Die sogenannte Gegenwart – Regretting motherhood hier, unerfüllter Kinderwunsch da
#036

Regretting motherhood hier, unerfüllter Kinderwunsch da

Die sogenannte Gegenwart / 24. Januar 2022 / 15 Medien

Nina Pauer, Ijoma Mangold, Lars Weisbrod

Die Episode kreist um zwei Pole der Elternschaftsdebatte: das Phänomen des „Regretting Motherhood

„I survived worldwide pandemic and all I got was this lousy Handcreme.“
🗣 Nina Pauer

Erwähnte Medien (15)

The Lost Daughter
Film

The Lost Daughter

Maggie Gyllenhaal

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:02:12 „Und jetzt gerade gibt es einen brandaktuellen Film, den die eigentlich Schauspielerin Maggie Gyllenhaal als Regie-Debüt gedreht hat. Der Film heißt auf Englisch Lost Daughter, auf Deutsch heißt er, du hast immer den deutschen Titel genannt.“

Der Film ist das zentrale Thema der Episode. Lars stellt ihn als brandaktuelles Regie-Debüt von Maggie Gyllenhaal vor, das unter dem Etikett Regretting Motherhood weltweit besprochen wird. Der Film handelt von einer Professorin, die im Griechenland-Urlaub eine junge, überforderte Mutter beobachtet und sich an ihre eigene schwierige Mutterschaft erinnert.

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Super Size Me
Film

Super Size Me

🗣 Nina Pauer erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:10:56 „Super Size Me meinst du, aber das war nicht von Michael Moore.“

Dokumentarfilm wird als Vergleich herangezogen zu einem hypothetischen veganen Selbstversuch

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Super Size Me
Doku

Super Size Me

Morgan Spurlock

🗣 Lars Weisbrod erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:11:26 „Super Size Me meinst du, aber das war nicht von Michael Moore.“

Nina versucht sich an den Dokumentarfilm zu erinnern, in dem jemand einen Selbstversuch mit Fast Food macht, und verwechselt den Regisseur. Lars korrigiert den Titel, weil er scherzhaft einen ähnlichen Selbstversuch mit veganer Currywurst beschreibt.

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Clueless
Film

Clueless

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:14:09 „Ja, und so Clueless oder so, so eine ganze Welt, die damit so zugrunde gegangen ist.“

Im Gespräch über das Ende des Lästerns als kulturelles Phänomen nennt Lars den Film Clueless als Beispiel für die 90er-Jahre-Teenie-Popkultur, in der affirmativer Lästern einen festen Platz hatte. Diese ganze kulturelle Welt sei verschwunden.

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Am Strand des Lebens
Musik

Am Strand des Lebens

Herbert Grönemeyer

🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:22:11 „Am Strand des Lebens fiel mir da ein von Grönemeyer, wie er das gesungen hat. Also es geht sehr viel um diese, es ist so sehr arthausig.“

Nina Pauer leitet die Besprechung des Films 'Was wir wollten' ein, der wie auch 'Frau im Dunkeln' am Strand spielt. Die Strand-Szenerie erinnert sie spontan an den Grönemeyer-Song, den sie als beiläufige Assoziation einwirft.

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Frau im Dunkeln
Buch

Frau im Dunkeln

Elena Ferrante

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:29:53 „Okay, aber dann muss ich an einer Stelle doch nochmal betonen, dass diese Mutter, das Ganze basiert, das sollten wir dazu sagen, auf einem Buch von Elena Ferrante, das hier so mittellose adaptiert wurde.“

Lars Weisbrod weist darauf hin, dass der Film 'Frau im Dunkeln' auf einem Roman von Elena Ferrante basiert. Er nutzt die literarische Vorlage, um Ninas ästhetische Kritik am Film zu relativieren und zu betonen, dass die Handlung weiter geht als bloßes Genervtsein — die Mutter verlässt tatsächlich ihre Kinder.

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Madame Bovary
Buch

Madame Bovary

Gustave Flaubert

🗣 Nina Pauer erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:31:43 „Und du hattest mir eine sehr gute Rezension aus Amerika geschickt, wo eben wirklich dann da drin stand, hier und das gab es schon in der Bibel und hier und Madame Bovary und also sozusagen der Tabubruch ist sowas von gar nicht da.“

Nina Pauer erwähnt Madame Bovary als Beispiel dafür, dass das Thema Regretting Motherhood literaturgeschichtlich keineswegs neu ist. Eine amerikanische Rezension des Films habe aufgezeigt, dass dieses Motiv von der Bibel bis zu Flaubert bereits vielfach behandelt wurde.

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Interstellar
Film

Interstellar

Christopher Nolan

🗣 Lars Weisbrod erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:39:55 „Für Science-Fiction-Fans ist es sozusagen wie der Christopher-Nolan-Film Interstellar, nur andersherum, weil da die Zeit für die Kinder langsamer vergeht.“

Wird als Vergleich für ein Gedankenexperiment herangezogen, bei dem die Zeit für Kinder angehalten wird

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Transformative Experience
Buch

Transformative Experience

L.A. Paul

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:44:06 „Sehr wichtig ist da ein Buch einer Philosophin, die L.A. Paul heißt, das Buch heißt Transformative Experience. Mir ist es unmöglich, das jetzt in den technischen Details zusammenzufassen. Ich erzähle jetzt Lars Weisbrot, Marke Eigenbau, so ein bisschen nach so einer Theorie der Transformative Experience.“

Lars Weisbrod stellt das philosophische Konzept der 'Transformative Experience' von L.A. Paul als zentralen Denkrahmen für die Elternschafts-Debatte vor. Die These: Man kann vor der Elternschaft nicht wissen, welche Wünsche und Erfahrungen man danach haben wird — ähnlich wie man sich nicht vorstellen kann, wie es ist, ein Vampir oder eine Fledermaus zu sein. Das macht eine rationale Vorab-Entscheidung für oder gegen Kinder prinzipiell unmöglich.

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Essay

What Is It Like to Be a Bat?

Thomas Nagel

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:45:51 „Es gibt einen berühmten Aufsatz von Thomas Nagel, What it is like to be a bat, wie ist es, eine Fledermaus zu sein, in der er argumentiert, Fledermäuse haben doch so ein Sonar oder wie man das nennt, ja, so Ultraschall. Mit so Ultraschallwellen können die so Fliegen orten und fressen die dann, ja.“

Lars Weisbrod führt Thomas Nagels berühmten philosophischen Aufsatz über das Bewusstsein von Fledermäusen ein, um das Konzept der Qualia zu erklären. Die Pointe: Manche Sinneserfahrungen — wie die Ultraschall-Wahrnehmung einer Fledermaus oder eben die Erfahrung der Elternschaft — lassen sich nicht von außen nachvollziehen, was eine rationale Entscheidung dafür oder dagegen grundsätzlich erschwert.

Zum Artikel bei Rintintin.colorado.edu
Was wir wollten
Film

Was wir wollten

Ulrike Kofler

🗣 Nina Pauer empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:48:56 „Aber der andere Film, den fand ich tatsächlich sehr, sehr gut. Ein deutscher Film mit Elias M. Barik. Was wir wollten, heißt ja, den gibt es auf Netflix zu sehen.“

Nina Pauer empfiehlt den Film 'Was wir wollten' enthusiastisch als Gegenstück zum zuvor kritisierten 'Frau im Dunkeln'. Der Film zeigt ein Paar nach gescheiterter Kinderwunschbehandlung im Sardinien-Urlaub, das neben einer Familie mit Kindern wohnt. Nina findet ihn ästhetisch deutlich überzeugender in der Darstellung des Leidens an unerfülltem Kinderwunsch.

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Wellen
Buch

Wellen

Eduard von Keyserling

🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:49:08 „Ich musste übrigens an die Geschichte von, eine sehr alte Geschichte von dem wunderbaren Schriftsteller, Eduard heißt er, glaube ich, von Kaiserlingen denken. Wahrscheinlich heißt er Edward oder sowas und Ijeoma wird mich steinigen können, Wellen. Und das spielt kurz vor dem Ersten Weltkrieg, meine ich, auch am Strand.“

Nina Pauer assoziiert die Strandszenen beider Filme mit Eduard von Keyserlings Erzählung 'Wellen', die ebenfalls am Strand spielt. Sie beschreibt die Parallelen: sehnsüchtige Blicke zwischen Paaren und Familien, eine junge Frau, die mit einem Künstler durchgebrannt ist, und die Spannung zwischen Fremdwahrnehmung und innerer Realität von Beziehungen.

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Kinderfrei statt kinderlos
Buch

Kinderfrei statt kinderlos

Verena Brunschweiger

🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:55:14 „Das war ja vor einigen Jahren, diese Verena Brunschweiger, die Lehrerin, die dieses Buch geschrieben hat, Kinderfrei statt kinderlos, wo es so eigentlich Elternbashing, würde ich sagen, ich habe mich mit der mal im Radio in so einem Streitgespräch gestritten.“

Nina Pauer erwähnt Verena Brunschweigers Buch im Zusammenhang mit der Adoptionsfrage. Brunschweiger vertrete darin extremes Elternbashing und habe unter anderem argumentiert, Paare mit Kinderwunsch sollten doch einfach adoptieren. Pauer grenzt sich von dieser Position ab, indem sie die biologische Tiefe des Kinderwunsches betont.

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Make Kin Not Babies
Buch

Make Kin Not Babies

Donna Haraway

🗣 Ijoma Mangold zitiert daraus bei ⏱ 00:59:55 „diesen Satz der Feministin Donna Haraway Make kin not babies“

Feministischer Slogan bzw. Text von Donna Haraway wird als politische Alternative zur biologischen Elternschaft zitiert

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Staying with the Trouble: Making Kin in the Chthulucene
Buch

Staying with the Trouble: Making Kin in the Chthulucene

Donna Haraway

🗣 Lars Weisbrod zitiert daraus bei ⏱ 01:00:27 „Da wäre dann meine politische Antwort schon, ich glaube, das habe ich im Podcast schon mal zitiert und ich nerve wahrscheinlich alle damit, aber diesen Satz der Feministin Donna Haraway Make kin not babies.“

Lars Weisbrod zitiert Donna Haraways berühmten Satz 'Make kin not babies' als politische Gegenposition zur Fixierung auf genetische Fortpflanzung. Er argumentiert, man könne sich der ganzen Welt verwandt machen, Liebe geben und suchen, wo sie ist – etwa für einsame Ältere oder Kinder ohne Bezugsperson.

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