Die sogenannte Gegenwart – Der große Lauschangriff
#044

Der große Lauschangriff

Die sogenannte Gegenwart / 16. Mai 2022 / 10 Medien

Nina Pauer, Ijoma Mangold, Lars Weisbrod

Erstmals als Live-Aufzeichnung beim Spotify-Podcast-Festival „All Ears

„Jetzt sagt man das natürlich ständig im Podcast, weil in Zeitungsartikeln zum Beispiel könnte man das nie schreiben. Da würde der Leser denken, wofür bezahlen wir euch denn?“
🗣 Ijoma Mangold

Erwähnte Medien (10)

Breaking Bad
Serie

Breaking Bad

Vince Gilligan

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:13:26 „Ja, weil es kein echter sozialer Kontakt ist, wenn ich glaube, dass Walter White mein Freund ist.“

Lars Weisbrod erklärt den Begriff 'parasoziale Interaktion' und verwendet Walter White als Beispiel dafür, dass Zuschauer oder Zuhörer eine scheinbar persönliche Beziehung zu fiktiven Figuren oder Medienpersönlichkeiten aufbauen, obwohl kein echter sozialer Kontakt besteht.

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Von Hamburg nach Haiti
Podcast

Von Hamburg nach Haiti

NDR

🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:14:38 „Der war so ein alter Hase beim NDR und hatte so dieses von Hamburg nach Haiti. Da waren so langhaarige Hippies, die einfach ans Mikro gelassen wurden. Und wo das sozusagen noch nicht so ein Dinosaurier-Apparat war, dieser öffentlich-rechtliche Dinosaurier.“

Nina Pauer erinnert sich an die NDR-Radiosendung 'Von Hamburg nach Haiti' als Beispiel für eine frühere Ära medialer Freiheit, in der Radiomacher noch ungehindert arbeiten konnten – analog zur heutigen Freiheit im Podcast-Format.

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The Joe Rogan Experience
Podcast

The Joe Rogan Experience

Joe Rogan

🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:15:33 „Also es gab ja Shitstorms, so Lanz und Precht oder Joe Rogan oder so, aber ich habe schon häufig das Gefühl, dass wenn du zum Beispiel das Wort taub, glaube ich, sagt man nicht mehr, wenn man das schreiben würde, dass das dann rausredigiert werden würde.“

Nina Pauer nennt den Joe Rogan Podcast als Beispiel für einen der wenigen Podcasts, die einen Shitstorm erfahren haben. Die Runde diskutiert, warum Podcasts im Vergleich zu anderen Medien eine relative Shitstorm-Freiheit genießen.

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Friedensfeier
Buch

Friedensfeier

Friedrich Hölderlin

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:20:21 „Ja, wir können jetzt mit Hölderlin, es sei ein Gespräch, wir sind. Also der Text... Klar, man kann pro und contra oder irgendwas machen.“

Lars Weisbrod zitiert Hölderlins berühmte Zeile 'Seit ein Gespräch wir sind' als philosophische Fundierung dafür, dass der Podcast als dialogisches Medium eine besondere Qualität besitzt. Das Zitat stammt aus Hölderlins Spätwerk.

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One Day Baby We'll Be Old
Rede

One Day Baby We'll Be Old

Julia Engelmann

🗣 Nina Pauer erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:26:39 „hier Julia Engelmann, one day baby will be old und so“

Pauer zitiert Engelmanns viralen Poetry-Slam-Auftritt als Sinnbild für die gesellschaftliche Obsession, keine Lebenszeit zu verschwenden

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One Day / Reckoning Text
Rede

One Day / Reckoning Text

Julia Engelmann

🗣 Nina Pauer erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:27:51 „Man könnte auch sagen, hier Julia Engelmann, one day baby we'll be old und so und ja, wir dürfen nichts verpassen, wir dürfen unsere Lebenszeit nicht verpassen und gleichzeitig dürfen wir sie auch nicht jede Minute so voll mit Multitasking stopfen, dass wir sie dadurch dann wieder verpassen.“

Nina Pauer spricht über die Obsession, jede Minute des Lebens optimal zu nutzen, und zitiert dabei Julia Engelmanns viralen Poetry-Slam-Vortrag als Sinnbild für die Angst, das Leben zu verpassen. Sie ordnet das in die Frage ein, ob Podcast-Hören beim Haushalts-Multitasking diese Angst bedient oder tatsächlich einen Gewinn darstellt.

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Woke: Racism, Class Wars, and the Weaponization of Wokeness
Buch

Woke: Racism, Class Wars, and the Weaponization of Wokeness

John McWhorter

🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:30:45 „John McWhorter, der jetzt auch mit seinem Buch über den Antirassismus im Deutschen Buchmarkt vertreten ist“

Mangold nennt McWhorter als Beispiel für jemanden, dessen abweichende Perspektive auf Black Lives Matter zuerst über Podcasts und YouTube bekannt wurde, bevor ein Buch erschien

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Woke Racism
Buch

Woke Racism

John McWhorter

🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:34:16 „John McWhorter, der jetzt auch mit seinem Buch über den Antirassismus im Deutschen Buchmarkt vertreten ist, also jetzt auch ganz traditionell, aber damals, oder Coleman Hughes, das fand alles auf Podcast-Ebene statt.“

Ijoma Mangold argumentiert, dass Podcasts als Gegenöffentlichkeit funktionieren und neue Perspektiven schneller vermitteln als traditionelle Medien. Er nennt John McWhorters Antirassismus-Buch als Beispiel dafür, dass Ideen zuerst in Podcasts zirkulierten, bevor sie als Buch den traditionellen Buchmarkt erreichten – insbesondere im Kontext der Black-Lives-Matter-Debatte 2020.

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Vorlese (ZDF-Literatursendung)
Serie

Vorlese (ZDF-Literatursendung)

🗣 Ijoma Mangold erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:37:01 „allerseits schlechte Literatursendungen im ZDF vor 15 Jahren, die ich vorlese. Und die war so strukturiert, die ging super Sendezeit, freitags nach dem Heute-Journal, 30 Minuten“

Mangold erinnert sich an seine eigene ZDF-Literatursendung mit Amelie Fried als Negativbeispiel für kleinteilige TV-Formatierung, im Kontrast zur Freiheit des Podcasts

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Hardcore History
Podcast

Hardcore History

Dan Carlin

🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:39:00 „Hardcore History von einem amerikanischen Hobby-Militärhistoriker, wenn man so möchte, der aber aus dem Radio kommt und eine geniale Stimme hat. Und in dem Podcast ist nichts inszeniert. Der erzählt einfach nur durch und der macht dann sowas wie 30 Stunden Untergang der Römischen Republik, 25 Stunden pazifischer Teil des Zweiten Weltkrieges und du lauscht seiner Stimme.“

Ijoma Mangold beschreibt Hardcore History als den Podcast, in den er sich als erstes verliebt hat – sein persönlicher Tipping Point als Podcast-Hörer. Er hebt hervor, dass Dan Carlin ohne Inszenierung einfach erzählt, in monumentalen Formaten von 25 bis 30 Stunden. Besonders bemerkenswert: Mangold gesteht, sich Inhalte über Carlins Stimme besser zu merken als durch Lesen – eine für den selbsterklärten Buchmenschen überraschende Erkenntnis.

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