Solidarität werden wir in Deutschland noch brauchen
Roman Pletter, Moderator: Mariam Lau & Robert Habeck
Robert Habeck stellt sich bei der Langen Nacht der Zeit den Fragen von Roman Pletter und Mariam Lau — über seinen Weg vom Oppositionspolitiker in der Pandemie zum Wirtschaftsminister im Krieg, über Gas, Russland und die Last der Verantwortung. Trotz der Dauerkrise zeigt sich Habeck erstaunlich gelassen und reflektiert, was Mariam Lau auch nach langer Bekanntschaft noch beeindruckt.
„Dass ich jetzt Teil der Verantwortung, die dieses Land delegieren kann, bin, macht mich sowohl demütig wie auch ein bisschen stolz. Aber nie das Gefühl, dass wir es nicht schaffen.“
Erwähnte Medien (3)
Heute-Journal
🗣 Roman Pletter referenziert bei ⏱ 00:10:12 „Genau zu dem Thema haben Sie ja neulich mal, ich glaube, im Heute-Journal gesagt, natürlich gibt es die Leute, die sagen, ich helfe nur, wenn ich auch nochmal 50 Euro kriege. Und da haben Sie gedacht, die kriegst du nicht, Alter.“
Roman Pletter zitiert eine Aussage, die Robert Habeck in der ZDF-Nachrichtensendung heute journal gemacht hat. Habeck hatte dort über Solidarität in der Energiekrise gesprochen und sich den umgangssprachlichen Ausrutscher 'Alter' geleistet, der medial Aufmerksamkeit erregte.
Diary of Change
🗣 Robert Habeck referenziert bei ⏱ 00:53:31 „Ich hatte ein Privileg, dass die Heinrich-Böll-Stiftung, das ist eine grüner Stiftung, hatte damals ein Format gemacht, das hieß Diary of Change und bestimmte Leute wurden gefragt, ob sie eine Woche in Washington diesen Wechsel beschreiben würden, immer für eine Woche.“
Habeck erzählt, wie ihn Obamas Wahlsieg 2008 persönlich motiviert hat, in der Politik weiterzumachen. Die Heinrich-Böll-Stiftung hatte das Format 'Diary of Change' aufgelegt, bei dem verschiedene Personen jeweils eine Woche lang den Machtwechsel in Washington beschrieben. Habeck war in der zweiten Woche nach der Inauguration dort und erlebte die euphorische Aufbruchsstimmung in der Stadt.
Der Mythos des Sisyphos
Albert Camus
🗣 Robert Habeck referenziert bei ⏱ 01:14:38 „Sie kennen das mit Sisyphus, das war ein Zitat, das ich gerade gemacht habe. Man muss sich Sisyphus als glücklichen Menschen vorstellen.“
Ganz am Ende des Gesprächs, auf die Frage, ob er glücklich sei, antwortet Habeck mit Ja und zitiert dann Camus' berühmten Schlusssatz aus 'Der Mythos des Sisyphos'. Die Anspielung verdichtet Habecks Selbstbild als Politiker, der trotz der Sisyphusarbeit im Amt Erfüllung darin findet – ein bewusst literarischer Schlussakkord des Abends.