Momentum fuer die Ukraine
Markus Lanz, Richard David Precht
Nach dem Ultimatum von Merz, Macron und Starmer an Putin streiten die beiden darüber, ob Erpressung oder Einladung der bessere Weg zum Frieden ist — Precht hält das Ultimatum für diplomatisch verfehlt, Lanz verteidigt die neue europäische Entschlossenheit. Mit Blick auf den Westfälischen Frieden, den Vietnamkrieg und Jörn Leonhardts Buch über Kriegsenden wird klar: Schnelle Friedensverträge sind Illusion, gebraucht wird ein dauerhafter Waffenstillstand und eine Sicherheitsarchitektur, die beiden Seiten das Gesicht wahrt.
„Einen stabilen Frieden gibt es, wenn es die Hoffnung auf eine für beide Seiten erfreuliche Nachkriegsordnung gibt. Und das ist die große Aufgabe, vor der wir jetzt stehen, eine Sicherheitsarchitektur für Europa zu entwerfen, in dem sich nicht zwei feindliche Blöcke gegenüberstehen.“
Erwähnte Medien (6)
Aufruf zu Friedensverhandlungen in der Zeit
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:10:30 „Ich gehörte zu denjenigen, die im Sommer 2022 in der Zeit einen Aufruf zu Friedensverhandlungen unterzeichnet haben und gesagt haben, dieser Konflikt kann nur diplomatisch gelöst werden.“
Precht verweist auf einen offenen Brief in der ZEIT vom Sommer 2022, den er mitunterzeichnet hat, um seine langjährige Position zu diplomatischen Lösungen im Ukraine-Krieg zu untermauern.
Über Kriege und wie man sie beendet
Jörn Leonhard
🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:21:51 „Der hat ein Buch gemacht. Letztes Jahr kam das irgendwann raus oder vorletztes Jahr. 23 war das. Über Kriege und wie man sie beendet.“
Lanz führt das Buch als historische Referenz ein, um zu erklären, wie Kriege typischerweise enden – durch Erschöpfung, minimale Kommunikation oder formale Verhandlungen. Es dient als analytischer Rahmen für die Diskussion über den Ukraine-Krieg.
Kriege und wie man sie beendet
Jörn Leonhard
🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:21:51 „Weiß nicht, ob dir der Name Jörn Lehnhardt was sagt, Professor für neuere und neueste Geschichte in Freiburg an der Uni? Der hat ein Buch gemacht, letztes Jahr kam das irgendwann raus oder vorletztes Jahr, 23 war das, über Kriege und wie man sie beendet.“
Markus Lanz bringt das Buch des Freiburger Historikers Jörn Leonhard ins Gespräch, um die aktuelle Debatte über die Ukraine-Friedensverhandlungen historisch einzuordnen. Leonhard argumentiert darin, dass nicht alle Kriege am Verhandlungstisch enden – ein Punkt, den Lanz als Gegengewicht zur gängigen Annahme nutzt, dass Diplomatie automatisch zum Frieden führt. Das Buch liefert den beiden den Rahmen für einen historischen Exkurs vom Dreißigjährigen Krieg bis zum Koreakrieg.
Fourteen Points (Wilsons 14 Punkte)
Woodrow Wilson
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:29:29 „Wilson war dann sozusagen der Friedensmanager mit seinen 14 Punkten.“
Precht verweist auf Wilsons 14 Punkte als historisches Beispiel für eine Friedensinitiative nach dem Ersten Weltkrieg, die zwar einen Vertrag ermöglichte, aber als Diktatfrieden den Revanchismus in Deutschland befeuerte.
Interview mit Emmanuel Macron im französischen Fernsehen
Emmanuel Macron
🗣 Markus Lanz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:42:44 „Warum sind wir nicht in der Lage, Dinge einfach dann mal klar und deutlich zu sagen, so wie es Macron in dieser Woche gemacht hat, in einem großen Interview im französischen Fernsehen. Ich verstehe, dass ein deutscher Kanzler, ein deutscher Kanzler nicht reden kann wie Macron. Aber es gibt auch noch was dazwischen.“
Lanz verweist auf ein aktuelles Fernsehinterview Macrons als Gegenbeispiel zur deutschen Zurückhaltung in der Gaza-Frage. Er lobt Macrons Klarheit und kritisiert, dass deutsche Politiker sich nicht trauen, ähnlich deutliche Worte zum Krieg in Gaza und zur Verhältnismäßigkeit israelischer Militäroperationen zu finden.
Zenith
Daniel Gerlach
🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:47:21 „Daniel Gerlach hat in der Sendung nochmal darauf hingewiesen, ein wirklich intimer Nahostkenner ist der Chefredakteur von Zenit, das ist ein spannendes Magazin, ein Nahostmagazin.“
Lanz spricht über den Gaza-Krieg und Netanyahus Kriegsziele. Er verweist auf Daniel Gerlach, den Chefredakteur des Nahost-Magazins Zenith, der in seiner Sendung zu Gast war und darauf hinwies, dass Netanyahu nie die Befreiung der Geiseln als klares Kriegsziel benannt habe.