Weltrettung als Event
Nina Pauer, Ijoma Mangold, Lars Weisbrod
Im Zentrum steht die Streaming-Doku Unfuck the World über zwei Start-up-Unternehmer, die mit veganen Kondomen zu Geld kamen und dann per Crowdfunding das Berliner Olympiastadion mieten wollten, um dort ein Mega-Event zur Weltrettung zu veranstalten. Die Episode nimmt auseinander, wie dabei moralische, politische und Lebensstil-Diskurse der Gegenwart gleichzeitig aufeinanderprallen — und wie das Ganze in den sozialen Medien zwischen Begeisterung und Hate explodierte.
„Man kann da nämlich sehr viel darüber erfahren, wie gegenwärtig die Moral-, Politik- und Lebensstil-Diskurse parallel prozessiert werden.“
Erwähnte Medien (3)
The Philosopher Queens
Rebecca Buxton, Lisa Whiting
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:03:13 „Zwei junge Frauen aus Oxford, die Philosophiestudenten sind, die bringen jetzt ein Buch raus über alle weiblichen Denker der letzten 2000 Jahre und da macht die eine das halt so extra breitmaulfroschmäßig.“
Ijoma Mangold spricht im Gegenwartscheck über das Phänomen des übertrieben offenen Lachens auf Werbefotos und nennt als Beispiel zwei Philosophiestudentinnen aus Oxford, die ein Buch über weibliche Denkerinnen der letzten 2000 Jahre veröffentlichen. Das Buch wird nicht namentlich genannt, passt aber exakt auf 'The Philosopher Queens' (2020).
Man Repeller
Leandra Medine
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:05:14 „Das Lachen ist ein Man-Repeller, um einen anderen Gegenwartsbegriff zu nennen. Ich glaube, das ist vor vielen Jahren mal eingeführt worden, um bestimmte Kleidungsstücke zu bezeichnen, die Frauen selber gerne tragen. Aber das Gerücht geht, dass Männer sie nicht mögen.“
Lars Weisbrod verwendet den Begriff 'Man Repeller' als kulturelle Referenz im Gespräch über weibliche Selbstdarstellung. Man Repeller war ein einflussreicher Mode-Blog, gegründet von Leandra Medine, der als Gegenwartsbegriff für bewusst nicht-männergefällige Ästhetik steht.
Held der Steine
Thomas Panke
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:18:12 „Es gibt eine Szene von YouTubern, die sich mit Lego beschäftigen. Da gibt es noch einen ganz wichtigen Deutschen, der heißt Held der Steine. Und der baut immer so Lego-Produkte auf und rezensiert die und alte Lego-Produkte. Und mittlerweile hat der aber richtig Ärger mit Lego. Der ist zum zweiten Mal jetzt juristisch von Lego belangt worden.“
Lars Weisbrod erzählt im Gegenwartscheck vom YouTube-Kanal 'Held der Steine', der Lego-Produkte rezensiert und inzwischen juristischen Ärger mit dem Konzern hat. Der YouTuber wurde abgemahnt, weil er billige Lego-Kopien aus China versehentlich als 'Lego' bezeichnete statt als 'Klemmbausteine'. Weisbrod findet das Phänomen faszinierend, weil sich der einstige Lego-Fan zum Lego-Kritiker gewandelt hat und nun mit Videos über fehlerhafte Straßenplatten hunderttausende Klicks erzielt.