Daniel Cohn-Bendit, wie sehen Sie heute die RAF
Christoph Amend, Jochen Wegner & Daniel Cohn-Bendit
Daniel Cohn-Bendit – Politiker, Publizist, Ex-Sponti und selbsternannter Europäer – blickt auf ein Leben zurück, das laut Redaktion für zehn Menschen reichen würde. Von seiner Zeit im Zuchthaus Butzbach über seine jüdische Identität als Staatenloser bis zur Verteidigung militärischer Intervention gegen pazifistische Dogmen spannt er einen Bogen, der die Hosts und ihr vierköpfiges Rechercheteam an ihre Grenzen brachte.
„Was ist für Sie Sozialismus? Und da habe ich gesagt, Austern für alle.“
Erwähnte Medien (64)
Identité
J.M.G. Le Clézio
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 00:06:36 „Ja, ich habe gerade ein Büchelchen gelesen von Le Clesio über Identität. Und das war interessant, weil es für mich ein Aha-Effekt im Leben ist. Der sagt, er ist zweifach. Also er ist Franzose und Engländer und dreifach, Triple, sagt er, weil er sogar viel in Afrika war und also eine Dreifach-Identität.“
Cohn-Bendit spricht über seine mehrfache Identität als Deutscher, Franzose und Jude und zieht eine Parallele zu Le Clézios Buch über Identität. Le Clézio beschreibe sich darin als 'Triple' – Franzose, Engländer und durch seine Afrika-Erfahrung dreifach geprägt. Cohn-Bendit nutzt das Konzept, um seine eigene Staatenlosigkeit und Mehrfachzugehörigkeit zu reflektieren.
Fußball-Buch
Daniel Cohn-Bendit
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:12:56 „Zumal Sie haben ja auch ein Buch geschrieben, wo Sie sozusagen Ihr Leben aus Fußball-Sicht reflektieren. Ja, ich hatte große Angst davor, dass wir sofort nur noch über Fußball reden werden.“
Wegner erwähnt beiläufig, dass Cohn-Bendit ein Buch geschrieben hat, in dem er sein Leben aus der Perspektive des Fußballs reflektiert. Der genaue Titel wird nicht genannt. Die Erwähnung kommt im Kontext einer langen Passage über Fußball-Leidenschaft und das legendäre WM-Halbfinale 1982 zwischen Deutschland und Frankreich.
Artikel über Hans Litten
Marion Gräfin Dönhoff
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 00:18:02 „Übrigens, wenn Sie in den Archiven Ihrer großen Zeitung, gab es einen großen Artikel von Eure Heldin, Frau Dönhoff, über Litten. Und da gab es ein großes Foto von Litten. Und als ich dieses Foto habe ich gesagt, ganz recht, das ist doch mein Vater. Da habe ich meinen Vater gesehen.“
Cohn-Bendit erinnert sich an einen Artikel von Marion Gräfin Dönhoff in der ZEIT über Hans Litten. Auf dem begleitenden Foto erkannte er seinen eigenen Vater – an der hohen Stirn. Er schrieb daraufhin der ZEIT und bat um eine Kopie des Fotos, was ihm auch zugeschickt wurde. Eine persönliche Verbindung zur Familiengeschichte.
Die Weltbühne
Karl Kraus
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 00:19:30 „es gibt in der Weltbühne von Karl Kraus einen Artikel“
Die Zeitschrift Die Weltbühne wird als Publikationsort des Plädoyers erwähnt – allerdings irrt Cohn-Bendit vermutlich, da Die Weltbühne von Tucholsky/Ossietzky herausgegeben wurde, nicht von Karl Kraus
Artikel über Litten von Marion Dönhoff
Marion Gräfin Dönhoff
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 00:19:30 „in den Archiven Ihrer großen Zeitung, gab es einen großen Artikel von Eure Heldin, Frau Dönhoff, über Litten“
Ein Artikel in der ZEIT von Marion Dönhoff über Hans Litten, in dem Cohn-Bendit seinen Vater auf einem Foto erkannte
Plädoyer von Litten
Erich Cohn-Bendit
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 00:19:43 „Und es gibt in der Weltbühne von Karl Kraus einen Artikel, das heißt Plädoyer von Litten. Das ist das Plädoyer von meinem Vater für Litten.“
Cohn-Bendit erzählt, dass sein Vater als linker Anwalt Hans Litten verteidigte, der es geschafft hatte, Hitler vor Gericht zu laden. Das Plädoyer seines Vaters wurde in der Weltbühne veröffentlicht – allerdings schreibt er es Karl Kraus zu, obwohl die Weltbühne zu dem Zeitpunkt von Carl von Ossietzky herausgegeben wurde. Der Artikel dokumentiert die gefährliche juristische Arbeit seines Vaters.
Buch über die intellektuelle Gruppe in Paris
🗣 Daniel Cohn-Bendit erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:25:34 „Es gibt eine Soziologin, die jetzt ein Buch über diese intellektuellen Gruppe, die ich benannt hatte, in Paris gerade schreibt. Und dann ist eine große Passage auch über meinen Vater und meiner Mutter. Und da habe ich erfahren, wie schlimm das war, dass sie im Wald zum Teil versteckt waren.“
Cohn-Bendit erwähnt ein in Arbeit befindliches Buch einer Soziologin über die intellektuelle Emigrantengruppe in Paris, zu der seine Eltern, Walter Benjamin, Hannah Arendt und Heinrich Blücher gehörten. Durch dieses Buch erfuhr er erst Details über die traumatischen Kriegserlebnisse seiner Eltern. Titel und Autorin werden nicht genannt.
Briefwechsel Hannah Arendt und Heinrich Blücher
Hannah Arendt
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 00:35:14 „Und mein Vater, das mit dem Trinken, das liest man bei Hannah Arendt nach. Hannah Arendt schreibt in den Briefen aus Briefaustausch mit Blücher, sie hätte dann, es muss 1956 oder 1957, meinen Vater besucht in Frankfurt. Und hat sie gesagt, wenn man was über Deutschland verstehen will, dann muss man immer Cohn-Bendit besuchen.“
Cohn-Bendit zitiert aus dem publizierten Briefwechsel zwischen Hannah Arendt und Heinrich Blücher, in dem Arendt von einem Besuch bei seinem Vater in Frankfurt berichtet. Sie schreibt sinngemäß, wer Deutschland verstehen wolle, müsse Cohn-Bendit besuchen – bedauert aber, dass er so viel trinke. Die Eltern Cohn-Bendits gehörten in Paris zum intellektuellen Kreis um Arendt und Blücher.
Hannah Arendt / Heinrich Blücher: Briefe 1936–1968
Hannah Arendt, Heinrich Blücher
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 00:35:14 „Hannah Arendt schreibt in den Briefen aus Briefaustausch mit Blücher, sie hätte dann, es muss 1956 oder 1957, meinen Vater besucht in Frankfurt. Und hat sie gesagt, wenn man was über Deutschland verstehen will, dann muss man immer Cohn-Bendit besuchen.“
Cohn-Bendit erzählt von der Trinkproblematik seines Vaters und belegt dies mit dem publizierten Briefwechsel zwischen Hannah Arendt und Heinrich Blücher. Arendt beschreibt darin ihren Besuch bei Cohn-Bendits Vater in Frankfurt und dessen Alkoholproblem als Folge seiner Lebensgeschichte. Die Briefstelle dient als historisches Dokument für die Familiengeschichte.
Laudatio zum Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (für Karl Jaspers)
Hannah Arendt
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 00:45:39 „Hannah Arendt hat die Laudatio für den Friedenspreis für... 1959, das weiß ich jetzt leider nicht auswendig. War das der Johannes Jonas? Könnte sein. Also Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.“
Daniel Cohn-Bendit erzählt von seiner ersten Begegnung mit Hannah Arendt 1959 in Frankfurt. Arendt war dort, um die Laudatio beim Friedenspreis des Deutschen Buchhandels zu halten. Bei dieser Gelegenheit besuchte sie auch seine Mutter, da sein Vater gerade gestorben war.
Hannah Arendt: For Love of the World
Elisabeth Young-Bruehl
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 00:49:00 „Als Frau Jungbrühl die Biografie über Hannah Arendt schreibt, findet diesen Brief, guckt, ja, Mary McCarthy, ja, hat kontaktiert, ja, ich hatte diesen Brief, aber Danni nie getroffen und veröffentlicht in ihrer Biografie diesen Brief.“
Cohn-Bendit erzählt die bewegende Geschichte eines nie zugestellten Briefs von Hannah Arendt an ihn nach 1968. Arendt hatte den Brief über Mary McCarthy senden wollen, doch die Zustellung gelang nie. Erst als Elisabeth Young-Bruehl (im Transkript als 'Jungbrühl' wiedergegeben) die Arendt-Biografie schrieb und den Brief im Nachlass fand, erfuhr Cohn-Bendit rund 20 Jahre später von dessen Existenz.
Hannah Arendt (Biografie)
Thomas Meyer
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 00:49:17 „als Frau Jungbrühl die Biografie über Hannah Arendt schreibt, findet diesen Brief“
Die Biografin Young-Bruehl fand in Hannah Arendts Nachlass einen Brief an Cohn-Bendit, den dieser erst durch die Biografie erfuhr
La France s'ennuie
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 01:19:48 „Es gibt ja den berühmten Artikel von Le Monde. Le Monde, Artikel von, na, sagen wir, Winter, Anfang des Winters, 67, 68 irgendwann. Der Chefredakteur schreibt, la France sans mi, Frankreich langweilig. Überall passiert was, nur in Frankreich nicht.“
Cohn-Bendit erinnert sich an den berühmten Leitartikel in Le Monde vom Winter 1967/68, in dem der Chefredakteur beklagt, dass Frankreich im Vergleich zu anderen Ländern politisch eingeschlafen sei. Dieser Artikel wurde später zum ironischen Vorboten der Mai-68-Ereignisse, da kurz darauf die Studentenrevolte ausbrach.
Sartre interviewt Cohn-Bendit
Jean-Paul Sartre
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:27:32 „Es gibt ein Gespräch mit Ihnen und Sartre. Also Sartre interviewt Sie. Kann man googeln. Gibt es im Internet. Und es ist faszinierend, weil Sartre die ganze Zeit Ihnen quasi einen roten Teppich auslegt, damit Sie jetzt die Revolution in Frankreich anführen.“
Wegner verweist auf das berühmte Interview von 1968, in dem Jean-Paul Sartre Daniel Cohn-Bendit interviewte. Er beschreibt es als faszinierend, weil Sartre den jungen Studenten zur Revolution drängte, während der 23-jährige Cohn-Bendit dem älteren Philosophen gelassen erklärte, dass es keinen Sturm auf den Winterpalast geben werde, sondern nur permanente Reformen.
L'Humanité-Leitartikel gegen Cohn-Bendit
Georges Marchais
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 01:32:46 „Die kommunistische Zeitung L'Humanité einen Leitartikel veröffentlicht, unterschrieben von ihrem Generalsekretär Georges Marchais, wo er sagt, sinngemäß, der deutsche Anarchist Kuhn-Bendit will die französische Arbeiterklasse verunstalten.“
Cohn-Bendit erinnert sich an den Leitartikel in der kommunistischen Zeitung L'Humanité, verfasst von Georges Marchais, der ihn als 'deutschen Anarchisten' diffamierte. Dieser Artikel hatte eine antisemitische Unterströmung – viele lasen 'deutscher Anarchist' als 'deutscher Jude' – und machte Cohn-Bendit zum Hauptfeind der kommunistischen Gewerkschaften in Frankreich.
Buch des Polizeipräsidenten Grimaud
Maurice Grimaud
🗣 Daniel Cohn-Bendit erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:36:38 „Das war der Polizeipräsident von Paris, Grimaud. Alter Widerstandskämpfer, Polizeipräsident. Und der hat gesagt, er ist dafür verantwortlich, dass es keine Toten gab. Ihr habt eine falsche Einstellung von ihm. Und das hat er doch später in dem Buch geschrieben.“
Cohn-Bendit erwähnt, dass der Pariser Polizeipräsident Maurice Grimaud später ein Buch über die Ereignisse von Mai 68 schrieb. Grimaud war ein ehemaliger Widerstandskämpfer, der sich dafür einsetzte, dass es bei den Studentenprotesten keine Toten gab, und sich für Cohn-Bendits Rückkehr nach Frankreich einsetzte.
Wir sind hier geboren
Daniel Cohn-Bendit
🗣 Daniel Cohn-Bendit empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:48:23 „Ich habe ja mit einem mit dem Sohn von meiner Frau den Film gemacht. Und ich glaube, es ist uns gelungen, viele Menschen in Israel zu treffen, die ganz unterschiedliche Positionen haben. Siedler, einen ehemaligen Geheimdienstchef und so weiter.“
Daniel Cohn-Bendit spricht über seinen Dokumentarfilm über Israel, den er mit dem Sohn seiner Frau gedreht hat. Der Film zeigt verschiedene Perspektiven der israelischen Gesellschaft – von Siedlern bis zu ehemaligen Geheimdienstchefs – und ist laut Cohn-Bendit in der Mediathek wieder verfügbar. Jochen Wegner betont, dass viele Themen des Films angesichts des Gaza-Konflikts hochaktuell geworden sind.
Offener Brief an Palästinenser und Israelis
Marek Edelman
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 02:04:33 „Und er hat mal einen offenen Brief geschrieben. An Palästinenser und Israelis geschrieben. Das ist in der New York Times erschienen und auch in Le Monde. Er hat geschrieben an die Israelis, ja, die Palästinenser haben ein Anrecht auf ihren Staat.“
Daniel Cohn-Bendit beschreibt sein Idol Marek Edelman, einen der Anführer des Warschauer Ghetto-Aufstands. Edelman veröffentlichte einen offenen Brief in der New York Times und Le Monde, in dem er sowohl das Recht der Palästinenser auf einen Staat verteidigte als auch die Palästinenser mahnte, keine Frauen und Kinder anzugreifen – mit Verweis auf die ethischen Grundsätze des Widerstands im Ghetto.
Das Kapital / Gesamtwerk
Karl Marx
🗣 Daniel Cohn-Bendit erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:24:26 „Man musste ja die Bourgeoisie enteignen. Also, so. Und hat gelesen, den ganzen Marx, den ganzen Hegel, alles sich selbst erlesen.“
Cohn-Bendit beschreibt, wie er und Joschka Fischer sich nach der Revolte von 68 autodidaktisch die Werke von Marx und Hegel aneigneten. Fischer wird als jemand porträtiert, der ohne Abitur zum 'gestandenen Intellektuellen' wurde, indem er sich diese Werke selbst erlas.
Gesamtwerk
Georg Wilhelm Friedrich Hegel
🗣 Daniel Cohn-Bendit erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:24:26 „Man musste ja die Bourgeoisie enteignen. Also, so. Und hat gelesen, den ganzen Marx, den ganzen Hegel, alles sich selbst erlesen.“
Im selben Zusammenhang wie Marx erwähnt Cohn-Bendit, dass sie sich auch das gesamte Werk Hegels angeeignet haben – als Teil der intellektuellen Selbstbildung der post-68er-Bewegung in Frankfurt.
Pflasterstrand
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 02:27:06 „Pflasterstrand war ein Stadtmagazin, was aber den Anspruch hat, nicht nur so Stadtmagazin zu sein, sondern ... Es wurde genannt Zentralorgan der Spontis. Wir haben alle Debatten, die wir geführt haben, damals in Frankfurt, haben wir dokumentiert im Pflasterstrand.“
Cohn-Bendit beschreibt das von ihm mitherausgegebene Frankfurter Stadtmagazin 'Pflasterstrand', das als 'Zentralorgan der Spontis' galt. Es dokumentierte die politischen Debatten der Frankfurter Szene und veröffentlichte u.a. Texte von Joschka Fischer und Thomas Schmid. Später wurde daraus das 'Journal Frankfurt'.
Durchs wilde Kurdistan
Joschka Fischer
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 02:40:25 „Weil zum Beispiel ein berühmter Aufsatz von Joschka Fischer durchs wilde Kurdistan, warum man nicht den Grünen beitreten soll.“
Cohn-Bendit erwähnt einen bekannten Aufsatz von Joschka Fischer, der im Pflasterstrand erschien. Der Text argumentierte gegen einen Beitritt zu den Grünen – eine Position, die Fischer bekanntlich später revidierte, als er selbst grüner Spitzenpolitiker wurde.
Zehn-Seiten-Interview im Spiegel über Joschka Fischers Vergangenheit
Daniel Cohn-Bendit
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 02:45:54 „Und nach einer Stunde Brüllerei am Telefon, hat er gesagt, okay, du kriegst ein Interview. Und dann hat es ein zehnseitiges Interview im Spiegel gegeben über Joschka, über diese Zeit und so weiter.“
Cohn-Bendit berichtet über einen Spiegel-Journalisten, der mit großem Budget nach belastenden Informationen über Joschka Fischers revolutionäre Vergangenheit suchte. Nach einem heftigen Telefonstreit erhielt Cohn-Bendit ein zehnseitiges Interview, in dem er über Fischer und die damalige Zeit sprach. Dies ist ein anderer Artikel als der 1994er Spiegel-Beitrag über Links/Rechts.
Spiegel-Interview über Joschka Fischer
Daniel Cohn-Bendit
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 02:46:03 „okay, du kriegst ein Interview. Und dann hat es ein zehnseitiges Interview im Spiegel gegeben über Joschka, über diese Zeit und so weiter“
Cohn-Bendit gab dem Spiegel ein umfangreiches Interview über Joschka Fischers Vergangenheit, nachdem der Spiegel versuchte, Fischer zu kompromittieren
Der große Bazar
Daniel Cohn-Bendit
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 02:57:02 „Der große Bazar ist eigentlich ein spannendes Buch. Wenn Sie das Kapitel über Israel lesen, können Sie genau alle Probleme, die es heute gibt, nachlesen“
Cohn-Bendits autobiografisches Buch von 1975, das später wegen einer provokativen Passage über Sexualität mit Kindern kontrovers diskutiert wurde
Der große Basar
Daniel Cohn-Bendit
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 02:57:06 „Der große Bazar ist eigentlich ein spannendes Buch. Wenn Sie das Kapitel über Israel lesen, können Sie genau alle Probleme, die es heute gibt, nachlesen.“
Cohn-Bendit spricht über sein eigenes Buch 'Der große Basar' von 1975, in dem er verschiedene Erlebnisse kapitelweise schildert. Es wird ausführlich diskutiert, insbesondere eine halbe Seite über eine provokante Kindergarten-Szene, die später zum Pädophilie-Vorwurf führte. Cohn-Bendit erklärt, die Passage sei als bewusste Provokation der Bourgeoisie geschrieben worden.
La Découverte
Romain Goupil
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 03:15:58 „Und dann haben wir irgendwann eine verrückte Idee, der Romain, Goupil und ich, wir hatten beschlossen, einen Film über Frankreich zu machen, La Découverte, wo wir durch Frankreich reisen, nach Macrons Sieg, zu sehen, was denkt Frankreich, wie ist der Zustand Frankreichs.“
Cohn-Bendit erzählt von seinem Filmprojekt mit dem Regisseur Romain Goupil. Nach Macrons Wahlsieg wollten sie durch Frankreich reisen und den Zustand des Landes dokumentieren, unter anderem zum Thema Einwanderung. Macron sagte sogar zu, in dem Film aufzutreten, was zu einer aufwendigen Inszenierung in einem Frankfurter Café führte.
Der Müll, die Stadt und der Tod
Rainer Werner Fassbinder
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 03:38:20 „Dann schreibt der Fassbinder angeturnt von dem Häuserkampf ein Stück, der Müll, die Stadt und der Tod, wo die Hauptperson ein Jude ist. Fassbinder in seinem Stück der Jude heißt. Und dieser Jude ist angelehnt mehr oder weniger an die Figur von Bubis, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde.“
Im Kontext der Frankfurter Häuserkämpfe der 70er Jahre erzählt Cohn-Bendit von Fassbinders kontroversem Theaterstück. Die Hauptfigur, die nur 'der Jude' genannt wird, war an Ignatz Bubis angelehnt, den späteren Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde. Das Stück löste eine große Antisemitismus-Debatte in Frankfurt aus.
Angst im Rücken
Daniel Cohn-Bendit
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 03:43:47 „Und dieser Film, der Film heißt Angst im Rücken, hat jeder von uns. Es ist ein trauriger Film, weil wirklich man spürt die Angst der jüdischen Menschen in Frankfurt in dieser Zeit.“
Cohn-Bendit erzählt, dass er nach den Anschlägen von Rostock-Lichtenhagen 1993 einen Dokumentarfilm über die Angst der Juden in Frankfurt gedreht hat. Der Film lief in der ARD und wurde sogar in der Bild-Zeitung empfohlen. Darin interviewte er Mitglieder der jüdischen Gemeinde, ob sie in Deutschland bleiben würden – alle sagten nein, nur Naomi Bubis blieb.
Juden
Michel Friedman
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 03:44:04 „Und Michel Friedman hat sein Buch, Juden, das er jetzt veröffentlicht, Recht, die Enttäuschung, das Entsetzen. Alles richtig.“
Im Gespräch über die aktuelle Lage von Juden in Deutschland erwähnt Cohn-Bendit Michel Friedmans Buch als Ausdruck berechtigter Enttäuschung und Entsetzens. Er argumentiert jedoch gleichzeitig, dass Deutschland trotz allem der Ort sei, wo es für Juden am wenigsten schlimm sei, weil die Eliten und der Staat eindeutig Position beziehen.
The Dearborn Independent
Henry Ford
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 03:44:59 „Gucken Sie sich mal Henry Ford an. Er hat eine Zeitung gehabt in den 30er Jahren, wo er jedes Mal auf der ersten Seite einen antisemitischen Kommentar gehabt hat.“
Cohn-Bendit spricht über das antisemitische Amerika und dessen lange Geschichte. Er nennt Henry Fords antisemitische Zeitung und Lindberghs Nazi-Sympathien als Belege dafür, dass Antisemitismus in den USA tief verwurzelt sei.
Biopic über Merkel
🗣 Daniel Cohn-Bendit empfiehlt aktiv bei ⏱ 04:19:53 „Habt ihr den Biopic gesehen über Merkel in dieser Zeit? Das ist doch genial. Wo sie am Telefon ist mit dem Seehofer“
Film über Merkel und die Flüchtlingskrise 2015, in dem die Telefonszene mit Seehofer über Grenzschließung dargestellt wird
Memoiren von Angela Merkel
Angela Merkel
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 04:29:25 „Und ich wette mit, ich wette jetzt, ich kann mich irren, dass in ihrer Memoire nichts stehen wird.“
Nach seiner Anekdote über ein privates Abendessen mit Merkel, bei dem sie über Schwarz-Grün diskutierten und sie Jahre später lächelnd abstritt, so etwas je besprochen zu haben, wettet Cohn-Bendit, dass diese Episode in Merkels angekündigten Memoiren nicht vorkommen wird. Wegner stimmt ihm zu, dass er diese Wette sicher gewinnen werde.
Artikel über Tsipras' Berater in der ZEIT
🗣 Daniel Cohn-Bendit empfiehlt aktiv bei ⏱ 04:30:49 „Tsipras hat einen ganz interessanten, war bei euch in der Zeitung, könnt ihr mal lesen, interessanten Berater, so ein amerikanischer Finanzmensch.“
Im Kontext der Griechenland-Krise und der Frage, ob Griechenland aus dem Euro geworfen werden sollte, erwähnt Cohn-Bendit einen Artikel in der ZEIT über einen amerikanischen Finanzberater von Tsipras. Er empfiehlt den Hosts, den Artikel zu lesen, da dieser Berater zusammen mit Merkel den Kompromiss gegen Schäubles Willen formuliert habe.
Artikel über den Angriff auf Rafah
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 05:06:51 „Neulich hat mir der Herr auch in der Zeit ein sehr guter Artikel, hat mich überzeugt, wo er gesagt hat, menschlich ist der Angriff auf Rafah nicht zu akzeptieren. Militärisch macht es Sinn, weil es stimmt, die Hamas ist nur noch da.“
Cohn-Bendit erwähnt einen Zeit-Artikel, der ihn überzeugt hat, weil er die Spannung zwischen militärischer Logik und menschlichem Leid beim Angriff auf Rafah differenziert darstellte. Der Autor argumentierte, dass der Angriff militärisch sinnvoll, aber menschlich nicht akzeptabel sei.
Artikelserie in der FAZ
Dan Diner
🗣 Daniel Cohn-Bendit empfiehlt aktiv bei ⏱ 05:09:22 „Dann Diener hat ja eine unfassbar gute Artikelserie in der FAZ veröffentlicht. Die letzte Serie war über wie kommen wir aus dem Schlamassel raus“
Dan Diners Artikelserie in der FAZ über den Nahostkonflikt und mögliche Lösungswege, in der er u.a. Weizmanns Memoiren zitiert
Artikelserie über Israel in der FAZ
Diener
🗣 Daniel Cohn-Bendit empfiehlt aktiv bei ⏱ 05:12:21 „Dann Diener hat ja eine unfassbar gute Artikelserie in der FAZ veröffentlicht. Die letzte Serie war über wie kommen wir aus dem Schlamassel raus.“
Im Gespräch über den Nahostkonflikt und die Zwei-Staaten-Lösung empfiehlt Cohn-Bendit eine Artikelserie von Diener in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die sich mit der Frage beschäftigt, wie eine Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts aussehen könnte. Diener greift darin auf Camus und Hannah Arendt zurück und argumentiert mit dem Natalitätsrecht.
Nächstes Jahr in Jerusalem
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 05:15:32 „Die Juden am Anfang so waren. Aber irgendwann hätte ich mir gehofft... Es gibt ja ein Lied nächstes Jahr in Jerusalem. Das gibt es ja. Tausende von Jahren wird das gesungen.“
Cohn-Bendit erklärt die mythische Bindung der Juden an Palästina und warum der Staat Israel gerade dort entstehen musste. Er verweist auf das traditionelle jüdische Lied bzw. den liturgischen Ausruf 'Nächstes Jahr in Jerusalem', der seit Jahrtausenden gesungen wird und die tiefe spirituelle Verbindung zum Land symbolisiert.
Zwei Völker, ein Land
Amos Oz
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 05:15:54 „Und in dieser Situation schreibt Amos Oz, zwei Völker, ein Land, Grossmann, all die größten Schriftsteller, die sind zerrissen mit dieser Realität“
Erwähnung von Amos Oz und David Grossmann als Schriftsteller, die sich mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt auseinandersetzen
Textstrecke über Mythen der Nahost-Debatte
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 05:18:09 „Ich muss jetzt auch einmal die Zeit zitieren. Da gab es ganz zu Anfang, kurz nach dem 7. Oktober, eine kurze Strecke von Texten, die sich mit den Missverständnissen oder Mythen in dieser Debatte beschäftigt haben. Ein sehr kurzer Text, an den ich mich gut erinnere, weil er mir Hoffnung gegeben hat, war, es ist ein Irrtum zu glauben, dass es immer Verfahren sein muss und immer schon Verfahren war.“
Wegner zitiert eine Artikelreihe aus der Zeit, die kurz nach dem 7. Oktober erschien und sich mit Missverständnissen und Mythen im Nahostkonflikt beschäftigte. Besonders ein kurzer Text gab ihm Hoffnung, weil er argumentierte, dass der Konflikt nicht zwangsläufig auf ewig verfahren sein müsse – es habe auch schon Momente gegeben, in denen eine gute Entwicklung greifbar nahe war.
Film über Israel mit Daniel Cohn-Bendit
Daniel Cohn-Bendit
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 05:24:20 „Es gibt diesen tollen Film mit Ihnen in Israel, über den wir schon ein paar Mal gesprochen haben. Eine ganz bezaubernde Szene in diesem Film, finde ich die beste, fällt vielleicht nicht so auf. Es ist filmemacherisch gut gemacht. Sie wandeln durch einen Kibbutz und ein Kibbutz ihm zeigt den Kibbutz.“
Wegner erinnert an einen Dokumentarfilm, in dem Cohn-Bendit durch Israel reist. Er hebt eine Szene hervor, die er für hochsymbolisch hält: Cohn-Bendit versucht im Kibbutz dreimal das Thema besetzte Gebiete anzusprechen, wird aber jedes Mal mit Trauben, dem Haus oder der Landschaft abgelenkt – für Wegner ein Sinnbild für einen Teil Israels, der bezaubernd ist, aber an den schwierigen Punkt nicht heranwill.
Artikel über Zwei-Staaten-Lösung und Marwan Barghouti
Daniel Cohn-Bendit
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 05:32:01 „Im Spiegel, ganz am Anfang haben wir einen Artikel geschrieben, wo wir geschrieben haben, hier zwei Staaten, Mauern-Baguti. Die Leute haben mir gesagt, Dani, wo nimmst du den her? Was ist denn das, Mauern-Baguti? War noch nie gehört, sag ich, ja, ihr nicht.“
Cohn-Bendit erzählt, dass er schon früh im Spiegel einen Artikel über die Zwei-Staaten-Lösung und die Schlüsselfigur Marwan Barghouti veröffentlicht hat, als diesen Namen in Deutschland noch niemand kannte. Er nutzt das als Beleg für seine langjährige Expertise in der Nahostfrage.
Artikel von David Grossmann
David Grossmann
🗣 Daniel Cohn-Bendit empfiehlt aktiv bei ⏱ 05:34:27 „dann bitte ich die guten Deutschen, den Artikel von David Grossmann zu lesen. Manchmal darf man nicht jüdischer als die Juden sein“
Grossmanns Artikel, in dem er argumentiert, dass man auch mit der Hamas verhandeln müsse
Artikel über Verhandlungen mit der Hamas
David Grossman
🗣 Daniel Cohn-Bendit empfiehlt aktiv bei ⏱ 05:34:44 „Dann bitte ich die guten Deutschen, den Artikel von David Grossmann zu lesen. Manchmal darf man nicht jüdischer als die Juden sein. Man muss sie mal Judenlast sein. David Grossmann sagt, ich habe Tränen in den Augen. Man wird aber auch mit der Hamas verhandeln müssen.“
Cohn-Bendit empfiehlt einen Artikel des israelischen Schriftstellers David Grossman als Argument gegen die deutsche Haltung, niemals mit der Hamas zu verhandeln. Er nutzt Grossmans Autorität als israelischer Intellektueller, um zu zeigen, dass selbst betroffene Israelis pragmatischer denken als die deutsche Öffentlichkeit.
Dokumentarfilm über israelisch-palästinensische Friedensinitiativen
Daniel Cohn-Bendit
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 05:38:42 „In meinem Film, diese Staaten, südafrikanische Israelien, die eine gemeinsame Initiative, Familien, also Initiativen, Israelis und Palästinenserinnen, Mütter, deren Kinder im Krieg gestorben sind. Ich habe sie beiden im Film und ich frage diese Israelien, die aus Südafrika kommen, bist du für ein Staat oder zwei Staaten?“
Cohn-Bendit verweist mehrfach auf einen eigenen Dokumentarfilm, in dem er israelisch-palästinensische Friedensinitiativen porträtiert. Im Film kommt auch Ofer Bronstein vor, den er als 'the best connected man in the Middle East' beschreibt. Der Film zeigt Mütter beider Seiten, deren Kinder im Konflikt gestorben sind.
Texte von Navid Kermani und Natan Sznaider
Navid Kermani / Natan Sznaider
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 05:41:43 „Neulich war ich in Frankfurt und dann war eine Lesung der Texte von Navid Germani und Nathan Snyder. Die lesen das, zwei Schauspieler, und dann sollte ich eine Diskussion moderieren. Da kam ich an, was soll ich moderieren, mit wem?“
Cohn-Bendit berichtet von einer Lesung in Frankfurt, bei der Texte von Navid Kermani und Natan Sznaider von Schauspielern vorgetragen wurden – vermutlich ihr Briefwechsel über den Nahostkonflikt. Er beschreibt die Texte als intellektuell anspruchsvoll, aber letztlich hoffnungslos und ohne Ausweg, weshalb er stattdessen ein improvisiertes Theaterstück mit seinem eigenen Friedensplan aufführte.
Revolutionärer Kampf (Betriebszeitung)
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 05:45:44 „Ich weiß noch, wir haben eine Betriebszeitung mal gemacht, wir Revolutionärer Kant, wo Thomas Schmidt und Joschka Fischer, wo wir den, wie hieß der Weg, ich weiß nicht mehr, wie der Pfad hieß, von Nord, ja, und da haben wir irgendwie, weiß ich nicht, was wir erzählt haben, wie toll die Gesellschaft, die Zusammenhänge.“
Im Kontext seiner Reflexion über die linken Illusionen zum Vietnam-Krieg erinnert sich Cohn-Bendit an eine Betriebszeitung namens 'Revolutionärer Kampf', die er zusammen mit Joschka Fischer und Thomas Schmidt herausgab. Darin verherrlichten sie den Ho-Chi-Minh-Pfad und die erhoffte neue Gesellschaft in Vietnam – eine Projektion, die er heute als typischen Fehler der Linken einordnet.
Interview mit Daniel Cohn-Bendit in der ZEIT (2012)
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 05:55:35 „Sie haben ja gesagt, es war 2012 in der Zeit. Zitat, ich habe es nur stenografiert, in manchen Städten hat Le Pen 30 Prozent. Ja, das ist ja in Deutschland nicht denkbar, zum Glück. Zitat Ende, also aus dem Kopf zitiert. Das war 2012, zehn Jahre später, elf Jahre später, zwölf Jahre später ist es denkbar.“
Wegner zitiert aus einem ZEIT-Interview oder -Artikel von 2012, in dem Cohn-Bendit vor Le Pens 30 Prozent in Frankreich warnte und damals noch meinte, so etwas sei in Deutschland undenkbar. Wegner nutzt das Zitat, um zu zeigen, wie sich die politische Lage seither verändert hat – was damals undenkbar schien, ist inzwischen Realität.
Asterix
René Goscinny / Albert Uderzo
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 06:22:40 „Also ob ich Asterix oder Obelix bin, weiß ich nicht. Aber ich bin in so einem Topf gefallen.“
Auf die Frage, wie es sich anfühlt, bereits einen Platz in der Geschichte zu haben, greift Cohn-Bendit zur Asterix-Metapher. Er vergleicht sich mit Obelix, der als Kind in den Zaubertrank gefallen ist – so wie er selbst in die 68er-Bewegung hineingeraten sei, ohne es geplant zu haben.
Artikel im Spiegel (1994)
Daniel Cohn-Bendit
🗣 Daniel Cohn-Bendit erwähnt beiläufig bei ⏱ 06:42:08 „Es gibt doch, gerade hat mir jemand einen Artikel aus 1994 aus dem Spiegel von mir gelesen, wo ich sage, was ist überhaupt links, was ist rechts? Also ja, das ist schwierig.“
Cohn-Bendit erwähnt einen eigenen Spiegel-Artikel von 1994, in dem er bereits die Frage stellte, was links und was rechts eigentlich bedeutet. Er nutzt die Referenz, um zu zeigen, dass ihn diese Definitionsfrage schon seit Jahrzehnten beschäftigt.
Die Kommunisten und der Frieden
Jean-Paul Sartre
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 06:43:20 „Und deswegen ist es sehr schwierig, wer links ist. Wenn Sartre in seinem Buch »Die Kommunisten und der Frieden« in der Mitte der 50er-Jahre schreibt, das ist rechts, das ist stalinistisch. Das ist furchtbar, das ist grauenhaft.“
In einer Diskussion darüber, was 'links' eigentlich bedeutet, zitiert Cohn-Bendit Sartres Buch als Beispiel dafür, dass auch vermeintlich linke Positionen totalitär und stalinistisch sein können. Sartre selbst habe in diesem Werk Positionen vertreten, die Cohn-Bendit als rechts und grauenhaft einordnet.
Offener Brief in Le Monde
André Glucksmann
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 06:51:01 „Glücksmann schreibt dann ein offenen Brief in Le Monde sagt, solange mein Freund Danny nicht nach Frankreich zurückgeht, komme ich nicht zu Ihnen. Ich würde gerne mit Ihnen diskutieren, aber solange Sie das nicht aufheben, komme ich nicht.“
Cohn-Bendit erzählt, wie der Philosoph André Glucksmann einen offenen Brief in Le Monde veröffentlichte, in dem er sich weigerte, einer Einladung von Präsident Giscard d'Estaing zu folgen, solange Cohn-Bendits Einreiseverbot nach Frankreich nicht aufgehoben würde. Zusammen mit Bernard-Henri Lévy setzten die 'Neuen Philosophen' schließlich die Aufhebung durch.
Baal
Bertolt Brecht
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 06:53:07 „für ein Brechstück Frau Weigel autorisieren muss, welche Schauspieler“
Das Theaterstück von Bertolt Brecht, das Schlöndorff verfilmte und für das Helene Weigel die Schauspielerbesetzung genehmigen musste
Baal
Volker Schlöndorff
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 06:53:37 „Die wirklich verrückteste Sache, die ich gefunden habe, die mir nicht gewärtig war, dass sie mal 1969 in einem Film von Schlöndorf eigentlich die Hauptrolle spielen sollten, im Bal. Und das hat dann aber ein anderer Typ übernommen. Ich glaube, der hieß Fassbinder oder so.“
Wegner spricht Cohn-Bendits vielfältige Medienpräsenz an und erwähnt, dass dieser 1969 die Hauptrolle in Schlöndorfs Brecht-Verfilmung 'Baal' hätte spielen sollen. Helene Weigel, Brechts Witwe, lehnte Cohn-Bendit als 'Antikommunisten' ab, woraufhin Rainer Werner Fassbinder die Rolle übernahm.
Unter den Stollen liegt der Strand
Daniel Cohn-Bendit
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 06:55:25 „Übrigens, es gibt eine Autobiografie, unter den Stollen liegt der Strand, eine Abwandlung vom Pflasterstrand-Slogan, wo man das alles sehr detailliert macht.“
Wegner verweist auf Cohn-Bendits Autobiografie, in der unter anderem die Fußball-Anekdote mit Beckenbauer ausführlich erzählt wird. Der Titel ist eine Anspielung auf den 68er-Slogan 'Unter dem Pflaster liegt der Strand'.
Geh, wohin dein Herz dich trägt
Susanna Tamaro
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 07:01:28 „einmal habe ich von der Geh, wo dein Herz dich, dieses italienische Buch, also so ein Roman, Geh, wo dein Herz dich trägt oder sowas“
Cohn-Bendit stellte den Bestseller-Roman im Literaturclub vor und verteidigte ihn gegen die Literaturkritiker, die ihn als trivial abtaten
Va' dove ti porta il cuore (Geh, wohin dein Herz dich trägt)
Susanna Tamaro
🗣 Daniel Cohn-Bendit empfiehlt aktiv bei ⏱ 07:02:09 „Und einmal habe ich von der Gevo dein Herz dieses italienische Buch gelesen. Also so ein Roman, Geh, wo dein Herz dich trägt oder sowas. Und ich habe das Buch vorgestellt und da Peter Hamm und alles. So was kann man nicht. Und ich habe es verteidigt.“
Cohn-Bendit erzählt, wie er im Literaturclub bewusst Bücher vorstellte, die die professionellen Kritiker provozierten. Er verteidigte den italienischen Bestseller gegen die Ablehnung der Literaturkritiker und argumentierte, man müsse verstehen, warum Tausende Frauen dieses Buch lesen und was sie daran ergreift.
Die Wohlgesinnten
Jonathan Littell
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 07:04:39 „die hat den Littel, die wohlmeinigen, die wohlgesinnten, Jonathan Littel, ein bisschen verrissen“
Cohn-Bendit kritisiert Iris Radischs Verriss des Romans und vermutet, sie habe nicht akzeptiert, dass ein Franzose über den Nationalsozialismus schreibt
Camus-Buch von Iris Radisch
Iris Radisch
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 07:04:39 „die Frau Radig, die ich unheimlich schätze, die hat ein tolles Kamu-Buch geschrieben“
Cohn-Bendit lobt Iris Radischs Buch über Albert Camus, bevor er ihre Kritik an Littell hinterfragt
Camus-Buch (nicht näher spezifiziert)
Iris Radisch
🗣 Daniel Cohn-Bendit erwähnt beiläufig bei ⏱ 07:05:26 „Die Frau Radisch, die ich unheimlich schätze, die hat ein tolles Kamu-Buch geschrieben, hat aber den Littel, die wohlmeinigen, die wohlgesinnten, Jonathan Littel, ein bisschen verrissen.“
Cohn-Bendit erwähnt lobend ein Buch von Iris Radisch über Albert Camus, bevor er ihre Kritik an Jonathan Littells Roman kritisiert. Das genaue Buch wird nicht beim Titel genannt, es handelt sich vermutlich um 'Camus – Das Ideal der Einfachheit'.
Die Wohlgesinnten (Les Bienveillantes)
Jonathan Littell
🗣 Daniel Cohn-Bendit empfiehlt aktiv bei ⏱ 07:05:48 „Die hat ein tolles Kamu-Buch geschrieben, hat aber den Littel, die wohlmeinigen, die wohlgesinnten, Jonathan Littel, ein bisschen verrissen. Und ich habe den Eindruck, sie hat das verrissen, wo sie gemeint hat, es kann doch nicht sein, dass ein Franzose uns Deutschen erzählt, was der Nationalsozialismus war.“
Cohn-Bendit kritisiert Iris Radischs Verriss von Littells Roman und vermutet, sie habe das Buch abgelehnt, weil ein Franzose über den Nationalsozialismus schrieb. Er verteidigt das Werk leidenschaftlich: Es zeige die Komplexität der Wehrmacht-Strukturen und erfülle damit genau den Sinn von Literatur – Realität besser verständlich zu machen als ein Dokumentarfilm.
Wir sind da! (Film über jüdische Identität)
Daniel Cohn-Bendit
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 07:08:46 „Naja, das ist ja die Quintessenz dessen, was auch nach meinem Film ist. Ist egal, ob ich Jude sein will oder nicht. Wie gesagt, ich bin kein Jude, ich bin nicht beschnitten, ich bin nicht mit einer Jüdin verheiratet.“
Cohn-Bendit verweist wiederholt auf seinen eigenen Film über jüdische Identität, in dem er unter anderem den ehemaligen Schin-Bet-Chef Ami Ayalon interviewt. Der Film behandelt die Frage, was es bedeutet, Jude zu sein, und zeigt am Ende seinen schwangeren Sohn und dessen Partnerin.
Odessa (Biografie eines Romans)
Maxim Biller
🗣 Daniel Cohn-Bendit erwähnt beiläufig bei ⏱ 07:14:55 „Ich liebe Maxim Biller und ich habe sein Buch mal vorgestellt, ich mag und Odessa, sein Buch, alles liebe ich. Aber was ihn da geritten hat, sich da einzumischen, das verstehe ich nicht.“
Cohn-Bendit bekundet seine Bewunderung für Maxim Billers literarisches Werk, insbesondere für dessen Buch, das er im Literaturclub vorgestellt hat. Gleichzeitig kritisiert er Billers Einmischung in die Debatte mit Max Czollek darüber, wer sich als Jude bezeichnen darf.
Daniel Cohn-Bendits Dokumentarfilm
Daniel Cohn-Bendit
🗣 Daniel Cohn-Bendit referenziert bei ⏱ 07:18:21 „Aber ich habe einen Witz, der in meinem Film ist und nicht von meiner Mutter. Eines Tages ruft Gott, Trump, Netanyahu und Putin zu sich.“
Cohn-Bendit erzählt einen politischen Witz über Trump, Putin und Netanyahu, den er einem eigenen Film zuordnet. Der genaue Titel des Films wird nicht genannt, es handelt sich vermutlich um eine seiner Dokumentationen.