ZEIT Bühne – Dass das Virus in 10 Jahren weg ist, ist eine optimistische Annahme
#028

Dass das Virus in 10 Jahren weg ist, ist eine optimistische Annahme

ZEIT Bühne / 24. Februar 2022 / 2 Medien

Roman Pletter, Moderator: Tina Hildebrandt & Karl Lauterbach

Im Gespräch mit Karl Lauterbach zeichnen Roman Pletter und Tina Hildebrandt das Porträt eines Ministers, der sich treu geblieben ist — im Guten wie im Problematischen. Hildebrandt erinnert sich an einen Besuch in Lauterbachs Wahlkreis Köln-Mülheim, wo er mit Polizeibeamten Nahkampftraining absolvierte und sich mit schief sitzender Brille in den Schwitzkasten nehmen ließ. Als Minister liest er nachts Studien, haut gelegentlich Sätze raus, deren Tragweite ihm erst im Nachhinein bewusst wird — und muss noch lernen, dass seine Worte jetzt eine ganz andere Wirkung haben.

„Er hat sich eigentlich überhaupt nicht verändert. Und das könnte natürlich auch Teil des Problems tatsächlich sein.“
🗣 Tina Hildebrandt

Erwähnte Medien (2)

Rede Wladimir Putins zur Anerkennung der Donbass-Republiken
Rede

Rede Wladimir Putins zur Anerkennung der Donbass-Republiken

Wladimir Putin

🗣 Karl Lauterbach referenziert „Ich habe mir das tatsächlich angeschaut und muss sagen, ich war bestürzt. Das hat auf mich schon den Eindruck gemacht, dass hier mit einer unfassbaren Bereitschaft, Menschen zu belügen, Menschen etwas vorzumachen, Menschen zu täuschen, mit einem unfassbaren Selbstbewusstsein, einer Selbstüberschätzung möglicherweise, mit einem offensichtlichen Narzissmus, der mit Händen zu greifen war, möglicherweise an das Pathologische schon grenzend.“

Lauterbach wird gefragt, ob er Putins einstündige Rede gesehen habe. Trotz extremen Zeitmangels habe er sie sich angeschaut, weil es eine historische Rede sei. Er beschreibt seinen Eindruck von narzisstischer Selbstinszenierung und sieht Putin als jemanden, der den Weltbetrieb im Kampf gegen Klimawandel und Pandemie aufhält, nur um Aufmerksamkeit zu erzwingen.

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Recherche zu Omikron-Hospitalisierungen im Wirtschaftsteil der Zeit
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Recherche zu Omikron-Hospitalisierungen im Wirtschaftsteil der Zeit

🗣 Roman Pletter referenziert bei ⏱ 00:36:45 „Also wir haben vergangene Woche, hatten zwei Kollegen im Wirtschaftsteil der Zeit, 20, 30 große Kliniken recherchiert, haben mit den Chefärzten gesprochen und die sagten, ein erheblicher Teil, ungefähr die Hälfte, der mit Omikron hospitalisierten Patienten sei explizit nicht wegen dieser Infektion dort, sondern wegen anderer Themen.“

Roman Pletter konfrontiert Lauterbach mit einer Recherche aus dem Wirtschaftsteil der ZEIT, in der Redakteure 20 bis 30 große Kliniken befragt hatten. Das zentrale Ergebnis: Etwa die Hälfte der mit Omikron hospitalisierten Patienten lag nicht wegen Corona im Krankenhaus, sondern aus anderen Gründen. Lauterbach reagiert darauf differenziert und argumentiert, dass auch Patienten, die 'mit' statt 'wegen' Omikron eingeliefert werden, eine deutlich schlechtere Prognose hätten.

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