Vom Prinzen zum Influencer
Nina Pauer, Ijoma Mangold, Lars Weisbrod
Die Episode nimmt sich das Medienphänomen Harry und Meghan vor — von der Netflix-Doku über Meghans Podcast bis zu Harrys 508-Seiten-Autobiografie „Reserve
„Das schlimmste Schimpfwort, das man über andere sagen konnte, war, dass sie Touristen waren. Und jetzt sagt man nicht mehr, da sind zu viele Touristen, sondern es wimmle nur so von Instagrammern.“
Erwähnte Medien (12)
Archetypes
Meghan Markle
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:01:17 „Dazu zählt einmal der Podcast von Meghan Markle selber, eine auf Netflix ausgestrahlte Miniserie über Harry und Meghan. Dann natürlich die Autobiografie von Harry, Reserve auf Deutsch.“
Ijoma Mangold stellt zu Beginn der Royal-Diskussion die verschiedenen Medienprodukte vor, die sie besprechen wollen. Meghans Podcast Archetypes wird als eines der zentralen Kulturprodukte genannt, die sie analysieren möchten. Später wird eine konkrete Folge erwähnt, in der Meghan mit der Frau von Justin Trudeau über Female Empowerment spricht.
Harry & Meghan
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:01:17 „Dazu zählt einmal der Podcast von Meghan Markle selber, eine auf Netflix ausgestrahlte Miniserie über Harry und Meghan. Dann natürlich die Autobiografie von Harry, Reserve auf Deutsch.“
Die Netflix-Dokumentarserie über Harry und Meghan ist eines der Hauptthemen der Episode. Ijoma Mangold beschreibt sie als 'nicht so intelligent wie die Autobiografie', aber 'sehr, sehr geschickt' und 'medienkritisch gesagt sehr manipulativ'. Nina Pauer charakterisiert sie als eine 'lange Instagram-Story' mit inszenierter Authentizität.
Im Westen nichts Neues
Erich Maria Remarque
🗣 Ijoma Mangold erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:10:30 „Na, ich erinnere ein Foto eines Films, ich weiß auch nicht, was für ein Film, das war vielleicht im Westen nichts Neues, wo dann der Helm des Soldaten einen Teil von dem I und dem M überdeckt.“
Ijoma Mangold erwähnt den Film beiläufig als Beispiel für den Grafikdesign-Trend, bei dem Bildelemente die Schrift teilweise überdecken. Er ist sich selbst unsicher, ob es wirklich dieses Filmplakat war – es dient nur als visuelle Illustration des Designphänomens.
The Crown
Peter Morgan · 2016
🗣 Nina Pauer erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:16:04 „Sogar die 130 Staffeln The Crown habe ich zum Teil geschaut. Und ja, bin sehr gespannt, was wir da alles rausziehen können heute.“
Nina Pauer erwähnt die Netflix-Serie The Crown als Teil ihrer Vorbereitung auf das Royal-Thema. Die humorvolle Übertreibung '130 Staffeln' zeigt, wie umfangreich sie sich in die royale Medienwelt eingearbeitet hat.
Reserve
Prinz Harry
🗣 Ijoma Mangold empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:16:54 „Und bin durch die Lektüre, vor allem auch der Autobiografie, die, darüber werden wir dann später im Detail reden, einfach sagenhaft gut geschrieben ist. Was natürlich nichts darüber aussagt, ob das jetzt die Wahrheit ist oder nicht, aber sie ist sagenhaft gut geschrieben, sodass man nicht anders kann, als sich mit Harry zu identifizieren.“
Harrys Autobiografie 'Reserve' (im Original 'Spare') ist das zentrale Buch der Episode. Beide Hosts haben die 508 Seiten in einer Woche gelesen. Ijoma Mangold revidiert durch die Lektüre seine frühere Position gegen Harry und lobt das Buch als 'sagenhaft gut geschrieben'. Nina Pauer hebt die vielen Schichten hervor: Trauma-Plot, Kriegsbericht, Love-Story und Therapiegeschichte.
Open
Andre Agassi (Ghostwriter: J.R. Moehringer)
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:30:46 „Es sind natürlich nicht seine Worte, sondern es sind die Worte, die dieser sehr geniale Ghostwriter Möhringer, heißt er, er hat auch die Autobiografie von dem Tennisstar Agassi geschrieben, ist sonst ein Pulitzer-Preis ausgezeichneter Journalist, früher bei den Los Angeles Times.“
Ijoma Mangold erwähnt Agassis Autobiografie, um die Qualität des Ghostwriters J.R. Moehringer zu belegen. Moehringer habe Harry eine Sprache 'erfunden' — eine große Kunst, die er zuvor schon bei Agassi bewiesen habe.
Das innere Kind
Stefanie Stahl
🗣 Nina Pauer erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:30:48 „die ganzen Stephanie Stahl Bestseller mit dem inneren Kind“
Wird als Referenz für den therapeutischen Zeitgeist genannt, in den sich Harrys Trauma-Narrativ einreiht
Das Kind in dir muss Heimat finden
Stefanie Stahl
🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:31:26 „Da kann man ja sogar so weit gehen wie die ganzen Stephanie Stahl Bestseller mit dem inneren Kind, ja, dass er widmet sich dann... das ist ja eher so im hinteren Teil des Buches, legt er sich auf die Couch.“
Nina Pauer verweist auf Stefanie Stahls Bestseller zum inneren Kind als kulturellen Referenzpunkt für die Therapiegesellschaft, in die Harrys Selbsterzählung eingebettet ist. Harry widme sich im hinteren Teil seines Buches genau diesem therapeutischen Narrativ.
Leitartikel über Harry und Meghan
Jochen Buchsteiner
🗣 Ijoma Mangold empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:36:28 „Der Jochen Buchsteiner, der sehr, sehr scharfsinnige England-Korrespondent der FAZ, der hatte letzte Woche in einem Leitartikel in der FAZ geschrieben, das würde ich gerne vorlesen, weil das quasi so ein politisches Koordinatensystem über diesen Propagandakrieg legt.“
Ijoma Mangold liest ausführlich aus einem FAZ-Leitartikel von Jochen Buchsteiner vor, der den Konflikt zwischen Harry/Meghan und dem Königshaus als Neuauflage des Brexit-Kulturkampfes deutet: Traditionalismus gegen Modernismus, Pflichterfüllung gegen Therapiekultur, steife Oberlippe gegen 'Reiki-Massage für alle'.
Diana-Biografie
Tina Brown
🗣 Ijoma Mangold erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:50:39 „Sie ist auch Biografin von Diana, sie hat Diana auch sehr bewundert und gewinnt der tolle Seiten ab.“
Ijoma Mangold erwähnt beiläufig, dass Tina Brown auch eine Diana-Biografie geschrieben hat, als er ihre Qualifikation als nuancierte Beobachterin der Royal Family unterstreicht.
Diana-Dokumentation
🗣 Ijoma Mangold erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:50:44 „Ich habe selber auch nochmal so eine Doku über Diana gesehen, fand ich schon auch sehr eindrucksvoll. Das war mir früher nicht so klar, auch früher war ich immer mehr auf der Seite des Königshauses.“
Ijoma Mangold erwähnt eine nicht näher benannte Diana-Dokumentation, die ihn beeindruckt und seine frühere Haltung verändert hat — er finde Diana nun als Persönlichkeit und auch als Frau deutlich beeindruckender als früher.
Requiem for a Nun
William Faulkner
🗣 Ijoma Mangold zitiert daraus bei ⏱ 01:01:23 „Es gibt ein berühmtes Zitat von dem Südstaaten-Schriftsteller Faulkner, das lautet 'Das Vergangene ist nicht tot, es ist nicht einmal vergangen'. Und das stellt Prinz Harry seine Autobiografie voran und kommt dann im Laufe des Textes auch mal darauf.“
Ijoma Mangold zeigt anhand von Faulkners berühmtem Zitat, wie geschickt Ghostwriter Moehringer arbeitet: Das literarisch anspruchsvolle Motto wird Harry dadurch glaubwürdig zugeschrieben, dass dieser einräumt, es bei BrainyQuote.com gefunden zu haben und fragt 'Wer zum Teufel ist Faulkner?'. So wird die literarische Referenz gleichzeitig als erfunden markiert und beglaubigt.