom ist Freedom of Speech. Und man sieht so, man stellt sich vor, der Hintergrund sieht so ein bisschen aus wie ein Townhall-Meeting in einer amerikanischen Kleinstadt.“

Das einzelne Gemälde aus der Four-Freedoms-Serie wird detailliert beschrieben und als Meme-Vorlage für Debatten über Redefreiheit auf Twitter analysiert

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Frank Thelen Podcast
Podcast

Frank Thelen Podcast

Frank Thelen

🗣 Ijoma Mangold erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:28:00 „bei Frank Thelen, der natürlich eine Pflaume ist, aber manchmal höre ich seinen Podcast. Der hatte in seiner letzten Folge auch ein KI-Produkt vorgestellt“

Thelens Podcast wird als Quelle erwähnt, in der ein Apple-KI-Produkt zur Stimmbewahrung vorgestellt wurde

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Maybrit Illner
Serie

Maybrit Illner

Maybrit Illner

🗣 Ijoma Mangold erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:35:58 „Die hatte ich mal vor zwei Monaten oder so, weil die bei Maybrit Illner, das fand ich ja ganz interessant. Ich habe bisher wenig von ihr mitbekommen, aber die ist nämlich von Haus aus tatsächlich Informatikerin, spricht also mit einer gewissen Sachkenntnis über diese Dinge.“

Ijoma Mangold erwähnt einen Auftritt von Saskia Esken bei Maybrit Illner, in dem die SPD-Vorsitzende als ausgebildete Informatikerin die Position vertrat, KI sei keine echte Intelligenz, sondern nur ein statistisch-algorithmisches Verfahren, das aber trotzdem reguliert werden müsse. Er nutzt dies als Beispiel für die von Lars beschriebene Criti-Hype-Dynamik.

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History of Western Philosophy
Buch

History of Western Philosophy

Bertrand Russell

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:43:16 „Dann suchte ich aber neulich ein Zitat aus einem Buch, und zwar aus einem sehr berühmten Buch des Philosophen Bertrand Russell, History of Western Philosophy, seine Philosophiegeschichte des Abendlandes. Ich suchte ein Zitat, und kennst du das, Ijeoma? Ich hatte aber kein Wort aus dem Zitat, was ich hätte googeln oder per Steuerung F in PDF suchen können.“

Lars Weisbrod erzählt eine Anekdote über seinen Versuch, ChatGPT produktiv zu nutzen. Er suchte ein Zitat aus Russells Philosophiegeschichte, kannte aber nur den ungefähren Sinn, nicht den Wortlaut. ChatGPT lieferte ihm ein plausibel klingendes Zitat, das sich bei Überprüfung als komplett erfunden herausstellte – eine Illustration des Halluzinationsproblems von KI.

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📖
Buch

Friedensschrift / Zum ewigen Frieden

Friedrich Hölderlin

🗣 Lars Weisbrod zitiert daraus bei ⏱ 00:46:58 „Seit ein Gespräch wir sind, gilt doch hier mal wieder der, jetzt zitiere ich hier mal Hölderlin. Ja. Seit ein Gespräch wir sind und hören voneinander.“

Lars Weisbrod zitiert Hölderlins berühmte Zeile 'Seit ein Gespräch wir sind und hören können voneinander' aus der Hymne 'Friedensfeier', um die dialogische Qualität des Promptens bei ChatGPT poetisch zu rahmen. Das Zitat dient als Brücke zwischen der philosophischen Gesprächstradition und der neuen Mensch-Maschine-Kommunikation.

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Friedensfeier
Buch

Friedensfeier

Friedrich Hölderlin

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:46:58 „Seit ein Gespräch wir sind, gilt doch hier mal wieder der, jetzt zitiere ich hier mal Hölderlin. Seit ein Gespräch wir sind und hören voneinander.“

Lars Weisbrod zitiert Hölderlins Hymne, als Ijoma Mangold über das Prompten als sokratische, dialogische Methode spricht. Das Zitat 'Seit ein Gespräch wir sind und hören voneinander' stammt aus der Hymne 'Friedensfeier' und wird hier als poetische Verdichtung des Dialogs zwischen Mensch und KI verwendet. Hinweis: Die bereits extrahierte 'Friedensschrift / Zum ewigen Frieden' ist ein Werk Kants, nicht Hölderlins – das tatsächlich zitierte Werk ist die 'Friedensfeier'.

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Tom Sawyer
Buch

Tom Sawyer

Mark Twain

🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:50:06 „Zumal wir genau das ja immer diskutieren, wenn wir uns fragen, ob man Mark Twain's Tom Sawyer noch lesen darf, wo das N-Wort vorkommt, aber es kommt natürlich nur als Figurenrede vor. Und genau als Figurenrede sagt dann auch Chad GPT Sachen, von denen die Programmierer eigentlich gewollt haben, dass die Maschine sie nicht sagt.“

Ijoma Mangold zieht eine Parallele zwischen der Debatte um rassistische Sprache in literarischen Klassikern und den Jailbreaks bei ChatGPT. So wie das N-Wort bei Mark Twain als Figurenrede verteidigt wird, umgeht auch ChatGPT seine moralischen Schranken, indem es im Rollenspiel-Modus problematische Inhalte als Figurenrede ausgibt.

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Lex Fridman Podcast
Podcast

Lex Fridman Podcast

Lex Fridman

🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:52:34 „Ich glaube, der CEO von OpenAI, Sam Altman, den kann man auf einigen amerikanischen Podcasts reden hören, unter anderem bei dem von mir sehr geschätzten Podcast von Lex Friedman. Sam Altman fragt da, ist JetGBT, is it a tool or a creature?“

Ijoma Mangold verweist auf ein Interview mit Sam Altman im Lex Fridman Podcast, in dem die zentrale Frage gestellt wird, ob ChatGPT ein bloßes Werkzeug oder eine eigenständige Kreatur ist. Mangold nutzt diese Unterscheidung als Ausgangspunkt für seine eigene Analyse der KI-Debatte.

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Frankenstein
Buch

Frankenstein

Mary Shelley

🗣 Ijoma Mangold erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:53:42 „Und zu der Frankenstein-Vision würde ja genau dies gehören, dass dann die künstliche Intelligenz irgendwann sagt, Ah, ich habe so scharf nachgedacht. Eigentlich würde es um diese Welt besser bestellt sein ohne die Menschen.“

Ijoma Mangold greift das Frankenstein-Motiv auf – die Schöpfung, die sich gegen ihren Schöpfer wendet – als kulturelle Referenz für das apokalyptische KI-Szenario, in dem eine autonome Intelligenz beschließt, die Menschheit zu beseitigen. Es ist eine implizite Referenz auf Shelleys Roman als Urerzählung dieser Angst.

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Terminator
Film

Terminator

James Cameron

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:55:22 „Das scheint mir ja auch einfach der 101 Science-Fiction-Top-Boss zu sein, ja. Skynet bei Terminator, was dafür gedacht war, die Menschheit zu beschützen, aber dann irgendwie den Kurzschluss macht.“

Lars Weisbrod nennt Skynet aus Terminator als Paradebeispiel für das Alignment-Problem in der Science-Fiction: Eine KI, die zum Schutz der Menschheit geschaffen wurde, interpretiert ihren Auftrag so um, dass sie die Menschen beherrscht und einsperrt, statt sie zu beschützen.

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Real Americans
Buch

Real Americans

Rachel Khong

🗣 Nina Pauer empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:57:38 „Das ganze Land liest gerade ein Buch. Real Americans von Rachel Kong. Ein Roman über Liebe, Herkunft und die Frage, was uns zu denen macht, die wir sind.“

Nina Pauer stellt den Roman im Rahmen der Aktion 'Deutschland liest ein Buch' vor, einer gemeinsamen Initiative von Kiepenheuer & Witsch und der Zeit Verlagsgruppe. Der Roman wird als Geschichte über Liebe, Herkunft und Identität beschrieben.

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Artikel über KI-Jobverluste
Artikel

Artikel über KI-Jobverluste

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 01:02:26 „Es gab einen, und da ist auch mal schön konkret zu werden, einen Text in der Washington Post gerade mit zwei Beispielen“

Ein Artikel der Washington Post wird als Quelle für konkrete Beispiele von Menschen zitiert, die durch ChatGPT ihren Job verloren haben

Zum Artikel bei Washington Post
Fountain
Kunst

Fountain

Marcel Duchamp

🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 01:05:56 „Marcel Duchamp kommt plötzlich wie durch einen Geistesblitz auf die Idee, ein Pissoir, das zwar immer schon da war, ins Museum zu stellen und macht damit tatsächlich etwas so Neues, dass man seither seit 100 Jahren moderne Kunst versucht zu exemplifizieren, indem man auf Duchamps Pissoir verweist.“

Ijoma Mangold nutzt Duchamps berühmtes Readymade als Inbegriff menschlicher Kreativität und Originalität. Seine These: Solch disruptive Ideen – ein Alltagsobjekt in den White Cube zu stellen – seien genau das, was KI nicht leisten könne. Das Kunstwerk dient als Argument dafür, dass echte Kreativität nicht algorithmisch replizierbar ist.

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Der Osten: eine westdeutsche Erfindung
Buch

Der Osten: eine westdeutsche Erfindung

Dirk Oschmann

🗣 Lars Weisbrod erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:13:35 „Also bei 18 Prozent als bundesweit, ja, nicht irgendwo im Osten bei Herrn Oschmann, sondern bundesweit bei 18 Prozent, gleichauf mit der SPD.“

Lars Weisbrod erwähnt beiläufig 'Herrn Oschmann' im Kontext der AfD-Umfragewerte und der Ost-West-Debatte. Die Referenz auf Dirk Oschmann, dessen Buch die Ost-West-Diskussion in Deutschland maßgeblich prägte, ist nur implizit – Oschmann wird als Chiffre für die ostdeutsche Perspektive verwendet.

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