Die sogenannte Gegenwart – Wie viel Körper darf's denn sein
#031

Wie viel Körper darf's denn sein

Die sogenannte Gegenwart / 01. November 2021 / 11 Medien

Nina Pauer, Ijoma Mangold, Lars Weisbrod

In dieser Folge dreht sich alles um den Körper, weibliche Zyklen und den erstaunlichen Menstruations-Pop, der Instagram und die Kunstwelt erobert hat. Doch bevor es ans Eingemachte geht, liefern sich die beiden im Gegenwartscheck ein charmantes Duell um Wintermode-Trends: vom ärmellosen Daunenmantelkleid in Eppendorf bis zur Lammfellimitat-Invasion bei H&M.

„Wir wollen uns endlich mal den zahlreichen Menstruationsblut-KünstlerInnen auf Instagram widmen. Und überhaupt dem großen Menstruations-Pop, der uns seit einiger Zeit überall begegnet.“
🗣 Nina Pauer

Erwähnte Medien (11)

Dune
Film

Dune

Denis Villeneuve

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:06:32 „Vielleicht hast sogar du mitbekommen, dass es einen großen Science-Fiction-Film gibt, der gerade im Kino ist. Er heißt Dune.“

Lars Weisbrod bringt den Film Dune im Gegenwartscheck als aktuelles Kulturphänomen ein. Er nutzt ein Detail aus dem Film – die Körperschilde, die nur von langsamen Bewegungen durchdrungen werden können – als Metapher für unseren heutigen Umgang mit körperlicher Nähe und Verletzlichkeit, besonders im Kontext feministischer Diskurse über Übergrifflichkeit.

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Foundation
Serie

Foundation

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:06:39 „Es gibt eine auch große, wichtige Science-Fiction-Serie bei Apple TV, die heißt Foundation. Beide basieren auf Klassikern der Science-Fiction und die sind jetzt neu adaptiert worden.“

Lars Weisbrod stellt die Apple-TV-Serie Foundation neben den Kinofilm Dune, weil beide Science-Fiction-Epen ein bemerkenswertes gemeinsames Detail teilen: Körperschilde, die nur durch langsame Bewegungen durchdrungen werden können. Er sieht darin eine Metapher für den heutigen Umgang mit körperlicher Nähe.

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Dune
Buch

Dune

Frank Herbert

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:08:44 „in der 60er Jahre Vorlage zu Dune wird das genauso beschrieben“

Lars verweist auf die literarische Vorlage des Films aus den 1960er Jahren von Frank Herbert

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Foundation
Buch

Foundation

Isaac Asimov

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:08:44 „Ich bin mir bei Asimov aus den 50ern bei Foundation nicht ganz sicher, da gibt es Körperschilde“

Lars verweist auf die literarische Vorlage der Serie von Isaac Asimov

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The Wire
Serie

The Wire

David Simon · 2002

🗣 Lars Weisbrod erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:12:52 „Aber es ist so ein ganz schwieriger emotionaler Prozess, sich auf was anderes einzulassen. Ja, das ist ganz schrecklich. Ja, weil es ist dann doch eben nicht wie The Wire.“

Lars Weisbrod beschreibt das Phänomen, nach dem Ende einer geliebten Serie emotional keine neue anfangen zu können. The Wire dient ihm als Inbegriff einer Serie, die einen so gefangen nimmt, dass danach nichts mehr heranzureichen scheint – vergleichbar mit dem Trennungsschmerz nach einer Beziehung.

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🎨
Kunst

Casting Off My Womb

Casey Jenkins

🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:17:41 „Jedenfalls vor einigen Jahren hat die so ein Wollknäuel sich eingeführt und hat damit dann kontinuierlich gestrickt und hat einen ewig langen Schal gestrickt. Und auch wenn ihre Blutung einsetzte, hat sie dann weiter gestrickt, sodass das sozusagen die, man da so ein Farbverlauf ihres Zykluses sieht.“

Nina Pauer beschreibt eine australische Künstlerin, die ein vaginal eingeführtes Wollknäuel zum Stricken verwendete und so ihren Zyklus im Farbverlauf sichtbar machte. Die Performance löste einen Shitstorm und Morddrohungen aus, worauf die Künstlerin im Guardian antwortete.

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Girls
Serie

Girls

Lena Dunham / HBO

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:20:13 „Und irgendwie die ganze, auch wie es fotografiert ist, hatte diese ganze damals ja auch noch aktuellere Lena Dunham Girls Optik.“

Lars Weisbrod beschreibt das berühmte Menstruationsfoto von Rupi Kaur auf Instagram und vergleicht dessen Ästhetik mit der TV-Serie Girls von Lena Dunham – die lethargische Pose, die graue Jogginghose, die unglamouröse Alltäglichkeit. Die Serie dient als ästhetischer Referenzpunkt für die visuelle Sprache des Menstruations-Pop.

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John Rock's Error
Artikel

John Rock's Error

Malcolm Gladwell

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:35:39 „da würde ich verweisen auf einen total interessanten Artikel“

Lars empfiehlt einen Artikel von Malcolm Gladwell über John Rock, den Miterfinder der Pille, und dessen Verhältnis zur katholischen Kirche

Zum Artikel bei The New Yorker
Artikel über das Durchnehmen der Pille
Artikel

Artikel über das Durchnehmen der Pille

Anna Meier

🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:35:42 „Wir hatten ja einen Text in der Zeit, im Ressort entdecken und da ging es genau um diesen Punkt, dass die Kollegin Anna Meier da geschrieben hat, irgendwie, hä, warum hat uns das, oder checkt es doch mal, man könnte das machen und natürlich gibt es dann ein erhöhtes Brustkrebsrisiko oder sowas, aber das hat man bei der Pille eh.“

Nina Pauer erwähnt einen Artikel ihrer Kollegin Anna Meier in der ZEIT (Ressort Entdecken), der sich mit der Möglichkeit befasst, die Pille durchzunehmen und so die Menstruation zu unterdrücken. Der Artikel fragte, warum diese Option so wenig bekannt und verbreitet ist, obwohl sie medizinisch möglich wäre. Dies wird im Kontext der Diskussion über das fragwürdige Naturverständnis hinter der monatlichen Pillenpause angeführt.

Zum Artikel bei ZEIT Online
John Rock's Error
Artikel

John Rock's Error

Malcolm Gladwell

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:36:32 „Und ich habe ein gutes Beispiel, um das einmal so ein bisschen aufzurollen, das Problem. Und zwar der recht berühmte Reporter und Essayist und eigentlich Erfinder seines eigenen Genres, Malcolm Gladwell, geschrieben hat. Und zwar schon, auch interessant, vor über 20 Jahren, 2000. Der Text heißt John Rocks Error, also der Irrtum des John Rock. Wir verlinken den unten, weil das wirklich eine tolle Lektüre ist.“

Lars Weisbrod empfiehlt einen Artikel von Malcolm Gladwell aus dem Jahr 2000, der die Geschichte des katholischen Pille-Erfinders John Rock erzählt. Rock versuchte vergeblich, die katholische Kirche von der Antibabypille zu überzeugen, indem er scholastische Schlupflöcher nutzte. Der Artikel dient als Ausgangspunkt für die Diskussion darüber, dass die monatliche Pillenpause – und damit die regelmäßige Menstruation – keine medizinische Notwendigkeit war, sondern eine religiös motivierte Erfindung.

Zum Artikel bei The New Yorker
Lenox Hill
Serie

Lenox Hill

🗣 Nina Pauer erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:48:57 „Das hatten wir doch in der Folge über Lennox Hill, über das Krankenhaus, da habe ich gesagt, dass ich das so interessant finde, wie man das jetzt irgendwie in den USA und von einer Bekannten aus Israel weiß ich das, wie das einfach so standardmäßig, hier kriegst du es schon gelegt.“

Nina Pauer verweist auf eine frühere Podcast-Folge, in der sie über die Doku-Serie Lenox Hill gesprochen haben. Sie nutzt den Verweis, um den Unterschied in der Geburtsmedizin zwischen den USA und Deutschland zu illustrieren – insbesondere die standardmäßige PDA-Gabe in amerikanischen und israelischen Krankenhäusern gegenüber dem deutschen Ansatz.

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