Monika Hauser, wie helfen Sie Frauen im Krieg
Christoph Amend, Jochen Wegner & Monika Hauser
Monika Hauser, Ärztin, Gründerin von medica mondiale und Trägerin des Alternativen Nobelpreises, spricht über ihren jahrzehntelangen Kampf gegen sexualisierte Gewalt an Frauen in Kriegsgebieten. Sie zieht eine direkte Linie zwischen Gewalt im Frieden und der Eskalation im Krieg und schildert, wie sie als junge Frau den Impuls spürte, sich einzumischen — ein Antrieb, der sie bis heute nicht losgelassen hat.
„Die Gewalt im Krieg in diesem Maß ist möglich, weil wir eben auch so viel sexualisierte Gewalt im Frieden haben.“
Erwähnte Medien (19)
Dokumentarfilm über Monika Hauser
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 00:06:59 „Es gibt nicht so viele Bücher, wie ich dachte. Ja, aber es gibt auch einen sehr spannenden Dokumentarfilm über sie. Man kann sehr viel über sie erfahren und über ihre Arbeit vor allem.“
Christoph Amend erwähnt bei der Vorstellung von Monika Hauser, dass es einen Dokumentarfilm über sie und ihre Arbeit gibt. Der genaue Titel wird nicht genannt, gemeint ist vermutlich 'Wüstenblume' oder ein anderer Dokumentarfilm über Hausers Arbeit bei Medica Mondiale.
Transatlantik
Anna Seghers / Netflix
🗣 Monika Hauser erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:11:50 „Varian Frey sozusagen hat die erste NGO gegründet, wenn wir so wollen, um gefährdete jüdische Menschen aus dem besetzten Frankreich rauszuholen und darüber konnte auch Max Ernst fliehen.“
Monika Hauser erzählt die Fluchtgeschichte von Max Ernst aus dem besetzten Frankreich über Varian Fry. Christoph Amend ergänzt, dass über Varian Fry eine Netflix-Serie gedreht wurde. Gemeint ist die Netflix-Serie 'Transatlantik' (2023), die auf der wahren Geschichte von Varian Fry und dem Emergency Rescue Committee basiert.
Sternbericht über vergewaltigte Frauen im Bosnienkrieg
🗣 Monika Hauser referenziert bei ⏱ 00:14:06 „Ja, dieser Sternbericht, der läuft mir jetzt halt seit 30 Jahren nach, so ist es. Aber die Geschichte stimmt.“
Monika Hauser beschreibt einen Artikel im Stern über vergewaltigte Frauen im Bosnienkrieg als einen der Auslöser für ihr Engagement
Stern-Bericht über vergewaltigte Frauen im Bosnienkrieg
🗣 Monika Hauser referenziert bei ⏱ 00:14:40 „Ja, dieser Sternbericht, der läuft mir jetzt halt seit 30 Jahren nach, so ist es. Blut, Tränen, es ging wirklich um ein Schlüssellochblick auf die Frauen. Was haben sie erlebt? Noch ein Detail, noch ein Detail. Aber diese sensationsheischende Art und Weise der Berichterstattung über die Frauen.“
Christoph Amend spricht an, dass Monika Hausers Lebensweg mit einem Bericht im Stern begann. Hauser erklärt, dass die sensationsheischende Berichterstattung des Stern über vergewaltigte Frauen im Bosnienkrieg sie empörte und sie dazu bewegte, selbst nach Bosnien zu reisen. Der konkrete Artikel war einer der Auslöser für die Gründung von Medica Mondiale.
Mona Lisa
Maria von Welser
🗣 Monika Hauser referenziert bei ⏱ 00:44:54 „Sprich, die ZDF-Mona Lisa-Sendung hat darüber berichtet. Diese Sendung hat mit als Erste im Herbst über das berichtet, was sich da in Bosnien zuträgt.“
Monika Hauser erzählt, wie sie Anfang der 1990er Jahre Unterstützung für ihr Projekt in Bosnien fand. Die ZDF-Sendung Mona Lisa war eine der ersten, die über die Situation der Frauen in Bosnien berichtete. Über den zugehörigen Mona-Lisa-Hilfsfonds erhielt Hauser erste Gelder für den Aufbau von Medica Zenica. Christoph Amend ergänzt, dass er sich gut an die Moderatorin Maria Welser erinnert.
Dokumentation über Mals (pestizidfreies Dorf)
🗣 Monika Hauser empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:58:17 „Malz hat sich ja pestizidfrei erklärt vor ein paar Jahren. Da gibt es auch eine super Doku drüber. In Geo wurde das gross und breit erklärt.“
Monika Hauser empfiehlt eine Dokumentation über das südtiroler Dorf Mals, das sich pestizidfrei erklärt hat
Dokumentation über das pestizidfreie Dorf Mals
🗣 Monika Hauser erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:59:15 „Und vielleicht haben Sie schon vom Dorf Malz gehört. Malz hat sich ja pestizidfrei erklärt vor ein paar Jahren. Da gibt es auch eine super Doku drüber.“
Monika Hauser erzählt begeistert vom Südtiroler Dorf Mals, das sich per Referendum pestizidfrei erklärt hat. Sie erwähnt eine Dokumentation über dieses Projekt, ohne einen konkreten Titel zu nennen. Das Dorf dient ihr als Beispiel für mutigen zivilen Widerstand gegen die konventionelle Landwirtschaft.
Artikel über Mals in Geo
🗣 Monika Hauser erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:59:15 „Malz hat sich ja pestizidfrei erklärt vor ein paar Jahren. Da gibt es auch eine super Doku drüber. In Geo wurde das gross und breit erklärt.“
Im Zusammenhang mit ihrer Erzählung über das pestizidfreie Dorf Mals in Südtirol erwähnt Monika Hauser, dass das Magazin Geo ausführlich über das Projekt berichtet hat. Der konkrete Artikeltitel wird nicht genannt, aber die Erwähnung unterstreicht die überregionale Aufmerksamkeit für das Malser Modell.
Die Misfits
🗣 Monika Hauser referenziert bei ⏱ 02:12:59 „Kennt ihr noch die Misfits? Die Misfits haben mir, ich wüsste jetzt nicht mehr den exakten Zeitpunkt, aber ich würde mal sagen, Zweites Halbjahr 1993 haben sie in NRW eben von unserer Arbeit gehört und haben mich gefragt, ob ich nicht bei einem ihrer Auftritte kommen will, um darüber zu berichten, was wir vor Ort tun. Das war sozusagen mein erster öffentlicher Auftritt.“
Monika Hauser erzählt von ihrem allerersten öffentlichen Auftritt in einem Entertainment-Rahmen. Das Comedy-Duo Die Misfits lud sie 1993 ein, bei einer ihrer Shows über die Arbeit in Bosnien zu berichten. Der Moment, als die ersten drei Reihen im Publikum zu weinen begannen, war für Hauser die Erkenntnis, dass sie mit ihren Schilderungen Menschen erreichen und bewegen kann.
Dokumentarfilm über Monika Hauser (Bäuerinnenverband-Szene)
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 02:24:56 „Ich finde, es gibt ja einen Dokumentarfilm über Sie. Und da gibt es eine Szene, die ich nicht vergessen habe. Da sind, glaube ich, ein Bäuerinnenverband in Südtirol, vor dem Sie sprechen“
Jochen Wegner verweist erneut auf den Dokumentarfilm über Monika Hauser und beschreibt eine konkrete Szene daraus
Germany's Next Topmodel
Heidi Klum
🗣 Monika Hauser erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:27:18 „Viel schwieriger finde ich, dass diese ganze Heidi Klum-Geschichten und Schönheitsideale einen so massiven Einfluss auf junge Frauen haben. Wir wissen, dass Bulimie, Anorexie, sonstige Essstörungen wirklich ein großes Problem sind.“
Im Gespräch über junge Feministinnen kommt Monika Hauser auf die schädlichen Schönheitsideale zu sprechen, die durch Formate wie die von Heidi Klum transportiert werden. Sie sieht darin einen massiven Druck auf junge Frauen, der zu Essstörungen führt und dem feministischen Anliegen entgegensteht.
Ausstellung Flucht und Vertreibung
Haus der Geschichte
🗣 Monika Hauser referenziert bei ⏱ 03:38:28 „Das war zum 60. Jahr nach Kriegsende. Da hat das Haus der Geschichte eine Ausstellung gemacht, Flucht und Vertreibung.“
Monika Hauser erzählt von einer Ausstellung des Hauses der Geschichte, bei der das Thema Vergewaltigungen im Zweiten Weltkrieg fehlte, wogegen sie protestierte
Flucht und Vertreibung
Haus der Geschichte
🗣 Monika Hauser referenziert bei ⏱ 03:39:35 „Das war zum 60. Jahr nach Kriegsende. Da hat das Haus der Geschichte eine Ausstellung gemacht, Flucht und Vertreibung. Und ich habe damals dem Kurator geschrieben, als ich das mitgekriegt habe, dass er diese Ausstellung plant, habe ich geschrieben, er darf auf keinen Fall die Frauen und die Vergewaltigungen, die im Zweiten Weltkrieg passiert sind, vergessen.“
Monika Hauser erzählt, wie sie anlässlich der Ausstellung 'Flucht und Vertreibung' im Haus der Geschichte den Kurator kontaktierte, um auf die fehlende Darstellung sexualisierter Gewalt im Zweiten Weltkrieg hinzuweisen. Die Vergewaltigungen kamen in der Ausstellung dennoch nicht vor, was viele betroffene Frauen erneut traumatisierte – ein Beispiel für das systematische Schweigen über diese Gewalterfahrungen.
Anfrage
Christian Geißler
🗣 Monika Hauser referenziert bei ⏱ 03:43:45 „Ich lese gerade von Christian Geissler die Anfrage. Das ist sehr spannend, weil er hat dieses Buch «58» geschrieben und das Buch ist dann völlig untergegangen und jetzt vor kurzem im Verbrecherverlag neu aufgelegt worden.“
Monika Hauser spricht über die deutsche Nachkriegsgesellschaft und die Unfähigkeit, über Schuld und Scham zu reden. Christian Geißlers Buch 'Anfrage' (1960) stellt die Frage, wo die Väter sind, die so viel Unheil angerichtet haben und nun mit der jungen Generation darüber sprechen müssten. Das Buch wurde damals totgeschwiegen und ist erst kürzlich im Verbrecherverlag neu aufgelegt worden – für Hauser ein Schlüsseltext zum Verständnis der deutschen Verdrängungsgeschichte.
Winnetou
Karl May
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:58:12 „Winnetou oder kein Winnetou? Kein Winnetou.“
Im Schnellfragerunden-Spiel greift Jochen Wegner die kulturelle Debatte um Winnetou auf, die in Deutschland um kulturelle Aneignung und Karl Mays Indianer-Darstellung kreiste. Monika Hauser antwortet knapp mit 'Kein Winnetou'.
A Room of One's Own
Virginia Woolf
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 04:00:16 „A Room of One's Own oder Le Deuxième Sex? Rooms of One's Own.“
Im Schnellfragerunden-Spiel stellt Jochen Wegner zwei feministische Schlüsselwerke gegenüber. Monika Hauser wählt Virginia Woolfs Essay, was zu ihrer durchgängigen Betonung weiblicher Selbstbestimmung und Autonomie im Gespräch passt.
Le Deuxième Sexe
Simone de Beauvoir
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 04:00:16 „A Room of One's Own oder Le Deuxième Sex? Rooms of One's Own.“
Simone de Beauvoirs feministisches Hauptwerk wird als Alternative zu Woolfs Essay in der Schnellfragerunde angeboten. Monika Hauser entscheidet sich gegen de Beauvoir, ohne dies näher zu begründen – beide Werke stehen hier als Symbole für unterschiedliche feministische Traditionslinien.
A Room of One's Own
Virginia Woolf
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 04:00:53 „A Room of One's Own oder Le Deuxième Sex? Rooms of One's Own.“
Im Entweder-Oder-Spiel wird Virginia Woolfs Essay gegen Simone de Beauvoirs Werk gestellt; Monika Hauser wählt Woolfs Werk
Aufräumen mit Marie Kondo
Marie Kondo
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 04:01:16 „Ich habe das einmal gesehen und wusste, nee, hilft doch nicht. Das hilft mir nicht, was sie da macht. Ich habe auf Netflix mal eine Sendung gesehen.“
Jochen Wegner spricht über Marie Kondos Netflix-Sendung zum Thema Aufräumen, die er einmal gesehen hat