Herr Regener, wie viel Herr Lehmann sind Sie
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste
Sven Regener, Musiker von Element of Crime und Autor von „Herr Lehmann
„Intelligenz ist in der Kunst keine Kategorie. Ernsthaft, ohne Scheiß.“
Erwähnte Medien (46)
Herr Lehmann
Leander Haußmann
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 00:03:45 „Herr Lehmann, der Roman, ist 2001 erschienen und unser Gast hat dann auch noch das Drehbuch zur Verfilmung geschrieben“
Die Verfilmung des Romans wird erwähnt, Regie führte Leander Haußmann, Christian Ulmen spielte die Hauptrolle
Narzissen und Kakteen
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 00:03:45 „Sven Regner und die Band Element of Crime haben einen fantastischen Podcast aufgenommen. Oh, der ist ganz toll. Über alle ihre Platten, muss man sich unbedingt anhören.“
Der Podcast der Band Element of Crime über ihre Platten wird als Hörempfehlung genannt
Herr Lehmann
Sven Regener
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 00:04:28 „Element of Crime, seine Band, ist in Deutschland eine der erfolgreichsten Gruppen der vergangenen Jahrzehnte und als Schriftsteller ist Sven Regner mindestens so erfolgreich, seitdem er vor 20 Jahren der Öffentlichkeit einen gewissen Herrn Lehmann vorgestellt hat, dessen Leben und Wirken ihn bis heute nicht losgelassen hat.“
Christoph Amend stellt Sven Regener als Gast vor und nennt den Roman 'Herr Lehmann' als dessen Durchbruch als Schriftsteller. Das Buch wird als zentrales Werk beschrieben, das Regener über zwei Jahrzehnte begleitet hat und über drei Millionen verkaufte Bücher nach sich zog.
Glitterschnitter
Sven Regener
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 00:04:48 „Und natürlich ist auch sein neuer Roman Glitterschnitter oben in der Spiegel-Bestsellerliste, ich glaube zurzeit auf Platz vier.“
Christoph Amend erwähnt Regeners neuesten Roman 'Glitterschnitter' im Rahmen der Vorstellung. Das Buch steht zum Zeitpunkt der Aufnahme auf Platz vier der Spiegel-Bestsellerliste, was Regeners anhaltenden Erfolg als Autor unterstreicht.
Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs
Peter Jackson
🗣 Sven Regener empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:06:42 „bei Herr der Ringe, wo sie das wirklich einfach eins zu eins durchgezogen haben, was ich ganz toll fand“
Die Filmtrilogie wird als Positivbeispiel für werkgetreue Verfilmung diskutiert
Neue Vahr Süd
🗣 Sven Regener referenziert bei ⏱ 00:06:42 „neue Versüd hat machen müssen für diese Fernsehverfilmung“
Die Fernsehverfilmung wird im Kontext der Schwierigkeit von Literaturadaptionen erwähnt
Der Herr der Ringe
J.R.R. Tolkien
🗣 Sven Regener referenziert bei ⏱ 00:08:00 „Aber man verliert Szenen, man verliert vor allem viele Aspekte, was die Leute denken zu Hause. Wenn man es nicht so macht wie bei Herr der Ringe, wo sie das wirklich einfach eins zu eins durchgezogen haben, was ich ganz toll fand.“
Regener nutzt 'Herr der Ringe' als Positivbeispiel für eine werkgetreue Verfilmung. Im Kontrast zu seinen eigenen Adaptionserfahrungen lobt er, dass die Filmemacher als 'herrliche Freaks' versucht haben, das Buch möglichst eins zu eins umzusetzen.
Neue Vahr Süd
Sven Regener
🗣 Sven Regener referenziert bei ⏱ 00:08:47 „Also der Bereich Drehbuchadaption ist sicher viel schwieriger für jemanden wie Frank Zübert oder so, der zum Beispiel neue Versüd hat machen müssen für diese Fernsehverfilmung. Ein 600-Seiten-Buch auf 90 Minuten Fernsehfilm eindampfen, weil im Fernsehen gibt es ja auch keine Toleranz.“
Regener vergleicht seine eigene Drehbuchadaption von 'Herr Lehmann' mit der Verfilmung von 'Neue Vahr Süd'. Er betont, dass es wesentlich schwieriger sei, ein 600-Seiten-Buch auf 90 Minuten einzudampfen, und er das nicht hätte machen wollen, weil dabei zu viel verloren geht.
Carta Bianca
Crucchi Gang
🗣 Sven Regener erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:17:51 „Ich habe wirklich... weißes Papier gesungen auf Italienisch. Carta Bianca. Dafür hat es gereicht.“
Regener beschreibt seinen Beitrag zur Crucchi Gang, bei der er 'Carta Bianca' (die italienische Version von 'Weißes Papier') gesungen hat. Er spielt seinen Anteil an dem Projekt herunter und betont, dass vor allem seine Frau und Francesco Wilking die treibenden Kräfte waren.
Azzurro
Adriano Celentano
🗣 Sven Regener referenziert bei ⏱ 00:17:58 „Und ich glaube, bei diesem Live-Kick jetzt neulich habe ich noch bei Azzurro mitgesungen, aber irgendwie haben sie es nicht geschafft, das Mikrofon aufzumachen.“
Regener erzählt von seinem bescheidenen Beitrag zur Crucchi Gang, einem deutsch-italienischen Musikprojekt seiner Frau Charlotte Golterbahn und Francesco Wilking. Er habe bei einem Live-Auftritt beim Reeperbahn-Festival bei 'Azzurro' mitgesungen, aber die Tontechnik habe versagt.
The Kandy-Kolored Tangerine-Flake Streamline Baby
Tom Wolfe
🗣 Sven Regener erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:18:59 „So wie Candy-Color-Tanjo-In-Flag-Streamline-Baby. Tom Wolff. Wo sie diese Ks haben statt der Cs. Das wäre eigentlich, hätte schön klonkig ausgesehen.“
Regener erwähnt Tom Wolfes Buchtitel als stilistisches Vorbild für die Schreibweise des Bandnamens 'Crucchi Gang'. Er hätte den Namen gerne mit drei Ks geschrieben, ähnlich wie Wolfe in seinem Titel Ks statt Cs verwendet.
Nobelvorlesung
Bob Dylan
🗣 Sven Regener zitiert daraus bei ⏱ 00:23:59 „Er hat es ja sogar noch gesagt in seiner Rede, für die er aber immer fast ein Ja gebraucht hat. Wenn ich sage, Songtexte sind nicht wie Literatur, sie müssen gesungen werden, dann ist das nicht durch die Blume. Das ist eigentlich ein Schlag ins Gesicht mit einem nassen Feudel.“
Regener diskutiert den Literaturnobelpreis und kritisiert die Vergabe an Bob Dylan. Er verweist auf Dylans Nobelvorlesung, in der Dylan selbst die Unterscheidung zwischen Songtexten und Literatur betonte.
Brooklyn Nine-Nine
🗣 Sven Regener referenziert bei ⏱ 00:38:11 „Es gibt ja diese Fernsehserie Brooklyn 99 oder so. Und da gibt es diese eine Detektivin, die heißt Detective Diaz. Und die sagt irgendwann einen schönen Satz. Jeder, der älter ist als acht Jahre und seinen Geburtstag feiert, ist geistesgestört. Und das ist auch meine Meinung.“
Regener wird gefragt, warum er seit seinem 13. Geburtstag nicht mehr feiert. Er zitiert Detective Diaz aus Brooklyn Nine-Nine, deren Spruch seine eigene Haltung zu Geburtstagsfeiern auf den Punkt bringt – eine humorvolle Bestätigung seiner langjährigen Verweigerung.
Narzissen und Kakteen
🗣 Jochen Wegner empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:51:29 „Also es gibt ja jetzt diesen Podcast, er sei sehr empfohlen. Oh Gott, hoffentlich habe ich den Namen im Kopf. Kaktin, Narzissen und Kaktin? Und da wird das ja noch mal relativ plastisch erzählt, wie beschleunigt das eigentlich war. Also wie sie das so hineingespült hat in die Musikszene.“
Jochen Wegner empfiehlt einen Podcast über Element of Crime bzw. Sven Regeners musikalischen Werdegang. Er verhaspelt sich zunächst beim Titel – Regener korrigiert, dass 'Narzissen und Kakteen' eigentlich ein Song ist. Der Podcast erzählt offenbar die Bandgeschichte und wie schnell Regener in die Berliner Musikszene hineingezogen wurde.
B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin
Mark Reeder
🗣 Sven Regener referenziert bei ⏱ 00:53:48 „Und darum geht es auch so gut, dass dieser wirklich tolle Film B-Movie von Mark Reader, dass er so viel Material auch hat. Weil das ist alles Material von diesen ganzen Fernsehteams, also abgesehen von dem Buttgereit-Kram und so, von diesen ganzen Fernsehteams, die dauernd irgendwo rumstanden und jeden filmten.“
Regener erzählt von der West-Berliner Szene der frühen 80er Jahre und der medialen Aufmerksamkeit, die sie durch die Neue Deutsche Welle bekam. Er lobt den Dokumentarfilm B-Movie, weil dieser das reichhaltige Archivmaterial der damaligen Fernsehteams nutzt, um diese Ära lebendig werden zu lassen.
Delmenhorst
Element of Crime
🗣 Sven Regener referenziert bei ⏱ 00:58:20 „Also die Tournee von der damals in Tarmond ist nicht so gut gelaufen wie die von The Bellatrix Jimmy & Johnny, glaube ich. Weil viele Leute abgesprungen sind.“
Im Gespräch über den Wechsel von Element of Crime von englischen zu deutschen Texten erwähnt Regener, dass die Tournee zum Album 'Delmenhorst' (hier als 'Tarmond' transkribiert) schlechter lief als die zum Vorgänger, weil viele Fans die englischsprachigen Alben bevorzugten.
The Velvet Underground & Nico
The Velvet Underground
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 00:59:19 „Und es gibt ja über Velvet Underground dieses Bonmot, dass die erste Platte von Velvet Underground zwar nur, ich weiß nicht mehr, 20.000 Mal sich verkauft hat, aber jeder der einzelnen Käufer hat anschließend eine Band gegründet.“
Christoph Amend greift Regeners Erwähnung von Velvet Underground auf und zitiert das berühmte Bonmot über deren Debütalbum: Es verkaufte sich kaum, aber jeder Käufer gründete eine Band. Regener bestätigt die enorme Bedeutung und nennt Velvet Underground eine der fünf großen Säulen des Rock'n'Roll.
Ask Me Now
Element of Crime
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 01:06:15 „Sie haben ja jetzt eine Jazzplatte gemacht mit Freunden, Kollegen. Ja, genau. Regner Papik Busch.“
Die Jazzplatte des Trios wird als neues musikalisches Projekt von Sven Regener besprochen
Freddie Freeloader
Miles Davis
🗣 Sven Regener referenziert bei ⏱ 01:06:37 „Was haben Sie da gespielt? Ich glaube, Freddy Freeloder und Moon River oder so, keine Ahnung. Aber das haben halt so Jazz, das ist so jazzig gespielt, ich kam da gar nicht so richtig mit.“
Regener erzählt von einer Trauerfeier für einen verstorbenen Trompetenlehrer, bei der Jazzmusiker gemeinsam spielten. Er spielte unter anderem 'Freddie Freeloader' und bemerkte dabei, wie sehr er den Kontakt zur Jazzmusik verloren hatte – ein Schlüsselmoment, der ihn motivierte, sich wieder intensiv mit Jazz zu beschäftigen.
Moon River
Henry Mancini
🗣 Sven Regener referenziert bei ⏱ 01:06:37 „Was haben Sie da gespielt? Ich glaube, Freddy Freeloder und Moon River oder so, keine Ahnung. Aber das haben halt so Jazz, das ist so jazzig gespielt, ich kam da gar nicht so richtig mit.“
Bei derselben Trauerfeier für einen Trompetenlehrer spielte Regener neben 'Freddie Freeloader' auch 'Moon River'. Die Erfahrung, bei diesen Jazz-Standards nicht mehr mithalten zu können, war ein Anstoß für seine Rückkehr zur Jazzmusik.
Ask Me Now
Element of Crime
🗣 Sven Regener referenziert bei ⏱ 01:16:49 „Also wenn man jetzt sowas wie Ask Me Now, diese Jazzplatte aufnimmt, wie wir da aufgenommen haben, dann ist da eben ein Flügel und der muss eben auch ein Flügel sein. Das kann man nicht mit irgendwas anderem kompensieren.“
Regener erklärt den Unterschied zwischen Sample-basierter und instrumentaler Musikproduktion. Er nennt die Element-of-Crime-Jazzplatte 'Ask Me Now' als Beispiel dafür, dass echte Instrumente – hier ein Flügel – nicht durch digitale Alternativen ersetzt werden können.
Damals hinterm Mond
Element of Crime
🗣 Sven Regener referenziert bei ⏱ 01:27:06 „bei der damals in der Mond war es so, Dass ich tatsächlich sehr spät dran war und dass ich teilweise noch im Studio dann noch teilweise, im Studio teilweise noch Songtexte schreiben musste.“
Wird als Album erwähnt, bei dem die Texte besonders spät fertig wurden, da es die erste deutschsprachige Platte war
Kein Schwein auf den Tisch
Element of Crime
🗣 Sven Regener referenziert bei ⏱ 01:32:09 „Und die Lieder, worüber ich viel mit Paarreimen gearbeitet habe, und sei es nur um mich zu gruseln oder um es auch mal gemacht zu haben, die spiele ich auch nicht gerne. Kein Schwein auf den Tisch, eigentlich ein gutes Lied, spiele ich nicht gerne. Weil diese scheiß Paarreime, die gehen mir mega auf den Sack.“
Regener nennt 'Kein Schwein auf den Tisch' als Beispiel für ein eigenes Lied, das er ungern spielt, weil es zu viele Paarreime enthält – eine Reimform, die er im Deutschen besonders verabscheut.
Am ersten Sonntag nach dem Weltuntergang
Element of Crime
🗣 Sven Regener referenziert bei ⏱ 01:34:47 „Nehmen wir mal sowas wie Am ersten Sonntag nach dem Weltuntergang. Wie geht das denn? Grausam ist der Haifisch und grausam warst auch du. Am Ende des Regenbogens liegt der Regen noch einen Zahn zu und überflutet im Überschwang gleich hinter dem S-Bahn-Übergang.“
Regener demonstriert anhand seines eigenen Liedes, wie er Paarreime vermeidet und stattdessen mit Binnenreimen und mehrfachen Wiederholungen desselben Reims arbeitet. Er zitiert den Text ausführlich, um seine Reimtechnik zu veranschaulichen.
Kein Schwein ruft mich an
Max Raabe
🗣 Sven Regener referenziert bei ⏱ 01:34:51 „Kein Schwein auf den Tisch, eigentlich ein gutes Lied, spiele ich nicht gerne. Weil diese scheiß Paarreime, die gehen mir mega auf den Sack.“
Wird als Beispiel für ein eigenes Lied genannt, das er wegen der Paarreime nicht gerne spielt
Erlkönig
Johann Wolfgang von Goethe
🗣 Sven Regener referenziert bei ⏱ 01:35:19 „Wer reitet so spät durch Nacht und Wind, es ist der Vater mit seinem Kind. Das ist der Knittelfers gewissermaßen.“
Regener zitiert die berühmten Anfangsverse von Goethes 'Erlkönig', um den klassischen Paarreim zu illustrieren, den er in seiner Songwriting-Praxis ablehnt. Er ordnet das Zitat allerdings fälschlicherweise dem Knittelvers zu und verweist dann auf Schillers 'Wallensteins Lager'.
Kaufe dir ein Säckchen voll Blei
Element of Crime
🗣 Jochen Wegner empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:35:35 „Ich zitiere mal meinen Lieblingssong. Kauf dir ein Säckchen voll Blei, binz an mein Bein und wirf mich hinein. Das ist der einzige Reim in dem ganzen Ding. Also sozusagen in der ganzen Strophe.“
Wegner zitiert seinen Lieblingssong von Element of Crime und analysiert gemeinsam mit Regener die Reimstruktur: In der gesamten Strophe gibt es nur einen einzigen klassischen Reim, den Rest löst Regener über Binnenreime – was Wegner als Grund für die sprachliche Qualität sieht.
Delmenhorst
Element of Crime
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:35:48 „Kaufe dir ein Säckchen voll Blei, binz an mein Bein und wirf mich hinein. Das ist der einzige Reim in dem ganzen Ding.“
Jochen Wegner zitiert seinen Lieblingssong von Element of Crime als Beispiel für gelungenen Reimeinsatz
Choral vom großen Baal
Bertolt Brecht
🗣 Sven Regener referenziert bei ⏱ 01:35:49 „Die Songtexte von Bertolt Brecht, das ist schon ganz groß. Der Choral vom großen Ball, ist das so? Ja, der war Frühwerk. Frühwerk, geil.“
Wird als inspirierendes Frühwerk Brechts genannt, das Regener als Vorbild für sein eigenes Songwriting sieht
Die Dreigroschenoper
Bertolt Brecht
🗣 Sven Regener erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:36:44 „Wir hatten dann auch die Überlegung und ja damals sind da Mond. Das war auch die Überlegung, ob wir das jetzt auf Deutsch oder auf Englisch machen, weil es gibt es ja alle auch auf Englisch. Man kann ja den Mackie Messer auch auf Englisch singen.“
Regener erwähnt 'Mackie Messer' (aus der Dreigroschenoper) im Kontext der Sprachentscheidung: Brecht-Songs kann man auch auf Englisch singen, was die Frage aufwarf, ob Element of Crime beim Brecht-Festival auf Deutsch oder Englisch auftreten sollte.
Songtexte / Lieder von Bertolt Brecht
Bertolt Brecht
🗣 Sven Regener empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:37:09 „Nein, ich habe Brecht immer sehr geliebt. Also ich habe auch schon, also die Songtexte von Bertolt Brecht, das ist schon ganz groß.“
Regener nennt Bertolt Brecht als zentrale Inspiration für sein deutschsprachiges Songwriting. Die Einladung zu einem Brecht-Festival bestärkte ihn im Wechsel von englischen zu deutschen Texten. Brechts 'schnoddrige' und unbefangene Art mit Sprache umzugehen war für ihn prägend.
Choral vom großen Baal
Bertolt Brecht
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:37:16 „Der Choral vom großen Ball, hieß das so? Ja, das war Frühwerk.“
Wegner versucht, ein konkretes Brecht-Werk zu nennen – gemeint ist der 'Choral vom großen Baal' aus Brechts Frühwerk 'Baal'. Regener bestätigt es als Frühwerk, betont aber, dass es bei Brecht generell um die inspirierende Haltung gehe, nicht um Nachahmung.
You Shouldn't Be Lonely
Element of Crime
🗣 Sven Regener referenziert bei ⏱ 01:44:10 „Und sagte dann, ja hier, you shouldn't be lonely, das ist doch ein Schlager, oder? You shouldn't be lonely, sister.“
Regener erinnert sich an die Begegnung mit Spex-Journalist Ralf Niemczyk bei der zweiten Element-of-Crime-Platte, die John Cale produziert hatte. Niemczyk provozierte, indem er den Song als Schlager bezeichnete – was Regener und Bandkollege Ritchie dank des Selbstbewusstseins durch die Cale-Produktion souverän abperlen ließen.
Sunday Morning
The Velvet Underground
🗣 Sven Regener referenziert bei ⏱ 01:44:23 „Kann er auch sagen, Sunday Morning von Velvet Underground ist ein Schlager. Kann man auch sagen. Kann man ja machen.“
Regener erzählt, wie Spex-Journalist Ralf Niemczyk den Element-of-Crime-Song 'You Shouldn't Be Lonely' als Schlager bezeichnete. Regener kontert, dass man mit derselben Logik auch Velvet-Underground-Songs als Schlager abtun könnte – was zeige, wie unsinnig das Label sei.
Femme Fatale
The Velvet Underground
🗣 Sven Regener referenziert bei ⏱ 01:44:23 „Kann er auch sagen, Sunday Morning von Velvet Underground ist ein Schlager. Kann man auch sagen. Kann man ja machen. Oder Femme Fatale oder so. Kann man ja machen. Muss man aber nicht. Bringt nichts.“
Im gleichen Kontext wie 'Sunday Morning' nennt Regener auch 'Femme Fatale' als weiteres Beispiel eines Velvet-Underground-Songs, den man oberflächlich als Schlager abstempeln könnte – um zu zeigen, wie absurd diese Kategorisierung ist.
Weißes Papier
Element of Crime
🗣 Sven Regener referenziert bei ⏱ 01:47:15 „Also bei Weißes Papier wusste ich sofort, dass die Leute, die Element of Crime mögen, diesen Song lieben werden. Ja, doch, das war sofort klar.“
Auf die Frage, ob man als Musiker erkennt, wenn man einen Hit geschrieben hat, nennt Regener 'Weißes Papier' von 1993 als Beispiel eines Songs, bei dem er sofort wusste, dass er beim Publikum einschlagen würde – ein aus seiner Sicht absolut perfekter Song, der seitdem bei keinem Konzert fehlen darf.
Am Ende denke ich immer nur an dich
Element of Crime
🗣 Sven Regener referenziert bei ⏱ 01:49:04 „Es gibt so ein paar Saisons, am Ende denke ich immer nur an dich, ist so ein Lied. Wenn wir das nicht spielen, das ist auch ein Problem. Das ist dann schon, dann wird es schon kritisch.“
Regener nennt den Song als weiteres Beispiel für ein Lied, das das Publikum bei Konzerten unbedingt hören will – neben 'Weißes Papier' einer der wenigen Songs, die Element of Crime quasi spielen müssen.
Hai Alarm am Müggelsee
Leander Haußmann / Sven Regener
🗣 Sven Regener referenziert bei ⏱ 02:03:44 „Also das haben wir zum Beispiel bei Haya Lama Mögelsee, bei dem berühmten Film, den ich mit Leander Hausmann gemacht habe. Den ich ganz so ein großer Erfolg war wie der Herr Lehmann. Aber war auch kein schlechter Film.“
Regener nutzt seinen Film 'Hai Alarm am Müggelsee' als Illustration für die Schock-Metapher: Eine Figur reagiert auf den Verlust eines Fingers zunächst ungläubig statt panisch – genau wie die West-Berliner auf den Mauerfall. Er verteidigt den Film als solide Leistung, auch wenn er nicht den Erfolg von 'Herr Lehmann' erreichte.
Das Lied von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens
Bertolt Brecht
🗣 Sven Regener referenziert bei ⏱ 02:07:16 „Wir hatten am nächsten Tag tatsächlich genau dort am Heinrich-Heine-Platz eine Aufnahme im Studio, im Trix-Studio und haben das Lied von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens aufgenommen als B-Seite für die Maxi-Single von Satellite Town. Also Bertolt Brecht war plötzlich am Start. Das war ganz schön.“
Regener erinnert sich, dass Element of Crime am Tag nach dem Mauerfall im Studio waren und ausgerechnet Brechts Lied aufnahmen – ein zufälliges, aber passendes Zusammentreffen von historischem Umbruch und einem Brecht-Text über menschliches Streben. Das Stück wurde als B-Seite der Satellite-Town-Single veröffentlicht.
Satellite Town
Element of Crime
🗣 Sven Regener referenziert bei ⏱ 02:07:16 „Wir hatten am nächsten Tag tatsächlich genau dort am Heinrich-Heine-Platz eine Aufnahme im Studio, im Trix-Studio und haben das Lied von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens aufgenommen als B-Seite für die Maxi-Single von Satellite Town. Das war die dritte Single-Auskopplung aus der Ballet of Jimmy and Johnny.“
Satellite Town wird als dritte Single-Auskopplung aus dem Album 'Ballad of Jimmy and Johnny' erwähnt. Die Aufnahme der zugehörigen B-Seite fand am Tag nach dem Mauerfall statt, was Regener als bemerkenswerte zeitliche Koinzidenz schildert.
Ruf aus der Gruft
Element of Crime
🗣 Sven Regener referenziert bei ⏱ 02:07:35 „Und zwar genau das und Ruf aus der Gruft in der Instrumentalversion. Also Bertolt Brecht war plötzlich am Start. Das war ganz schön.“
Der Song wird als zweiter Track der Maxi-Single erwähnt, hier in einer Instrumentalversion. Er wurde zusammen mit der Brecht-Coverversion am Tag nach dem Mauerfall im Trix-Studio aufgenommen.
Spider-Man
🗣 Sven Regener erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:09:39 „Ich bin so sehr Chronist dieser Stadt, wie die Autoren von dieser Spider-Man-Comics Chronisten von Manhattan sind oder so und Queens.“
Regener wehrt sich gegen die Bezeichnung als 'Chronist Berlins' und vergleicht sich ironisch mit den Autoren der Spider-Man-Comics – die seien genauso wenig Chronisten von Manhattan, wie er einer von Berlin sei. Es ist eine beiläufige Analogie, kein inhaltlicher Verweis auf ein bestimmtes Heft.
Atlantik
Die Toten Piloten
🗣 Sven Regener referenziert bei ⏱ 02:15:01 „Wir hatten drei Songs. Wie hießen die drei Songs? Der eine hieß Liebe geliebt, der andere hieß Atlantik und der dritte hieß der U-Bahnhof ist schon wieder 100 Meter weiter weg.“
Einer der drei Songs der Toten Piloten, der Band von Regener und Motte. Die Erwähnung ist Teil einer Anekdote über die gemeinsame musikalische Vergangenheit vor Mottes Techno-Karriere.
Der U-Bahnhof ist schon wieder 100 Meter weiter weg
Die Toten Piloten
🗣 Sven Regener referenziert bei ⏱ 02:15:01 „Der eine hieß Liebe geliebt, der andere hieß Atlantik und der dritte hieß der U-Bahnhof ist schon wieder 100 Meter weiter weg. Das war eine super Band. Die war klasse.“
Der dritte und letzte Song der Toten Piloten. Regener erinnert sich mit Begeisterung an diese kurzlebige Band, deren Mitglieder später in ganz unterschiedlichen Szenen landeten – er beim Indierock, Motte beim Techno.
Der Klang der Familie
Felix Denk / Sven von Thülen
🗣 Sven Regener referenziert bei ⏱ 02:15:38 „Und dann hat er aber auch mit Motte natürlich zusammen diese ganze Haus- und Technosache mit angeschoben. Das war ja einer dieser Leute, der Klang der Familie und so. Da spielt ja Johnson und Motte ja eine große Rolle.“
Regener erwähnt das Standardwerk über die Berliner Techno-Szene, um die Bedeutung von Motte und Johnson (Jürgen Stöckemann) für die frühe Rave-Bewegung zu unterstreichen. Beide kannte er aus der alten Westberliner Musikszene und sie spielen in dem Buch eine zentrale Rolle.
Die Unbekannten
Mark Reeder
🗣 Sven Regener erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:16:05 „Genau wie Mark Rieder. Wie hieß die Band von ihm? Die Unbekannten, glaube ich. Und so weiter. Der ja im Loft immer auch Karten abgerissen hat und so weiter.“
Regener nennt Mark Reeders Band als Beispiel für Akteure der alten Westberliner Szene, die später auch in der neuen Techno-Szene eine Rolle spielten. Er ist sich beim Bandnamen nicht ganz sicher, was die leicht unsichere Erinnerung unterstreicht.