Die sogenannte Gegenwart – Das kollektive Senken der Schmerzgrenze
#027

Das kollektive Senken der Schmerzgrenze

Die sogenannte Gegenwart / 12. Juli 2021 / 2 Medien

Nina Pauer, Ijoma Mangold, Lars Weisbrod

Kurz vor der Bundestagswahl 2021 nehmen sich die beiden Feuilletonisten den Wahlkampf vor — nicht als Prognostiker, sondern als Erzählanalytiker. Sie fragen: Welche Narrative spinnen die Parteien über sich selbst, und was verrät die inszenierte Identität von Kandidaten und Programmen? Nebenbei verhandeln sie die Frage, ob politische Berechenbarkeit eine Schwäche oder eine Tugend ist.

„Aus irgendeinem kleinen Schmetterlingsflügelschlag kann sich ein Tsunami entwickeln, der die Partei, die vielleicht bisher die Nase vorne hatte, umhaut und zurückwirft.“
🗣 Ijoma Mangold

Erwähnte Medien (2)

Die Peinlich-Plakate der CDU – Parteisoldaten statt normaler Menschen
Artikel

Die Peinlich-Plakate der CDU – Parteisoldaten statt normaler Menschen

🗣 Nina Pauer referenziert „Die Bild.de hat getitelt, die Peinlich-Plakate der CDU, Parteisoldaten statt normaler Menschen. Das heißt, die Plakate zeigen Menschen, die in Berufen sind, so Polizisten und Polizistinnen, Pfleger und Pflegerinnen.“

Nina Pauer zitiert eine Bild.de-Schlagzeile, die die CDU-Wahlplakate verspottet. Auf den Plakaten posierten keine echten Fachkräfte oder Models, sondern CDU-Parteimitglieder in Berufsverkleidungen – was in der Öffentlichkeit als peinlich und realitätsfern aufgenommen wurde.

Zum Artikel bei BILD
The Age of Access
Buch

The Age of Access

Jeremy Rifkin

🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:06:00 „Sag dir noch Jeremy Rifkin etwas. Das war mal ein sehr populärer Vordenker der Digitalisierung. In den frühen Nullerjahren. Aber seine Hauptthese war, es wird kein Eigentum mehr geben, sondern Access. Ich glaube Accessibility oder so hieß auch das Buch.“

Im Gegenwartscheck spricht Nina Pauer über den Trend, Geräte und Autos zu mieten statt zu kaufen. Ijoma Mangold erinnert daraufhin an Jeremy Rifkins Buch aus dem Jahr 2000, in dem dieser prognostizierte, dass Zugang (Access) das Eigentum ablösen werde. Mangold räumt ein, dass die These im deutschen Feuilleton damals als zu simpel belächelt wurde, sich aber zu fast 100 Prozent bewahrheitet habe.

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