Gerhart Baum, wie war Ihr Leben mit der FDP
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gerhart Baum
Gerhart Baum, Jahrgang 1932, blickt in diesem Marathon-Gespräch auf fast ein Jahrhundert deutscher Geschichte zurück — von der Dresdner Kindheit über seine Zeit als Bundesinnenminister bis zu seinem unermüdlichen Einsatz für Menschenrechte und Verfassungsbeschwerden. Der 90-Jährige zeigt sich dabei als undogmatischer Freigeist, der sich weder einer Parteilinie noch einer Religion unterwirft, und wählt als Schlusswort ausgerechnet 'Meise' — nach einer morgendlichen Vogelbeobachtung.
„Der Mensch wird frei geboren, um frei zu sein. Das ist meine Überzeugung.“
Erwähnte Medien (73)
Roman von Bulgakow (nicht namentlich genannt)
Michail Bulgakow
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 00:18:02 „Und da sind die Dienstboten in die Räume der Herrschaft oder der meiner Großeltern eingezogen. Die haben sie einfach eingezogen und gesagt, ab in die Dienstboten. Und dann haben sie die Pelze meiner Großmutter angezogen und auf die Straße gegangen. Also es war eine spürbare Revolution.“
Gerhart Baum erzählt von der Flucht seiner Mutter aus Moskau während der Russischen Revolution. Die große Wohnung der Großeltern, in der die Dienstboten die Räume der Herrschaft übernahmen, erinnert ihn an einen Bulgakow-Roman, dessen Handlung an einem ähnlichen Ort beginnt. Er sagt wörtlich 'wo dieser wunderbare Roman von Bugakov beginnt' – vermutlich ist 'Das hündische Herz' oder 'Der Meister und Margarita' gemeint.
Werke von Alexander Skrjabin (Hauskonzerte)
Alexander Skrjabin
🗣 Gerhart Baum erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:22:24 „Und da gab es Hauskonzerte mit Skljabin, da gab es zwei Flügel, also eine Musikszene, aber auch mit den Malern der Brücke verbunden.“
Gerhart Baum erzählt vom kunstsinnigen Ersatzvater seiner Mutter, der in Pillnitz an den Dresdner Elbhöhen ein Haus besaß. Dort fanden Hauskonzerte mit Musik von Skrjabin statt, und die Familie hatte Kontakte zu den Malern der Künstlergruppe 'Brücke'. Es werden keine konkreten Werke Skrjabins benannt.
Romane von Hedwig Courths-Mahler
Hedwig Courths-Mahler
🗣 Gerhart Baum erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:24:56 „Eine Zeit lang wohnten wir unmittelbar auch neben einer Frau, die keinen Mensch mehr kennt, die hieß Kurz Mahler und hat Millionen Auflagen mit ihren Romanen. Mit der saßen wir dann da.“
Gerhart Baum erzählt von den verschiedenen Unterkünften, in die seine Familie als Flüchtlinge am Tegernsee eingewiesen wurde. Eine Zeitlang wohnten sie neben der Trivialromanautorin Hedwig Courths-Mahler, die zu Lebzeiten Millionenauflagen erreichte, heute aber kaum noch bekannt ist. Ein konkreter Romantitel wird nicht genannt.
Todesfuge
Paul Celan
🗣 Gerhart Baum zitiert daraus bei ⏱ 00:40:25 „Also denke ich sofort an Celan, ich denke an Judenverfolgung und so etwas. Der Tod ist ein Meister aus Deutschland.“
Baum erzählt von den verschlüsselten Briefen seines Vaters aus Tschernowitz und assoziiert den Ort sofort mit Paul Celan und dessen berühmtem Vers 'Der Tod ist ein Meister aus Deutschland' aus der Todesfuge. Die Zeile steht als Chiffre für das deutsche Grauen, das sich an diesem Ort ereignete.
Dokumentarfilm über Gerhart Baum
Bettina Erhard
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 00:45:33 „Es gibt einen ganz tollen Film über sie, der ist schon ein paar Jahre älter. Von Bettina Erhard. Genau, die hat uns den freundlicherweise auch zur Verfügung gestellt, insofern tausend Dank an dieser Stelle und da gibt es eine Szene, wo sie an diesem Steg stehen mit ihrem Freund und nochmal überlegen, wie Sie da rübergekommen sind.“
Wegner erwähnt einen Dokumentarfilm von Bettina Erhard über Gerhart Baum, der eine Szene am Tegernsee enthält, wo Baum an den Bootssteg zurückkehrt. Der Film wurde dem Podcast-Team zur Verfügung gestellt und diente offenbar als Recherchegrundlage für das Gespräch.
Hitler in uns selbst
Max Picard
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 00:49:47 „Also er hat gesagt, ich habe mit ihm über die Nazis, die Entstehung dieser ganzen Barbarei geredet. Wir haben die ganzen Bücher damals gelesen. Hitler in uns selbst und was nicht alles da war.“
Gerhart Baum beschreibt die intellektuelle Prägung durch seinen Mentor Adolf Grote am Tegernsee nach dem Krieg. Gemeinsam lasen sie Bücher zur Aufarbeitung des Nationalsozialismus, darunter Max Picards 'Hitler in uns selbst' (1946), das die These vertritt, der Nationalsozialismus sei in der Struktur der modernen Gesellschaft angelegt gewesen.
Gedichte von Stefan George
Stefan George
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 00:50:42 „Aber er war ein unglaublich inspirierender Mann, auch für diesen George Kreis. Und hat zum Teil wirklich wunderbare Gedichte geschrieben. Aber er war ein eigensinniger Fremdkörper in dieser ganzen Literaturszene.“
Baum beschreibt Stefan George als charismatischen Lyriker, der wunderbare Gedichte schrieb und einen Kreis bedeutender literarischer Männer um sich versammelte. Georges Werk wurde Baum durch seinen Mentor Grote nahegebracht, der selbst dem George-Kreis nahestand.
Deutschland und die Deutschen
Thomas Mann
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 00:52:12 „Kann ich auch heute nur noch empfehlen, immer wieder empfehlen, die Rede von Thomas Mann 1945 in der Library of Congress in Washington. Deutschland und die Deutschen. Was steckt in Deutschland?“
Baum empfiehlt ausdrücklich Thomas Manns berühmte Rede von 1945 in der Library of Congress, in der Mann analysiert, was in den Deutschen steckt. Für Baum war diese Rede ein Schlüsseltext bei der Aufarbeitung der deutschen Schuldfrage, inspiriert durch seinen Mentor Adolf Grote.
BBC-Radioansprachen an die Deutschen
Thomas Mann
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 00:52:24 „Dann hat der deutsche Hörer, hat er regelmäßig von BBC in Deutsch zu den Deutschen gesprochen. Das muss man unter der Bettdecke zur Kenntnis nehmen.“
Baum erwähnt Thomas Manns regelmäßige Radioansprachen über die BBC an das deutsche Publikum während des Krieges. Diese Sendungen mussten heimlich unter der Bettdecke gehört werden und waren Teil von Manns Rolle als politischer Intellektueller im Exil.
Die deutsche Frage
Ralf Dahrendorf
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 00:52:52 „Alle haben darüber diskutiert, viele Historiker. Dahrendorf hat ein Buch darüber geschrieben. Weggefährte von ihm.“
Im Kontext der Frage 'Was ist deutsch?' erwähnt Baum ein Buch von Ralf Dahrendorf über die deutsche Frage. Die genaue Zuordnung ist unsicher – Baum spricht von einem 'Weggefährten' und einem Buch Dahrendorfs zu diesem Thema, möglicherweise meint er Dahrendorfs Gesellschaftsanalysen zur deutschen Demokratie.
Tonio Kröger
Thomas Mann
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 00:54:08 „Und dann saßen wir bei ihm und dann las er uns Tonio Kröger von Thomas Warnfort diese wunderbare Novelle über das Künstlertum.“
Baum erinnert sich an intime Leseabende bei seinem Mentor Adolf Grote in den kalten Nachkriegswintern am Tegernsee. Grote las ihm und seinem Freund die Novelle Tonio Kröger vor – für Baum ein Schlüsselwerk über das Künstlertum, das seine literarische Prägung mitbestimmte.
Gedichte
Sappho
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 00:54:12 „er war ein unglaublich inspirierender Mann, auch für diesen George Kreis. Und hat zum Teil wirklich wunderbare Gedichte geschrieben.“
Baum beschreibt den Einfluss des George-Kreises auf seinen Mentor Grote und damit indirekt auf seine eigene intellektuelle Prägung
Duineser Elegien
Rainer Maria Rilke
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 00:54:19 „Und mit mir las er die Duineser-Elegien von Rilke. Eine nach der anderen. Die habe ich noch zu Hause mit Anmerkungen.“
Baums Mentor Grote las mit ihm persönlich die Duineser Elegien von Rilke durch, Elegie für Elegie. Baum besitzt die Ausgabe noch heute mit seinen handschriftlichen Anmerkungen – ein Zeugnis der intensiven literarischen Bildung, die der junge Baum am Tegernsee erhielt.
Doktor Faustus
Thomas Mann
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 00:55:39 „Und dann gab es den Brief, wo ich also erstmal den Faustus, den Wert des Faustus, das war der große Roman, mit dem sich Thomas Mann über das Deutschtum auseinandergesetzt hat. Und dann habe ich eben zu dem Forsthaus geschrieben, dass mir das ja augenöffnend war.“
Baum erzählt, wie er als 20-Jähriger Thomas Mann einen Brief schrieb, in dem er den Doktor Faustus als 'augenöffnend' für sein Verständnis des Deutschtums bezeichnete. Der Roman war für Baum Thomas Manns große Auseinandersetzung mit der deutschen Identität und wurde zum Anlass für den Briefkontakt.
Das kunstseidene Mädchen
Irmgard Keun
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 01:02:09 „Und dann habe ich Irmgard Coyne, die Schriftstellerin vom Kunstseidenen Mädchen? Die war auch Mandantin. Wirklich? Die wohnte auch hier in Köln. Die Frau lebte in Armut und war aber eine wunderbare Schriftstellerin. Ja, fantastischer Roman.“
Baum erzählt, dass Irmgard Keun während seiner Vertretung der Anwaltskanzlei von Dr. Servatius seine Mandantin war. Er beschreibt sie als wunderbare, aber in Armut lebende Schriftstellerin und bezeichnet 'Das kunstseidene Mädchen' als fantastischen Roman – eine überraschende persönliche Begegnung mit einer bedeutenden Autorin.
Bücher über Liberalismus
Hermann Flach
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 01:09:17 „Hermann Flach, mit dem ich sehr viel zusammen war, also der die wunderbaren Bücher geschrieben hat über einen Liberalismus, der kritisch dem Kapitalismus gegenübersteht, der gegen das Zeitungssterben aufgetreten ist, ein wunderbar journalistischer Kollege von Ihnen, damals bei der Frankfurter Rundschau.“
Baum beschreibt Hermann Flach als wichtigen intellektuellen Weggefährten, der Bücher über einen kapitalismuskritischen Liberalismus schrieb und als Journalist bei der Frankfurter Rundschau arbeitete. Flach war später Generalsekretär unter Scheel und verfasste dessen bedeutende Reden.
100 Jahre Jungdemokraten
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 01:13:06 „Das ist jetzt mal aufgearbeitet worden in einer großen Publikation, 100 Jahre Jungdemokraten, wir haben wirklich die FDP verändert, was im Rückblick sehr zu kurz kommt.“
Baum erwähnt eine Publikation über die Geschichte der Jungdemokraten, in der auch seine eigene Rolle dokumentiert ist – etwa seine Rede zur Anerkennung der Oder-Neiße-Linie. Er nutzt das Buch als Beleg dafür, dass der Einfluss der Jungdemokraten auf die FDP in anderen Darstellungen systematisch unterschätzt wurde.
Stimmen der jungen Generation
🗣 Gerhart Baum erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:15:34 „Also wir hatten eine tolle Mannschaft. Wir haben auch eine eigene Zeitung gehabt, Stimmen der jungen Generation. Und wir haben die FDP wirklich verändert.“
Baum erwähnt die Zeitung 'Stimmen der jungen Generation' als Publikationsorgan der Jungdemokraten, mit dem sie innerparteilich Einfluss auf die FDP nahmen. Es war eines ihrer Instrumente neben dem Parteitagsdienst, um die Partei von unten zu verändern.
Freiburger Thesen
FDP
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:18:55 „Punkt 5 der Freiburger Thesen war ein eigener wichtiger Punkt der Liberalen damals, Umwelt.“
Das FDP-Grundsatzprogramm von 1971 wird als wegweisendes Dokument für Umweltschutz und liberale Grundüberzeugungen diskutiert
Freiburger Thesen
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:19:27 „Punkt 5 der Freiburger Thesen war ein eigener wichtiger Punkt der Liberalen damals, Umwelt.“
Die Freiburger Thesen von 1971, das programmatische Grundsatzdokument der sozialliberalen FDP, werden als Beleg dafür angeführt, dass die FDP die erste Umweltpartei Deutschlands war. Baum beschreibt das Programm als Ausdruck seines Liberalismusverständnisses, in dem Aufklärung und Kant zentral stehen. Werner Maihofer verfasste die Einführung.
Dahrendorf-Biografie
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 01:24:50 „Und auch in der Dahndorf-Biografie kommen wir da nicht gut weg. Also ich habe sehr gute Kontakte bis heute zu der Witwe Dahndorf, Christiane Dahndorf, mit der sind wir befreundet.“
Baum erwähnt eine Biografie über Ralf Dahrendorf, in der die Rolle der Jungdemokraten und FDP-Reformer seiner Meinung nach ebenfalls unterbewertet wird. Er reiht sie zusammen mit Barings 'Machtwechsel' als Beispiel dafür ein, dass die Geschichtsschreibung den Beitrag seiner Gruppe unterschätzt.
Menschenrechte
Gerhart Baum
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 01:32:37 „Ich hatte damals schon das Gefühl, das habe ich auch in meinem Buch Menschenrechte ausgebreitet, dass diese großen Weltpolitiker, Kissinger, Schmidt, die Menschenrechte zwar respektieren, aber bei ihren Friedensbemühungen eher als störend ansehen.“
Baum verweist auf sein eigenes Buch über Menschenrechte, um seine These zu untermauern, dass Weltpolitiker wie Kissinger und Schmidt Menschenrechte zwar respektierten, sie aber bei ihren Friedensbemühungen als störend empfanden. Das Buch dient als Beleg für seine langjährige Auseinandersetzung mit dem Thema.
Film über den Hubschrauber-Retter
NDR
🗣 Gerhart Baum erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:43:27 „Mein Lebensfresser. Da gibt es auch einen Film vom NDR. Wir schreiben uns und ich habe ihm auch meine Bücher geschickt.“
Gerhart Baum erzählt von dem Mann, der ihm nach dem Hubschrauberabsturz das Leben rettete. Zu dieser Rettungsgeschichte existiert ein NDR-Film. Baum betont, dass die Beziehung zu seinem Lebensretter bis heute andauert.
Kommentar Süddeutsche Zeitung Ostern
Gerhart Baum
🗣 Gerhart Baum erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:47:06 „Kuhn-Bendit hat mir auch geschrieben zu meinem Kommentar an das Süddeutsche Ostern.“
Baums Kommentar in der Süddeutschen Zeitung, auf den Daniel Cohn-Bendit reagierte
Kommentar in der Süddeutschen Zeitung
Gerhart Baum
🗣 Gerhart Baum erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:47:21 „Und Kuhn-Bendit hat mir auch geschrieben zu meinem Kommentar an der Süddeutschen Oster.“
Baum erwähnt einen eigenen Kommentar, den er in der Süddeutschen Zeitung (offenbar um Ostern herum) veröffentlicht hat. Daniel Cohn-Bendit habe ihm daraufhin geschrieben und seine Position zum NATO-Doppelbeschluss und zur Friedensbewegung gewürdigt.
Kieler Programm (Kieler Thesen)
FDP / Gerhart Baum
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 01:50:24 „Nach dem Freiburger Programm habe ich ein Parteiprogramm zu verantworten, das weitgehend abgelehnt worden ist, das sogenannte Kieler Programm, wo wir all diese Dinge, die mir wichtig waren, also Bürgerrechte, Datenschutz, Umweltschutz, da drin hatten.“
Baum schildert seine Bemühungen, nach den erfolgreichen Freiburger Thesen ein weiteres liberales Grundsatzprogramm durchzusetzen. Das Kieler Programm wurde jedoch von der Lambsdorff-Fraktion in der FDP abgelehnt, was Baum als Wendepunkt in der programmatischen Ausrichtung der Partei beschreibt.
Meister und Margarita
Michail Bulgakow
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 01:56:67 „wo dieser wunderbare Roman von Bugakov beginnt“
Baum vergleicht die große Moskauer Wohnung seiner Großeltern mit dem Schauplatz von Bulgakows Roman
Liberale Mission
Christian Lindner
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 01:58:03 „Was er geschrieben hat in dem Buch, Liberale Mission, das ging nicht so weit auf mich zu.“
Im Gespräch über sein persönliches Verhältnis zu Christian Lindner unterscheidet Baum zwischen Lindners einfühlsamer Laudatio zum 90. Geburtstag und dem, was Lindner in seinem Buch über ihn geschrieben hat. Das Buch sei weniger auf ihn zugegangen als die persönliche Rede.
Biografie über Hecker
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 02:11:32 „Ich habe gestern eine Biografie in der Buchhandlung gesehen über Hacker. Diese Revolutionäre im Badischen. Und was dann mit brutal erstickt worden ist.“
Im Gespräch über die fehlende revolutionäre Tradition Deutschlands erwähnt Baum eine Biografie über die badischen Revolutionäre von 1848 (gemeint ist vermutlich Friedrich Hecker), die er in einer Buchhandlung gesehen hat. Die Erwähnung illustriert seine These, dass Demokratie in Deutschland nie organisch gewachsen sei, weil Freiheitsbewegungen brutal unterdrückt wurden.
Freiheit
Gerhart Baum
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 02:13:12 „Ich habe ein ganzes Buch darüber geschrieben, Freiheit, wo ich diesen ganzen zum Teil gar nicht wahrnehmbaren Bedrohungen mich widme.“
Im Kontext der Frage, ob die deutsche Demokratie gefährdet sei, verweist Baum auf sein eigenes Buch 'Freiheit', in dem er sich mit oft unsichtbaren Bedrohungen der Demokratie und Freiheit auseinandersetzt. Das Buch ist Teil seiner lebenslangen Mission, das Grundgesetz zu schützen.
Gesellschaft und Demokratie in Deutschland
Ralf Dahrendorf
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 02:14:11 „Da wir zum Beispiel Leitfiguren hatten, wie bei Dahrendorf in seinem Buch Gesellschaft und Demokratie in Deutschland 1965. Er beschreibt das und sagt, das ist die deutsche Frage, die die Deutschen damals immer noch nicht begriffen.“
Baum zieht eine historische Linie von der 'deutschen Frage' zur heutigen Friedensbewegung und dem Verhältnis der Deutschen zu Freiheit und Demokratie. Dahrendorfs Buch von 1965 dient ihm als intellektuelle Referenz dafür, dass die Deutschen ihr Verhältnis zur Demokratie schon damals nicht vollständig verstanden hatten.
Gesellschaft und Demokratie in Deutschland
Ralf Dahrendorf
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 02:14:32 „Dahrendorf hat ein Buch darüber geschrieben. Ein Weggefährte von Ihnen.“
Dahrendorfs Analyse der deutschen Frage von 1965 wird als wichtige Referenz für die Diskussion über das Wesen der deutschen Demokratie genannt
Buch über Russland
Leonid Volkov
🗣 Gerhart Baum erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:40:28 „Da gibt es einen Stabschef, den er hat. Und da geht es darum, der heißt Volkov, hat ein Buch geschrieben über Russland.“
Im Kontext der russischen Opposition und der Organisation um Nawalny erwähnt Baum, dass Nawalnys Stabschef Volkov ein Buch über Russland geschrieben hat. Die Heuss-Stiftung plant, der Organisation Nawalny einen Preis zu verleihen. Der genaue Titel des Buches wird nicht genannt.
Michael Thumann Russland-Buch
Michael Thumann
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 02:41:49 „Ich lese auch, was kluge Leute schreiben, Thumann zum Beispiel“
Baum verweist auf die Russland-Analysen des ZEIT-Journalisten Michael Thumann
Anmerkungen zu Hitler
Sebastian Haffner
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 02:42:58 „Da erinnere ich mich an das Wort von Sebastian Hafner. 1938 auch zu Hitler gefragt. Wie endet Hitler? Hat er gesagt, durch einen Attentat oder durch Selbstmord. So weit will ich jetzt hier nicht gehen. Nein, es gibt... Anmerkungen zu Hitler.“
Baum zieht eine Parallele zwischen Putins Machtstellung und Hitlers Herrschaft. Er erinnert sich an Sebastian Haffners Analyse und erwähnt explizit den Titel 'Anmerkungen zu Hitler', um seine Überlegung zu stützen, wie autokratische Herrschaft enden kann – durch innere Eliten, die ihre Interessen neu bewerten.
Buch über den Putinismus
Michel Eltchaninoff
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 02:44:28 „Kennen Sie Herrn Naninov, dieser französische Intellektueller, der Buch über den Putinismus geschrieben hat. Hat das vorher mal eine große Besprechung gemacht. Also die Wurzeln, die ideologische Wurzel, ich bin vom Schicksal bestimmt und so weiter. Ich bin Peter der Große Nummer zwei.“
Baum empfiehlt ein Buch eines französischen Intellektuellen über die ideologischen Wurzeln des Putinismus. Der Name wird im Transkript als 'Naninov' wiedergegeben, gemeint ist vermutlich Michel Eltchaninoff ('In Putins Kopf'). Baum nutzt das Buch, um Putins Selbstverständnis als historische Schicksalsfigur zu illustrieren.
Der Zauberberg
Thomas Mann
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 02:52:36 „Zauberberg oder Faustus? Faustus. Mann oder Musil? Mann oder Musil? Mann. Mann oder Brecht?“
Im A-oder-B-Spiel stellt Wegner die Frage 'Zauberberg oder Faustus?' – zwei Hauptwerke von Thomas Mann. Baum entscheidet sich für Doktor Faustus. Die Erwähnung dient als literarische Geschmacksfrage, um Baums kulturelle Präferenzen auszuloten.
Der Seher
Detlef Esslinger
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 03:13:48 „Ich habe manchmal zum Beispiel diesen Artikel in der Süddeutschen Der Seher beachtet. Habe ich den Esslinger angerufen, habe gesagt, können wir sowas nicht machen. Und dann hat er gesagt, er braucht sofort. Eine Woche vorher. Und das war meine Initiative.“
Baum erzählt, wie er in seinen späten Jahren öffentlich noch einmal aufgeblüht ist und aktiv Themen in den Medien platziert. Den Artikel 'Der Seher' in der Süddeutschen Zeitung hat er selbst initiiert, indem er den Journalisten Detlef Esslinger anrief und den Beitrag vorschlug.
Edelweiß-Piraten
🗣 Gerhart Baum empfiehlt aktiv bei ⏱ 03:14:28 „Gestern Nacht habe ich also die Dokumentation über die Edelweiß-Piraten, eine junge Widerstandsgruppe in Köln gesehen. Ein beeindruckender Dokumentationsfilm in Arte kommt jetzt auch im ARD und dann, da bin ich natürlich drin. Ich sage etwas dazu.“
Baum berichtet, dass er in zahlreichen Dokumentationen als Zeitzeuge mitwirkt. Die Dokumentation über die Edelweiß-Piraten – eine jugendliche Widerstandsgruppe im Köln der NS-Zeit – hat er gerade gesehen und bezeichnet sie als beeindruckend. Er selbst kommt darin als Interviewpartner vor. Der Film lief auf Arte und soll auch in der ARD gezeigt werden.
Bücher von John Grisham
John Grisham
🗣 Gerhart Baum erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:16:33 „Ich lese manchmal die Bücher von dem Chris Ham, der macht das ja in Amerika.“
Auf die Frage, wie man ein guter Anwalt wird, spricht Baum über den ehrlichen Umgang mit Mandanten und deren Persönlichkeit. Dabei erwähnt er, dass er Bücher eines amerikanischen Autors liest – die Transkription gibt 'Chris Ham' wieder, gemeint ist mit hoher Wahrscheinlichkeit John Grisham, dessen Justiz-Thriller für ihre realistische Darstellung amerikanischer Anwaltspraxis bekannt sind.
Gerhart Baum – Dokumentarfilm
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 03:17:05 „Ich habe diesen Film geguckt, wo auch Ihre Tochter zum Beispiel zu Wort kommt, wo Sie darüber sprechen, wie das war, wie wenig Zeit Sie natürlich hatten. Ist das Leben jetzt nicht eigentlich das bessere Leben, fragt man sich von außen.“
Wegner erwähnt einen Dokumentarfilm über Gerhart Baum, in dem auch dessen Tochter zu Wort kommt und über die Schattenseiten eines Politikerlebens spricht – insbesondere den Zeitmangel für die Familie. Der genaue Titel des Films wird nicht genannt.
Citizenfour
Laura Poitras
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 03:20:44 „Sie kennen ja den Film, wo geschildert wird, wie er in Hongkong da sitzt. Ich habe für alle drei Laudationes gehalten. Für Snowden, für den Journalisten und für die Filmemacher und unterschiedlichen Stellen.“
Im Gespräch über Edward Snowden verweist Baum auf den bekannten Dokumentarfilm, der Snowdens Aufenthalt in Hongkong zeigt – gemeint ist Laura Poitras' Oscar-prämierter Film 'Citizenfour'. Baum hat sowohl für Snowden als auch für die Filmemacher Laudationes gehalten, was seine enge Verbindung zu diesem Themenkreis unterstreicht.
Bettina Ehrhardt Dokumentarfilm über Gerhart Baum
Bettina Ehrhardt
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 03:29:24 „in dem Film von der Bettina Ehrhardt ist am Anfang eine Sequenz drin, wo wir gestört werden. Wo ich rede vor der Frauenkirche im Schnee.“
Eine Dokumentation über Gerhart Baum, die mehrfach im Gespräch erwähnt wird und auch Szenen vom FDP-Parteitag enthält
Der Hirsch und der Baum
🗣 Gerhart Baum empfiehlt aktiv bei ⏱ 03:38:48 „Das hat sich ein Schein schmeißen. Können Sie alles in dem Buch nachlesen. Der Hirsch und der Baum, wir haben das auch nie verschwiegen.“
Baum spricht über seine Freundschaft mit Burkhard Hirsch und ihre politischen Meinungsverschiedenheiten, etwa über die 68er-Bewegung oder den Euro. Er verweist auf ein gemeinsames Buch mit dem Titel 'Der Hirsch und der Baum', in dem diese Konflikte offen dargestellt werden.
Meister und Margarita
Michail Bulgakow
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 03:45:20 „Mein Lieblingsort sind die Patriarchenteiche. Warum? Einfach eine sehr schöne Gegend. Da haben meine Großeltern dann gewohnt. Und der Roman Meister Margareta von Burgakow beginnt da.“
Auf die Frage nach seinem Lieblingsort in Moskau nennt Baum die Patriarchenteiche. Neben der persönlichen Verbindung – dort wohnten seine Großeltern – verknüpft er den Ort mit dem berühmten Roman von Bulgakow, dessen Handlung dort beginnt. Die Erwähnung unterstreicht seine tiefe kulturelle Verbundenheit mit Russland.
Neues Buch von Benjamin von Stuckrad-Barre
Benjamin von Stuckrad-Barre
🗣 Gerhart Baum erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:51:18 „Der Schlüssel ist die Person Stuckrad Barre. Der war der Moderator dieser Sendung. Stuckrad Barre hatte mich eingeladen und es war alles Überraschung. Ein deutscher Autor, der auch gerade wieder ein Buch geschrieben hat. Ein interessantes Buch zumindest.“
Als Baum die Geschichte erzählt, wie er das Guido-Mobil zerschlug, erwähnt er Benjamin von Stuckrad-Barre als den Moderator der damaligen Sendung. Beiläufig bemerkt er, dass Stuckrad-Barre gerade ein neues Buch veröffentlicht hat, das er als interessant bezeichnet. Der genaue Titel wird nicht genannt.
Spiegelgespräch Baum/Mahler
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 03:53:00 „wir haben ein Spiegelgespräch zusammen gehabt. Es ist ein Spiegeltitel geworden und ein Spiegelbuch“
Das Streitgespräch zwischen Innenminister Baum und dem Ex-RAF-Terroristen Horst Mahler im Spiegel über ihre gegensätzlichen Lebenswege
Streitgespräch Baum/Mahler
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 03:54:34 „Es gab ein Streitgespräch mit Ihnen und Horst Mahler im Spiegelgeist.“
Im Kontext der RAF-Bekämpfung erwähnt Christoph Amend ein Streitgespräch zwischen Gerhart Baum und Horst Mahler, das im Spiegel erschien. Baum ergänzt, es sei ein Spiegeltitel geworden, in dem sich beide – ein Terrorist und ein Innenminister mit ähnlicher juristischer Ausbildung – gegenüberstanden und ihre Lebensläufe und Positionen darstellten.
Spiegel-Buch (Baum/Mahler)
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 03:54:49 „Es ist ein Spiegeltitel geworden und ein Spiegelbuch, wo wir uns dargestellt haben, er ein Jurist, ich ein Jurist ungefähr gleichen Alters, er Terrorist, ich Innenminister. Was ist in den Lebensläuten passiert?“
Gerhart Baum beschreibt, wie aus dem Spiegel-Streitgespräch mit dem ehemaligen RAF-Terroristen Horst Mahler auch ein Buch entstand. Darin stellten sich beide als Juristen ähnlichen Alters gegenüber – der eine als Terrorist, der andere als Innenminister – und reflektierten ihre unterschiedlichen Lebenswege und Strategien im Umgang mit dem Terrorismus.
Geburtstagsbuch (Gerhart Baum zum 90.)
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 03:55:33 „Und es kam dann also diese Phase, die auch dieser Mann in der Institut für Zeitgeschichte sehr gut analysiert hat, der auch in dem Buch geschrieben hat, jetzt in dem Geburtstagsbuch, eine dritte neue Phase der Aufarbeitung.“
Baum erwähnt ein Buch zu seinem 90. Geburtstag, in dem unter anderem ein Historiker vom Institut für Zeitgeschichte eine dritte Phase der RAF-Aufarbeitung analysiert. Das Buch scheint eine Festschrift mit Beiträgen verschiedener Autoren zu sein, die Baums politisches Wirken würdigen.
Briefwechsel zwischen Goethe und Zelter
Johann Wolfgang von Goethe / Carl Friedrich Zelter
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 04:05:00 „Was ist das verarmt, wenn wir Mails schreiben? Können Sie sich vorstellen, dass der wunderbare Briefwechsel von Goethe mit Zelter über Mails abgelaufen wäre? Oder mit Humboldt?“
Baum beklagt die Verarmung der Kommunikation durch digitale Medien. Er kontrastiert die Tiefe und Langsamkeit historischer Briefwechsel mit der Hektik moderner E-Mail-Kommunikation. Der Goethe-Zelter-Briefwechsel dient ihm als Beispiel für eine Kultur des langsamen, nachdenklichen Austauschs, die durch die Digitalisierung verloren gehe.
Strukturwandel der Öffentlichkeit
Jürgen Habermas
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 04:06:08 „Auf der Grundlage der alten Habermaschen-Überlegung von, glaube ich, 1962. Hat jetzt neu geschrieben. Strukturwandel in der Öffentlichkeit. Haben wir noch eine gemeinsame Öffentlichkeit in Deutschland? Oder ist sie zersplittert?“
Gerhart Baum diskutiert die Fragmentierung der Öffentlichkeit durch das Internet und soziale Medien. Er bezieht sich auf Habermas' klassisches Werk von 1962 und erwähnt, dass Habermas das Thema neu aufgegriffen hat. Baum nutzt die Habermas'sche Analyse als theoretischen Rahmen für seine Sorge, dass eine gemeinsame demokratische Öffentlichkeit in Deutschland zu zersplittern droht.
Ein neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit und die deliberative Politik
Jürgen Habermas
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 04:06:08 „Auf der Grundlage der alten Habermaschen-Überlegung von, glaube ich, 1962. Hat jetzt neu geschrieben. Strukturwandel in der Öffentlichkeit. Haben wir noch eine gemeinsame Öffentlichkeit in Deutschland?“
Baum diskutiert die Zersplitterung der Öffentlichkeit durch das Internet und bezieht sich dabei auf Habermas' neues Werk (2022), das den Strukturwandel der Öffentlichkeit im digitalen Zeitalter neu analysiert – als Ergänzung zum Klassiker von 1962, der bereits in der Liste erfasst ist.
Pressefreiheit ist die Freiheit von 200 reichen Leuten
Paul Sethe
🗣 Gerhart Baum zitiert daraus bei ⏱ 04:12:41 „Da muss man mal über die Reden, über die Diskussion, ich habe heute glaube ich eine noch, über die Diskussion über die Pressezahl. Pressefreiheit ist die Freiheit von 200 reichen Leuten. Heute vielleicht 20.“
Baum zitiert den berühmten Satz von Paul Sethe über die Pressefreiheit im Kontext seiner Diskussion über Rundfunkfreiheit und staatliche Einflussnahme. Er aktualisiert das Zitat, indem er anmerkt, dass es heute vielleicht nur noch 20 seien – als Hinweis auf die zunehmende Medienkonzentration.
Kissinger Memoiren
Henry Kissinger
🗣 Gerhart Baum zitiert daraus bei ⏱ 04:29:01 „der Kissinger hat in seinen Memoiren geschrieben, wir werden Kriege haben, die nicht durch Raketen, sondern letztlich durch Cyberwar entschieden werden.“
Baum zitiert Kissinger zum Thema Cyberkrieg als Zukunft der Kriegsführung
Memoiren
Henry Kissinger
🗣 Gerhart Baum zitiert daraus bei ⏱ 04:30:19 „Nicht der Kissinger hat in seinem Memoiren geschrieben, wir werden Kriege haben, die nicht durch Raketen, sondern letztlich durch Cyberwar entschieden werden. Das ist Software.“
Baum zitiert aus Kissingers Memoiren im Zusammenhang mit der Diskussion über Cyberwar und die Bedrohungen durch digitale Kriegsführung. Er nutzt Kissingers Prognose, dass künftige Kriege nicht mehr durch konventionelle Waffen, sondern durch Cyberangriffe entschieden werden, um die Dringlichkeit digitaler Sicherheitspolitik zu unterstreichen.
Beethoven-Film (9. Symphonie)
🗣 Gerhart Baum empfiehlt aktiv bei ⏱ 04:33:03 „Ich habe gestern einen Film gesehen, ein wunderbarer Film, wo Beethoven dirigiert einen Schauspieler in einem kerzenerleuchteten Theater, die 9. Symphonie.“
Baum beschreibt einen Film über den tauben Beethoven, der die 9. Symphonie dirigiert, als Beispiel für seine Mediennutzung
Symphonie Nr. 9
Ludwig van Beethoven
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 04:34:29 „Ich habe gestern einen Film gesehen, wunderbarer Film, wo Beethoven dirigiert einen Schauspieler in einem kerzenerleuchteten Theater, die 9. Symphonie. Also der Schauspieler Beethoven steht da und der Theater ist voll, Chor, alles da.“
Baum erzählt von einem Film, den er am Vortag gesehen hat, in dem Beethovens Aufführung der 9. Symphonie dargestellt wird. Die Szene zeigt den tauben Beethoven, der beim Dirigieren auf die Hilfe einer Frau im Orchestergraben angewiesen ist. Die 9. Symphonie dient hier als Beispiel für Beethovens Spätwerk trotz seiner Taubheit.
Beethoven-Film (Titel unbekannt)
🗣 Gerhart Baum empfiehlt aktiv bei ⏱ 04:34:29 „Ich habe gestern einen Film gesehen, wunderbarer Film, wo Beethoven dirigiert einen Schauspieler in einem kerzenerleuchteten Theater, die 9. Symphonie. Also der Schauspieler Beethoven steht da und der Theater ist voll, Chor, alles da. Und im Orchestergraben ist eine Frau. Und die sagt ihm, was er tun soll.“
Baum beschreibt begeistert einen Film, den er am Vortag gesehen hat, in dem ein Schauspieler den tauben Beethoven darstellt, der die 9. Symphonie in einem kerzenerleuchteten Theater dirigiert. Eine Frau im Orchestergraben gibt ihm dabei Zeichen, weil er nichts mehr hören kann. Der genaue Titel des Films wird nicht genannt.
Chorfantasie
Ludwig van Beethoven
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 04:36:40 „Ich kriege also zehn Interpretationen der Orchesterfantasie mit Chor von Beethoven, wunderbar.“
Baum beschreibt begeistert, wie er über sein iPhone verschiedene Interpretationen von Beethoven vergleicht
Chorfantasie (Fantasie für Klavier, Chor und Orchester op. 80)
Ludwig van Beethoven
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 04:36:53 „Ich kriege also zehn Interpretationen der Orchesterfantasie mit Chor von Beethoven, wunderbar. Ich bin versucht, dann immer eine neue Interpretation dagegen zu stellen.“
Baum erklärt begeistert, wie er über seine Hörgeräte, die wie Kopfhörer funktionieren, Musik vom Handy streamt. Er beschreibt, wie er verschiedene Interpretationen von Beethovens Chorfantasie vergleicht – das Internet ermöglicht ihm, zehn Versionen nebeneinander zu hören und gegeneinander abzuwägen.
Edelweißpiraten-Dokumentarfilm
🗣 Gerhart Baum empfiehlt aktiv bei ⏱ 04:38:25 „Ein toller Film, habe ich gesehen, vorgestern bei Arte gelaufen.“
Baum hat den Film bei Arte gesehen und plant sofort, ihn in einem Kölner Kino zu zeigen und darüber zu diskutieren
Edelweiß
🗣 Gerhart Baum empfiehlt aktiv bei ⏱ 04:39:42 „Also gestern zum Beispiel nochmal Edelweiß beraten. Ein toller Film, habe ich gesehen, vorgestern bei Arte gelaufen. Ich habe sofort gedacht, den musst du in Köln hier zeigen lassen.“
Baum erzählt begeistert von dem Film 'Edelweiß', der kürzlich auf Arte lief. Er hat sofort begonnen, eine Vorführung in einem Kölner Kino in der Südstadt zu organisieren – mit dem Filmemacher, dem Hauptakteur und seinem Freund Victor Grön. Das illustriert seine unermüdliche Tatkraft: Noch in der Nacht hat er einen Plan gemacht.
Buch über Israel (Titel unbekannt)
Ilyut (Nachname ungenau transkribiert)
🗣 Gerhart Baum empfiehlt aktiv bei ⏱ 04:48:34 „Zum Beispiel jetzt an eine Frau, die heißt Ilyut, über Israel geschrieben, in der Bibliothek Unzelt. Hochinteressant.“
Im Gespräch über die vielen Bücher, die sich bei ihm stapeln, erwähnt Baum ein Buch einer Autorin namens Ilyut über Israel, erschienen vermutlich in einer Bibliotheks-Reihe (möglicherweise Bibliothek Suhrkamp oder Edition Unseld, im Transkript ungenau wiedergegeben). Das Buch hat ihn besonders nach seiner Israel-Reise beschäftigt.
Buch über kulturelle Aneignung/Identitätspolitik (Titel unbekannt)
Daub
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 04:48:40 „Ein Mann namens Daub hat über diese Leute geredet, geschrieben, die also diese neuen, dass man abgestempelt wird nach seiner Herkunft. Sie sind Schwarze und deshalb können nur Sie schwarze Gedichte übersetzen.“
Baum diskutiert über wichtige Bücher aus der Sozial- und Politikwissenschaft und erwähnt ein Buch eines Autors namens Daub, das sich mit Identitätspolitik und kultureller Aneignung beschäftigt – konkret mit der Debatte, ob nur bestimmte Gruppen berechtigt sind, Werke aus ihrem Kulturkreis zu übersetzen. Wegner ordnet das Thema als 'kulturelle Aneignung' ein.
Buch über Israel
Ilyut
🗣 Gerhart Baum erwähnt beiläufig bei ⏱ 04:54:57 „Zum Beispiel jetzt an eine Frau, die heißt Ilyut, über Israel geschrieben, in der Bibliothek Unzelt.“
Baum nennt ein aktuelles Buch über Israel als Beispiel für die vielen Bücher, die sich bei ihm stapeln
Buch über kulturelle Aneignung
Adrian Daub
🗣 Gerhart Baum erwähnt beiläufig bei ⏱ 04:54:57 „Ein Mann namens Daub hat über diese Leute geredet, geschrieben, die also diese neuen, dass man abgestempelt wird nach seiner Herkunft.“
Baum erwähnt ein Buch von Adrian Daub über Identitätspolitik und kulturelle Aneignung
Buch über kränkelnde Demokratien
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 04:54:57 „hat ein Mann, den ich jetzt dauernd zitiere, über die kränkelnden Demokratien in der Welt geschrieben. Die Schwächeanfälle der Demokratie.“
Baum verweist auf ein Buch über die globale Krise der Demokratie, das ihn stark beschäftigt
Buch über die Geschichte der Physik bis Einstein (Titel unbekannt)
Autor mit Nachname auf B (unbekannt)
🗣 Gerhart Baum empfiehlt aktiv bei ⏱ 04:59:42 „Ich lese gerade ein Buch, immer wieder über Einstein. In den TTV erschienen. Also über den ganzen Gang der Physik bis Einstein und danach. Der Autor heißt irgendwas mit B.“
Baum erzählt von seiner Faszination für Astrophysik und berichtet, dass er gerade ein Buch über die Entwicklung der Physik bis Einstein liest, erschienen vermutlich bei dtv (im Transkript als 'TTV' wiedergegeben). Er kann sich an den Autor nur erinnern, dass der Nachname mit B beginnt. Das Buch fasziniert ihn, obwohl er vieles nicht versteht – gerade das Unerklärliche zieht ihn an.
Goethe als Briefschreiber
Johann Wolfgang von Goethe
🗣 Gerhart Baum referenziert bei ⏱ 05:03:56 „Es gibt einen wunderbaren Band, Goethe als Briefschreiber. Da sind also exemplarische Briefe drin. Und wie er mit den Menschen korrespondiert und wie er unterschreibt. Die eindrucksvollste Unterschrift ist, unverändert Goethe.“
Als Amend fragt, ob Baum seine Briefe wirklich mit 'herzlich Ihr Baum' beendet, kommt Baum auf einen Sammelband mit Goethes Briefen zu sprechen. Besonders beeindruckt ihn Goethes Unterschrift 'unverändert Goethe' – Amend zieht die Parallele zu Baums eigenem knappen Grußstil.
Dokumentation über die FDP und die Wende 1982
🗣 Jochen Wegner empfiehlt aktiv bei ⏱ 05:18:43 „Ich empfehle diese Dokumentation, die ist nicht so einfach zu besorgen, ich glaube, die gibt es jetzt nirgends. Wir haben die Filmproduktion angeschrieben, ob wir mal reinschauen dürfen. Szenen im Publikum sozusagen, in dieser Versammlung Menschen, die fast weinen, offensichtlich.“
Wegner empfiehlt eine Dokumentation über den FDP-Parteitag von 1982, bei dem Gerhart Baum mit nur einer Stimme Mehrheit zum Stellvertreter Genschers gewählt wurde. Der Film enthält emotionale Aufnahmen der Abstimmung und zeigt auch Daniel Cohn-Bendit, der darin die FDP als 'Zahnarztpartei' bezeichnet. Wegner ist offensichtlich begeistert von dem Film, er musste die Filmproduktion eigens kontaktieren, um ihn sehen zu können.
China-Analysen von Matthias Nass
Matthias Nass
🗣 Gerhart Baum empfiehlt aktiv bei ⏱ 05:31:33 „Es reicht ja nicht immer noch nach Taiwan zu fahren. Das ist kein Stück der China-Politik. Da muss man bei Ihnen Herrn Nass lesen, da wird man schon klüger.“
Baum kritisiert die fehlende außenpolitische Handschrift der FDP, insbesondere in der China-Politik. Er empfiehlt die Texte von Matthias Nass als Quelle für ein tieferes Verständnis der China-Frage – eine indirekte Kritik daran, dass FDP-Politiker nach Taiwan reisen, ohne eine kohärente China-Strategie zu haben.
Fernsehfilm über Yad Vashem / Edelweißpiraten
🗣 Gerhart Baum erwähnt beiläufig bei ⏱ 05:38:21 „Gestern in dem Fernsehfilm habe ich mich gesehen, wie ich dort mit Freunden einen Baum gepflanzt habe. Ich wusste das noch. Einer der drei Edelweißpiraten aus Köln sind geehrt worden. Und ich stehe da und der Vater des einen umgebrachten Opfers schaufelt gerade den Baum ein.“
Baum erzählt von einem Fernsehfilm, in dem er sich zufällig wiedererkannt hat. Der Film zeigt, wie er im Wald der Gerechten in Yad Vashem gemeinsam mit Freunden einen Baum für einen der drei Kölner Edelweißpiraten gepflanzt hat – eine sehr persönliche Szene, die seine tiefe Verbundenheit mit Israel und der Holocaust-Erinnerung illustriert.