ZEIT Bühne – Ich weigere mich, mich zum Feind machen zu lassen
#013

Ich weigere mich, mich zum Feind machen zu lassen

ZEIT Bühne / 13. Juli 2020 / 10 Medien

Roman Pletter, Moderator: Martin Machowecz & Ingo Schulze

Der Schriftsteller Ingo Schulze spricht über die Brüche der Wendezeit und deren Nachwirkungen bis heute. Martin Machowecz beschreibt ihn als einen der wenigen Autoren, deren Bücher immer besser werden — und als jemanden, der sowohl Ost- als auch Westdeutschen die jeweils andere Seite erklären kann. Überraschend offen äußert sich Schulze dabei auch über sein kritisches Verhältnis zum deutschen Gesundheitswesen seit der Corona-Krise.

„Das ist einer, der den Westdeutschen den Osten erklären kann. Er ist einer, der den Ostdeutschen erklären kann, was bei ihnen so los ist.“
🗣 Martin Machowecz

Erwähnte Medien (10)

Die rechtschaffenen Mörder
Buch

Die rechtschaffenen Mörder

Ingo Schulze

🗣 Roman Pletter referenziert bei ⏱ 00:03:18 „Bevor wir nun aber zu viel verraten, wünsche ich Ihnen viel Freude mit eine Stunde Zeit mit Ingo Schulze, in der er auch Passagen aus seinem neuen Roman Die Rechtschaffenen Mörder liest.“

Roman Pletter kündigt am Ende der Einleitung an, dass Ingo Schulze im folgenden Gespräch Passagen aus seinem neuen Roman vorlesen wird. Das Buch wird als zentraler Anlass des Gesprächs präsentiert.

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Adam und Evelyn
Film

Adam und Evelyn

🗣 Ingo Schulze erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:03:51 „einen Mauerfall-Roadtrip, der 2019 sogar verfilmt wurde“

Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Ingo Schulze wird beiläufig erwähnt

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📰
Artikel

Altenburger Wochenblatt

Ingo Schulze

🗣 Ingo Schulze erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:04:51 „Er war Journalist nach 1990, ging aus Dresden aber auch weg und gründete die unabhängige Zeitung »Altenburger Wochenblatt«.“

Das Altenburger Wochenblatt wird als von Schulze gegründete unabhängige Zeitung erwähnt, die seine frühe journalistische Tätigkeit nach der Wende dokumentiert und seine Erfahrung mit dem Kapitalismus 'von der Pike auf' prägte.

Zum Artikel bei Ingoschulze.com
Simple Stories
Buch

Simple Stories

Ingo Schulze

🗣 Ingo Schulze referenziert bei ⏱ 00:05:00 „Seine Simple Stories, die für viele Menschen ein Schlüsselwerk der Wendezeit sind, spielen in Altenburg und in den Wendejahren.“

Der Moderator Martin Machowetz stellt Ingo Schulzes Werk vor und nennt Simple Stories als eines seiner bekanntesten Bücher, das als Schlüsselwerk der Wendezeit gilt und in Altenburg spielt.

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Adam und Evelyn
Buch

Adam und Evelyn

Ingo Schulze

🗣 Ingo Schulze referenziert bei ⏱ 00:05:11 „Ich erinnere mich auch gerne an Adam und Evelyn, einen Mauerfall-Roadtrip, der 2019 sogar verfilmt wurde.“

Der Moderator erwähnt Adam und Evelyn als einen von Schulzes Romanen, der als Mauerfall-Roadtrip beschrieben wird und 2019 verfilmt wurde.

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Der Turm
Buch

Der Turm

Uwe Tellkamp

🗣 Ingo Schulze referenziert bei ⏱ 00:21:35 „Also es ist ja zum einen so, diese Beschreibung dieser tiefen Bürgerlichkeit, die sich da trotzdem in der DDR erhalten hat, das ist irgendwie was, was einen auch so an bestimmte Motive im Turm von Tellkamp erinnert.“

Der Moderator zieht eine Parallele zwischen Schulzes Darstellung des Dresdner Bürgertums und Tellkamps Roman Der Turm. Schulze selbst sagt später, sein Buch sei auch eine Antwort auf den Turm – strukturell anders, weil es bewusst keine Eindeutigkeit liefere.

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Dialoge
Buch

Dialoge

Platon

🗣 Ingo Schulze referenziert bei ⏱ 00:35:17 „Um einen von Paulinis Lieblingssprüchen zu bemühen, die Dichter müssen lügen. Und Platon selbst hat gelogen, hatte Paulini stets hinzugefügt, sonst würde es nicht seine Dialoge geben.“

Ingo Schulze liest aus dem zweiten Teil seines Romans 'Die rechtschaffenen Mörder'. In der Passage reflektiert der fiktive Autor Schulze über das Verhältnis von Wahrheit und Dichtung und zitiert dabei einen Lieblingsspruch der Romanfigur Paulini, der auf Platons Dichterkritik und seine eigenen Dialoge anspielt.

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Der Leviathan
Buch

Der Leviathan

Josef Roth

🗣 Ingo Schulze referenziert bei ⏱ 00:41:03 „Und da habe ich ein Josef-Roth-Seminar gemacht und hatte da den Leviathan unterrichtet. Das ist so eine 50-Seiten-Erzählung, die ist posthum erst erschienen, obwohl das erste Kapitel schon 1933 oder 1934 erschienen ist.“

Schulze beschreibt die Entstehungsgeschichte seines Romans: Bei einem Seminar in den USA unterrichtete er Josef Roths Erzählung Der Leviathan über den Korallenhändler Nissen Piszczinic. Diese Erzählung und ihr märchenhafter Tonfall inspirierten ihn direkt zur Figur des Antiquars Norbert Paulini.

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Breaking Bad
Serie

Breaking Bad

Vince Gilligan

🗣 Ingo Schulze referenziert bei ⏱ 00:44:55 „Und wenn man sich berühmte Fernsehserien anschaut, da denkt man, wenn die ein funktionierendes Gesundheitswesen gehabt hätten, dann würde es diese Serie gar nicht geben. Beispielsweise Breaking Bad, ein gutes Gesundheitswesen und das wäre gegenstandslos.“

Schulze nutzt Breaking Bad als pointiertes Beispiel für seine Kritik am privatisierten Gesundheitswesen: Die gesamte Handlung der Serie wäre überflüssig, wenn es ein funktionierendes öffentliches Gesundheitssystem gäbe.

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Der Trost des Nachthimmels
Buch

Der Trost des Nachthimmels

Dževad Karahasan

🗣 Ingo Schulze referenziert bei ⏱ 00:59:45 „Bibliothekar aus Sarajevo, eine Figur, die ich von Jevat Karahasan übernommen habe, aus seinem Buch Der Trost des Nachthimmels. Und das war mir wichtig, dass da noch jemand kommt, der dieses Antiquariat weiterführt, aber einer, der aus Sarajevo vertrieben ist.“

Schulze erklärt, dass die Figur des Bibliothekars Juso Pochan Livniak aus Karahasans Buch Der Trost des Nachthimmels stammt. Er hat sie bewusst übernommen, um eine Figur einzuführen, die als aus Sarajevo vertriebener Nomade eine ganz andere Perspektive auf Paulini eröffnet.

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