Friederike Otto, ist das noch Wetter oder schon Klima
Christoph Amend, Jochen Wegner & Friederike Otto
Klimaforscherin Friederike Otto erklärt, wie ihre Zuordnungsforschung erstmals den Zusammenhang zwischen einzelnen Extremwetterereignissen und dem Klimawandel beweisen kann — und warum die Klimakrise vor allem ein soziales Problem ist, das die Ärmsten am härtesten trifft. Dabei entwirft sie eine überraschend konkrete Vision einer lebenswerten Zukunft: leise Städte ohne Autolärm, pünktliche Züge, saubere Luft — und streitet leidenschaftlich gegen den Zynismus, der jede positive Veränderung als naiven Rückschritt abtut.
„Nichts gegen Eisbären, aber ich meine, wenn am Ende des Monats kein Geld übrig ist, dann ist mir der Eisbär egal.“
Erwähnte Medien (49)
Modeling Earth's Climate – An Epistemic Perspective
Friederike Otto
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 00:23:28 „Ich habe nur gerade hier die Doktorarbeit. ... Modeling oder ist es so eine Deutsch? ... auf Deutsch wahrscheinlich sowas wie das Erdklimamodellieren eine epistemische Perspektive, so ungefähr ist der Titel.“
Friederike Ottos Doktorarbeit in Philosophie über Klimamodelle und Erkenntnistheorie wird besprochen
The Structure of Scientific Revolutions
Thomas Kuhn
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 00:30:49 „es gibt ja so Wissen, Theorien darüber, wie Leute so neue Erkenntnisse erlangen und Thomas Kuhn hat so ein Buch geschrieben, wo er die These aufstellt, dass eigentlich die Wissenschaft im Kern immer versucht, das Alte zu bewahren und gar nicht so gerne revolutionäre neue Ideen zulässt.“
Jochen Wegner verweist auf Kuhns Theorie der wissenschaftlichen Revolutionen, um zu fragen, ob Außenseiter wie Friederike Otto die Klimaforschung revolutionieren können
Schillerballaden
Friedrich Schiller
🗣 Friederike Otto erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:52:46 „Also bei manchen Stichworten habe ich irgendwie Gedichtfetzen im Kopf, so Schillerballaden oder so, die ich nicht auswendig kann. Wo halt so Zeilen im Kopf sind und wo ich dann, die eigentlich unbedingt sagen möchte, aber dann kann man das eben nicht erklären.“
Friederike Otto spricht darüber, wie sich ihr Denken zwischen Deutsch und Englisch aufteilt. Als Beispiel für Momente, in denen ihr Deutsch fehlt, nennt sie Schillerballaden – Gedichtfetzen, die ihr bei bestimmten Stichworten in den Kopf kommen, die sie aber auf Englisch nicht transportieren kann. Es illustriert ihren kulturellen Spagat zwischen deutscher Herkunft und englischsprachigem Arbeitsalltag.
Attribution of the 2003 European heatwave
Myles Allen
🗣 Friederike Otto referenziert bei ⏱ 00:56:39 „Das war halt sein Paper. Und das hat er und zwei andere Kollegen dann 2004 einmal angewendet auf die europäische Hitzewelle 2003.“
Friederike Otto beschreibt, wie Myles Allen und zwei Kollegen die zuvor theoretisch vorgeschlagene Attributionsmethode erstmals 2004 praktisch auf die europäische Hitzewelle von 2003 anwendeten. Es war die erste konkrete Anwendung dieser Methodik, nach der dann allerdings einige Jahre lang nichts weiter auf dem Gebiet passierte.
Attributionsstudie zur Hitzewelle in Südeuropa Juli 2023
Friederike Otto / World Weather Attribution
🗣 Friederike Otto referenziert bei ⏱ 01:07:19 „Und jetzt bei der Hitzewelle in Südeuropa im Juli haben wir festgestellt, dass eine solche Hitzewelle die findet man in der Welt eigentlich gar nicht. Die ist so unglaublich selten.“
Otto nutzt die Studie zur südeuropäischen Hitzewelle als ausführliches Beispiel, um die Methodik der Attributionsforschung zu erklären – den Vergleich zwischen realer Welt und simulierter Welt ohne Klimawandel.
Wonderwall
Oasis
🗣 Christoph Amend erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:22:32 „Vor kurzem mal in unserem Wochenend-Podcast hatten wir Noel Gallagher zu Gast von Oasis und der hat ja auch Teenager-Jungs. Und der war mit denen mal im Fußballstadion und dann haben die Fußballfans Wonderwall gesungen“
Christoph Amend erzählt eine Anekdote über Noel Gallagher und dessen Söhne im Kontext des Gesprächs über Teenager und ihre berühmten Eltern
Das Klimabuch
Greta Thunberg
🗣 Friederike Otto referenziert bei ⏱ 01:23:02 „ich habe ein Kapitel in Greta Thunbergs Buch geschrieben. Das fand er cool.“
Friederike Otto erzählt, dass sie ein Kapitel in Greta Thunbergs Buch geschrieben hat und ihr Sohn das cool fand
The Climate Book
Greta Thunberg
🗣 Friederike Otto referenziert bei ⏱ 01:23:16 „Ja, also er fand es, ich habe ein Kapitel in Greta Thunbergs Buch geschrieben. Das fand er cool. Aber das ist halt, ich meine, Greta Thunberg ist halt jemand, mit dem Leute in seiner Altersklasse was anfangen können.“
Im Gespräch darüber, wie ihr Teenager-Sohn auf ihre Arbeit blickt, erzählt Friederike Otto, dass er ihren Beitrag zu Greta Thunbergs Buch cool fand – weil Greta Thunberg eine Figur ist, mit der seine Altersgruppe etwas anfangen kann. Die sonstige wissenschaftliche Arbeit seiner Mutter sei ihm dagegen zu abstrakt.
Ice Watch
Olafur Eliasson
🗣 Friederike Otto referenziert bei ⏱ 01:49:32 „Also was mir zum Beispiel total fehlt, ist irgendwie gute Kunst zu dem Thema. Also ich meine, wenn ich jetzt in die Tate Modern gehe, dann gibt es da also ein Video einer Installation von Olafur Einarsson, wo er also Eis aus Grönland auf den Platz vor der Tate gelegt hat und gefilmt hat beim Schmelzen. Das ist jetzt so das Klimakunstwerk.“
Im Gespräch über gesellschaftlichen Wandel und Klimakommunikation beklagt Friederike Otto, dass es zu wenig gute Kunst zum Thema Klimawandel gibt. Als Beispiel für das, was es gibt, nennt sie Olafur Eliassons Installation mit schmelzendem Grönland-Eis vor der Tate Modern – findet das aber zu vorhersagbar und wünscht sich mehr und vielfältigere künstlerische Auseinandersetzung.
Ausstellung in der Serpentine Gallery
Thomas Saraceno
🗣 Christoph Amend empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:50:20 „Aber es gab zum Beispiel in London in der Serpentine Gallery in diesem Sommer eine fantastische Ausstellung von Thomas Saraceno. Und Thomas Saraceno hat die Türen alle aufgemacht. Also Teil seiner Ausstellung war, dass er gesagt hat, wir holen die Natur jetzt rein und machen die Türen auf und die Tiere können raus und reinlaufen und deshalb schalten wir die Klimaanlagen aus.“
Als Gegenbeispiel zu Friederike Ottos Klage über fehlende Klimakunst beschreibt Christoph Amend begeistert eine Ausstellung von Thomas Saraceno in der Serpentine Gallery im Hyde Park. Saraceno öffnete alle Türen des Museums, ließ Natur herein und schaltete die Klimaanlagen aus – eine Geste, die zum Nachdenken über den Energieverbrauch von Kulturinstitutionen anregte.
Der Schwarm
Frank Schätzing
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 01:52:01 „Haben Sie Frank Schätzing, der Schwarm, gelesen?“
Im Gespräch über fehlende gute Climate Fiction fragt Christoph Amend, ob Friederike Otto Frank Schätzings Klimathriller 'Der Schwarm' gelesen habe. Otto verneint. Die Erwähnung ist kurz und dient als Beispiel für einen bekannten deutschsprachigen Roman mit Umweltthematik.
The Peripheral
William Gibson
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:53:04 „William Gibson hat The Peripheral geschrieben. Kann ich sehr empfehlen, auch wenn man viel Weltentheorien interessant findet, wo eben der Plot ist, dass die Erde eine Krise erlebt hat, es wird den ganze Zeit nicht klar, was für eine Krise das ist, gewesen ist, aber offensichtlich war irgendwas mit Klima auch beteiligt und quasi durch eine globale Veränderung ein Großteil der Menschheit ausgestorben ist.“
Jochen Wegner empfiehlt begeistert William Gibsons 'The Peripheral' als literarisch wertvolle Climate Fiction. Er beschreibt den Roman als Vision einer postklimatischen Welt, in der nach einer globalen Katastrophe nur wenige Menschen in Luxus überleben und in die Vergangenheit kommunizieren können. Gibson habe sogar selbst aufgehört zu schreiben, weil der Roman Entwicklungen wie Trump vorhergesehen hatte.
The Peripheral
William Gibson
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:53:33 „William Gibson, der Autor, den ich am meisten verehre auf diesem Planeten, in diesem Genre. William Gibson hat The Peripheral geschrieben. Kann ich sehr empfehlen, auch wenn man viel Weltentheorien interessant findet“
Jochen Wegner empfiehlt den Roman als Beispiel für gelungene postklimatische Science Fiction mit einer Welt nach einer globalen Krise
Joss Sterling Trilogie (Young Adult Mystery Romance)
Joss Sterling
🗣 Friederike Otto empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:53:33 „ich habe eine Trilogie gelesen, das ist ein Young Adult Mystery Romance. ... Das von Joss Sterling. Vordergründig geht es um Teenager, die eben UV-Licht anders wahrnehmen können ... Aber es spielt halt in einer Welt, die eben vom Klimawandel total verändert ist.“
Friederike Otto empfiehlt die Trilogie als positives Beispiel für Climate Fiction ohne erhobenen Zeigefinger, in der der Klimawandel als Hintergrund fungiert
Interview mit William Gibson
Jochen Wegner
🗣 Christoph Amend erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:53:35 „Da gibt es ein tolles Interview von Jochen Wegner, das ich vor 48 Jahren mal...“
Christoph Amend verweist beiläufig auf ein Interview, das Jochen Wegner mit William Gibson geführt hat. Der Verweis bleibt fragmentarisch und humorvoll ('vor 48 Jahren'), ohne dass Details zum Inhalt oder Erscheinungsort genannt werden.
Young Adult Mystery Romance Trilogie
Joss Stirling
🗣 Friederike Otto empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:54:24 „Auch wenn das jetzt ein bisschen embarrassing ist, ich habe eine Trilogie gelesen, das ist ein Young Adult Mystery Romance. Das von Joss Sterling. Vordergründig geht es um Teenager, die eben UV-Licht anders wahrnehmen können und dadurch dann übernatürliche Fähigkeiten haben und dann gejagt werden und dann gibt es Romance. Aber es spielt halt in einer Welt, die eben vom Klimawandel total verändert ist.“
Friederike Otto nennt als positives Beispiel für Climate Fiction eine Young-Adult-Trilogie von Joss Stirling, in der der Klimawandel nicht das Hauptthema ist, sondern als selbstverständlicher Hintergrund einer veränderten Welt fungiert. Genau diesen Ansatz – Klimawandel als Kulisse statt als Predigt – findet sie überzeugend, auch wenn sie den Verweis auf ein Jugendbuch etwas peinlich findet.
Unbenannter Roman (Teenager/UV-Licht/Klimawandel-Setting)
Joss Stirling
🗣 Friederike Otto empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:54:24 „Das von Joss Sterling. Vordergründig geht es um Teenager, die eben UV-Licht anders wahrnehmen können und dadurch dann übernatürliche Fähigkeiten haben und dann gejagt werden und dann gibt es Romance. Aber es spielt halt in einer Welt, die eben vom Klimawandel total verändert ist. Also wo sich die Küstenlinien ganz verändert haben, wo eben was Wetter ist, ganz anders ist.“
Friederike Otto empfiehlt einen Young-Adult-Roman von Joss Stirling, in dem der Klimawandel nicht mit erhobenem Zeigefinger thematisiert wird, sondern als selbstverständlicher Hintergrund der Handlung dient. Die veränderte Welt mit verschobenen Küstenlinien und anderem Wetter bildet die Kulisse für eine Teenager-Geschichte mit übernatürlichen Fähigkeiten und Romance. Otto hebt hervor, dass dies eines der seltenen Beispiele sei, wo Klimawandel in Fiktion nicht als harte Arbeit oder Belehrung wirke.
Attributionsstudie zur russischen Hitzewelle 2010
Friederike Otto
🗣 Friederike Otto referenziert bei ⏱ 01:58:50 „Also ja, die Geschichte mit dem Starbucks in San Francisco, das war, ich habe ja vorhin erzählt von dem Paper, das ich geschrieben habe zu der russischen Hitzewelle. Die Hitzewelle war 2010, mein Paper ist 2012 veröffentlicht.“
Friederike Otto erzählt die Entstehungsgeschichte der World Weather Attribution Initiative. Ihr 2012 veröffentlichtes Paper zur russischen Hitzewelle von 2010 war eine ihrer ersten Attributionsstudien und der Ausgangspunkt für das spätere Treffen mit Heidi Cullen im Starbucks in San Francisco, das zur Gründung der schnellen Attributionsforschung führte.
Attributionsstudie zum Hochwasser im Ahrtal 2021
Friederike Otto / World Weather Attribution / Deutscher Wetterdienst
🗣 Friederike Otto referenziert bei ⏱ 02:22:11 „Dadurch ist eben das Ergebnis, dass der Klimawandel dieses Ereignis anderthalb bis neunmal wahrscheinlicher gemacht hat. Das ist ja eine relativ breite Spanne. Also es ist ein großer Unterschied, ob irgendwas sich nicht mal verdoppelt hat in der Wahrscheinlichkeit oder ob es zehnmal wahrscheinlicher geworden ist.“
Die Ahrtal-Studie wird als zentrales Beispiel für die schnelle Attributionsforschung diskutiert. Der Deutsche Wetterdienst hatte Otto kontaktiert, um die Ursachen des verheerenden Hochwassers zu untersuchen. Die Studie ergab eine breite Spanne (1,5- bis 9-fach erhöhte Wahrscheinlichkeit durch den Klimawandel), weil das betroffene Gebiet zu klein für die verfügbaren Klimamodelle war. Otto betont, dass neben dem Klimawandel auch die Flächenversiegelung eine entscheidende Rolle spielte – eine wichtige Erkenntnis für den Wiederaufbau.
Bitch
🗣 Friederike Otto empfiehlt aktiv bei ⏱ 02:24:02 „Das letzte Buch, was ich zu dem Thema gelesen habe, nicht zu dem Thema, aber zu einem ähnlichen Thema, was ich wahnsinnig interessant fand und wo ich mir wünschen würde, dass jeder das liest, ist Bitch. Ein Buch, das eben aufzeigt, dass die Idee, dass also die viktorianische Gender-Vorstellung, wie die über Darwins Theorie gestülpt wurde und wie dadurch eben für fast 100 Jahre jegliche Evidenz dafür ignoriert wurde.“
Friederike Otto empfiehlt begeistert das Buch 'Bitch', das zeigt, wie viktorianische Geschlechtervorstellungen über Darwins Evolutionstheorie gestülpt wurden. Das Buch beschreibt, wie die Biologie jahrzehntelang ignorierte, dass es bei Tieren ganz unterschiedliche Methoden der Partnerwahl und Fortpflanzung gibt und Weibchen keineswegs immer passiv sind. Otto wünscht sich, dass jeder es liest.
Attributionsstudie zu Regenfällen in Libyen 2023
Friederike Otto / World Weather Attribution
🗣 Friederike Otto referenziert bei ⏱ 02:24:04 „Wir haben jetzt auch gerade eine Studie zu den Regenfällen in Libyen veröffentlicht, wo die Unsicherheiten noch größer sind und wo wir trotzdem uns entschieden haben, die zu veröffentlichen.“
Im Kontext der Diskussion über die Grenzen von Klimamodellen und die Rechtfertigung ihrer Forschungsmethodik erwähnt Otto diese aktuelle Studie als Beispiel für Arbeiten mit großen Unsicherheiten.
A Room of One's Own
Virginia Woolf
🗣 Friederike Otto erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:35:35 „A Room of One's Own oder Le Deuxième Sex? A Room of One's Own. A Room of One's Own oder Orlando? A Room of One's Own.“
Im Schnellfragerunde-Spiel 'A oder B' muss Friederike Otto sich zwischen feministischen Klassikern entscheiden. Sie wählt zweimal Virginia Woolfs Essay — sowohl gegenüber Beauvoirs 'Le Deuxième Sexe' als auch gegenüber Woolfs eigenem Roman 'Orlando'.
Orlando
Virginia Woolf
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 02:35:39 „A Room of One's Own oder Orlando? A Room of One's Own.“
In der Schnellfragerunde wird Woolfs Roman 'Orlando' als Alternative zu ihrem Essay 'A Room of One's Own' angeboten. Friederike Otto wählt erneut den Essay — ein Woolf-gegen-Woolf-Duell im Spiel.
A Room of One's Own
Virginia Woolf
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:35:46 „A Room of One's Own oder Le Deuxième Sex? A Room of One's Own. A Room of One's Own oder Orlando? A Room of One's Own.“
Im A-oder-B-Spiel wählt Friederike Otto Woolfs Essay gegenüber Beauvoirs Werk und auch gegenüber Woolfs Roman Orlando
Le Deuxième Sexe
Simone de Beauvoir
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:35:46 „A Room of One's Own oder Le Deuxième Sex? A Room of One's Own.“
Im A-oder-B-Spiel wird Beauvoirs Werk als Alternative zu Woolfs Essay genannt
Spider-Man: Across the Spider-Verse
🗣 Friederike Otto referenziert bei ⏱ 02:47:24 „Die Vier-Welten-Theorie ist eben, dass es, naja, wenn man, ich weiß nicht, Spider-Man The Multiverse muss man sich angucken, den Film. Dann hat man das verstanden.“
Friederike Otto soll die Vielwelteninterpretation der Quantenphysik erklären und verweist als anschaulichstes Beispiel auf den Spider-Man-Multiverse-Film. Sie nutzt ihn als popkulturelle Brücke, um die Idee paralleler Realitäten verständlich zu machen.
4 3 2 1
Paul Auster
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 02:52:21 „Also wir hatten auch mal Paul Auster zugeschaltet aus einem Schneesturm in Brooklyn, New York. Der hatte damals einen Roman geschrieben, der sich ein bisschen auch mit dieser Frage beschäftigt. Der Roman heißt 4, 3, 2, 1. Das Leben eines Menschen und der biegt halt an vier Stellen anders ab“
Christoph Amend verknüpft Austers Roman über alternative Lebenswege mit der philosophischen Frage nach Parallelwelten und der Vielweltentheorie
Wütendes Wetter
Friederike Otto
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 03:12:01 „Das fand ich übrigens auch faszinierend. In dem Vorwort Ihres Buchs, wütendes Wetter. Ich habe mir das nochmal rausgeschrieben, weil mir war das überhaupt nicht klar. Da beschreiben Sie oder erzählen die Geschichte, dass der Treibhauseffekt 1856 von der amerikanischen Wissenschaftlerin Eunice Newton beschrieben worden ist.“
Christoph Amend bezieht sich auf das Vorwort von Friederike Ottos eigenem Buch 'Wütendes Wetter', in dem die Geschichte der Wissenschaftlerin Eunice Newton Foote erzählt wird, die bereits 1856 den Treibhauseffekt beschrieben hat. Amend zeigt sich fasziniert, dass diese Erkenntnis so alt ist und trotzdem so lange nichts passiert ist.
Attributionsstudie zu Buschbränden in Australien 2019/2020
Friederike Otto / World Weather Attribution
🗣 Friederike Otto referenziert bei ⏱ 03:22:41 „Die Attributionsstudie, die wir gemacht haben, die gezeigt hat, dass der Klimawandel diese Buschbrände mindestens 30 Prozent wahrscheinlicher gemacht hat.“
Otto erwähnt diese Studie als Beispiel für die gerichtliche Verwertbarkeit von Attributionsforschung – sie wurde von Bushfire Survivors als Beweismittel gegen die australische Umweltbehörde EPA verwendet.
Artikel über Rauch-Stopp mit 30
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:38:29 „Also wir hatten kürzlich einen Beitrag, ein Mediziner bei uns in der Redaktion ist der Frage nachgegangen, was ist eigentlich dran an der These, wenn man mit 30 aufhört zu rauchen, reicht es auch noch? Sehr interessant, sehr interessant.“
Im Kontext einer Analogie zwischen Rauchen und Klimawandel erwähnt Wegner einen kürzlich erschienenen Beitrag aus der ZEIT-Redaktion, in dem ein Mediziner untersucht hat, ob es sich noch lohnt, mit 30 das Rauchen aufzugeben. Er nutzt den Artikel, um zu illustrieren, dass auch beim Klima jede Reduktion zählt – unabhängig von absoluten Kipppunkten.
IPCC-Bericht (Sechster Sachstandsbericht / AR6)
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 03:40:02 „Es gibt ja diesen Weltklimabericht, also es gibt einen Klimarat, IPCC heißt das, ne? Die geben diesen wirklich mit großer Aufmerksamkeit verfolgten Bericht heraus, der eigentlich aus mehreren Teilen besteht, die über mehrere Jahre publiziert werden. Und Sie sind eine der Leitautorinnen.“
Wegner bringt den IPCC-Bericht ins Gespräch, um die konkreten, relativ günstigen Klimaschutzmaßnahmen zu zeigen, die darin empfohlen werden. Er zitiert Seite 33 des Executive Summary mit den Kosten-Nutzen-Balken für Solar, Wind und Ökosystemschutz. Otto bestätigt als Leitautorin die Kernaussage: Alle nötigen Technologien und das Know-how existieren bereits.
Coronavirus-Update
Christian Drosten / NDR
🗣 Christoph Amend erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:55:03 „Jemand wie Christian Drosten, der ist in die Öffentlichkeit gegangen, der hat alles das gemacht, was wir jetzt beschrieben haben. Der hatte einen öffentlich-rechtlichen Podcast, der ist in die Öffentlichkeit gegangen, hat sich auch getraut, Positionen einzunehmen und ist dafür so heftig angefeindet worden, auch persönlich.“
Christoph Amend bringt Christian Drostens öffentlich-rechtlichen Podcast als Gegenargument zur Forderung, Wissenschaftler sollten mehr kommunizieren. Drosten habe genau das getan und sei dafür so massiv angefeindet worden, dass er sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen habe. Der Podcast wird nicht namentlich genannt, gemeint ist das NDR-Format 'Coronavirus-Update'.
Unlearning Patriarchy
🗣 Friederike Otto referenziert bei ⏱ 04:14:38 „Also ich habe das, was ich gerade gesagt habe, habe ich in einem Buchkapitel aufgeschrieben. Das Buch heißt Unlearned Patriarchy und das Kapitel heißt dann Unlearned Wissenschaft.“
Friederike Otto erwähnt ihr eigenes Buchkapitel im Kontext der Diskussion darüber, dass Wissenschaft von denjenigen definiert wird, die sie traditionell betreiben — überwiegend weiße Männer. Sie berichtet, dass viele Doktorandinnen und Wissenschaftler ihr geschrieben haben, sie hätten über dieses Problem noch nie nachgedacht. Das Buch ist ein Sammelband, in dem Otto ein Kapitel über patriarchale Strukturen in der Wissenschaft beigesteuert hat.
Klimaungerechtigkeit
Friederike Otto
🗣 Friederike Otto referenziert bei ⏱ 04:24:16 „ich habe jetzt gerade einen ein zweites Buch geschrieben. ... Wie heißt das Buch eigentlich? Klimaungerechtigkeit.“
Friederike Otto spricht über ihr in Arbeit befindliches zweites Buch und die Verhandlungen mit dem Verlag über den Erscheinungstermin
Klimaungerechtigkeit
Friederike Otto
🗣 Friederike Otto referenziert bei ⏱ 04:25:20 „Wie heißt das Buch eigentlich? Klimaungerechtigkeit. Wann kommt das raus? Das ist das Thema, was im Moment so ein bisschen tricky ist. Der Verlag möchte, dass es im Februar rauskommt. Ich möchte, dass es im November rauskommt.“
Friederike Otto stellt ihr zweites Buch vor, das sie gerade fertiggeschrieben hat. Es gibt eine Diskussion über den Erscheinungstermin – sie möchte es im November 2023 veröffentlichen, der Verlag bevorzugt Februar, weil schlechte Nachrichten vor Weihnachten sich angeblich schlecht verkaufen.
Bitch
🗣 Friederike Otto referenziert bei ⏱ 04:27:37 „Lucy Cook hat übrigens Bitch geschrieben, um also die Liste voll... Von Lucy Cook. Bitch haben wir ja schon gesprochen.“
Friederike Otto nennt das Buch als eine ihrer aktuellen Lektüreempfehlungen
Die zitternde Frau
Siri Hustvedt
🗣 Christoph Amend empfiehlt aktiv bei ⏱ 04:28:54 „Also ich mag Siri Hustvedt auch, aber ich habe länger nichts von ihr gelesen. ... Heißt das nicht Zittern, das Buch über ihre Nervenkrankheit? Das ist ganz toll.“
Christoph Amend erwähnt Hustvedts autobiografisches Buch über ihre neurologische Erkrankung im Kontext der Buchempfehlungen
Freedom
Maggie Nelson
🗣 Friederike Otto referenziert bei ⏱ 04:29:40 „Ein Buch, das ich auch... Freedom von Maggie Nelson. Maggie Nelson kam in dem B&B vor.“
Friederike Otto nennt 'Freedom' von Maggie Nelson als eines ihrer Buchempfehlungen. Es wird angedeutet, dass Maggie Nelson bereits in einem vorbereitenden Fragebogen (B&B) zum Podcast erwähnt wurde, was Jochen Wegner als Quelle für seine Fragen nutzt.
Zittern
Siri Hustvedt
🗣 Christoph Amend empfiehlt aktiv bei ⏱ 04:30:06 „Heißt das nicht Zittern, das Buch über ihre Nervenkrankheit? Das ist ganz toll. Heißt das nicht Zittern? So ähnlich. Ganz tolles Buch von Sirius.“
Nachdem Friederike Otto sagt, sie möge Siri Hustvedt, aber ihr falle kein Titel ein, hilft Christoph Amend mit dem Titel 'Zittern' – einem Buch über Hustvedts Nervenkrankheit, das er als 'ganz toll' bezeichnet.
The Shock
Keith Ridgeway
🗣 Friederike Otto empfiehlt aktiv bei ⏱ 04:30:25 „Also einmal Fiction, was ich mit Begeisterung gelesen habe, ist Keith Ridgeback, The Shock. Das fand ich auch besonders toll, weil die Charaktere da drin, die wohnen genau da, wo ich wohne.“
Friederike Otto empfiehlt diesen Roman mit persönlicher Begeisterung, weil die Handlung in ihrer Nachbarschaft nahe dem Bahnhof Waterloo in London spielt. Sie beschreibt, dass das Buch sich anfühlt, als würde jemand die Geschichten der Menschen erzählen, die sie täglich auf der Straße sieht.
Barbie
Greta Gerwig
🗣 Friederike Otto referenziert bei ⏱ 04:48:39 „Ich habe auch Barbie gesehen. Wie war Barbie? Enttäuschend.“
Im direkten Vergleich mit Oppenheimer wird auch der Barbie-Film kurz besprochen. Friederike Otto fand ihn enttäuschend, während Jochen Wegner andeutet, er habe genau das Gegenteil erlebt – also Barbie besser als Oppenheimer gefunden.
Oppenheimer
Christopher Nolan
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 04:49:05 „Haben Sie Oppenheimer gesehen? Ja. Zu lang, aber sehr gut. Also ich fand Oppenheimer fürchterlich. Ich verehre den Regisseur Christopher Nolan. Das ist auch ein total gut gemachter Film. So als Physiker fand ich den grauenhaft.“
Das Gespräch über den Film wird ausführlich geführt. Friederike Otto findet ihn zu lang, aber gut – besonders die Fragen nach wissenschaftlicher Verantwortung und dem Einfluss auf Politik fühlen sich für sie 'close to home' an. Jochen Wegner kritisiert als Physiker die oberflächliche Darstellung der physikalischen Revolution und die klischeehafte Darstellung der Frauen. Otto stimmt der Frauenkritik zu.
Oppenheimer
Christopher Nolan
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 05:07:27 „Oppenheimer, ich hatte Riesenerwartungen, weil halt, hey, über Oppenheimer, vom besten Regisseur, der gerade arbeitet. Und da war ich enttäuscht“
Jochen Wegner und Friederike Otto diskutieren ihre unterschiedlichen Erwartungen und Eindrücke zu den Filmen Oppenheimer und Barbie
Barbie
Greta Gerwig
🗣 Jochen Wegner empfiehlt aktiv bei ⏱ 05:07:27 „Barbie, genau das ging halt. Ich bin mit meiner 18-jährigen Tochter in Barbie gegangen und hatte keinerlei Erwartungen. ... Und ging da rein mit ihr und war völlig begeistert.“
Ausführliche Diskussion über den Barbie-Film als feministische Vision; Jochen Wegner war begeistert, Friederike Otto hatte höhere Erwartungen an Greta Gerwig
Attributionsstudie zu Überschwemmungen in Nigeria 2022
Friederike Otto / World Weather Attribution
🗣 Friederike Otto referenziert bei ⏱ 05:12:21 „Das war ein Ereignis, wo wir also festgestellt haben, wo aufgrund unserer Berechnungen rauskam, dass der Klimawandel dieses Ereignis 80 Mal wahrscheinlicher gemacht hat.“
Otto beschreibt diese Studie als wissenschaftlich besonders rätselhaft, da eine 80-fache Wahrscheinlichkeitserhöhung bei Niederschlagsereignissen extrem ungewöhnlich ist und mit der Verschiebung des tropischen Regengürtels zusammenhängen könnte.
Wütendes Wetter
Friederike Otto
🗣 Jochen Wegner empfiehlt aktiv bei ⏱ 05:18:04 „Ich möchte übrigens nochmal dieses Buch empfehlen, falls jemand fragt, wie heißt nochmal das Buch, was die neulich geschrieben hat. Es heißt Wütendes Wetter und es ist ein sehr gutes Buch, weil es redet so präzise über Wissenschaft.“
Jochen Wegner empfiehlt Friederike Ottos erstes Buch als präzise und gut lesbare Wissenschaftskommunikation über Attributionsforschung
Streit (Beitrag zur Klimadebatte mit Friederike Otto und Steven Koonin)
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 05:30:46 „Es gibt in der Zeit ein Ressort, das heißt Streit, wo immer Kontroversen aufgeworfen werden und man versucht, Menschen mit unterschiedlichen Standpunkten zu Wort kommen zu lassen. Sehr populäres Ressort. Und Sie waren da neulich auch zu Gast.“
Jochen Wegner spricht Friederike Ottos Beitrag im ZEIT-Ressort 'Streit' an, in dem es um die Frage ging, ob die jetzige Gesellschaft die letzte Chance hat, eine Klimakatastrophe zu verhindern. Im selben Beitrag kam auch Steven Koonin zu Wort, der unter Obama im Wissenschaftsbetrieb tätig war und eine relativierende Gegenposition einnahm. Otto kritisiert Koonins Beitrag als 'extrem unhilfreich', weil er den Eindruck erwecke, die Wissenschaft sei sich uneins.
Global Warming's Six Americas (The Six Americas)
Anthony Leiserowitz
🗣 Friederike Otto empfiehlt aktiv bei ⏱ 05:51:47 „Also sein, berühmt geworden ist er mit einer Studie, die heißt The Six Americas, wo er eben, wo sie eben rausgeguckt haben, er und Kolleginnen, also was für Gruppen gibt es in den USA im Sinne von deren Einstellung zum Klimawandel?“
Friederike Otto empfiehlt Anthony Leiserowitz als Experten für Klimakommunikation und beschreibt seine bekannteste Studie 'The Six Americas'. Die Studie identifiziert sechs verschiedene Bevölkerungsgruppen in den USA anhand ihrer Einstellung zum Klimawandel – von totalen Climate Deniers bis zu den Alarmierten. Otto arbeitet aktuell mit Leiserowitz an einem neuen Projekt zur Frage, wie man die erreichbaren Gruppen in der Mitte des Spektrums ansprechen kann.
The Fifth Element
Luc Besson
🗣 Friederike Otto erwähnt beiläufig bei ⏱ 06:06:13 „Ja, also zumindest irgendwas, was auf berechenbaren Wegen... Also nicht Fifth Element.“
Im Gespräch über eine positive Zukunftsvision für Mobilität in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts grenzt Friederike Otto realistische Transportkonzepte von der Science-Fiction-Welt des Films ab. Sie plädiert für bodenständige Lösungen wie Busse und Trams statt fliegender Autos.