Muss Twitter sterben, damit wir leben können
Nina Pauer, Ijoma Mangold, Lars Weisbrod
Die Übernahme von Twitter durch Elon Musk und der Hype um Mastodon als dezentrale Alternative sind das Thema dieser Folge. Während Lars sich als glühender Mastodon-Fan outet, kontert Ijoma mit einer treffenden Analogie: Wer frisch verliebt ist, will keine warnenden Argumente hören — und genau so verhalte sich Lars mit seinem neuen Lieblingsnetzwerk.
„Da kannst du sagen, schau dir die mal an, was die im letzten halben Jahr, mit wem die es da so alles hatte und nach welchen Mustern es immer ging, das interessiert den Freund in dem Moment nicht, weil er in Wahrheit in seine Verliebtheit verliebt ist.“
Erwähnte Medien (9)
Bei Wagner muss ich kotzen, bei Mozart werde ich krank
Spliff
🗣 Ijoma Mangold erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:07:09 „Das ist eine, oh, ich habe zum ersten Mal Popmusik zitiert aus meiner Jugend. Split, sagt dir Split noch was?“
Ijoma Mangold zitiert beiläufig einen Songtext der Band Spliff aus den frühen 80er Jahren, als er über die Schwierigkeit spricht, Individualität in allgemeinen Kategorien auszudrücken – etwa auf Dating-Plattformen. Er ist selbst überrascht, dass er Popmusik aus seiner Jugend zitiert.
Da fliegt mir doch das Blech weg
Spliff
🗣 Ijoma Mangold erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:07:21 „Split, sagt dir Split noch was? Noch nicht gehört. Da fliegt mir doch das Blech weg. Das war ein berühmter Song in den frühen 80er Jahren.“
Ijoma zitiert spontan einen Song aus seiner Jugend, den er als erstes Popmusik-Zitat im Podcast bezeichnet
Wednesday
Tim Burton
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:11:37 „Und zwar möchte ich eine Serienfigur vorstellen, die glaube ich jetzt gerade, als ich den Podcast aufnehme, noch nicht zu sehen ist, weil ich noch sozusagen Screener dieser Serie gesehen habe, aber die zu sehen sein wird, wenn die Podcast-Folge raus ist. Und wenn ich mal eine Prognose wagen werde, glaube ich, dass sie sehr große Begeisterung auslesen wird und uns geradezu Popkultur prägen wird über die nächsten Monate.“
Lars Weisbrod stellt im Gegenwartscheck die Netflix-Serie 'Wednesday' vor, eine Neuauflage der Addams-Family-Figuren unter Regie von Tim Burton. Er ist begeistert von Schauspielerin Jenna Ortega und prophezeit, dass die Serie eine neue Goth-Welle auslösen und das popkulturelle Gedächtnis prägen wird. Er sieht in der misanthropischen, morbiden Teenagerin Wednesday Addams eine Figur, die quer zu woken Gegenwartsdiskursen steht.
Wednesday
Tim Burton
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:14:09 „Die Serie heißt Wednesday und kommt auf Netflix. Es ist eine Neuauflage, eine Weiterverarbeitung der Figuren der Addams Family.“
Lars stellt die Netflix-Serie als seinen Gegenwartscheck-Vorschlag vor und prognostiziert, dass sie die Popkultur prägen wird
Six Feet Under
Alan Ball
🗣 Ijoma Mangold erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:15:29 „Vor zehn Jahren schauten wir alle Six Feet Under.“
Im Gespräch über die Netflix-Serie 'Wednesday' und die These, dass Goth und eine Faszination für den Tod zurückkehren, wirft Ijoma Mangold ein, dass das Morbide die Popkultur schon länger begleitet – als Beispiel nennt er die HBO-Serie Six Feet Under.
Ich hasse Menschen
Julius Fischer
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:17:45 „In den letzten Jahren gab es eine weit verbreitete Edgy-Haltung, dass man andere Menschen nicht mag. Was irgendwo auch verständlich ist, weil meiste Menschen ist gleich anstrengend. Gegipfelt ist das dann in dem Ausruf, ich hasse Menschen. Aufgegriffen zum Beispiel in einem Buch von Julius Fischer mit eben jenem Titel.“
Ijoma Mangold liest eine Zuschrift von Lennart Rettler vor, die das Phänomen der populären Misanthropie beschreibt. Das Buch von Julius Fischer wird als Beispiel für den kulturellen Trend genannt, Menschenhass als coole Haltung zu inszenieren – ein Trend, dem laut Rettler nun ein Gegenschwung folgt.
Okay
Felix Kummer
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:17:54 „Aufgegriffen zum Beispiel in einem Buch von Julius Fischer mit eben jenem Titel oder aber dem Lied »Okay« von Felix Kummer, wo es heißt »Ich bin ein Misanthrop, ich hasse alle Menschen gleich«.“
Im Rahmen der Zuschrift von Lennart Rettler wird Kummers Song 'Okay' als weiteres Beispiel für den kulturellen Trend zur inszenierten Misanthropie angeführt. Das Zitat 'Ich bin ein Misanthrop, ich hasse alle Menschen gleich' wird als Ausdruck einer weit verbreiteten Edgy-Haltung gedeutet.
The Catcher in the Rye
J.D. Salinger
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:21:21 „Wie ist dieses Wort bei Salinger, die sind alle phony, die anderen. Das wird ja nie weggehen, dieses Gefühl.“
Lars Weisbrod argumentiert, dass jugendliche Misanthropie eine zeitlose Konstante ist und keine Trendwelle. Er verweist auf Salingers berühmten Roman und das Wort 'phony' als Ausdruck eines Gefühls, das Teenager immer schon hatten – die Überzeugung, dass alle anderen unecht sind.
Hunter-Biden-Artikel der New York Post
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:36:47 „Das berühmteste Beispiel ist, als Twitter den Artikel von der New York Post über Hunter Biden und seine undurchsichtigen, dunklen Geschäftspraktiken, als Twitter diesen Artikel gebannt hat, sodass der nicht mehr verlinkt werden konnte auf Twitter. Es war in meinen Augen ganz sicher ein großer Fehler.“
Ijoma Mangold diskutiert die Problematik von Zensur auf Social-Media-Plattformen und bringt den New-York-Post-Artikel über Hunter Bidens Geschäftspraktiken als prominentestes Beispiel dafür, dass Twitter-Moderation zu weit gegangen sei. Er nutzt das Beispiel, um seine Free-Speech-Position zu untermauern: Lieber Quatsch und Hetze ertragen als eine fehlbare Selektionsinstanz zu akzeptieren.