Jutta Allmendinger, gibt es Unterschiede zwischen Frauen und Männern
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste
Nach dreimaliger Verschiebung — zweimal sie, zweimal die Hosts, es steht 2:2 — sitzt Jutta Allmendinger endlich im Studio. Die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin spricht über vorsorgend handelnde Politik, ihre Nervosität angesichts der SPD-Entwicklung und darüber, wie sie drei Wochen nach der Geburt ihres Kindes wieder unterrichtete, damit ihre Studierenden kein Semester verlieren.
„Ich war ja schon mal tot und von daher genieße ich meine Wiedergeburt. Es war die beste Arbeit in meinem Leben, mit Abstand die beste, weil man mir sagte, ich kann besser und jetzt lässt man mir alles durchgehen.“
Erwähnte Medien (39)
Der Flug des Navigators
Randal Kleiser
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:50:54 „Es hängt der Flug des Navigators, Poster, die ich am meisten liebe, an der Wand, Ferris macht blau. New Kids on the Block auch.“
Jochen Wegner beschreibt für die Hörer die Filmposter, die an den Wänden des Podcast-Studios hängen. Er nennt 'Der Flug des Navigators' als eines seiner Lieblingsposter. Die Aufzählung dient dazu, Jutta Allmendinger die Atmosphäre des Raums zu erklären.
Ferris macht blau
John Hughes
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:50:54 „Es hängt der Flug des Navigators, Poster, die ich am meisten liebe, an der Wand, Ferris macht blau. New Kids on the Block auch.“
Jochen Wegner zählt die Filmposter im Podcast-Studio auf, darunter 'Ferris macht blau' (Ferris Bueller's Day Off). Die Poster werden erwähnt, um den Raum zu beschreiben, in dem das Gespräch stattfindet.
New Kids on the Block
New Kids on the Block
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 00:50:54 „Es hängt der Flug des Navigators, Poster, die ich am meisten liebe, an der Wand, Ferris macht blau. New Kids on the Block auch. New Kids on the Block hat Christoph immer im Blick.“
Jochen Wegner beschreibt die Filmposter und Musikposter an den Wänden des Podcast-Studios. New Kids on the Block wird als eines der Poster neben Filmplakaten wie Der Flug des Navigators und Ferris macht blau erwähnt.
Star Wars
George Lucas
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:51:02 „Game of Thrones sehe ich auch. Star Wars. NWA. Ist das Neues eigentlich?“
Star Wars wird als eines der Poster an der Studiowand erwähnt, als Jochen Wegner die Raumdekoration für die Hörer beschreibt.
NWA
N.W.A
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:51:02 „Game of Thrones sehe ich auch. Star Wars. NWA. Ist das Neues eigentlich?“
Jochen Wegner zählt weitere Poster an den Wänden des Podcast-Studios auf und entdeckt dabei auch ein NWA-Poster, wobei er sich fragt, ob es neu aufgehängt wurde.
Game of Thrones
David Benioff, D. B. Weiss / George R. R. Martin
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 00:51:06 „Game of Thrones sehe ich auch. Star Wars. NWA. Ist das Neues eigentlich? Haben wir irgendwas umgehängt hier?“
Bei der Beschreibung der Studio-Dekoration fällt Jochen Wegner ein Game-of-Thrones-Poster auf, das offenbar neu hinzugekommen ist. Christoph Amend bestätigt, dass es wohl neu aufgehängt wurde.
Ferris macht blau
John Hughes
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 00:51:09 „Ferris macht blau“
Als Poster an der Wand des Studios erwähnt
Straight Outta Compton / NWA
NWA
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:51:09 „NWA.“
Als Poster an der Wand des Studios erwähnt
Miami Vice
Michael Mann
🗣 Christoph Amend erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:51:09 „Und Crockett und sehe ich gar nicht. Miami Vice hängt da hinten.“
Christoph Amend ergänzt die Aufzählung der Studio-Poster um ein Miami-Vice-Poster, nachdem Jochen Wegner nach 'Crockett' Ausschau hält – einer Hauptfigur der Serie.
Beitrag über das Thomas Mann Haus
Jutta Allmendinger
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 01:01:54 „Insofern spannend, weil Training on the Job fand ich so ein interessantes Stichwort. Und ich habe es dann nochmal gelesen in einem Beitrag, den Sie für die Zeit geschrieben haben, als Sie im Thomas Mann Haus waren in Los Angeles und da auch wieder erlebt haben, glaube ich, dass die Handwerker vor Ort mit ihren Kindern auch Training on the Job gemacht haben.“
Christoph Amend bezieht sich auf einen Artikel, den Jutta Allmendinger während ihres Aufenthalts als Fellow im Thomas Mann Haus in Los Angeles für Die Zeit geschrieben hat. Darin beschrieb sie unter anderem, wie Handwerker vor Ort ihre Kinder zur Arbeit mitbrachten – eine Beobachtung, die zu ihrem Dissertationsthema der unterschiedlichen Bildungssysteme und Berufsausbildungsmodelle passt.
Huge in France
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 01:18:36 „Ich habe das in einer Serie gerade gesehen, in einer neuen Netflix-Serie. Der zieht einen französischen Star, der heißt Big in France, Huge in France. Der geht nach L.A. und will also dort berühmt werden, auch so wie er in Frankreich berühmt ist. Und bekommt so einen Assistenten und findet dann in der ersten oder zweiten Folge raus, der Assistent verabschiedet sich immer abends und sagt, er fährt jetzt nach Hause. Und irgendwann bekommt er durch einen Zufall mit, nee, der fährt einfach zwei Blocks weiter und pennt da.“
Als Jutta Allmendinger von den Menschen erzählt, die in Los Angeles in ihren Autos übernachten, weil sie sich keine Wohnung leisten können, greift Christoph Amend die Beobachtung auf und verweist auf die Netflix-Serie 'Huge in France'. Darin erlebt ein französischer Star in LA, dass sein Assistent heimlich in seinem Auto schläft – eine fiktionale Spiegelung der realen Wohnungsarmut, die Allmendinger als Soziologin gerade beschrieben hat.
Wohnungsarmut (Arbeitstitel)
Jutta Allmendinger
🗣 Jutta Allmendinger referenziert bei ⏱ 01:23:35 „Das ist etwas, was ich schreibe an diesem Buch, weil es wird ein Pendant sein zu der Bildungsarmut, weil ich die relativ spezifizieren kann, was braucht man zum Wohnen, als auch natürlich absolut und absolut.“
Allmendinger erzählt, dass sie an einem Buch über Wohnungsarmut arbeitet, das als Pendant zu ihrem früheren Konzept der Bildungsarmut gedacht ist. Das Buch vergleicht erwerbstätige Obdachlose in Los Angeles und Berlin – ein Thema, das sie durch eine Zufallsbegegnung mit einem obdachlosen Lehrer am Strand von Santa Monica entdeckte.
Brigitte-Frauenstudie
Jutta Allmendinger / Andreas Lebert
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:34:25 „Er hat mir aus dieser Brigitte-Zeit, wo er sozusagen sie mal gefragt hat, also ich erzähle das immer in einfachen Worten, die erste große Frauenstudie zu machen. Bitte prügeln Sie mich nicht für falsche Ausdrücke.“
Jochen Wegner erzählt eine Anekdote von Andreas Lebert über die Zusammenarbeit mit Allmendinger bei der großen Brigitte-Frauenstudie. Lebert, damals Chefredakteur der Brigitte, war beeindruckt davon, dass Allmendinger die qualitativen Interviews selbst geführt und den Inhalt vollständig durchdrungen hatte, während die Redaktion die dicken Akten nicht einmal ganz lesen konnte.
Brigitte-Frauenstudie
Jutta Allmendinger / Andreas Lebert
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:35:51 „Andreas Lebert erzählt, es gab dann sozusagen, die Studie wurde besprochen, sie hatten den Anhang dabei mit den ganzen Interviews der Frauen.“
Die erste große Frauenstudie, die Allmendinger gemeinsam mit Andreas Lebert für die Brigitte durchführte, wird im Kontext ihrer Zusammenarbeit diskutiert
Bullshit Jobs
David Graeber
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:52:43 „Ich habe das auch gelesen, also mir ist das auch in Erinnerung geblieben, diese hohe Anzahl von Menschen, die sagen, die anderen haben, ich sage mal, einen Bullshit-Job. Meiner ist aber sehr sinnvoll. Es gibt nämlich ein Buch, das ich zufällig gerade angefangen hatte.“
Im Anschluss an die Diskussion über die Vermächtnisstudie – wonach Deutsche ihren eigenen Job als sinnvoll bewerten, den der anderen aber nicht – verweist Wegner auf ein Buch über Bullshit-Jobs, das er gerade zu lesen begonnen hat. Er nennt den Titel nicht explizit, bezieht sich aber klar auf David Graebers Konzept und stellt fest, dass die deutschen Befragten genau das Gegenteil empfinden: Der eigene Job sei sinnvoll, der der anderen nicht.
Allein unter anderem
Bettina Heintz
🗣 Jutta Allmendinger referenziert bei ⏱ 02:00:59 „Es gibt ein wunderbares Buch von Bettina Heinz. Allein unter anderem, wo es eben nicht über eine Frau in Männerriegen geht, was eher mein Schicksal ist, sondern über Männer in Frauenjobs. Und dass da sofort die Distinguierung dadurch zustande kommt, dass der Mann dann aufsteigt und von daher eine Differenz gesetzt wird.“
Allmendinger erzählt von ihrem Bruder, der sich zum Altenpfleger und Kindererzieher umschulen ließ und als einziger Mann unter Frauen sofort Leitungspositionen angeboten bekam. Sie verweist auf das Buch von Bettina Heintz, das genau dieses Phänomen – Männer in frauendominierten Berufen, die automatisch aufsteigen – soziologisch beschreibt. Der Bruder sei das beste Beispiel dafür.
Die Zerstörung der CDU
Rezo
🗣 Jutta Allmendinger referenziert bei ⏱ 02:04:46 „Haben Sie dieses Rezo-Video ganz zu Ende geguckt? Ich muss sagen, ich durfte nicht. Sie durften es gar nicht tun? Nein, ich hatte ja dieses Problem mit meiner Netzhaut.“
Das Rezo-Video wird ausführlich diskutiert, Allmendinger hat es aufgrund ihrer Netzhaut-OP nur gehört, stimmt aber inhaltlich zu
Die Zerstörung der CDU
Rezo
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 02:04:58 „Haben Sie dieses Rezo-Video ganz zu Ende geguckt? Weil was ich total spannend finde, ist, was Sie dazu sagen. Der tippt ja alle Themen an, die Sie erwähnen. Ich dachte, je mehr ich mich mit Ihrem Werk und Ihren Gedanken beschäftigt habe, desto wieso.“
Wegner fragt Allmendinger nach dem Rezo-Video, das kurz vor dem Gespräch viral ging und die CDU-Politik zu Klima, Ungleichheit und Bildung scharf kritisierte. Er stellt fest, dass Rezos Themen sich stark mit Almendingers Forschungsfeldern decken. Allmendinger bestätigt: 'Absolut. Das sind genau die Felder, die wir heute anzugehen haben.' Es entwickelt sich eine Diskussion darüber, warum ein YouTuber die Rolle übernimmt, die eigentlich der SPD zukäme.
Identität
Francis Fukuyama
🗣 Jutta Allmendinger referenziert bei ⏱ 02:08:58 „Fukuyama hat das ja auch gerade schön mit seiner Klientel. Das ist ja dieses Kleinteilige, wo man viele unterschiedliche Klientele sozusagen befriedigen möchte“
Allmendinger verweist auf Fukuyamas Analyse zur Klientelpolitik im Kontext der Diskussion über fehlende große Narrative in der Politik
Identity: The Demand for Dignity and the Politics of Resentment
Francis Fukuyama
🗣 Jutta Allmendinger erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:09:03 „Fukuyama hat das ja auch gerade schön mit seiner Klientel. Das ist ja dieses Kleinteilige, wo man viele unterschiedliche Klientele sozusagen befriedigen möchte, ohne dass man dann überhaupt die noch zusammenfühlt.“
Im Gespräch über den Mangel an großen politischen Narrativen verweist Allmendinger beiläufig auf Fukuyamas These zur Identitätspolitik: Parteien fragmentieren sich in Klientelgruppen, statt eine verbindende Erzählung zu formulieren. Sie nennt kein konkretes Buch, aber der Verweis auf 'Klientel' und das Wort 'gerade' deuten auf Fukuyamas damals aktuelles Werk 'Identity' (2018) hin.
Artikel über Allmendinger als Bundespräsidentschaftskandidatin
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 02:16:39 „Zu Präsidentschaftsfragen will sich Almendinger für ihre Verhältnisse ungewohnt medienscheu derzeit gar nicht äußern. Sie will sich Chancen nicht verbauen und vor allem hinterher nicht als, Anführungszeichen, beschädigt, Schlusszeichen, dastehen, wie es so schön heißt. FAS 2016, Seite 65.“
Wegner liest wörtlich aus einem Artikel der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) von 2016 vor, in dem über Allmendinger als mögliche Bundespräsidentschaftskandidatin spekuliert wurde. Allmendinger reagiert empört auf die Darstellung, sie schweige aus strategischem Kalkül, und fragt rhetorisch: 'Glauben Sie, dass ich so blöd bin?' Der Artikel wurde offenbar an ihrem 60. Geburtstag veröffentlicht, was sie besonders ärgerte.
Kolumne über Allmendinger in der FAS
Rainer Hank
🗣 Jutta Allmendinger referenziert bei ⏱ 02:18:33 „Alle Sonntagsleser in dem Schweizer Teil lesen natürlich, was liest man dann? Die FAS, da diese Kolumne über Almendinger mit einem dicken Bild trennen. Gänzlich ungeeignet für diesen Job, sie hat kein Thema, schreibt Herr Hank.“
Allmendinger erzählt, wie sie bei ihrem Amtsantritt am WZB von FAS-Wirtschaftschef Rainer Hank in einer Kolumne als ungeeignet für den Job beschrieben wurde. Sie las den Artikel während eines Urlaubs im Tessin und wurde von Badegästen angestarrt, die die Sonntagszeitung gelesen hatten. Trotz des Verrisses rief sie Hank an und die beiden sind mittlerweile befreundet.
FAS-Artikel über Allmendinger und das Angebot der Bildungssenatorin
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 02:21:16 „Das Angebot des Berliner Bürgermeisters Klaus Wobereit in der Hauptstadt den Posten der Bildungssenatore zu übernehmen, lehnte Allmendinger 2011 dankend ab. FAS 6 2016, Seite 65.“
Wegner zitiert wörtlich aus einem FAS-Artikel von 2016, der beschreibt, dass Allmendinger 2011 das Angebot von Klaus Wowereit ablehnte, Berliner Bildungssenatorin zu werden. Allmendinger relativiert daraufhin, dass es kein formelles Angebot gewesen sei, sondern eher explorative Gespräche.
Dissertation über die Zertifikationsgläubigkeit der Deutschen
Jutta Allmendinger
🗣 Jutta Allmendinger referenziert bei ⏱ 02:28:54 „Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass ich meine Dissertation daran geschrieben habe, über die Zertifikationsgläubigkeit der Deutschen. Und ich habe dieses eine Zertifikat nicht, was ich brauche. Das war mein Grund, es war nicht der Mann.“
Allmendinger erklärt, warum sie nach ihrer Harvard-Promotion ein Angebot aus Princeton ablehnte und nach Deutschland zurückkehrte. Ironischerweise trieb sie ausgerechnet die in ihrer eigenen Dissertation beschriebene deutsche Fixierung auf formale Abschlüsse um — ihr fehlte die Habilitation, und sie fürchtete, ohne sie nie wieder in Deutschland Fuß fassen zu können.
Die Kunst des Überlebens oder das Überleben der Kunst
Jutta Allmendinger
🗣 Christoph Amend empfiehlt aktiv bei ⏱ 02:33:18 „Die habe ich gelesen, die ist super. Fantastisch. Dann habe ich die Kunst des Überlebens oder das Überleben der Kunst.“
Amend nennt den Titel von Allmendingers Orchesterstudie, die er gelesen hat und fantastisch findet. Die Studie untersuchte vergleichend Orchester in den USA, Großbritannien, West- und Ostdeutschland und wurde gemeinsam mit dem Harvard-Sozialpsychologen Richard Hackman durchgeführt.
Der Heiratsmarkt ist erfolgsträchtiger als der Arbeitsmarkt
Jutta Allmendinger
🗣 Jutta Allmendinger referenziert bei ⏱ 02:33:51 „ich dachte, jetzt mache ich doch da mal so einen Film draus, wie sich diese Lebensverläufe, das ist ja, mittlerweile mein Lebensthema geworden. Ich glaube, bei Zeit Online so gefasst, der Heiratsmarkt ist erfolgsträchtiger als der Arbeitsmarkt. Das ist ein super Film mit so Brecht, mit diesem Anna-Zyklus hinterlegt.“
Allmendinger beschreibt einen von ihr produzierten Film über Lebensverläufe von Frauen, der historische Filmfetzen mit Brechts Anna-Zyklus kombiniert
Film über Lebensverläufe und Heiratsmarkt
Jutta Allmendinger
🗣 Jutta Allmendinger referenziert bei ⏱ 02:41:34 „Ich glaube, bei Zeit Online so gefasst, der Heiratsmarkt ist erfolgsträchtiger als der Arbeitsmarkt. Das ist ein super Film mit so Brecht, mit diesem Anna-Zyklus hinterlegt. Ganz, ganz toll.“
Allmendinger erzählt, wie sie aus den historischen Filmmaterialien ihrer Lebensverlaufsstudie einen eigenen Film über Frauen der Geburtskohorte 1919 schnitt, unterlegt mit Brechts Anna-Zyklus. Ihr Mentor Baltes warnte sie, das Zeigen dieses Films würde ihre Karriere beenden. Ausgerechnet während des Schnitts im teuren Studio rief der Münchner Dekan an und bot ihr eine Professur an.
Anna-Zyklus
Bertolt Brecht
🗣 Jutta Allmendinger erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:41:41 „Das ist ein super Film mit so Brecht, mit diesem Anna-Zyklus hinterlegt. Ganz, ganz toll.“
Allmendinger verwendete Brechts Anna-Zyklus als musikalisch-literarische Untermalung ihres Films über Lebensverläufe von Frauen der Geburtskohorte 1919. Der Zyklus diente als künstlerischer Kommentar zu den dokumentierten Frauenbiografien.
Harry Potter (Hermine Granger)
J.K. Rowling
🗣 Jutta Allmendinger referenziert bei ⏱ 02:57:58 „Hermine Granger. Moment, was? Was? Fette Katze und Hermine Granger standen da und Schuhe ausziehen.“
Allmendinger nutzte 'Hermine Granger' als Stichwort auf ihrem Redezettel für eine Laudatio auf Thomas Sattelberger, als Metapher für jemanden, der verschiedene Dinge gleichzeitig machen kann
Harry Potter
J.K. Rowling
🗣 Jutta Allmendinger referenziert bei ⏱ 03:00:53 „Die Hermine Granger jedenfalls, die hat auch ihre Leistungsfächer doppelt belegen können. Und dann wurde sie doch gefragt bei Harry Potter, wie sie das finden konnte, dass sie alle Leistungsfächer doppelt belegt. Und dann hat sie ja gesagt, weil sie die Zeit falten kann.“
Allmendinger nutzt die Figur Hermine Granger aus Harry Potter als Stichwort in einer Rede über Thomas Sattelberger. Sie vergleicht dessen Fähigkeit, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun, mit Hermines magischer Fähigkeit, die Zeit zu falten, um doppelt so viele Kurse zu belegen. Es ist eines von drei Stichworten auf ihrem Redezettel.
Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne
Ulrich Beck
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 03:05:12 „Er hat sich ja sehr eingemischt in gesellschaftliche Debatten, hat Begriffe geprägt, er hat Bestseller geschrieben“
Ulrich Beck wird als große intellektuelle Figur beschrieben, die Bestseller schrieb und sich in gesellschaftliche Debatten einmischte. Seine Bücher werden mehrfach erwähnt, auch im Kontext seiner Arbeitsweise am Starnberger See
Interview mit Jutta Allmendinger über Heiratsmarkt und Arbeitsmarkt
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 03:18:21 „Wir haben schon dieses Interview zitiert, das bei Zeitmagazin Online mal erschienen ist und ich glaube, eines der meistgelesenen Stücke damals war auf Online, in dem sie den Satz gesagt haben, eine Frau, die auf den Heiratsmarkt setzt, ist immer noch häufig erfolgreicher als eine, die auf den Arbeitsmarkt setzt.“
Christoph Amend erinnert an ein vielgelesenes Interview mit Jutta Allmendinger auf Zeitmagazin Online, in dem sie die provokante These aufstellte, dass der Heiratsmarkt für Frauen finanziell lukrativer sei als der Arbeitsmarkt. Allmendinger aktualisiert daraufhin ihre eigene Aussage: Seit zwei Jahren sei es – um drei Euro – erstmals lohnender, auf den Arbeitsmarkt zu setzen, was sie anhand des gesetzlichen Rentensystems und der Witwenrenten erklärt.
EU-Vergleich zu Rentenunterschieden zwischen Männern und Frauen
Jutta Allmendinger
🗣 Jutta Allmendinger referenziert bei ⏱ 03:22:10 „Die Rentenunterschiede, die sind in Deutschland so hoch wie in gar keinem anderen Land. Ich habe gerade einen EU-Vergleich vor zwei, drei Jahren geschrieben, wo ich mir genau das angeschaut habe.“
Im Gespräch über die Frage, welche Länder Geschlechtergleichstellung besser hinbekommen als Deutschland, verweist Allmendinger auf eine eigene Vergleichsstudie zu Rentenunterschieden in der EU. Sie erklärt, dass Deutschlands besonders hoher Gender Pension Gap mit der Gewichtung von Kindererziehungszeiten, fehlender Anrechnung von Ausbildung und der Architektur des Rentensystems zusammenhängt.
Familienbericht der Bundesregierung
🗣 Jutta Allmendinger referenziert bei ⏱ 03:29:08 „Also wir haben ja hier diesen jetzt in dem letzten Familienbericht als Care Gap bezeichneten Unterschied, der immens ist, der bei über 50 Prozent liegt, in skandinavischen Ländern wesentlich geringer.“
Beim Vergleich der Geschlechterverhältnisse zwischen Deutschland und Skandinavien zitiert Allmendinger den aktuellen Familienbericht der Bundesregierung, der den Begriff 'Care Gap' eingeführt hat. Dieser beschreibt den über 50-prozentigen Unterschied zwischen Männern und Frauen bei unbezahlter Sorgearbeit in Deutschland – ein Wert, der in skandinavischen Ländern deutlich geringer ausfällt.
Die Glocke
Friedrich Schiller
🗣 Jutta Allmendinger erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:51:22 „Ah, noch einmal, weil mein Opa mir immer die Glocke vorerzählt hat. Das konnte ich auch.“
Allmendinger erinnert sich, dass sie in Daniel Bells Seminar in Harvard auch Schillers Glocke erkennen konnte, weil ihr Großvater sie ihr vorgetragen hatte
Das Lied von der Glocke
Friedrich Schiller
🗣 Jutta Allmendinger erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:53:31 „Ah, noch einmal, weil mein Opa mir immer die Glocke vorerzählt hat. Das konnte ich auch. Dreimal waren sie wichtig.“
Jutta Allmendinger erzählt von ihrem Seminar bei Daniel Bell in Harvard, der Studierende testete, indem er Bücher aufschlug und sie Autoren erkennen ließ. Sie konnte Schillers 'Glocke' identifizieren, weil ihr Großvater ihr das Gedicht immer vorerzählt hatte – eine der wenigen Passagen, die sie in Bells Quizrunden richtig erkannte.
Thinking, Fast and Slow
Daniel Kahneman
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 04:17:56 „Es ist sozusagen Thinking Fast. Nein, nein, nein, das ist nicht unser Problem.“
Jochen Wegner erklärt das schnelle A-oder-B-Spiel und vergleicht den Modus mit Daniel Kahnemans Konzept des schnellen Denkens. Die Referenz ist beiläufig – er nutzt den Buchtitel als Shorthand für intuitive, schnelle Entscheidungen ohne langes Nachdenken.
Brigitte-Studie (Frauenbilder und Männerbilder)
Jutta Allmendinger / Andreas Lebert
🗣 Jutta Allmendinger referenziert bei ⏱ 04:46:50 „Andreas und ich haben das in der ersten Brigitte-Studie auch gemacht, wo wir den Frauenbildern von Männern vorgelegt haben. Da sah man das auch. Und die sollten auswählen.“
Allmendinger beschreibt eine Studienreihe, die sie gemeinsam mit Andreas Lebert für die Zeitschrift Brigitte durchführte. Die erste Studie stammt von 2006 und untersuchte mittels eines Kartenspiels, wie Männer und Frauen das jeweils andere Geschlecht nach Attraktivität bewerten. Allmendinger erzählt, wie sie sich weigerte, eine reine Frauenstudie zu machen, und von Ministerin Schawan tausend männliche Befragte als Vergleichsgruppe finanziert bekam.
Brigitte-Studie (Replikation)
Jutta Allmendinger / Andreas Lebert
🗣 Jutta Allmendinger referenziert bei ⏱ 04:49:45 „Und bei der zweiten, bei der Replikation dieser Brigitte-Studie haben dann schon, ich glaube es war immerhin ein Drittel, also von null auf ein Drittel, es war für die kurze Zeit, haben dann gesagt, naja, also dieses Aussehen alleine, das nutzt mir nichts. Ich muss schon wissen, ob die auch erwerbstätig ist und so weiter und so fort.“
Allmendinger vergleicht die Ergebnisse der ersten Brigitte-Studie von 2006 mit einer späteren Replikation. In der Wiederholung zeigte sich ein Wandel: Etwa ein Drittel der Männer legte nun neben dem Aussehen auch Wert auf Erwerbstätigkeit der Frau – ein Effekt, den Allmendinger teilweise auf Änderungen im Unterhaltsrecht zurückführt.