Alles gesagt? – Carolin Emcke, wie finden wir Glück
#018

Carolin Emcke, wie finden wir Glück

Alles gesagt? / 31. Oktober 2019 / 36 Medien

Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste

Carolin Emcke — Journalistin, Autorin und Friedenspreisträgerin 2016 — spricht über die Klimakrise als Existenzkrise, die Frage, ob die Demokratie schnell genug auf dramatische Herausforderungen reagieren kann, und warum sie das eher für eine Lobby- als eine Tempofrage hält. Sie erzählt, wie die Reflexion auf die Shoah sie als Person und Autorin geprägt hat wie nichts anderes — und dass sie nie gedacht hätte, so vergnügt und glücklich sein zu können.

„Das Wort Klimakrise ist dafür noch verharmlosend. Ich würde sagen, es ist eine Existenzkrise.“
🗣 Carolin Emcke

Erwähnte Medien (36)

Gegen den Hass
Buch

Gegen den Hass

Carolin Emcke

🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 00:06:54 „Journalistin und Autorin vieler Bücher. Eines der bekanntesten, vielleicht auch geschätzten Gegenden. Das haben sehr viele gelesen.“

Jochen Wegner stellt Carolin Emcke als Gast vor und erwähnt dabei ihr bekanntestes Buch 'Gegen den Hass'. Er hebt hervor, dass es von sehr vielen Menschen gelesen wurde und zu ihren geschätztesten Werken zählt.

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Kollektive Identitäten
Buch

Kollektive Identitäten

Carolin Emcke

🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 00:07:54 „Hat bei Habermas den Magister gemacht und in Harvard promoviert über kollektive Identitäten. Ich erwähne das deswegen, weil mir viele Leute aus der Wissenschaft versichern, das sei heute so eine Art Standardwerk.“

Jochen Wegner erwähnt Emckes Dissertation über kollektive Identitäten im Rahmen ihrer Vorstellung. Er betont, dass viele Wissenschaftler das Werk als Standardwerk betrachten, was ihm von Fachleuten versichert wurde.

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Star Wars
Film

Star Wars

George Lucas

🗣 Carolin Emcke erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:16:09 „Ich habe es ein einziges Mal versucht unter vehementem Einsatz meines Freundeskreises, die meinten, ich müsste das gesehen haben. Dann wurde sehr lange diskutiert, bei welcher Folge ich anfangen sollte. Für jemanden, die noch nie eine gesehen hatte, war es eine nicht nachvollziehbare Diskussion, ob Abfolge 4 oder Abfolge 1.“

Im Studio werden Star-Wars-Tassen benutzt, woraufhin Carolin Emcke sich als Nicht-Kennerin outet. Sie erzählt, dass Freunde sie einmal überredet haben, Star Wars zu schauen, sie aber nach zehn Minuten aufgegeben hat. Die Diskussion darüber, mit welchem Film man anfangen sollte, war für sie als Neuling nicht nachvollziehbar.

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Gegen den Hass
Buch

Gegen den Hass

Carolin Emcke

🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 00:41:13 „die berührendste Stelle, für mich berührendste Stelle in deinem Buch gegen den Hass“

Wegner verweist auf eine Passage über Eric Garner im Buch, die ihn besonders berührt hat

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Schnelles Denken, langsames Denken
Buch

Schnelles Denken, langsames Denken

Daniel Kahneman

🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 01:02:27 „Es gibt das fantastische Buch von Daniel Kahnemann, eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Heißt, glaube ich, schnelles Denken. Der ja, genau, der das erklärt. Der erklärt, dass das menschliche Gehirn offenbar so tickt, dass wir uns im Nachhinein unser Leben als Folge von logischen Ereignissen erzählen.“

Carolin Emcke äußert sich skeptisch darüber, das eigene Leben rückblickend zu rationalisieren. Christoph Amend greift das auf und nennt Kahnemans Buch als eines seiner absoluten Lieblingsbücher, weil es genau diesen Mechanismus erklärt: Das Gehirn konstruiert nachträglich eine logische Abfolge von Ereignissen, auch wenn das Leben so nicht verlaufen ist.

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Imagined Communities
Buch

Imagined Communities

Benedict Anderson

🗣 Carolin Emcke referenziert bei ⏱ 01:29:20 „Und das ist, was Benedict Anderson Imagined Communities immer nannte. Also es gibt ein Buch von einem Soziologen und Historiker, der heißt Benedict Anderson. Und dieses Buch hieß Imagined Communities. Also eingebildete, fantasierte, imaginierte Communities.“

Carolin Emcke greift in eine Debatte über den gesellschaftlichen Zusammenhalt nach dem Bedeutungsverlust der Kirchen ein. Sie nutzt Andersons Konzept der 'Imagined Communities', um zu zeigen, dass auch Nationen nicht auf realer Verbundenheit beruhen, sondern auf dem Glauben, etwas miteinander zu teilen – und dass dieser Zusammenhalt nicht zwingend von Kirchen gestiftet werden muss.

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Gespräch zwischen Carolin Emcke und Otto Schilly (taz, Juni 2015)
Artikel

Gespräch zwischen Carolin Emcke und Otto Schilly (taz, Juni 2015)

🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 01:40:52 „Ich habe in der Vorbereitung auf unseren Podcast heute ein Interview gefunden, ich weiß nicht, ob du dich daran noch erinnerst im Detail. Das ist im Juni 2015 erschienen, das heißt also drei Monate vor diesem berühmten Freitagabend. In der Taz ein Gespräch zwischen Otto Schilly und dir.“

Christoph Amend hat für die Vorbereitung ein taz-Interview von Juni 2015 ausgegraben, in dem Carolin Emcke und Otto Schilly über Flüchtlingspolitik debattieren. Bemerkenswert ist, dass Emcke darin drei Monate vor der Grenzöffnung prognostizierte, eine humanitäre Geste Merkels würde positive mediale Aufmerksamkeit erzeugen – was sich zunächst auch bewahrheitete. Emcke selbst hatte das Interview inhaltlich komplett vergessen.

Zum Artikel bei taz
Taz-Interview Carolin Emcke und Otto Schilly (Juni 2015)
Artikel

Taz-Interview Carolin Emcke und Otto Schilly (Juni 2015)

🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 01:41:10 „Ich habe in der Vorbereitung auf unseren Podcast heute ein Interview gefunden ... Das ist im Juni 2015 erschienen ... In der Taz ein Gespräch zwischen Otto Schilly und dir.“

Amend liest aus einem Taz-Interview vor, in dem Emcke und Schilly drei Monate vor der Flüchtlingskrise über Flüchtlingspolitik diskutierten – Emckes damalige Prognose erwies sich als zutreffend

Zum Artikel bei taz
Muppet Show
Serie

Muppet Show

Jim Henson

🗣 Carolin Emcke erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:52:04 „Das ist wie so ein altes E, weil die beiden Alten in der Loge bei der Muppet Show. Waldorf und Städtler.“

Carolin Emcke vergleicht das Zusammenspiel von Christoph Amend und Jochen Wegner scherzhaft mit Waldorf und Statler, den beiden meckernden alten Herren aus der Muppet Show, die von ihrer Loge aus das Geschehen kommentieren.

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Masse und Macht
Buch

Masse und Macht

Elias Canetti

🗣 Carolin Emcke referenziert bei ⏱ 02:09:47 „Es macht mir wirklich Angst und ich habe auch das Gefühl, es ist nicht... Also so eine richtige große Masse, das ist wie Elias Canetti, ja, in Masse und Macht, diese Beschreibungen hat von eben wütenden Massen, Meuten, Mob, also der hat da unterschiedliche Terminologien für dieses auch in der Physiognomie der Gesichter erkennbare Zorn, Wut, das Unkontrollierte daran.“

Carolin Emcke spricht über ihre größte Angst: unkontrollierbare Menschenmassen, Hooligans, wütende Mobs. Sie verweist auf Canettis Klassiker als treffende Beschreibung dieses Phänomens — die Physiognomie des Zorns in Gesichtern, die organische Bewegung einer wütenden Masse. Für sie ist das bedrohlicher als jede Kriegssituation.

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Artikel über deutsche Intellektuelle und Aktivismus
Artikel

Artikel über deutsche Intellektuelle und Aktivismus

🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 02:23:28 „Die Neuzüricher Zeitung hat ja mal einen Artikel veröffentlicht, ich glaube im letzten Jahr oder vorletzten Jahr. Jedenfalls geht es um darum, warum werden Intellektuelle heutzutage immer gleich Aktivisten. Und die beiden prominentesten Beispiele sind bist du und Jan Böhmermann. Und Sophie Passmann.“

Christoph Amend und Jochen Wegner diskutieren einen NZZ-Artikel, der eine neue Generation deutscher Intellektueller beschreibt, die die alten 'weißen oder weisen Männer' abgelöst habe. Der Artikel kritisiert fehlende Selbstironie und Leichtigkeit bei Emcke und Böhmermann, während Sophie Passmann besser wegkomme. Wegner hat den Artikel 'mit Begeisterung gelesen' und zitiert daraus, dass dort stehe, Emcke lächle nie.

Zum Artikel bei NZZ
Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung über deutsche Intellektuelle
Artikel

Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung über deutsche Intellektuelle

🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 02:24:23 „Die Neuzüricher Zeitung hat ja mal einen Artikel veröffentlicht, ich glaube im letzten Jahr oder vorletzten Jahr. Großartig. ... warum werden Intellektuelle heutzutage immer gleich Aktivisten.“

Amend und Wegner diskutieren einen NZZ-Artikel, der Emcke, Jan Böhmermann und Sophie Passmann als neue Generation deutscher Intellektueller beschreibt und deren vermeintlichen Aktivismus und fehlende Selbstironie kritisiert

Zum Artikel bei NZZ
Artikel über Carolin Emcke in der NZZ
Artikel

Artikel über Carolin Emcke in der NZZ

🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 02:55:08 „Ich fand das so lustig, dieses NZZ-Klischee, das haftet dir schon an über die NZZ hinaus, dass du eine ernste Denkerin bist und man leicht irritiert ist. Ich war es zumindest, als ich mich tiefer in deine Fußballabgründe eingearbeitet habe.“

Im Gespräch wird ein kritischer Artikel der NZZ über Carolin Emcke diskutiert, der das Klischee bedient, sie sei humorlos und zu ernst. Christoph Amend zitiert sinngemäß die Frage 'Lacht die denn jemals?' aus dem Text. Alle drei diskutieren, ob solche Zuschreibungen fair sind, wobei Emcke sich weigert, den Artikel direkt zu kommentieren.

Zum Artikel bei NZZ
Hitzlsperger-Interview (Coming Out)
Artikel

Hitzlsperger-Interview (Coming Out)

🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 02:57:24 „Ihr großes Interview, das sie gemeinsam mit Moritz Müller-Wirt geführt hat ... Das große Outing. Ja. Zum ersten Mal kein aktiver Spieler mehr, aber immerhin doch.“

Amend und Wegner sprechen über das berühmte Interview mit Thomas Hitzlsperger, in dem dieser sein Coming Out hatte – es brachte die Server von Zeit Online zum Absturz

Zum Artikel bei ZEIT Online
Thomas Hitzlsberger Coming-Out-Interview
Artikel

Thomas Hitzlsberger Coming-Out-Interview

Carolin Emcke / Moritz Müller-Wirth

🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 03:01:42 „Als das veröffentlicht worden ist, das Interview, das Karolin zusammen mit einem lieben Kollegen, Moritz Müller-Wirt, geführt hat mit Thomas Hitzesberger, in dem er gesagt hat, also quasi eine Art Coming-out hatte, übrigens ein schwuler Fußballer, tolle Sache, da flog uns echt der Server weg. Wir sind komplett zusammengebrochen.“

Jochen Wegner erinnert sich als damaliger Chefredakteur von Zeit Online an das Interview, das Carolin Emcke gemeinsam mit Moritz Müller-Wirth mit dem ehemaligen Nationalspieler Thomas Hitzlsberger führte, in dem dieser sich als schwul outete. Das Interview erzeugte weltweit so viel Traffic, dass die gesamte Server-Infrastruktur von Zeit Online zusammenbrach – ein Ereignis, das laut Wegner bis heute eine komplette Erneuerung der technischen Infrastruktur nach sich zog.

Zum Artikel bei ZEIT Online
Friedenspreisrede in der Paulskirche
Rede

Friedenspreisrede in der Paulskirche

Carolin Emcke

🗣 Jochen Wegner zitiert daraus bei ⏱ 03:21:18 „Ich möchte mal aus deiner Rede zitieren, ich glaube aus der Paulskirche. ... Als ich mich das erste Mal in eine Frau verliebte, ahnte ich ehrlich gesagt nicht, dass damit eine Zugehörigkeit verbunden wäre.“

Wegner zitiert aus Emckes Friedenspreisrede 2016, in der sie über Sexualität und Identitätszuschreibungen sprach

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🎤
Rede

Friedenspreis-Rede (Paulskirche)

Carolin Emcke

🗣 Jochen Wegner zitiert daraus bei ⏱ 03:21:36 „Ich möchte mal aus deiner Rede zitieren, ich glaube aus der Paulskirche. Als ich mich das erste Mal in eine Frau verliebte, ahnte ich ehrlich gesagt nicht, dass damit eine Zugehörigkeit verbunden wäre. Ich glaubte noch, wie und wen ich liebe, sei eine individuelle Frage, eine, die vor allem mein Leben auszeichnete und für andere, Fremde oder gar den Staat nicht von belangte.“

Jochen Wegner zitiert aus Carolin Emckes Rede zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels in der Frankfurter Paulskirche. Das Zitat unterstreicht Emckes Punkt, dass Homosexualität zunächst eine private Angelegenheit sei, die erst durch gesellschaftliche Zuschreibungen zu einer Identitätskategorie werde – ein zentrales Thema des Gesprächsabschnitts über Coming-Out und Stereotypisierung.

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Making All the Difference: Inclusion, Exclusion, and American Law
Buch

Making All the Difference: Inclusion, Exclusion, and American Law

Martha Minow

🗣 Carolin Emcke zitiert daraus bei ⏱ 03:24:58 „Und es gab eine amerikanische Philosophin, Martha Minow, die hat, Rechtsphilosophin, die hat mal gesagt, es ist ausgesprochen schwierig zu entscheiden, wann es diskriminierend ist, dass jemand als anders wahrgenommen wird. Und wann es anerkennend ist, dass jemand als anders wahrgenommen wird.“

Im Gespräch über Identitätszuschreibungen und die Frage, wann das Benennen von Differenz diskriminierend und wann anerkennend ist, zitiert Emcke die amerikanische Rechtsphilosophin Martha Minow. Das zentrale Dilemma – Minows 'dilemma of difference' – stammt aus ihrem Hauptwerk und wird hier als philosophischer Rahmen für die Diskussion über Homosexualität, Religionszugehörigkeit und Herkunft herangezogen.

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Kunst

Ausstellung über Essen und seine Bedeutung

🗣 Carolin Emcke erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:27:42 „Und es gab, glaube ich, im Jüdischen Museum eine wunderbare Ausstellung über das Essen und welche Bedeutung sozusagen das Essen hat. Einerseits zum Erhalt einer bestimmten Religionsgemeinschaft oder überhaupt Gemeinschaft und möglicherweise dann aber eben auch zur Trennung.“

Im Gesprächskontext über Essen als vergemeinschaftendes Ritual und politisches Thema erinnert sich Carolin Emcke an eine Ausstellung im Jüdischen Museum, die die ambivalente Rolle von Essen beleuchtete — einerseits als Bindemittel von Gemeinschaften, andererseits als Trennungsmerkmal durch religiöse Speisevorschriften.

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🎨
Kunst

Ausstellung über Essen im Jüdischen Museum

🗣 Carolin Emcke erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:28:16 „ich glaube, im Jüdischen Museum eine wunderbare Ausstellung über das Essen und welche Bedeutung sozusagen das Essen hat“

Emcke verweist auf eine Ausstellung im Jüdischen Museum über die soziale und religiöse Bedeutung von Essen – als Mittel der Gemeinschaftsbildung und Trennung

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🎤
Rede

Friedenspreis-Rede (Paulskirche, 1998)

Martin Walser

🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 03:34:47 „Es gibt ja die berühmt-berüchtigte Rede von Martin Walser in der Paulskirche. Kann auch schief gehen. Es kann auch schief gehen.“

Im Gespräch über Carolin Emckes eigene Friedenspreis-Rede 2016 verweist Christoph Amend auf die kontroverse Rede Martin Walsers als Beispiel dafür, dass eine solche Rede auch scheitern kann. Emcke bestätigt, dass Walsers Rede für sie eine Rolle bei der Vorbereitung ihrer eigenen Rede spielte.

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Rede von Martin Walser (Friedenspreis 1998)
Rede

Rede von Martin Walser (Friedenspreis 1998)

Martin Walser

🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 03:34:54 „es gibt ja die berühmt-berüchtigte Rede von Martin Walser in der Paulskirche“

Amend erwähnt Walsers kontroverse Friedenspreisrede als Beispiel dafür, dass solche Reden auch schiefgehen können

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Studie

Dissertation über die Vorgeschichte von Rosa Parks

🗣 Carolin Emcke referenziert bei ⏱ 03:41:40 „Es gibt eine Dissertation, die sich mit der Vorgeschichte von Rosa Parks beschäftigt, die in den USA erschienen ist. Und darin wird erzählt, dass Rosa Parks selber als Rechercheurin gearbeitet hat für verschiedene Bürgerrechtsgruppen, um Vergewaltigung oder sexualisierte Gewalt von weißen Männern gegenüber schwarzen Frauen zu recherchieren.“

Emcke spricht über die verbreitete Erzählung von Rosa Parks als spontan handelnder Einzelperson und korrigiert dieses Bild. Sie verweist auf eine in den USA erschienene Dissertation, die zeigt, dass Parks eine politisch organisierte Vorgeschichte hatte und gezielt als Symbolfigur ausgewählt wurde. Der genaue Titel und Autor der Dissertation werden nicht genannt.

🎓 Google Scholar 📄 Original
Interview mit Carolin Emcke (Oktober 2016)
Artikel

Interview mit Carolin Emcke (Oktober 2016)

🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 03:46:29 „Ich habe jetzt nur in der Vorbereitung ein Interview mit dir gefunden, im Oktober 2016, da hattest du die Rede noch nicht gehalten, im Tagesspiegel. Und da versuchen die immer, was Journalisten ja auch machen, wenn sie gute Fragen stellen, irgendwas rauszukriegen, was du da reden würdest in dieser Rede.“

Christoph Amend zitiert ein Tagesspiegel-Interview mit Carolin Emcke von Oktober 2016, kurz vor der Friedenspreisverleihung. Darin versuchten die Journalisten, Details über die geplante Rede zu erfahren, doch Emcke verriet nur, dass sich nach der Rede die öffentliche Aufmerksamkeit verändern könnte.

Zum Artikel bei Tagesspiegel
Gegen den Hass
Buch

Gegen den Hass

Carolin Emcke

🗣 Carolin Emcke referenziert bei ⏱ 03:53:10 „bei dem vorletzten Buch, also bei dem Buch gegen den Hass, für mich selber auch sehr bewegend und auch beeindruckend ist in den Konsequenzen, nämlich dass es übersetzt worden ist in ich weiß nicht wie viele Sprachen“

Emcke spricht über die internationale Wirkung des Buches und dessen Übersetzungen, etwa nach Brasilien

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Essay über Alfred Herrhausen im Zeitmagazin
Essay

Essay über Alfred Herrhausen im Zeitmagazin

Carolin Emcke

🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 04:06:18 „du hast ja 2007, wenn ich mich richtig erinnere, dazu diesen sehr persönlichen und auch sehr politischen Essay im Zeitmagazin geschrieben, hast den Theodor-Wolf-Preis auch dafür bekommen“

Amend spricht über Emckes preisgekrönten Essay über den Mord an ihrem Patenonkel Alfred Herrhausen durch die RAF

Zum Artikel bei Carolin-emcke.de
Stumme Gewalt
Buch

Stumme Gewalt

Carolin Emcke

🗣 Carolin Emcke referenziert bei ⏱ 04:07:49 „Das war mir jetzt bei dem Text und dann bei dem späteren Buch, also diese Stumme Gewalt, eben wichtig, sich nicht in die dogmatischen Zuschreibungen hineinfallen zu lassen, auch nicht drängen zu lassen in eine Verhärtung, in eine hasserfüllte, menschenverachtende Position, nur weil man so behandelt wird.“

Emcke erwähnt ihr Buch 'Stumme Gewalt' als Weiterführung des Zeitmagazin-Essays über den RAF-Mord an Alfred Herrhausen. Es geht ihr darum, sich nicht in dogmatische Zuschreibungen oder Verhärtungen drängen zu lassen – weder durch Fanatismus noch durch die Feindseligkeit eines Gegners, der einen zu dem machen will, was er sich wünscht.

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Essay über Alfred Herrhausen und die RAF
Artikel

Essay über Alfred Herrhausen und die RAF

Carolin Emcke

🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 04:10:19 „Du hast ja 2007, wenn ich mich richtig erinnere, dazu diesen sehr persönlichen und auch sehr politischen Essay im Zeitmagazin geschrieben, hast den Theodor-Wolff-Preis auch dafür bekommen. Und was ich damals schon so stark fand an dem Text, und da kommt jetzt die Verbindung zu dem Thema, worüber wir gerade gesprochen haben, war, du beschreibst dann die persönliche Situation, das, was du erlebt hast und stellst dir im Laufe des Textes eine politische Forderung auf.“

Christoph Amend spricht über Emckes Essay im Zeitmagazin von 2007, in dem sie den Mord an ihrem Patenonkel Alfred Herrhausen durch die RAF verarbeitet. Der Text verbindet persönliche Erfahrung mit einer politischen Forderung nach Amnestie, um die RAF-Täter zum Reden zu bringen. Der Essay wurde mit dem Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet.

Zum Artikel bei ZEIT Online
1000 Zeilen Lüge
Buch

1000 Zeilen Lüge

Juan Moreno

🗣 Christoph Amend empfiehlt aktiv bei ⏱ 04:35:54 „Ich habe gerade das Buch von Juan Moreno gelesen, 1000 Zeilen Lüge, der sich ja mit dieser Affäre sehr beschäftigt“

Amend erwähnt das Buch im Kontext der Diskussion über den Fall Klaas Relotius und journalistische Glaubwürdigkeit

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Tausend Zeilen Lüge
Buch

Tausend Zeilen Lüge

Juan Moreno

🗣 Christoph Amend empfiehlt aktiv bei ⏱ 04:36:49 „Ich habe gerade das Buch von Juan Moreno gelesen, 1000 Zeilen Lüge, der sich ja mit dieser Affäre sehr beschäftigt, weil er derjenige ist, ein freier Reporter, der für den Spiegel schreibt, der die Affäre aufgedeckt hat, den Fall Klaas Relotius. Und wenn man das Buch liest, ich glaube es gibt auch ein großes Interesse an dem Buch, zu Recht auch.“

Im Gespräch über die Grenzen des Fact-Checkings und den Fall Klaas Relotius beim Spiegel empfiehlt Christoph Amend das Buch von Juan Moreno, dem freien Reporter, der den Fälschungsskandal aufgedeckt hat. Amend betont, dass das Buch mehrere Ebenen des Falls sichtbar macht — vom individuellen Betrug bis hin zu strukturellen Problemen in Redaktionen, etwa wenn Geschichten schon vor der Recherche wie ein Drehbuch entworfen werden.

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New Yorker-Artikel über Al-Qaida und Saddam Hussein
Artikel

New Yorker-Artikel über Al-Qaida und Saddam Hussein

Jeffrey Goldberg

🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 04:50:29 „in diesem Artikel im New Yorker von damals präsentierte der Reporter nämlich den Kronzeugen ... für die Verbindung von, also die angebliche Verbindung von Al-Qaida und Saddam Hussein“

Amend spricht über einen New Yorker-Artikel von Jeffrey Goldberg, den Emcke durch eigene Recherche im Nordirak als fragwürdig entlarvte – der Artikel diente als Rechtfertigung für den Irakkrieg

Zum Artikel bei The New Yorker
The Great Terror
Artikel

The Great Terror

Jeffrey Goldberg

🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 04:51:26 „In der Vorbereitung auf unser Gespräch heute einen Artikel gefunden von Frank Schirrmacher aus dem Jahr 2004, der über dich schreibt und über deine Arbeit und dabei über einen Fall schreibt, den du nachrecherchiert hast. Und zwar ein Artikel, der im New Yorker erschienen ist, im Vorfeld des Irakkriegs, am 25. März 2002. Eine große Recherche und in diesem Artikel im New Yorker von damals präsentierte der Reporter nämlich den Kronzeugen für die Verbindung von Al-Qaida und Saddam Hussein.“

Christoph Amend bringt einen konkreten Fall aus Carolin Emckes journalistischer Vergangenheit ein: einen Artikel von Jeffrey Goldberg im New Yorker von 2002, der den angeblichen Kronzeugen für die Verbindung zwischen Al-Qaida und Saddam Hussein präsentierte. Der Artikel wurde von der Bush-Regierung zur Rechtfertigung des Irakkriegs herangezogen. Emcke reiste selbst in den Nordirak, traf den Kronzeugen im Gefängnis und kam zu dem Schluss, dass dieser völlig unglaubwürdig war.

Zum Artikel bei The New Yorker
Artikel über Carolin Emcke und ihre Irak-Recherche (FAZ, 2004)
Artikel

Artikel über Carolin Emcke und ihre Irak-Recherche (FAZ, 2004)

Frank Schirrmacher

🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 04:51:26 „In der Vorbereitung auf unser Gespräch heute einen Artikel gefunden von Frank Schirrmacher aus dem Jahr 2004, der über dich schreibt und über deine Arbeit und dabei über einen Fall schreibt, den du nachrecherchiert hast.“

Christoph Amend führt einen FAZ-Artikel von Frank Schirrmacher aus dem Jahr 2004 ein, der Emckes Nachrecherche zum Fall des Jeffrey-Goldberg-Artikels im New Yorker beschreibt – jene Recherche, die den angeblichen Kronzeugen für die Verbindung von Al-Qaida und Saddam Hussein als unglaubwürdig entlarvte.

Zum Artikel bei FAZ
Recherche über Marie Sophie Hingst
Artikel

Recherche über Marie Sophie Hingst

Der Spiegel

🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 05:01:42 „Ich bekam irgendwann eine Mail von einem Kollegen vom Spiegel, der mich, also es ist mir noch, ich werde jetzt nicht so oft konfrontiert, heißt das, wenn sozusagen Journalisten recherchieren und eigentlich kurz vor Ende sind, konfrontieren sie die andere Seite mit Informationen.“

Jochen Wegner schildert, wie Der Spiegel ihn mit Recherche-Ergebnissen über eine Bloggerin konfrontierte, die bei Zeit Online einen Text veröffentlicht hatte und deren Biografie – einschließlich einer erfundenen jüdischen Familiengeschichte und Holocaust-Bezüge – sich als fabriziert herausstellte. Der Fall wird ausführlich als journalistisches und moralisches Dilemma diskutiert, weil die Frau sich nach der Veröffentlichung wahrscheinlich das Leben nahm.

Zum Artikel bei Spiegel
Recherche über den Fall der Bloggerin
Artikel

Recherche über den Fall der Bloggerin

Derek Scully

🗣 Jochen Wegner empfiehlt aktiv bei ⏱ 05:09:40 „Es gibt eine sehr, wie ich finde, sehr gute Recherche von Derek Scully, einem Kollegen der Irish Times, der über die Geschichte dann geschrieben hat, nachdem sozusagen der Spiegel sie veröffentlicht hatte, der wohl auch schon an dem Fall länger war.“

Jochen Wegner empfiehlt die Recherche des Irish-Times-Journalisten Derek Scully als besonders gelungen. Scully beschreibe darin sehr detailliert sein eigenes moralisches Ringen – ob er sich 'versündige', wenn er über den Fall schreibe. Carolin Emcke ergänzt, der Text sei 'fantastisch, sehr einfühlsam, sehr nachdenklich' und zeige, dass Journalisten auch Entscheidungen treffen müssten, etwas nicht zu schreiben.

Zum Artikel bei Spiegel
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Artikel

Recherche von Derek Scully (Irish Times)

Derek Scully

🗣 Jochen Wegner empfiehlt aktiv bei ⏱ 05:10:11 „Es gibt eine sehr, wie ich finde, sehr gute Recherche von Derek Scully, einem Kollegen der Irish Times, der über die Geschichte dann geschrieben hat“

Wegner empfiehlt den Artikel von Scully über den Fall einer Bloggerin mit erfundener Biografie als besonders einfühlsam und nachdenklich

Zum Artikel bei Muckrack.com