Christian Boros, was ist die Kunst des Bösen
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste
Kunstsammler und Werber Christian Boros spricht über seine Faszination für Bond-Bösewichte, die Kraft des Regelbruchs und warum Mut nichts mit Leichtsinn zu tun hat. Zwischen Lucky-Strike-Rauch und Anekdoten über Putin, der Bond-Filme schaut und alles missversteht, entfaltet sich ein Gespräch über Kunst, Macht und die Ästhetik des Bösen.
„Die Welt und die Gesellschaft kommt nur weiter durch Regelbrüche.“
Erwähnte Medien (39)
Tartine
🗣 Christoph Amend empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:03:12 „Es heißt Tartine. T-A-R-T-I-N-E. Kochbuch. Wenn ihr das nachgoogelt, dann werdet ihr auf dieses Kochbuch geobt.“
Christoph Amend löst eine Frage aus der vorherigen Folge mit Olga Krosnjowa auf, die dieses Kochbuch als das angeblich beste Kochbuch der Welt bezeichnete
Tartine
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 00:03:37 „Es gab wahnsinnig viele Hörerinnen und Hörer, die gefragt haben, was ist dieses Kochmangel? Das ist das Kochbuch, von dem sie redet. Das angeblich beste Kochbuch der Welt. Wir haben es nicht verstanden. Ich habe es nachher geschickt. Es heißt Tartine. T-A-R-T-I-N-E.“
Christoph Amend greift Hörer-Feedback zur vorherigen Folge mit Olga Krosnjowa auf. Viele Hörerinnen und Hörer wollten wissen, welches Kochbuch sie als das beste der Welt bezeichnet hat. Amend buchstabiert den Titel, damit die Hörer es finden können.
James Bond (Filmreihe)
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 00:08:10 „Er ist Verleger und er ist auch, nicht ganz unwichtig für unser Gespräch heute, James-Bond-Experte, wobei er sich vor allem für die Bösewichte interessiert.“
Christian Boros wird als James-Bond-Experte vorgestellt, der zweieinhalb Jahre lang eine Forschungsarbeit über die Ästhetik des Bösen bei James Bond geschrieben hat. Die Bond-Filme sind ein wiederkehrendes Thema im Gespräch, da Boros sich akademisch mit den Bösewichten der Reihe auseinandergesetzt hat.
Formaldehyd-Tierplastiken (u.a. Haifisch)
Damien Hirst
🗣 Christian Boros empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:19:45 „In seinem Studio sah er diese Werke, die ich faszinierend fand. Spotpaintings in Formaldehyde eingelegter Tiere. Und sagte, wow, das ist ja toll.“
Christian Boros erzählt von seinem ersten Besuch bei Damien Hirst im Studio in London Anfang der 90er Jahre, als er den damals unbekannten Künstler im Groucho Club kennenlernte und für 10.000 Pfund eines seiner Werke kaufte.
Faserland
Christian Kracht
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 00:27:17 „Deswegen hatte ich meine alte Barbeerjacke mitgenommen. Grün. Aus Faserland. Aus Faserland die Jacke mitgenommen.“
Christian Boros erzählt, wie er und seine Frau zum ersten Mal den Bunker in Berlin besichtigten. Er beschreibt, dass er seine grüne Barbour-Jacke mitnahm – und verweist dabei auf Faserland von Christian Kracht, in dem eine solche Jacke ein ikonisches Motiv ist. Die Erwähnung ist eine kulturelle Anspielung auf den Roman.
James Bond (Filmreihe)
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 01:03:07 „Weißt du noch, wo und wie du deinen ersten James Bond gesehen hast? Ja, das weiß ich gar nicht. Das war mit 15 in der Wohnung von Ralle.“
Boros beschreibt seine erste Begegnung mit James-Bond-Filmen als Jugendlicher Ende der 70er Jahre, die seine lebenslange Faszination für die Ästhetik des Bösen begründete
No Time to Die
Cary Joji Fukunaga
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 01:09:01 „James Bond stirbt, James Bond heult. Das haben wir doch alles ein Glück in der Realität. Und das ist vollkommen gut so. Aber doch nicht in diesem Spiel.“
Boros kritisiert die neueren Bond-Filme mit Daniel Craig für die Vermenschlichung und Verprolisierung der Figur
No Time to Die
Cary Joji Fukunaga
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 01:09:31 „Bis auf den letzten Film. Der letzte Film ist natürlich für mich... Ich bin immer noch in tiefster Trauer, ob diese modernistische Auflösung dieses Rituals notwendig ist. James Bond stirbt, James Bond heult. Das haben wir doch alles ein Glück in der Realität.“
Christian Boros äußert tiefe Enttäuschung über den letzten Daniel-Craig-Bond-Film, in dem James Bond stirbt und emotionale Tiefe bekommt. Für Boros zerstört das den rituellen, verlässlichen Charakter der Bond-Reihe – die Ästhetik des Bösen und die ikonografischen Muster, die er so schätzt, werden durch modernistischen Realismus aufgelöst.
Spectre
Sam Mendes
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:12:44 „Die beste Bösewichtsszene ever bei James Bond, meiner Meinung nach... ist Walz in dem, ich weiß nicht, vorletzten Bond. Es gibt diese lange Tafel“
Wegner beschreibt die Szene mit Christoph Waltz als Blofeld an der langen Tafel als die beste Bösewichtszene aller James-Bond-Filme
Spectre
Sam Mendes
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:13:32 „Es gibt diese lange Tafel, wir sitzen in irgendeinem klerikalen oder nicht klerikalen, jedenfalls fantastischen Bau und er betritt so im Gegenlicht den Raum und alle verstummen und er sagt nichts. Dann flüstert er jemandem etwas ins Ohr und der sagt dann irgendwas.“
Jochen Wegner beschreibt die für ihn beste Bösewichtszene aller Bond-Filme: Christoph Waltz als Blofeld in Spectre, der einen Raum mit langer Tafel betritt, schweigt und einem Lakaien etwas zuflüstert, das dieser dann übersetzt. Christian Boros nennt es die größte Machtdemonstration, die er je in einem Film gesehen hat.
Video Killed the Radio Star
The Buggles
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 01:18:02 „Video killed the radio star. Ein Medienmensch, der genau das weiß, der wahnsinnig Instagrammable ist.“
Christian Boros zitiert den Song der Buggles als Metapher für Selenskyjs mediale Kommunikationsstrategie. Im Gespräch über den Ukraine-Krieg geht es darum, wie Selensky über Video-Zuschaltungen eine völlig neue Form der politischen Kommunikation etabliert hat, die traditionelle Formate ablöst.
Faust (Venedig-Biennale-Beitrag)
Anne Imhof
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 01:29:19 „Anne Imhoff ist eine Künstlerin, die Deutschland auf der letzten Biennale vertreten hat. Meine Frau war fasziniert von ihr. Ich habe es nicht verstanden.“
Boros beschreibt wie seine Frau Karin die Arbeit von Anne Imhof bei der Venedig-Biennale entdeckte, während er sie zunächst nicht verstand – typisch für sein Muster bei bedeutenden Künstlern
Faust (Deutscher Pavillon, Biennale di Venezia 2017)
Anne Imhof
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 01:30:02 „Und dann später in Frankfurt eigentlich bekannt geworden ist als Türsteherin. Und wenn man sich heute ihre Arbeiten anschaut, besonders die Arbeit, für die sie in Venedig auch gewonnen hat am Ende, da gibt es ja so Nachtlebensszenen.“
Christoph Amend spricht über Anne Imhofs preisgekrönte Performance-Installation für den deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig. Er sieht eine direkte Verbindung zwischen Imhofs Biografie als Türsteherin in Frankfurt und ihren Installationen, die Nachtleben-Konstellationen in Kunst übertragen. Christian Boros gesteht, die Arbeit zunächst nicht verstanden zu haben – seine Frau Karen habe das Potenzial früher erkannt.
Apotheken / Giftschränke
Damien Hirst
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 01:38:23 „Das sind Inkunabeln der 90er Jahre, mit Anfang 20 sich über Tod, über Vergänglichkeit Gedanken zu machen. Auch die Apotheke, die Apotheken, die Giftschränke, selbst die Spotpaintings.“
Boros verteidigt Hirsts Frühwerk als bedeutende konzeptionelle Auseinandersetzung mit Tod und Vergänglichkeit, kritisiert aber gleichzeitig die spätere Entwicklung des Künstlers als langweilige Wiederholung.
Against Interpretation
Susan Sontag
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:41:18 „die gegenteilige Haltung ist ja Susan Sontag, die sagt, naja, du sollst ja, das Kunstwerk soll ja für sich stehen, du sollst jetzt keine Gedichtinterpretation schreiben“
Wegner bringt Susan Sontags Essay über Kunstrezeption als Gegenposition zu Boros' Ansicht ein, dass man den Kontext eines Kunstwerks kennen müsse
Against Interpretation
Susan Sontag
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:46:58 „Ich dachte halt, die Sonntag, es gibt halt diesen Essay von Susan Sonntag über Rezeption von Kunst, wie auch immer der hieß, Christoph weiß das auswählen, ich habe es vergessen. Der hat mich sehr beeinflusst, weil er mich sehr entspannt hat, in meiner Art mit Kunst umzugehen.“
Im Gespräch über die Frage, ob man Kunst ohne Hintergrundwissen über den Künstler verstehen kann, verweist Jochen Wegner auf Susan Sontags berühmten Essay. Er beschreibt, wie dieser Essay ihn persönlich beeinflusst und entspannt hat im Umgang mit Kunst – man müsse nicht alles über den Künstler wissen, um ein Werk zu würdigen. Christian Boros widerspricht dieser Position vehement.
Fettecke
Joseph Beuys
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 01:47:18 „Wie kann man sich Josef Beuys eine Fettecke anschauen, ohne zu wissen, was für ihn Energie bedeutet, was für ihn Gesellschaft, Miteinander, Helfen bedeutet, Sende, Empfänger, all diese Dinge.“
Boros argumentiert im Disput mit Jochen Wegner über die Notwendigkeit von Kontextwissen bei der Kunstrezeption. Er widerspricht der Idee, dass man Kunst ohne Hintergrundwissen vollständig erfassen kann.
Blaue Monochromes (IKB)
Yves Klein
🗣 Christian Boros erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:49:21 „Seitdem es diesen Nullpunkt der Kunst gab, wo es Künstler gab, die weiße Bilder gemalt haben, also die Leinwand genommen haben und weiß gemacht haben wie Ryman, blau gemacht haben wie Klein, also Monochromien, angestrichene Bilder.“
Boros beschreibt den Nullpunkt der Kunst in den 1960er Jahren mit Rymans weißen und Kleins blauen Monochromen als Beispiele dafür, dass Kunst längst über handwerkliche Fertigkeit hinausgegangen ist.
Concetto Spaziale (Tagli/geschlitzte Leinwände)
Lucio Fontana
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 01:49:33 „Seitdem dann jemand einen Schlitz durchgemacht hat, um eine weitere Dimension hinter den Bildern zu erforschen, wie Fontane.“
Boros skizziert die Kunstgeschichte seit den 1960er Jahren und den Nullpunkt der Kunst: weiße Bilder, blaue Monochromes und Fontanas aufgeschlitzte Leinwände als radikale Grenzüberschreitungen.
Day Paintings
On Kawara
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 01:58:16 „Sie können vor einem Onkawara Daypainting, also ein Bild, wo der Künstler morgens anfängt zu malen und er malt den Tag des heutigen Malens. Und dann kommt dann eben 7. März 1963 ist das Bild.“
Boros nutzt On Kawaras Day Paintings als Beispiel dafür, dass Kontextwissen für das Verständnis zeitgenössischer Kunst unerlässlich ist. Ohne zu wissen, dass der Künstler täglich Telegramme mit 'I'm still alive' verschickte, bleibt das Bild nur ein Datum.
I'm still alive (Telegramme)
On Kawara
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 01:58:39 „Die Kontextualisierung, dass eine Kunstform darin bestand, dass er täglich Telegramme an Menschen schrieb, I'm still alive, jeden Tag. Den Tag, dass er heute lebt, als Kunstform qua Telegramm verschickt hat.“
Im Zusammenhang mit On Kawaras Day Paintings erklärt Boros das konzeptuelle Gesamtwerk: Die täglichen Telegramme 'I'm still alive' als Kunstform, die man kennen muss, um die Gemälde zu verstehen.
Star Wars
George Lucas
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:18:56 „Er redet von den Star-Wars-Plakaten, liebe Hörerinnen und Hörer. Und den anderen, die hier in der WG an der Wand hängen.“
Jochen Wegner macht eine humorvolle Randbemerkung an die Hörer, als Christian Boros über die Petersburger Hängung von Kunstwerken spricht. Er klärt auf, dass an den Wänden des Aufnahmeorts Star-Wars-Plakate hängen — ein augenzwinkernder Kontrast zum Thema hochpreisige Kunstsammlung.
Porträt des ukrainischen Botschafters Andrij Melnyk
Anna Sauerbrey
🗣 Jochen Wegner empfiehlt aktiv bei ⏱ 02:21:46 „Anna Sauerbrey hat ihn über mehrere Wochen begleitet oder mehrfach getroffen und ihn porträtiert in der letzten Ausgabe der Zeit. Und ich fand das ganz interessant, was sie sagt, nämlich ist wohl schon so, es gibt zwei Seiten an diesem Botschafter.“
Jochen Wegner verweist auf ein Porträt seiner Kollegin Anna Sauerbrey in der ZEIT über den ukrainischen Botschafter Andrij Melnyk. Melnyk wird als Figur beschrieben, die öffentlich extrem ausfällig wird und Regeln bricht, privat aber ein gebildeter, distinguierter Mensch sei. Das Porträt dient als Gesprächsgrundlage für die Frage nach Regelbruch als Kommunikationsstrategie.
Dr. No
Terence Young
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:16:05 „Le Chiffre oder Bluefeld? Bluefeld. Dr. No oder Goldfinger? Dr. No.“
Im schnellen A-oder-B-Spiel des Podcasts werden James-Bond-Filme als Wortpaare abgefragt. Christian Boros entscheidet sich für Dr. No gegenüber Goldfinger — ohne weitere inhaltliche Diskussion der Filme.
Goldfinger
Guy Hamilton
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:16:07 „Dr. No oder Goldfinger? Dr. No.“
Goldfinger wird im A-oder-B-Spiel als Alternative zu Dr. No genannt. Christian Boros entscheidet sich gegen Goldfinger, ohne dass die Filme inhaltlich besprochen werden.
American Gigolo
Paul Schrader
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 03:33:39 „Die 80er Jahre, weiß ich noch, Richard Gere, American Gigolo, die Supermodels, es war alles perfekt. Jeder erinnert sich an die Szene, Richard Gere macht ein Schrank auf und die weißen Hemden, die Krawatten, die Armani-Sachen. Das Idealbild war Perfektion.“
Christian Boros kontrastiert die Perfektion der 80er Jahre mit Wolfgang Tillmanns' bewusst unperfekter, normaler Ästhetik der 90er. American Gigolo steht dabei als Symbol für das makellose Schönheitsideal jener Dekade, das Tillmanns mit seinen Fotografien gezielt unterlief.
Der Mönch am Meer
Caspar David Friedrich
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 03:38:56 „Also wenn man einmal Kaspar David Friedrich, was weiß ich, den Mönch am Meer oder den Wanderer.“
Im Gespräch über den Naturalismus und wie Kunst das Verhältnis des Menschen zur Natur verändert, nennt Jochen Wegner Caspar David Friedrichs Gemälde als Beispiel dafür, wie ein Kunstwerk die eigene Wahrnehmung dauerhaft prägt – er kann auf keinem Gipfel stehen, ohne an diese Bilder zu denken.
Der Wanderer über dem Nebelmeer
Caspar David Friedrich
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 03:39:08 „Also wenn man einmal Kaspar David Friedrich, was weiß ich, den Mönch am Meer oder den Wanderer. Ich komme nur drauf, weil auch da das Verhältnis des Menschen zur Natur wieder auf eine andere Weise inszeniert wird. Und ich kann es nie wieder wegdenken, wenn ich auf irgendeinem beschissenen Kippel stehe und in den Tal gucke.“
Wegner ergänzt Boros' Ausführungen über den Naturalismus um Caspar David Friedrich als Gegenbeispiel: Bei Friedrich ist der Mensch noch im Bild, aber bereits in einem neuen, demütigeren Verhältnis zur Natur inszeniert. Das Werk hat Wegners eigene Naturwahrnehmung dauerhaft verändert.
Pet Shop Boys (Song von 1984)
Pet Shop Boys
🗣 Christoph Amend erwähnt beiläufig bei ⏱ 04:35:41 „dieser Film begann aber, indem ich den Sänger der Patcher Boys von heute, also in der aktuellen Aufnahme sehe und der sagt plötzlich New York, London und zitiert ein Lied von 1984“
Amend erwähnt die Pet Shop Boys und einen Song von 1984 als Einstieg des Calvin-Klein-Werbefilms, der die Auflösung von Zeitgrenzen in der heutigen Popkultur illustriert
West End Girls
Pet Shop Boys
🗣 Christoph Amend erwähnt beiläufig bei ⏱ 04:35:45 „Und dieser Film begann aber, indem ich den Sänger der Patcher Boys von heute, also in der aktuellen Aufnahme sehe und der sagt plötzlich New York, London und zitiert ein Lied von 1984.“
Im Calvin-Klein-Werbefilm tritt der Sänger der Pet Shop Boys auf und zitiert einen Song von 1984 mit den Worten 'New York, London'. Amend nutzt dies als Beleg für die zeitliche Entgrenzung moderner Kultur, in der Musik aus den 70ern und 80ern für heutige 20-Jährige genauso relevant ist wie aktuelle Musik. Der Songtitel wird nicht explizit genannt, die Beschreibung passt jedoch auf 'West End Girls'.
Everydays: The First 5000 Days
Beeple
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 05:18:23 „Ich habe mit dem Google-Ex-Geschäftsführer, also wir haben schon ernsthaft mit einer coolen Crowd zusammengesessen. Und früh, sehr früh, nachdem eben dieser Beeple – Was hat er gebracht, dieses scheiß NFT? 40 Millionen?“
Christian Boros spricht über seine eigene NFT-Geschäftsidee und erwähnt den rekordverdächtigen NFT-Verkauf von Beeple als Auslöser der Debatte. Er kann sich zunächst nicht an den Namen erinnern und bezeichnet die Ästhetik als 'Terror'. Christoph Amend ergänzt, dass sich im Nachhinein herausstellte, dass Beeple das Werk möglicherweise selbst gekauft hat.
Bored Ape Yacht Club
Yuga Labs
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 05:18:40 „Aber es gibt auch diesen gelangweilte Affen-Jacht-Club, wo man dann für eine Million, ist egal. Also ich finde es wirklich faszinierend.“
Im Kontext der NFT-Diskussion erwähnt Jochen Wegner den Bored Ape Yacht Club als weiteres prominentes Beispiel für teure NFT-Projekte. Er nennt es beiläufig, um die Absurdität der NFT-Preise zu illustrieren, bevor er zum eigentlichen Thema zurückkehrt – der Frage, wie man Fotografie-Editionen authentifizieren kann.
Immersive Digitalinstallation bei König Galerie
Refik Anadol
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 05:22:57 „Es gibt diesen einen mit diesen lebenden Bildern, der jetzt kürzlich, wo die Leute um den Block Schlange gestanden haben, um in eine Galerie zu gehen. Das gibt es jetzt nicht so oft in Berlin. Also man steht schon mal für eine Ausstellung in einem Museum, aber nicht, man steht nicht in einer Galerieschlange.“
Jochen Wegner erinnert sich an eine Ausstellung bei Johann König, bei der die Besucher Schlange standen – ein ungewöhnliches Phänomen für eine Galerie. Er kann sich zunächst nicht an den Namen erinnern und identifiziert ihn später als Refik Anadol. Die Erwähnung dient als Beispiel für die neue Popularität von Kunst und Königs Geschäftsmodell.
Installation mit Videomonitoren
Nam June Paik
🗣 Christoph Amend erwähnt beiläufig bei ⏱ 05:35:39 „Namjook Pike hatte eine Ausstellung in Deutschland und hatte eine Ausstellung mit, ich glaube, 100 Videomonitoren. Die hieß auch so, irgendwie so, die Zahl stimmt jetzt nicht, ich muss es aus dem Gedächtnis sagen.“
Christoph Amend erinnert sich an eine große Nam-June-Paik-Ausstellung in Deutschland mit etwa 100 Videomonitoren. Er kann sich an den genauen Titel nicht erinnern, die Ausstellung dient aber als Rahmen für die berühmte Anekdote mit dem Boulevardjournalisten.
Remington Steele
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 05:41:54 „Pierce Brosnan hatte das traurige Schicksal, als er der beste James Bond hätte werden können, kam er nicht aus seinem Vertrag raus. Er war ja der Detektiv bei Remington Steel Anfang der 80er Jahre und sie wollten ihn rausholen und die Fernsehproduktionsfirma hat ihn nicht rausgelassen.“
Amend ordnet Pierce Brosnans Karriere ein und erklärt, warum er erst spät James Bond wurde: Sein Vertrag bei der TV-Serie Remington Steele Anfang der 80er verhinderte den früheren Wechsel zur Bond-Rolle.
Mamma Mia!
Phyllida Lloyd
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 05:42:33 „Are you the cool guy of Mamma Mia? Für ihn war Pierce Brosnan. Natürlich, Mama Mia. Meryl Streep und Pierce Brosnan. Und wir haben, das war immer unser Katerfrühstück... Wir haben 30, 50 Mal Mama Mia gemeinsam geguckt.“
Boros' siebenjähriger Sohn erkennt Pierce Brosnan beim Bunker-Besuch nicht als James Bond, sondern aus dem Film Mamma Mia, den die Familie dutzende Male zusammen geschaut hat
Mamma Mia!
Phyllida Lloyd
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 05:44:46 „Meryl Streep und Pierce Brosnan. Das war immer unser Katerfrühstück, wenn unser Sohn um 7 Uhr in unser Bett gekrabbelt ist und wir vorher auf irgendeiner Ausstellungseröffnung waren und noch ein bisschen müde waren. Was kann ich denn ertragen? Wir haben 30, 50 Mal Mama Mia gemeinsam geguckt.“
Boros erzählt die Anekdote, wie Pierce Brosnan seine Wohnung über dem Bunker besuchte und sein siebenjähriger Sohn Brosnan nicht als James Bond, sondern als den Typen aus Mamma Mia erkannte. Der Film war das ritualisierte Katerfrühstück der Familie – 30 bis 50 Mal gemeinsam geschaut, mit therapeutischer Wirkung.
A Single Man
Tom Ford
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 05:45:23 „Tom Ford. Der Ex-Kreativdirektor von Gucci. Filmemacher mittlerweile... Einer meiner Lieblingsfilme. Mit einer Geschmackssicherheit, mit einer Präzision.“
Boros nennt Tom Ford als einen seiner faszinierendsten Bunker-Besucher und verweist auf dessen Filmarbeit als einen seiner Lieblingsfilme
Lindenstraße
Hans W. Geißendörfer
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 06:12:53 „Ja, wie bei der Lindenstraße.“
Wegner vergleicht scherzhaft die rekonstruierte Fassade des Berliner Stadtschlosses mit der Kulisse der Fernsehserie Lindenstraße – also als bloße Attrappe ohne echte Substanz dahinter. Ein beiläufiger, ironischer Vergleich im Streit um das Humboldt Forum.